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Versuch einer funktionalen Interpretation des Bonner Grundgesetzes im Hinblick auf die Stellung des Bundespräsidenten

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Zusammenfassung

Welche Erfahrungen können aus der Diskussion der parlamentarischen, der quasiparlamentarischen Regierungsweise und des Systems bipolarer Exekutive abgeleitet und für eine Erörterung des Bonner Grundgesetzes herangezogen werden? Zwei Aufgaben des Staatsoberhauptes sind allen Regierungsformen gemeinsam: Verfassungskonsens zu artikulieren und die Arbeitsfähigkeit des demokratischen Systems zu erhalten, zu unterstützen oder zu verbessern. Für beide Aufgaben bedarf das Staatsoberhaupt der ungeteilten Unterstützung aller politischen Gruppierungen; Unparteilichkeit und Neutralität in dem Sinne, daß alle Gruppen davon überzeugt sind, es werde Kompetenz und Einfluß nicht zur Durchsetzung von Forderungen einzelner politischer Gruppen verwenden, sondern ausschließlich für die Arbeitsfähigkeit des politischen Systems.

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Referenzen

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    ähnlich auch Wildenmann, R., „Macht und Konsens als Problem der Innen- und Außenpolitik“, 1948 a.a.O., S. 40.Google Scholar
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    Solche „verspäteten“ verfassungspolitischen Auseinandersetzungen sind immer wieder zu beobachten. S. d. z. B. die Diskussion um die Verfassung der IV. Republik, die die Konsequenzen aus dem Staatsstreich Napoleons 100 Jahre zuvor zu ziehen versuchte. S. 122.Google Scholar
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    S. d. Abg. Mommer (SPD) nach einem Bericht des Kölner Stadtanzeigers vom 11. 4. 1959.Google Scholar
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    Zur Definition dieser Begriffe siehe S. 59.Google Scholar
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    Vgl. d. die Ausführungen von Thomas Dehler im Hauptausschuß, Bd. 49, S. 67, und im Organisationsausschuß, Bd. 29, S. 53, sowie die Bemerkungen von Becker im Hauptausschuß, Bd. 32, S. 397 und im Organisationsausschuß, Bd. 5, S. 48.Google Scholar
  20. 19.
    So z. B. Abg. Schmid (SPD) im Hauptausschuß, Bd. 32, S. 397, und im Organisationsausschuß, Bd. 8, S. 40.Google Scholar
  21. 20.
    Abg. Fech (CDU) Im Organisationsausschuß, Bd. 29, S. 73.Google Scholar
  22. 21.
    Abg. Katz (SPD) im Organisationsausschuß, Bd. 29, S. 65.Google Scholar
  23. 22.
    Hauptausschuß, Bd. 49, S. 641, und Hauptausschuß, Bd. 57, S. 753.Google Scholar
  24. 23.
    S. d. Art. 75 des Verfassungsentwurfs von Herrenchiemsee, München 1948.Google Scholar
  25. 24.
    Daß man diesen Gedanken fallengelassen habe, erklärte der Abgeordnete Katz erst im Organisationsausschuß, Bd. 12, S. 37.Google Scholar
  26. 25.
    Dem widerspricht es nicht, wenn Ulrich Scheuner („Das Amt des Bundespräsidenten...“, a.a.O., S. 12) betont: „Das Amt des Bundespräsidenten ist durch das Grundgesetz neu geschaffen worden. Ein unmittelbares Vorbild fehlte daher.“ In der Tat gibt es in der deutschen Verfassungsgeschichte kein „Vorbild“ für das Amt des Bundespräsidenten, wohl aber gibt es ein solches in der Theorie parlamentarischer Regierungsweise. Dementsprechend betont Scheuner auch wenig später (S. 38): „Indem es sich zum parlamentarischen System bekannt hat, hat das Grundgesetz sich dem englischen Vorbild mit seiner Ausformung einer außerordentlich starken Stellung des Premierministers angeschlossen.“Google Scholar
  27. 26.
    Demgegenüber hat zwar das Bundesverfassungsgericht am 18. 12. 1953 festgestellt, daß „Gewaltenteilung ein tragendes Organisationsprinzip des Grundgesetzes“ ist. „Seine Bedeutung liegt in der politischen Machtverteilung, dem Ineinandergreifen der drei Gewalten und der daraus resultierenden Mäßigung der Staatsherrschaft“ (Bundesverfassungsgericht: Entscheidungen 3, 247, ähnlich auch 5, 199; 7, 199; 9, 279). Für die Verfassungswirklichkeit sind diese wohl nur dogmengeschichtlich zu erklärenden Äußerungen ohne Bedeutung geblieben.Google Scholar
  28. 27.
    Hennis, W., „Maßstäbe für den Bundespräsidenten?“, a.a.O.Google Scholar
  29. 28.
