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Die Gedächtniskunst in der Antike

  • Alain Lieury

Zussammenfassung

Mneme („Gedächtnis“, „Erinnerung“), mnema („Erinnerung“, „Denkmal“, „Andenken“), mnemeion („Erinnerung“, „Andenken“), lethomai („ich vergesse“) – die Vielfalt der gedächtnisbezogenen Ausdrücke belegt, welch grundlegende Bedeutung das Gedächtnis für die alten Griechen besaß. Die ältesten Spuren dieses Interesses reichen zurück bis in die frühesten schriftlichen griechischen Epen, die Ilias und die Odyssee von Homer. Ihre (nicht gesicherte) Entstehungszeit dürfte im 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung liegen. In einer französischen Dissertation zeigt Michèle Simondon (1982) anhand des von Homer benutzten Vokabulars, dass das Gedächtnis allgegenwärtig ist, auch in dem, was sie als „archaische Kategorien“ des Gedächtnisses, und zwar des Handlungsgedächtnisses – militärische Einsatzbefehle, religiöse Riten –, bezeichnet, bis hin zu Grabinschriften – Gedichten und Widmungen –, in denen sich die Erinnerung an vergangene Schlachten, Versprechen und teure Tote niederschlägt.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013

Authors and Affiliations

  • Alain Lieury
    • 1
  1. 1.Université Rennes 2France

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