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Spezielle Verfahren

  • Lothar Spieß
  • Gerd Teichert
  • Robert Schwarzer
  • Herfried Behnken
  • Christoph Genzel

In ihrem klassischen Experiment aus dem Jahr 1912 hatten Laue, Friedrich und Knipping weiße, also polychromatische Röntgenstrahlung verwendet, um damit an einem Einkristall den Effekt der Beugung kurzwelligen Röntgenlichtes am Kristall nachzuweisen. Da technische Werkstoffe in der Regel nicht als Einkristall, sondern in Form von Polykristallen mit mehr oder weniger regelloser Kristallitorientierung vorliegen, stellt sich die Frage, was passiert wäre, wenn die drei Pioniere der Röntgenbeugung anstelle eines Kupfervitrioleinkristalls eine beliebige pulverförmige Substanz verwendet hätten. Anhand einfacher Überlegungen wird schnell klar, dass das Ergebnis dieses Experimentes weitaus weniger spektakulär ausgefallen wäre. Bei der Behandlung des Laue-Verfahrens, Kapitel 5.9.1, war gezeigt worden, dass jeder Einkristall entsprechend seiner Orientierung zum einfallenden Strahl ein ganz spezielles Beugungsmuster liefert. Bereits das Vorliegen mehrerer gegeneinander fehlorientierter Kristallite führt jedoch zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Indizierung der Laue-Diagramme, da sich die Anzahl der Beugungsreflexe vervielfacht. Setzt man diesen Gedankengang nun weiter fort und betrachtet eine polykristalline (Pulver-)Probe mit einer sehr großen Anzahl von Kristalliten, die von polychromatischer Strahlung getroffen werden, so gelangt man zu der Schlussfolgerung, dass der gesamte Film eine mehr oder weniger homogene Schwärzung erfahren würde.

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Copyright information

© Vieweg+Teubner | GWV Fachverlage GmbH 2009

Authors and Affiliations

  • Lothar Spieß
  • Gerd Teichert
  • Robert Schwarzer
  • Herfried Behnken
  • Christoph Genzel

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