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Das Design des Rechts. Das globalisierte Immaterialgüterrecht und sein Display

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Part of the Board of International Research in Design book series (BIRD)

Auszug

In einem Sinne zielt der Titel dieses Beitrages auf die dogmatische „Perspektive“ des Rechts. Das Design des Rechts ist in dieser Perspektive Designrecht. Es schützt den Produktionsprozess des Designers. Im engeren Sinne gibt es einen designorientierten Bereich des Immaterialgüterrechts und im weiteren Sinne die allgemeinen Rechte, die dem Gestalter zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel die juristischen Institutionen des Vertrages, der Rechtspersönlichkeit und der Grundrechte. Das Immaterialgüterrecht ist im 19. Jahrhundert im Kontext der Nationalstaaten kodifiziert, das heißt, es ist in die systematische und positivierte Form eines Gesetzes gebracht worden. Im deutschen Recht gibt es neben dem Urheberrechtsgesetz das Marken-, Geschmacks- und Gebrauchsmustergesetz mit unterschiedlichen Schutzvoraussetzungen und Reichweiten.1 Das bedeutet, dass der Designer natürlich auch schon vor dem 19. Jahrhundert im Kontext sozialer Institutionen arbeitete und die Eigentümlichkeiten seiner Kollegen und Konkurrenten mit dem einen ungewissen Risiko respektieren und mit einem anderen ungewissen Risiko ignorieren konnte.2 Schon vorher gab es Vorteile und Sanktionen in beiden Fä llen, sodass man als Gestalter immer die Chancen und Risiken aller Handlungsmöglichkeiten zwischen angepasster Kopie und abgewandter Idiosynkrasie, zwischen Wiedererkennbarkeit und überraschung einkalkulieren musste.3 Im Laufe der Industrialisierung wurde aber auch das Regime gestal- terischer Eigentümlichkeiten und Anschlusszwä nge in die moderne Form des Gesetzes und Eigentumsschutzes gebracht, transformiert und verä ndert. Der Designer war nun durch das Gesetz und seine Ausnahmen, durch das Gericht, den Gerichtsvollzieher und die Polizei, alle zusammen wiederum durch die Armee geschützt.

Zum Übergang von Eigentümlichkeiten in Eigentum und zur juristischen Rolle in den Schöpfungskonzepten des 19. Jahrhunderts: Dommann (2007), S. 252 ff.; zum Urheberrecht als eigenem Bildregime äußert sich zurückhaltend Ortland (2007), S. 281 ff.

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© 2008 Birkhäuser Verlag AG

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Steinhauer, F. (2008). Das Design des Rechts. Das globalisierte Immaterialgüterrecht und sein Display. In: Joost, G., Scheuermann, A. (eds) Design als Rhetorik. Board of International Research in Design. Birkhäuser Basel. https://doi.org/10.1007/978-3-7643-8348-0_17

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