Advertisement

Erfahrung als Leistungsfaktor in der ökonomischen Theorie

Auszug

In der Ökonomie ist eine ambivalente Haltung gegenüber dem ‚Erfahrungs-wissen‘ der Beschäftigten vorzufinden. Schon F.W. Taylor verfolgte in der von ihm verfassten wissenschaftlichen Betriebsführung die Absicht, die Individualität der Arbeiter und damit das individuelle Erfahrungswissen durch eine ausgeprägte Arbeitsteilung aus dem Arbeitsprozess auszuschalten. Zwar haben sich die Unternehmen zwischenzeitlich weitgehend vom tayloristisch organisierten Produktionssystem verabschiedet, doch wurde der Stellenwert der Berufserfahrung im betrieblichen Alltag in den letzten Jahren immer noch sehr unterschiedlich diskutiert. Einerseits wurde die Auffassung vertreten, dass auf Grund der Verwissenschaftlichung der Produktion die Bedeutung der Erfahrung der Beschäftigten abnimmt, mitunter dem Produktivitätsfortschritt im Wege steht und durch Planungswissen ersetzt werden kann. Andererseits wurde erkannt, dass durch die zunehmende Komplexität moderner Produktionsweisen die Bedeutung des Erfahrungswissens steigt. Diese Position stützt sich auf die betriebliche Erkenntnis, dass Produktionsprozesse prinzipiell nur eingeschränkt oder gar nicht planbar sind, da sie eher von Unsicherheit als von Stabilität gekennzeichnet sind. Trotz intensivsten Planungsaufwandes werden Pläne durch Struktur-, prozess-, personen-, markt- und Verkehrsinfrastrukturelle Einwirkungen gestört bzw. zumindest temporär außer Kraft gesetzt. Das Erfahrungswissen der Beschäftigten wird aber nicht nur aus Gründen der Störungsbeseitigung hoch bewertet, sondern auch aus einem anderen Beweggrund: In ihm werden ungenutzte Potentiale an Kreativität und Motivation gesehen.1

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

Personalised recommendations