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Auszug

Das deutsche Bilanzrecht ist in jüngster Zeit verstärkt zahlreichen internationalen Harmonisierungseinflüssen ausgesetzt. Viele Unternehmen sind insbesondere aufgrund der Globalisierung der Unternehmenstätigkeit sowie der Inanspruchnahme ausländischer Kapitalmärkte1 dazu übergegangen, ihre Rechnungslegung auf International Accounting Standards (IAS)/International Financial Reporting Standards (IFRS) oder US-Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) umzustellen.2 Der Grund für die Anwendung der internationalen Rechnungslegungsgrundsätze an den Börsen ist in der Forderung der Kapitalmarktteilnehmer nach zuverlässigen und vergleichbaren Informationen für ihre Anlageentscheidungen zu sehen.3 Den IAS/IFRS bzw. US-GAAP wird die Fähigkeit zugesprochen, die Bedürfnisse der Investoren im Vergleich zu den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) besser zu erfüllen.4 Diese anglo-amerikanischen Rechnungslegungsstandards sind durch die Hervorhebung des Grundsatzes der periodengerechten Gewinnermittlung sowie durch hohe Publizitätsanforderungen gekennzeichnet. Im deutschen Jahresabschluss steht wegen der starken Betonung des Gläubigerschutzprinzips eine vorsichtige Bewertung im Vordergrund, die - so die Kritik - durch die Bildung und vor allem die Auflösung stiller Reserven einen verlässlichen Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens erschwert.5 Zudem werden die Rückwirkungen steuerlicher Wahlrechte in die Handelsbilanz, z.B. in Form von Sonderabschreibungen, negativ beurteilt.6

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Literatur

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    Im Jahr 2004 bilanzierten lediglich noch 20% der deutschen börsennotierten Großkonzerne nach den HGB-Vorschriften. Vgl. Küting 2004a, S. 683. Für die Global Player gilt das HGB als „Auslaufmodell“. Vgl. Zwirner/Boecker/Reuter 2004, S. 234.Google Scholar
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  11. 11.
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  12. 12.
    Denkbar wäre die Erstellung eines Konzernabschlusses nach US-GAAP, der bei der Notierung an der US-amerikanischen Börse verpflichtend einzureichen ist, eines Konzernabschlusses nach IAS/IFRS gemäß der EU-Verordnung, des Jahresabschlus ses nach HGB, der Steuerbilanz sowie interner Rechnungen. Vgl. Küting 2004a, S. 685.Google Scholar
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  16. 16.
    Nach dem BilReG gilt der Terminus „Jahresabschluss“ für den deutschen HGB-Abschluss, während sich „Einzelabschluss“ auf den nach den IAS/IFRS aufgestellten Abschluss bezieht. Vgl. Begründung RegE zum BilReG 2004, S. 45. Diese Terminologie wird in dieser Arbeit aufgenommen.Google Scholar
  17. 17.
    Dieses wurde in der Begründung des BilReG für die zweite Jahreshälfte 2004 angekündigt, steht jedoch bis heute aus. Vgl. Begründung RegE zum BilReG 2004, S. 21.Google Scholar
  18. 18.
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  22. 22.
    Der Konflikt der asymmetrisch verteilten Information bei kapitalmarktorientierten Unternehmen soll durch verstärkte Informationspflichten der Agents (Unternehmensleitung) gegenüber den Principals (Adressaten) gemindert werden. Bei nicht börsennotierten Unternehmen ist dieser in der Regel geringer, da die vergleichsweise kleine Zahl der Unternehmensadressaten oftmals auf andere Weise mit Informationen versorgt werden kann. Vgl. Coenenberg 2003, S. 1142 f.Google Scholar
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