    Der Unterschied zwischen Bonn und Weimar wird deutlich bei der Darstellung der beiden politischen Systeme durch Sigmund Neumann in: Cole, T., „European Political Systems“, a.a.O., S. 343 ff. Neumann beginnt die systematische Diskussion Weimars mit einem Abschnitt über den Präsidenten; in dem Kapitel über Bonn fehlt ein solcher Abschnitt überhaupt, wie auch jede Diskussion der Stellung des Bundespräsidenten. Neumann begnügt sich mit einigen Lobsprüchen auf die Amtsführung von Theodor Heuß in dem allgemeinen Teil seiner Ausführungen.Google Scholar
  30. 29.
    Fromme, F. K., „Von der Weimarer Verfassung...“, a.a.O., S. 35.Google Scholar
  31. 30.
    Zur Kritik dieser Ansicht siehe die Erfahrungen mit dem System bipolarer Exekutive, S. 185 ff.Google Scholar
  32. 31.
    Rathenau, W., „Kritik der Zeit, Mahnung und Warnung“, Berlin 1925, S. 226.Google Scholar
  33. 32.
    S. d. S. 136.Google Scholar
  34. 33.
    Diese Ansicht vertrat auch der spätere erste Bundespräsident Theodor Heuß, z. B. in einem Brief vom 24. 1. 1951 an Heinrich Brüning (vorhanden im Theodor-Heuß-Archiv), der die direkte Volkswahl als eine „zu primitive Chance für reine Demagogen“ bezeichnete. Das gleiche Argument verwandte Heuß auch in seiner Abschiedsrede vor dem Deutschen Bundestag (in: „Die großen Reden, Der Staatsmann“, Tübingen 1965, S. 303) am 12. 9. 1959: „Wir wollen in diesem seelisch noch zu zerklüfteten Volk den Wortschwall-Demagogen keine Chance geben.“Google Scholar
  35. 34.
    S. d. Abg. Süsterhenn (CDU) im Plenum, Bd. 2, S. 25; ähnlich auch Theodor Heuß im Hauptausschuß, Bd. 10, S. 117.Google Scholar
  36. 35.
    S. d. Hermens, F. A., „Verfassungslehre“, a.a.O., S. 425.Google Scholar
  37. 36.
    Vgl. d. die Erfahrungen in Frankreich und Italien; siehe S. 109 ff.Google Scholar
  38. 37.
    Vgl. d. die Erfahrungen in Weimar und Österreich, S. 153 ff. und S. 173 ff.Google Scholar
  39. 38.
    Einige Einzelheiten zu diesen Strategien siehe Kaltefleiter, W., „Konsens ohne Macht? Eine Analyse der Bundestagswahl 1965“, in: Jahrbuch für Verfassung und Verfassungswirklichkeit, Bd. 1, 1966, S. 29 ff.Google Scholar
  40. 39.
    Vgl. d. die Ausführungen von Kern, E., in: „Bonner Kommentar“, Art. 57, Erläuterungen II, S. 7.Google Scholar
  41. 40.
    Abg. Becker (FDP) im Organisationsausschuß, Bd. 9, S. 65.Google Scholar
  42. 41.
    Vgl. d. auch Wildenmann, R., „Macht und Konsens als Problem der Innen- und Außenpolitik“, a.a.O., S. 73. Für die Wahl 1959 eingehend Adenauer, K., „Erinnerungen 1956–1959“, Stuttgart 1967, S. 493.Google Scholar
  43. 42.
    Das betont Konrad Adenauer, „Erinnerungen 1945–1953“, Stuttgart 1965, S. 123 ff. -Abderer Ansicht ist Reinhold Maier, „Erinnerungen 1948–1953“, Tübingen 1966, S. 176, der darauf hinweist, daß derartige Absprachen 1949 nicht möglich gewesen seien, weil „die Fraktionen... so neu“ waren, „daß eine Parteiparole nicht ohne weiteres durchschlug“. Das tatsächliche Abstimmungsverhalten der Fraktionen in der Bundesversammlung bestätigt die Wirksamkeit der Koalitionsabsprache.Google Scholar
  44. 43.
    Vgl. „Wir wissen, was wir an Lübke haben“, Gespräch mit Fritz Erler, in: Der Spiegel vom 17. 6. 1964.Google Scholar
  45. 44.
    Weber, W., „Spannungen und Kräfte im westdeutschen Verfassungsleben“, Stuttgart 1951, S. 16.Google Scholar
  46. 45.
    Vgl. d. „Wiederwahl eine Ehrenschuld“, in: Stuttgarter Zeitung vom 26. 5. 1964.Google Scholar
  47. 46.
    Diese Ansicht wurde mehrfach in der Presse vertreten; s. d. z. B. „Wer wird es, wenn nicht Lübke“, in: Kölner Stadtanzeiger vom 15.5. 1964, und „Bonn auf Präsidentensuche“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. 2. 1964.Google Scholar
  48. 47.
    S. d. z. B. „Das Lübke-Tabu“, in: Die Zeit vom 28. 2. 1964.Google Scholar
  49. 48.
    S. d. Eschenburg, Th., „Wenn Lübke wieder kandidiert“, in: Die Zeit vom 13. 12. 1963.Google Scholar
  50. 49.
