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Gestattung der Datenübermittlung in der Zwischenphasenach Fusionsentscheidung, vor Eintragung

Auszug

Die praktische Notwendigkeit, bereits vor Vollzug der Verschmelzung personenbezogene Informationen auszutauschen, besteht nicht nur im Rahmen der Due Diligence.941 In der Zwischenphase — nach Abschluss der Due Diligence und den erforderlichen Beschlussfassungen der beteiligten Gesellschaften, jedoch vor deren Wirksamwerden mit registergerichtlicher Eintragung — besteht ein erhebliches praktisches Bedürfnis für einen umfassenden Informationsaustausch.942 Diese Notwendigkeit basiert auf der Tatsache, dass die komplexe gesellschaftsrechtliche Maßnahme einer Verschmelzung mit nachhaltigen Auswirkungen auf die internen organisatorischen Abläufe im Unternehmen des übernehmenden Rechtsträgers verbunden ist. Die hierbei erforderlich werdende Konsolidierung der Geschäftsprozesse und gesellschaftsinternen Organisation ist nicht in der juristischen Sekunde der Registereintragung umsetzbar, sondern bedarf eines nicht unerheblichen Vorlaufzeitraums. Der Vollzug der Verschmelzung durch konstitutiv wirkende Registereintragung mit der Rechtsfolge des § 20 Abs. 1 Nr. 1 UmwG muss vorbereitet werden.943 Die internen Strukturen sowie Prozessabläufe müssen an die geänderte unternehmerische Situation angepasst werden. Dies bedingt notwendig die Umstellung der gesamten Datenverarbeitung bezogen auf die Datenbestände des übertragenden Rechtsträgers über Kunden, Lieferanten und Arbeitnehmer infolge der verschmelzungsbedingten Zusammenführung der Unternehmen zweier Rechtsträger. Der Kundenkontakt muss neu organisiert und ausgerichtet, bestehende Lieferantenbeziehungen geprüft und umgeleitet werden. Für alle Beteiligten — Kunden, Lieferanten, Arbeitnehmer sowie die Gesellschaft gleichermaßen — besteht a priori ein gewichtiges Interesse an der reibungslosen Fortführung bestehender Vertragsbeziehungen nach deren Übergang auf den übernehmenden Rechtsträger infolge des Vollzugs der Verschmelzung.

