Advertisement

Rechtliche Probleme der Einwilligung in die medizinische Behandlung Minderjähriger

Conference paper
  • 599 Downloads

Zusamenfassung

Der rechtliche Charakter medizinischer Behandlungen wird unterschiedlich gesehen. Mögen zwar einige wenige Juristen von einer sozial notwendigen per se rechtmäßigen zwischenmenschlichen Hilfeleistung ausgehen, so erblickt die herrschende Auffassung in der medizinischen Behandlung eine Körperverletzung, die erst durch die Einwilligung rechtmäßig wird. Die Regelungen des ABGB über die Einwilligung von Seiten Minderjähriger in medizinische Behandlungen haben ein weit über die ärztliche Behandlung hinausgehendes Anwendungsgebiet. Die Bezugnahme auf die aktuelle und anlassbezogene Einsichts- und Urteilsfähigkeit bereitet im Einzelfall Schwierigkeiten. Für genetische Analysen bestehen Sondervorschriften. Diese enthalten starre Altersgrenzen. Die Frage, welche Behandlungen zusätzlich zur Einwilligung der minderjährigen Person die Zustimmung der Eltern, bzw. die Genehmigung des Gerichtes oder ein Zeugnis eines unabhängigen Arztes erfordern, wird in der Fachwelt unterschiedlich beantwortet und kontrovers diskutiert. Welche der zu erwartenden Nebenwirkungen der Behandlung macht eine schwere oder nachhaltige Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit oder der Persönlichkeit aus ?

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1).
    Aigner, Einwilligung Minderjähriger in eine Knochenmarkspende, RdM 1988, 144.Google Scholar
  2. 2).
    Aigner, Organersatz-Ökonomie und Allokation, RdM 2008, 100.Google Scholar
  3. 3).
    Amelung, Über die Einwilligungsfàhigkeit, ZStW 1992, Teil I 526, Teil II 821.Google Scholar
  4. 4).
    Barth, Minderjährige Patienten im Konflikt mit ihren Eltern, ÖJZ 2002, 596Google Scholar
  5. 5).
    Bernat, Die medizinische Behandlung Minderjähriger im österreichischen Recht — Selbst-und Fremdbestimmung nach dem Inkrafttreten des Kindschaftsrechts-Änderungsgesetzes 2001, VersR 2002, 1467.Google Scholar
  6. 6).
    Fischer-Czermak, Zur Handlungsfähigkeit Minderjähriger nach dem Kindschaftsrechts-Änderungsgesetz 2001, ÖJZ 2002, 293.Google Scholar
  7. 7).
    Haidenthaller, Die Einwilligung Minderjähriger in medizinische Behandlungen —-Gedanken zum neuen § 146c ABGB, RdM 2001, 163.Google Scholar
  8. 8).
    Hopf/Aigner, Unterbringungsgesetz (1993).Google Scholar
  9. 9).
    Hopf/Weitzenböck, Schwerpunkte des Kindschaftsrechts-Änderungsgesetzes 2001, ÖJZ 2001, 530.Google Scholar
  10. 10).
    Höpfel/Ratz (Hrsg), Wiener Kommentar zum Strafgesetzbuch, 2. Aufl. Loseblattausgabe.Google Scholar
  11. 11).
    Kopetzki, Unterbringungsrecht (1995).Google Scholar
  12. 12).
    Kopetzki, Grundriss des Unterbringungsrechts, 2. Aufl. (2005).Google Scholar
  13. 13).
    Müller, Mühlbacher, Kopetzki, Leischner, Nierentransplantation unter eineiigen Zwillingen im Alter von 13 Jahren, RdM 2009, 10.Google Scholar
  14. 14).
    Schwimann, ABGB Praxiskommentar, 3. Aufl. (2005).Google Scholar
  15. 15).
    Schauer, Schwerpunkte des Sachwalterrechts-Änderungsgesetzes (SWRÄG 2006), ÖJZ 2007, Teil I 173, Teil Ii 217.Google Scholar
  16. 16).
    Stormann, Medizinische Behandlung und problematische Einwilligungsfähigkeit, Festschrift Gerhard Hopf (2007).Google Scholar
  17. 17).
    Stormann, The European Draft Protocol on Biomédical Research, in Lodrup/ Modvar (Hrsg), Family Life and Human Rights 853 (2004).Google Scholar
  18. 18).
    Triffterer/ Rosbaud/ Hinterhofer (Hrsg), Salzburger Kommentar zum StGB, Loseblattausgabe, 1–13. Lfg (2005).Google Scholar
  19. 19).
    Weitzenböck, Die Handlungsfähigkeit Minderjähriger nach dem KindRÄG 2001, insbesondere in Angelegenheiten der medizinischen Behandlung, in Ferrari/ Hopf (Hrsg), Reform des Kindschaftsrechts (2001) 1.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag/Wien 2010

Authors and Affiliations

  1. 1.Leitender Staatsanwalt im Bundesministerium für Justiz, Leiter der Legislativabteilung für Personen-Familien-, ErbrechtBioethik und Mediation

Personalised recommendations