    So z. B. die offizielle Argumentation der FDP; s. d. „Warum wir nicht für Lübke sind“, in: Industriekurier vom 4. 6. 1964.Google Scholar
  51. 50.
    So kommentiert „Die Weltwoche“ vom 12. 6. 1964 die Wiederwahl Lübkes mit der Überschrift „Ein resigniertes Ja zu Lübke“.Google Scholar
  52. 51.
    „Mir kommt es auf das Gewand des Staates an“ in: Stuttgarter Zeitung vom 8. 3. 1969.Google Scholar
  53. 52.
    So stellt Ellwein, Th., „Das Regierungssystem der Bundesrepublik“, a.a.O., S. 286, fest, daß die „Wiederwahl Lübkes am 1.7. 1964... von der SPD auch deshalb unterstützt“ wurde, „weil man in dieser Partei annahm, Bundespräsident Dr. Lübke würde gegebenenfalls seinen Einfluß bei den Koalitionsverhandlungen des Jahres 1965 geltend machen“ — was auch geschah. S. d. S. 224.Google Scholar
  54. 53.
    S. d. S. 224 und S. 240 f. 53a Zum Begriff s. S. 59.Google Scholar
  55. 54.
    So auch Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft in Deutschland“, 5. Aufl., Stuttgart 1962, S. 633; vgl. auch „Präsidentenwahl reformieren“, in: Welt am Sonntag vom 22. 3. 1964, „Die Amtszeit des Bundespräsidenten“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. 1. 1959 und die Ansprache von Bundesratspräsident Lemke am 27. 10. 1967 zur Amtsübergabe an K. Schütz; s. d. stenographischer Bericht der 315. Sitzung des Bundesrates, S. 225.Google Scholar
  56. 55.
    Kimminich, O., „Das Staatsoberhaupt...“, a.a.O., S. 81, ist sogar der Ansicht, daß die Literatur „fast einhellig... dem Bundespräsidenten“ dieses Etikett zuschreibt und „sich dabei von Constant gedeckt“ fühlt.Google Scholar
  57. 56.
    S. d. und zum folgenden Grauhan, R. R., „Der Bundespräsident aktiv oder neutral?“, in: Juristische Rundschau, Jg. 1965, Heft 10, S. 379 ff.Google Scholar
  58. 56a.
    Vgl. auch die Diskussion von Lehne, H., „Der Bundespräsident als neutrale Gewalt nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland“, Diss. Bonn 1960.Google Scholar
  59. 57.
    Constant, B., „Cours de Politique Constitutionelle“, a.a.O., Bd. 1, S. 20 und 179. Vgl. auch S. 425 ff.Google Scholar
  60. 58.
    Grauhan, R. R., „Der Bundespräsident aktiv oder neutral?“, a.a.O., S. 381. Eingehend begründet wird diese Ansicht und die Definition des Bundesverfassungsgerichts als pouvoir neutre bei Grauhan, R. R., „Gibt es in der Bundesrepublik einen,pouvoir neutre’?“, Diss. Heidelberg 1959. Ähnlich argumentiert auch Lehne, H., „Der Bundespräsident als neutrale Gewalt“, a.a.O.; während Maunz, Th., „Deutsches Staatsrecht“, 3. Aufl., München 1954, S. 314, den Bundespräsidenten als pouvoir neutre bezeichnet.Google Scholar
  61. 59.
    Kimminich, O., „Das Staatsoberhaupt...“, a.a.O., S. 81.Google Scholar
  62. 60.
    Anders, aber für die Verwirrung, die die Lehre vom pouvoir neutre geschaffen hat, noch bezeichnender, ist die Argumentation von Doering, H., „Der Pouvoir Neutre und das Grundgesetz“, in: Der Staat, Bd. 3, 1964, S. 201 ff., der davon ausgeht, daß die Probleme, die Constant sah, nämlich die Notwendigkeit der Überwindung von Konflikten, heute wie damals, wenn auch in veränderter Form, bestehen und daß dazu eine Einrichtung notwendig sei, die Constant in der Monarchie sah. Sie war für ihn die Institution, die mit dem pouvoir neutre ausgestattet war. Doering findet, daß der Bundespräsident nicht die Institution sei, die mit der gleichen Eigenschaft ausgerüstet sei, und er glaubt auch, daß das Bundesverfassungsgericht nur mit Einschränkungen diesen Anforderungen gerecht wird. Er übersieht dabei aber, daß die ausgleichende Einrichtung nicht die Gestalt eines Organs haben muß, sondern durch das alternierende Regierungssystem selbst geschaffen ist: Die Auswechselbarkeit der politischen Eliten als Folge von Wahlentscheidungen ermöglicht die Überwindung von Konflikten mit Zustimmung der Regierten. Das ist das „Geheimnis“ des englischen Regierungssystems und nicht die Definition der Krone als pouvoir neutre.Google Scholar
  63. 61.
    Wobei die Richtigkeit der Behauptung selbst bei Anerkennung der Methodologie noch bestritten wird. S. z. B. von Grauhan.Google Scholar
  64. 62.