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References

  1. 943.
    Zöllner, ZHR 165 (2001), 450.Google Scholar
  2. 944.
    So auch Zöllner, ZHR 165 (2001), 450; undifferenziert Schaffland, NJW 2002, 1540 ff.Google Scholar
  3. 945.
    Eul in: Roßnagel, Handbuch Datenschutzrecht, Kap. 7.2 Rdnr. 70.Google Scholar
  4. 947.
    Zur Unpraktikabilität der Einholung einer Einwilligung siehe bereits ausführlich unter 10.1.2.; Eul in: Roßnagel, Handbuch Datenschutzrecht, Kap. 7.2 Rdnr. 76; Dieckmann/Eul/Klevenz, RDV 2000, 152.Google Scholar
  5. 948.
    Hierzu Marsch-Barner/ Mackenthun, ZHR 165 (2001), 431 f.; Simitis, ZHR 165 (2001), 459; Dieck-mann/Eul/Klevenz, RDV 2000, 151; Teichmann/Kieβling, ZGR 2001, 57 f.; Zöllner, ZHR 165 (2001), 445 f.; Lüttge, NJW 2000, 2464 (nicht explizit hierauf eingehend); Wengert/Wiedmann/Wengert, RDV 2000, 50; dies. NJW 2000, 2464, jeweils unter der Prämisse, dass es in der Vollzugsphase infolge Gesamtrechts-nachfolge zugleich zu einer tatbestandlichen Datenübermittlung im Sinne des § 3 Abs. 4 S. 2 Nr. 3 BDSG kommt, was nach der hier vertretenen Auffassung nicht der Fall ist.Google Scholar
  6. 949.
    Bergmann/ Möhrle/ Herb, BDSG, § 4 Rdnr. 17; Walz in: Simitis/Dammann/Geiger/Mallmann/Walz, BDSG, § 4 Rdnr. 8; Gola/Schomerus, BDSG, § 4 Rdnr. 7; Auernhammer, BDSG, § 4 Rdnr. 6; Teich-mann/Kießling, ZGR 2001, 54 f.Google Scholar
  7. 950.
    Zöllner, ZHR 165 (2001), 450; Eul in: Roßnagel, Handbuch Datenschutzrecht, Kap. 7.2 Rdnr. 73; Raisr, § 48 Rdnr. 10 ff.Google Scholar
  8. 951.
    Vgl. Zöllner, ZHR 165 (2001), 450; Eul in: Roßnagel, Handbuch Datenschutzrecht, Kap. 7.2 Rdnr. 73; Raisr, § 48 Rdnr. 10 ff.Google Scholar
  9. 952.
    Eul in: Roßnagel, Handbuch Datenschutzrecht, Kap. 7.2 Rdnr. 73.Google Scholar
  10. 954.
    Bekanntmachung des Innenministeriums Baden-Württemberg (Nr. 38) über Hinweise zum Bundesdaten-schutzgesetz für die private Wirtschaft vom 18.1.2000, Az.: 2-0552.1/14, Staatsanzeiger für Baden-Württemberg Nr. 2/2000 vom 18.1.1999, Seite 12, 13 = RDV 2000, 83 — bezogen wiederum auf die Ver-schmelzung von Kreditinstituten. Google Scholar
  11. 955.
    Das Interesse des Kunden sei regelmäßig auf die problemlose Fortsetzung seiner Vertragsbeziehungen mit dem Fusionsunternehmen gerichtet; vgl. Bekanntmachung des Innenministeriums Baden-Württemberg (Nr. 38) über Hinweise zum Bundesdatenschutzgesetz für die private Wirtschaft vom 18.1.2000, Az.: 2-0552.1/14, Staatsanzeiger für Baden-Württemberg Nr. 2/2000 vom 18.1.1999, 12, 13 = RDV 2000, 83.Google Scholar
  12. 956.
    Keine explizite Stellungnahme etwa bei Marsch-Barner/ Mackenthun, ZHR 165 (2001), 426 ff.; Simitis, ZHR 165 (2001), 453 ff.; Dieckmann/Eul/Klevenz, RDV 2000, 149 ff.; Teichmann/Kieβling, ZGR 2001, 33 ff; Lüttge, NJW 2000,2463 ff.; Wengert/Wiedmann/Wengert, RDV 2000, 47 ff.; dies. NJW 2000, 2463 ff.; Zöllner, ZHR 165 (2001), 451 f.; Büllesbach in: Roßnagel, Handbuch Datenschutzrecht, Kap. 7.1 Rdnr. 49 ff.Google Scholar
  13. 958.
    Eul in: Roßnagel, Handbuch Datenschutzrecht, Kap. 7.2 Rdnr. 73; Bekanntmachung des Innenministeriums Baden-Württemberg (Nr. 38) über Hinweise zum Bundesdatenschutzgesetz für die private Wirtschaft vom 18.1.2000, Az.: 2-0552.1/14, Staatsanzeiger für Baden-Württemberg Nr. 2/2000 vom 18.1.1999, 12, 13 = RDV 2000, 83.Google Scholar
  14. 959 So jedoch Eul in: Roßnagel, Handbuch Datenschutzrecht, Kap. 7.2 Rdnr. 73; Bekanntmachung des Innen-ministeriums Baden-Württemberg (Nr. 38) über Hinweise zum Bundesdatenschutzgesetz für die private Wirtschaft vom 18.1.2000, Az.: 2-0552.1/14, Staatsanzeiger für Baden-Württemberg Nr. 2/2000 vom 18.1.1999, 12, 13 = RDV 2000, 83.Google Scholar
  15. 961.
    Zöllner, ZHR 165 (2001), 450; Eul in: Roßnagel, Handbuch Datenschutzrecht, Kap. 7.2 Rdnr. 73.Google Scholar
  16. 962.
    Zöllner, ZHR 165 (2001), 447; Schaffland/Wiltfang, BDSG, § 28 Rdnr. 18.Google Scholar
  17. 963.
    Simitis in: Simitis/ Dammann/ Geiger/ Mallmann/ Walz, BDSG, § 28 Rdnr. 80 ff; Gola/Schomerus, BDSG, § 28 Rdnr. 49; Lüttge, NJW 2000, 2465; Zöllner, ZHR 165 (2001), 447.Google Scholar
  18. 964.
    Zöllner, ZHR 165 (2001), 447; so schon oben unter 10.2.3.3.Google Scholar
  19. 965.
    So etwa die Beispiele von Lüttge, NJW 2000, 2465. Eine Bank muss im Rahmen eines Bankvertrages etwa die Möglichkeit haben, die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden (im beiderseitigen Interesse) zu bewerten, um Bonitätsprüfungen, Kreditvergabeentscheidungen, Bewertung von Sicherheiten etc. durchführen zu können.Google Scholar
  20. 966.
    So zutreffend Lüttge, NJW 2000, 2465.Google Scholar
  21. 967.
    Grunewald in: Lutter, UmwG, § 2 a Rdnr. 11; hierzu zuvor unter 3.3.1.1.Google Scholar
  22. 969.
    So auch Lüttge, NJW 2000, 2465 f.; Zöllner, ZHR 165 (2001), 450 f.; Schaffland, NJW 2002, 1540 f.Google Scholar
  23. 971.
    Schaffland, NJW 2002, 1542.Google Scholar
  24. 972.
    BGH, NJW 1984, 1889; Simitis in: Simitis/Dammann/Geiger/Mallmann/Walz, BDSG, § 28 Rdnr. 148 ff.; Schaffland/Wiltfang, BDSG, § 28 Rdnr. 128; Schaffland, NJW 2002, 1542.Google Scholar
  25. 973.
    Schaffland/ Wiltfang, BDSG, § 28 Rdnr. 128; Schaffland, NJW 2002, 1542.Google Scholar
  26. 974.
    Auerhammer, BDSG, § 28 Rdnr. 26 (m.w.N.); Schaffland, NJW 2002, 1542.Google Scholar

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