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Dermaptera — Ohrwürmer

  • Bernhard Klausnitzer
  • Hans Schiemenz

Zusammenfassung

G. Körper gestreckt, abgeplattet (Abb. 111/1, 4—7), 5–26 mm. K liegt in der Körperebene (prognath). F fadenförmig. Oc fehlen. Beißende Mundwerkzeuge. Hsch ± rechteckig. VFl kurz, glatt, ungeadert, den Hlb größtenteils frei lassend. HFl meist gut entw, stark u. kompliziert gefaltet, oft völlig unter den VFl verborgen od. fehlend. Füße 3gld. Am E des Hlb 2 Zangen (Cerci), die zu Abwehr, Angriff, Beförderung der Beute zum Mund, Hilfe bei der Kopulation, Aushöhlen der Brutkammer u. Entfaltung der HFl dienen. Zangen beim ♂ meist stark gekrümmt, beim ♀ fast gerade mit überkreuzten Spitzen. Hlb beim ♂ mit 10 von oben sichtbaren Sgm, beim ♀ nur mit 8. — L. Meist lichtscheu, dämmerungs- u. nachtaktiv, tagsüber unter Steinen, Baumrinde, dem Boden aufliegenden Blättern, in Mauerrissen, engen Spalten u. dgl. Zeitweilig auch auf Gebüsch. Labia fliegt gern, bes. an Misthaufen. Die anderen Arten fliegen sehr s, Flugmuskulatur oft reduziert. — B. Unvollkommene Verwandlung. Na: räuberisch (weichhäutige Insekten u. a.), pfl Detritus, auch frische PflTeile. Eiabl im Frühj, bei Forficula auricularia auch im Herbst in kleinen Häufchen (50–60 Stück) unter Steinen usw., vielfach Balz u. Brutfürsorge. Schlupf der L bei allen Arten im Frühj. ♀ betreut Eier u. einige Zeit auch noch die L in selbst gefertigter Höhlung. 4 od. 5 LStadien (Labidura riparia). Manche ♀ überw u. legen ihre Eier erst im Frühj. Entw meist 1 J. 2000 Arten, heimisch 8, die zu 3 Familien gehören (alle außer Labia minor u. Labidura riparia zur Familie Forficulidae).

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Copyright information

© Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg 2011

Authors and Affiliations

  • Bernhard Klausnitzer
    • 1
  • Hans Schiemenz
  1. 1.Dresden

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