    S. d. Schmitt, C, „Der Hüter der Verfassung“, a.a.O.; vgl. auch S. 429 ff.Google Scholar
  65. 63.
    Wildenmann, R., „Gutachten zur Frage der Subventionierung politischer Parteien aus öffentlichen Mitteln“, Meisenheim 1968, S. 5. Mit aller Deutüchkeit wendet sich Menzel, E., „Ermessensfreiheit...“, a.a.O., S. 589, gegen die Verwendung der Schmittschen Begriffe.Google Scholar
  66. 64.
    Derartige Hinweise finden sich auch in den Materialien zum Bonner Grundgesetz: s. d. Bericht über den Verfassungskonvent von Herrenchiemsee, a.a.O., S. 41, und die Verhandlungen des Parlamentarischen Rates, Plenum, S. 25, 173, 302, und Hauptausschuß, S. 120.Google Scholar
  67. 65.
    Vgl. dazu S. 255 ff.Google Scholar
  68. 66.
    Kimminich, O., „Das Staatsoberhaupt...“, a.a.O., S. 59.Google Scholar
  69. 67.
    Vor allem in der Pressediskussion wird dieses Argument verwendet, so z. B. „Wie es der Eid befiehlt“, in: Rheinischer Merkur vom 5. 2. 1965. Es findet sich aber auch in der juristischen Literatur. S. d. Strauß, W., „Der Bundespräsident und die Bundesregierung“, in: Die Öffentliche Verwaltung, Heft 2, 1949, S. 274; Nawiasky, H., „Grundgedanken zum Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 113, und auch von Mangoldt, H., „Das Bonner Grundgesetz“, Berlin-Frankfurt 1953, S. 310, der auf diese Meinungen von Nawiasky und Strauß hinweist, ohne ihnen zu widersprechen; anders dagegen die Überarbeitung des Mangoldtschen Kommentars durch Klein, F., „Das Bonner Grundgesetz“, Kommentar, 2. Aufl., Berlin-Frankfurt 1961, S. 1093.Google Scholar
  70. 68.
    Vgl. d. Hamann, A., „Das Grundgesetz“, Berlin 1961, 2. Aufl., S. 304: „Der Sinn des Amtseides als ein feierliches Gelöbnis ist als transzendentale Legitimation eines unverbrüchlichen Versprechens zu verstehen; eine selbständig juristisch konstitutive legitimierende Bedeutung hat der Amtseid nicht. Artikel 56 enthält keine Generalklausel, auch nicht eine solcheergänzender Art, die durch die Befugnisse des Bundespräsidenten erweitert werden könnten.“ Ähnlich auch Maunz, Th., „Deutsches Staatsrecht“, a.a.O., S. 303,Google Scholar
  71. 68a.
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  72. 68b.
    Wertenbruch, W., „Für und wider das materielle Prüfungsrecht des Bundespräsidenten“, in: Die Öffentliche Verwaltung, Bd. XII, 1959, S. 202 ff., und Kern, E., in: „Kommentar zum Bonner Grundgesetz“, im folgenden zit. als „Bonner Kommentar“, Hamburg seit 1950, Erläuterungen II, 4 zu Art. 56.Google Scholar
  73. 68c.
    Zu diesem Begriff s. Kaltefleiter, W., „Die Bundesrepublik als Kanzlerdemokratie“, Einführungsvorlesung vom 26. Nov. 1969 in der Universität zu Köln.Google Scholar
  74. 69.
    S. d. Wildenmann, R., „Macht und Konsens als Problem der Innen- und Außenpolitik“, a.a.O., S. 78–86; Ellwein, Th., „Das Regierungssystem der Bundesrepublik“, a.a.O., S. 273 f.;Hennis, W., „Wie kann der Bundeskanzler regieren?“ in: Die Zeit Nr. 43 v. 23. 10. 1964, S. 11–13 und Nr. 44 v. 30. 10. 1964, S. 10 und 11;Google Scholar
  75. 69a.
    Sternberger, D., „Die Macht des Kanzlers und die Einheit der Regierung“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 4. 11. 1964, S. 14;Google Scholar
  76. 69b.
    sowie Ridley, F. F., „Chancellor Government as a Political System and the German Constitution“, in: Parliamentary Affairs, 1966, S. 446 ff.Google Scholar
  77. 70.
    Zwar finden aufgrund der Amtsdauer von vier Jahren für den Bundestag und von fünf Jahren für den Bundespräsidenten — falls keine Auflösung des Bundestages stattfindet — alle zwanzig Jahre Bundestagswahl und Bundespräsidentenwahl im gleichen Jahr statt. Wenn aber die bis 1964 geübte Praxis, den Bundestag Mitte September, den Bundespräsidenten aber bereits im Juli zu wählen, beibehalten wird, erfolgt die Bundespräsidentenwahl immer während der Legislaturperiode des „alten“ Bundestages, und der Bundespräsident ist bereits im Amt, wenn dem neuen Bundestag ein neuer Bundeskanzler vorzuschlagen ist. 1969 trat Bundespräsident Lübke zum 30. Juni zurück. Deshalb fand die Neuwahl bereits im März statt, und der neue Bundespräsident Heinemann war zur Zeit der Bundestagswahl schon im Amt.Google Scholar
  78. 71.
