Bau einer Prototyp-Kavernenanlage im ehemaligen Steinsalzbergwerk ASSE zur Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben auf dem Gebiet der Endlagerung radioaktiver Abfallstoffe

  • M. W. Schmidt
  • H. Kolditz
  • G. Staupendahl
  • K. Thielemann
Part of the Rock Mechanics / Felsmechanik / Mécanique des Roches book series (ROCK, volume 8)

Zusammenfassung

Für die Beseitigung radioaktiver Abfälle wird die Endlagerung in geologischen Formationen des tieferen Untergrundes als ein geeignetes Verfahren betrachtet. Darunter weist wiederum die Einlagerung in geeignete Steinsalzformationen eine Reihe besonderer Vorzüge auf.

Im Jahre 1965 hat die Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung mbH München, eine Großforschungseinrichtung der Bundesrepublik Deutschland, die Schachtanlage ASSE, zur Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Hinblick auf eine sichere, säkulare Lagerung radioaktiver Abfälle übertragen bekommen. Auf dieser Schachtanlage werden Einlagerungstechnologien entwickelt, erprobt und die Funktionstüchtigkeit entsprechender Anlagen demonstriert. Im Rahmen dieser Aufgaben werden mehrere wissenschaftliche und technische Gebiete, wie z. B. Geowissenschaften, Geomechanik, Kerntechnik und Bergbaudisziplinen, interdisziplinär bearbeitet.

Im Januar 1978 wurde die Entwicklungsgemeinschaft Tieflagerung (EGT) gegründet. Damit wurden die auf dem Gebiet der Endlagerung vorhandenen Aktivitäten zweier Großforschungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland stärker als bisher konzentriert.

Das vorgestellte untertägige Bauwerk — Prototypkavernenanlage ASSE — ist in die vorgenannten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der EGT auf dem Gebiet der Endlagerung einzuordnen.

Diese Prototypkavernenanlage dient zur Weiterentwicklung erprobter Lagerungstechnologien. Bislang werden bzw. wurden auf der Schachtanlage ASSE Einlagerungstechnologien mit schwach- und mittelaktiven Abfällen erprobt. Hierzu werden im Rahmen des ehemaligen Steinsalzbergbaus entstandene Abbaukammern als Lagerräume benutzt.

Im Jahre 1974 wurde nach einer vorangegangenen Planungsphase von etwa 3 Jahren mit dem Bau der Kavernenanlage begonnen. Die Kaverne selbst wurde im unverritzten Teil des zentralen Kerns im Asse-Sattel errichtet. Ihre Sohle liegt bei 996m.

Die Gesamtanlage besteht aus 4 Teilen:
  1. 1.

    Dem übertage beginnenden Bohrschacht;

     
  2. 2.

    der eigentlichen konventionell aufgefahrenen Prototypkavernenanlage;

     
  3. 3.

    den Übertageanlagen;

     
  4. 4.

    der Förder- und Beschickungsanlage.

     

Construction of a Prototype-Cavern in the Decommissioned ASSE Salt-Mine in Support of R & D-Efforts in the Field of Storage of Radioactive Wastes

Summary

The disposal of radioactive wastes into deep geologic formations is considered to be safe for the isolation of this wastes from the biosphere.

Among several disposal alternatives, suitable Halite-formations show a number of desirable advantages.

The Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung mbH München (GSF), a research organisation of the FRG, was assigned the management tasks of the ASSE-mine in 1965. GSF conducts R & D-experiments in order to develope a safe permanent storage system for radioactive wastes. In this mine storage technologies are being tested and developed, demonstrating the feasibility of the respective installations.

The scope of these tasks incompasses several scientific and engineering disciplines into close cooperation, for example geosciences, geomechanics, mining and nuclear engineering. Therefore from GSF, München, and Nuclear Research Center Karlsruhe (KfK), the “Entwicklungsgemeinschaft Tieflagerung (EGT)” was founded in Jan. 1978, in order to concentrate more intensively their individual R & D-activities in this field. The underground construction of the ASSE prototype cavity, described in this paper, has been integrated within the afore mentioned R & D-projects of the EGT.

This prototype cavity tests a new storage concept for MLW. After a three year planning phase for the total project, the shaft construction started in 1974.

The cavity was excavated within an unmined area of Staßfurt-Halite, deep in the central part of the ASSE anticline. The cavity bottom is at 996 m depth.

The total project and its installations consist of four major components:
  1. 1.

    The shaft from surface;

     
  2. 2.

    the actual cavity, conventionally mined;

     
  3. 3.

    the surface installations for waste handling and transport;

     
  4. 4.

    the hoisting and charging devices together with installations for ventilation and radiation shielding.

     

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag 1979

Authors and Affiliations

  • M. W. Schmidt
    • 1
  • H. Kolditz
    • 2
  • G. Staupendahl
    • 1
  • K. Thielemann
    • 3
  1. 1.Institut für Tieflagerung, Wiss. AbteilungGesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung mbH MünchenClausthal-ZellerfeldBundesrepublik Deutschland
  2. 2.Technische AbteilungInstitut für TieflagerungBraunschweigBundesrepublik Deutschland
  3. 3.Technische AbteilungSchachtanlage ASSE, Institut für TieflagerungRemlingenBundesrepublik Deutschland

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