    S. d. Kaltefleiter, W., „Konsens ohne Macht?“, a.a.O., S. 53/54.Google Scholar
  79. 72.
    In der juristischen Literatur findet sich, ausgelöst durch die Bemerkungen Walter Jellineks auf der Deutschen Staatsrechtslehrertagung in Heidelberg (s. d. die Veröffentlichungen der Vereinigung Deutscher Staatsrechtslehrer, „Kabinettsfrage und Gesetzgebungsnotstand nach dem Bonner Grundgesetz — Tragweite der Generalklausel im Artikel 19, Abs. 4 des Bonner Grundgesetzes“, Heft 8, Berlin 1950, S. 9), eine lebhafte Diskussion um die Möglichkeiten des Bundespräsidenten, auf sein Vorschlagsrecht zu verzichten, sei es durch öffentliche Erklärung, sei es durch „Verschweigen“. Inwieweit diese Möglichkeit realistisch ist, sei dahingestellt. Übereinstimmung besteht jedoch darüber, daß, wenn der Bundespräsident nach einer angemessenen Frist nicht vorschlägt, unverzüglich ein Wahlgang mit einem Vorschlag aus der Mitte des Bundestages stattfindet.Google Scholar
  80. 72a.
    S. d. Böhm, Anton, „Der Verlierer bestimmt die Regierung“, in Rheinischer Merkur v. 10. Okt. 1969.Google Scholar
  81. 73.
    Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 641. Vgl. auch Eschenburg, Th., „Welche Befugnisse hat der Bundespräsident?“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. 4. 1959.Google Scholar
  82. 74.
    Vgl. d. auch das entsprechende Verhalten der Präsidenten Grévy und Poincare in Frankreich. S. d. S. 119 f.Google Scholar
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    Eschenburg, Th., „Darf Heinrich Lübke Minister Schröder ablehnen?“, in: Die Zeit vom 15. 10. 1965.Google Scholar
  84. 76.
    Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 641.Google Scholar
  85. 77.
    Vgl. Eschenburg, Th., „Darf Heinrich Lübke...?“, a.a.O.Google Scholar
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    Die Eidesformel, die Bundespräsident, Bundeskanzler und Bundesminister bei ihrem Amtsantritt leisten müssen, bringt das deutlich zum Ausdruck. Vgl. d. S. 213.Google Scholar
  87. 79.
    Eschenburg, Th., „Welche Befugnisse hat der Bundespräsident?“, a.a.O.; ähnlich auch derselbe in: „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 642.Google Scholar
  88. 80.
    Münch, F., „Die Bundesregierung“, Frankfurt 1954, S. 131; ebenso Eschenburg, Th., „Darf Heinrich Lübke...?“, a.a.O.Google Scholar
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    Vgl. Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 642.Google Scholar
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    Das wurde auch im Herbst 1966 deutlich, als durch das Ausscheiden der FDP die Regierung Erhard zu einem Minderheitskabinett geworden war: wollten die Parteien diese Situation ändern, so mußten sie sich zuvor auf eine neue Mehrheit einigen. Dementsprechend machte Bundeskanzler Erhard seinen Rücktritt von der Erfüllung dieser Bedingung abhängig.Google Scholar
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    Zum Begriff siehe Hermens, F. A., „Verfassungslehre“, a.a.O., S. 42. 89a 13 der 30 FDP-Abgeordneten werden diesem Flügel zugerechnet.Google Scholar
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    Nachdem das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil über das Verbot der Subventionierung politischer Parteien aus öffentlichen Mitteln die Erstattung der Wahlkampfkosten ausdrücklich gebilligt und dementsprechend das Parteiengesetz die Wahlkampfkostenerstattung eingeführt hat, hat dieses Argument an Bedeutung verloren. S. d. das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, Akt-Zch. 2 BvF 1/65, verkündet am 19. Juli 1966, und das Parteiengesetz, Bundesgesetzblatt, Teil I, Nr. 44 vom 27. 7. 1967.Google Scholar
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    Fromme, F. K., „Der Bundespräsident vor der Unterschrift“, a.a.O.Google Scholar
  108. 100.
    So Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 640, der dann aber doch gewisse Einschränkungen nennt, nämlich, daß der Bundespräsident „gewichtige Gründe“ haben muß. — In aller Schärfe wird diese Ansicht vertreten von Hamann, A., „Das Grundgesetz“, a.a.O., S. 314, Erläuterungen zu Art. 64. Ähnlich auch von Mangoldt-Klein, „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 1245, und „Der Bundespräsident“, in: Politisch-Soziale Korrespondenz vom 15. 4. 1959, wobei allerdings nicht übersehen werden darf, daß die Meinung dieses Blattes von der wenige Tage zuvor erfolgten Kandidatur Adenauers für das Präsidentenamt beeinflußt war.Google Scholar
  109. 101.
    Zu einer ersten größeren Diskussion über diese Frage kam es auf der Heidelberger Tagung der Deutschen Vereinigung der Staatsrechtslehrer von 1949. S. d. Heft 8 der Veröffentlichungen, a.a.O. Die juristische Literatur ist umfassend zusammengestellt bei Mangoldt-Klein, „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 1241 ff.Google Scholar
  110. 102.
    Fromme, F. K., „Der Bundespräsident vor der Unterschrift“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. 10. 1965.Google Scholar
  111. 103.
    Das betont Menzel, E., „Ermessensfreiheit des Bundespräsidenten bei der Ernennung der Bundesminister?“, 1965 a.a.O., S. 581.Google Scholar
  112. 104.
    So bereits Walter Jellinek auf der Heidelberger Tagung der Deutschen Staatsrechtslehrer, a.a.O.; ähnlich auch Friesenhahn, E., „Parlament und Regierung im modernen Staat“, in: Veröffentlichung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer, Heft 16, 1958, S. 68,und Hennis, W., „Maßstäbe für den Bundespräsidenten“, a.a.O.; sowie u. a. „Falsche Ratgeber“, in: Die Zeit vom 8. 10. 1965, und „Der Kanzler bestimmt die Minister — nicht der Präsident“, in: Handelsblatt vom 12. 10. 1965.Google Scholar
  113. 105.
    Dennewitz, B., und Meder, W., in: „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen II, 1 zu Art. 64. Die gleiche Ansicht vertraten auf der Heidelberger Tagung von 1949, s. d. Heft 8 der Veröffentlichung der Deutschen Staatsrechtslehrer, a.a.O., Jellinek (S. 10) und Laforet (S. 55); v. Mangoldt, H., „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 345 und Dreher, E., „Das parlamentarische System des Bonner Grundgesetzes im Vergleich zur Weimarer Verfassung“, in: Neue Juristische Wochenschrift 1950, S. 130 ff. S. d. auch den Bericht über die Konstituierung der westdeutschen Bundesorgane im Archiv des Öffentlichen Rechts, Bd. 75, 1949, S. 345.Google Scholar
  114. 106.
    Schneider, H., „Die Regierungsbildung“, a.a.O., S. 1332. Ähnlich auch Merkl (S. 60) und Herrfahrdt (S. 61) auf der Staatsrechtslehrertagung in Heidelberg, a.a.O., sowie Nawiasky, H., „Der Einfluß des Bundespräsidenten auf Bildung und Bestand der Bundesregierung“, in: Die Öffentliche Verwaltung, Bd. III, 1950, S. 161, und ders. in „Grundgedanken des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland“, Stuttgart-Köln 1950, S. 97. Vgl. auch Maunz, Th., „Deutsches Staatsrecht“, a.a.O., S. 238, und Koellreuter, O., „Deutsches Staatsrecht“, Stuttgart-Köln 1953, S. 205.Google Scholar
  115. 107.
    Fromme, F. K., „Der Bundespräsident vor der Unterschrift“, a.a.O.Google Scholar
  116. 108.
    Diese Diskussion wurde bereits bei der ersten Regierungsbildung 1949 entfacht. S. d. „Minister ohne Verantwortung“, in: Deutsche Zeitung und Wirtschaftszeitung vom 1. 10. 1949.Google Scholar
  117. 109.
    Vgl. d. Eschenburg, Th., „Darf Heinrich Lübke...?“, a.a.O.Google Scholar
  118. 110.
    So betont Maurer, H., „Hat der Bundespräsident ein Mitspracherecht?“ in: Die Öffentliche Verwaltung, Bd. XIX, 1966, S. 665, „Personalfragen sind zugleich auch Sachfragen“.Google Scholar
  119. 111.
    So weist z. B. Walter Jellinek darauf hin, daß die Stellung des Bundeskanzlers zu sehr nach dem Vorbild des britischen Premiers geschaffen sei, als daß es dem Bundespräsidenten gestattet sein könnte, auf dem Umweg über das Ernennungsrecht die Regierungsbildung zu erschweren. S. d. „Der Bundespräsident ernennt“, in: Süddeutsche Zeitung vom 29. 9. 1965.Google Scholar
  120. 112.
    Menzel, E., „Ermessensfreiheit...“, a.a.O., S. 596.Google Scholar
  121. 113.
    Eschenburg, Th., „Darf Heinrich Lübke...?“, a.a.O.Google Scholar
  122. 114.
    Darauf weist Fromme, F. K., „Der Bundespräsident vor der Unterschrift“, a.a.O., mit Nachdruck hin.Google Scholar
  123. 115.
    So Bundesjustizminister Bucher in einem Interview mit der Neuen Rhein-Zeitung am 23. 1. 1965.Google Scholar
  124. 116.
    Menzel, E., „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen II, 7 zu Art. 60. Menzel spricht wenig später von der notwendigen Einschränkung der Ermessensfreiheit.Google Scholar
  125. 117.
    Eschenburg, Th., „Darf Heinrich Lübke...?“, a.a.O.Google Scholar
  126. 118.
    Fromme, F. K., „Der Bundespräsident vor der Unterschrift“, a.a.O.Google Scholar
  127. 119.
    Menzel, E., „Ermessensfreiheit...“, a.a.O., S. 595/596.Google Scholar
  128. 120.
    Eschenburg, Th., „Darf Heinrich Lübke...?“, a.a.O.Google Scholar
  129. 121.
    Ähnliches gilt für die Argumente von Hennis, W., „Maßstäbe für den Bundespräsidenten?“, a.a.O., der einerseits aufgrund der Stellung des Bundeskanzlers ein Prüfungsrecht des Bundespräsidenten ablehnt, dann aber fortfährt: „Allerdings würde ich meinen, daß der Bundespräsident durchaus das Recht hat, die Ernennung eines Ministers abzulehnen, wenn er in der vorgeschlagenen Person eine Gefahr für das Ansehen des Gemeinwesens und der staatlichen Institutionen glaubt sehen zu müssen.“ Auch diese Formel klärt das Problem nicht ganz. Wenn Hennis sie durch zeitgeschichtliche Beispiele zu präzisieren sucht, so vermittelt er damit jedoch Hinweise, mit deren Hilfe versucht werden kann, die Formel von dem „Ansehen des Gemeinwesens“ der jeweiligen Situation gemäß zu interpretieren.Google Scholar
  130. 122.
    Fromme, F. K., „Der Bundespräsident vor der Unterschrift“, a.a.O.Google Scholar
  131. 123.
    Zu einem ähnlichen Ergebnis scheint Theodor Eschenburg („Der Bundespräsident“, a.a.O.) zu kommen, wenn er schreibt: „Eine richtungspolitische Auslese ist nicht seine Aufgabe, jedoch lassen sich Fälle denken, wo er aus Gründen der Staatsautorität eingreift. Er muß aber dann in der Lage sein, negative Entscheidungen gegebenenfalls vor der Öffentlichkeit zu vertreten.“Google Scholar
  132. 124.
    Friedrich, C. J., „Man and his Government — an Empirical Theory of Politics“, New York-San Francisco-Toronto-London 1963, S. 203–204.Google Scholar
  133. 125.
    Ähnlich die Argumentation von F. Glum, („Staatsoberhaupt und Regierungschef“, a.a.O., S. 307), der schreibt: „Divergenzen zwischen Staatsoberhaupt und Regierungschef wird es immer geben. Sie dürfen aber nicht nach außen in Erscheinung treten. Hat der Bundespräsident gute Gründe, dem Bundeskanzler zu beweisen, daß Recht und Zweckmäßigkeit auf seiner Seite sind, wird er den Bundeskanzler überzeugen... Andererseits wird sich der Bundespräsident überzeugen lassen, wenn die guten Gründe auf seiten des Bundeskanzlers sind.“ Dabei bleibt allerdings offen, was „gute Gründe“ sind, die zu definieren nur mit Hilfe des Gesetzes antizipierter Reaktionen möglich ist.Google Scholar
  134. 126.
    Sternberger, D., „Moralische Autorität“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. 2. 1965.Google Scholar
  135. 127.
    Adenauer, K., „Erinnerungen 1955–1959“, Stuttgart 1967, S. 503.Google Scholar
  136. 128.
    Vgl. d. Menzel, E., in: „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen zu Art. 63, II, 7. „Eine generelle Lösung dieses Problems im Sinne der extremen Lösungen... wäre verfassungsrechtlich unglücklich und ist auch vom GG nicht vorgesehen. Die richtige Lösung liegt also in dem Zwischenbereich und entzieht sich damit weitgehend der Normierbarkeit. Die rechtliche Beurteilung kann demnach nur an Hand eines konkreten Falles unter Berücksichtigung der politischen Gesamtsituation erfolgen“ (Hervorhebung vom Verf.), was in der Tat ein mutiges und keineswegs übliches Eingeständnis eines Verfassungsjuristen ist, daß die anstehende Frage nicht mit Hilfe seines Instrumentariums gelöst werden kann; in seinem Beitrag „Ermessensfreiheit...“, a.a.O., S. 582–585 demonstriert Menzel, daß die klassischen Auslegungsmethoden der Jurisprudenz diese Frage nicht beantworten können.Google Scholar
  137. 129.
    Dieses formale Initiativrecht des Bundeskanzlers wird in allen juristischen Darstellungen betont.Google Scholar
  138. 130.
    Im Hinblick auf die Rücktritte der Bundesminister Oberländer und Krüger betont E. Menzel, daß deren Ernennung nicht erfolgt wäre, wenn die gegen sie erhobenen Vorwürfe zum Zeitpunkt der Ernennung bekannt gewesen wären — was jedoch zumindest im Fall Oberländer nicht zutrifft. S. d. Menzel, E., „Ermessensfreiheit...“, a.a.O., S. 582.Google Scholar
  139. 131.
    E. Küchenhoff nennt dies „Präsentationskapitulation des Bundeskanzlers gegenüber dem Bundespräsidenten“, in: Die Öffentliche Verwaltung, Bd. XIX, 1966, S. 665 ff.Google Scholar
  140. 132.
    Diese Ansicht vertrat Konrad Adenauer, allerdings erst nachdem er nicht mehr Bundeskanzler war. S. d. „Explosives Adenauer-Interview. Thema: Lübke und der Kanzler“, in: Welt am Sonntag vom 10. 10. 1965. „Der Bundespräsident kann naturgemäß nur jemanden zur Wahl vorschlagen, wenn er mit dem in Aussicht genommenen Kandidaten Aussprache über seine Pläne und Absichten als Regierungschef und über diejenigen Männer und Frauen, die er als Bundeskanzler zur Durchführung seiner Absichten heranziehen will, gehabt hat.“ Zur Begründung dieser Ansicht bezieht Adenauer sich auf die Diskussion im Parlamentarischen Rat; die Protokolle vermitteln jedoch keinen derartigen Hinweis. Im übrigen wird übereinstimmend berichtet, Adenauer habe sich schon 1949 geweigert, mit Theodor Heuß eine Kabinettsliste durchzusprechen. (S. d. „Minister ohne Vertrauen“, a.a.O.) Eine solche Weigerung, „Listen abhaken zu lassen“, schließt natürlich die Bereitschaft zu einer Diskussion der anstehenden personalpolitischen Fragen nicht aus, im Gegenteil, diese ist selbstverständliche Verfassungspraxis.Google Scholar
  141. 133.
    Diese Ansicht vertritt auch v. Mangoldt, H., „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 341, die er jedoch mit der allgemeinen Einflußmöglichkeit des Bundespräsidenten bei der Kanzlerwahl begründet. F. Klein spricht in seiner Überarbeitung dieses Kommentars (a.a.O., S. 1245) dem Bundespräsidenten ein Veto zu, wenn „die personelle Zusammensetzung der Bundesregierung nicht den Abreden entspricht“.Google Scholar
  142. 134.
    Vgl. Ellwein, Th., „Das Regierungssystem der Bundesrepublik“, a.a.O., S. 273.Google Scholar
  143. 135.
    Zum ähnlichen Ergebnis kommt Menzel, E., „Ermessensfreiheit...“, a.a.O., S. 595.Google Scholar
  144. 136.
    Das betont auch Hall, K. H., „Überlegungen zur Prüfungskompetenz des Bundespräsidenten“, in: Juristenzeitung Nr. 10, 1965, S. 307.Google Scholar
  145. 137.
    Vgl. Fromme, F. K., „Der Bundespräsident vor der Unterschrift“, a.a.O., der das Prüfungsrecht bezeichnet als „das selbstverständliche Recht des Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler seine Meinung zu den Ministervorschlägen zu sagen, in camera caritatis ihm seinen Rat zu erteilen. Solcher Rat, hinter dem die Autorität des Bundespräsidenten steht, wird da, wo es nicht um eine Frage der Führung der praktischen Politik, sondern um Stil- und Moralfragen geht, gewiß gehört und befolgt werden können... Wenn solcher Rat des Bundespräsidenten befolgt wird, werden seine Bedenken nach außen wie ein Veto aussehen können, ohne es freilich zu sein“.Google Scholar
  146. 138.
    Mit anderen Argumenten („Der Bundespräsident vor der Unterschrift“, a.a.O.) zu dem gleichen Ergebnis kommt F. K. Fromme. Fromme geht davon aus, daß die Initiative zur Ministerernennung beim Kanzler liegt, was logischerweise voraussetze, daß zuvor ein Kanzler gewählt werden müsse, bevor man sich über die Zusammensetzung des Kabinetts unterhalten könne. Diese verfassungsrechtlich einleuchtende Argumentation übersieht die Verfassungswirklichkeit, die eben dadurch gekennzeichnet ist, daß mit dem Kanzlerkandidaten über die Kabinettslisten gesprochen wird, was durch die Bestimmungen des Grundgesetzes nicht verhindert werden kann, auch wenn Fromme das als „außerverfassungsmäßige Prozedur“ bezeichnet.Google Scholar
  147. 139.
    Bei der Ernennung von Beamten besteht für die Bundesregierung darüber hinaus stets die Möglichkeit, das Einspruchsrecht des Bundespräsidenten dadurch zu übergehen, daß die entsprechenden Personen als Angestellte beschäftigt werden, was in vielen Fällen geschehen ist. Für eine juristische Diskussion dieser Frage siehe den Aufsatz von Belau, R., „Das Recht des Bundespräsidenten zur Ernennung von Bundesbeamten und Bundesrichtern“, in: Die Öffentliche Verwaltung, Bd. IV, 1951, S. 339.Google Scholar
  148. 140.
    So vertritt v. Mangoldt, H., „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 324, die Ansicht, daß der Bundespräsident von seinem Prüfungsrecht Gebrauch machen könne, „wenn bei einem Besetzungsvorschlag unsachliche Motive und nicht allein die fachliche und menschliche Eignung des Bewerbers eine Rolle spielen. Das wäre z. B. der Fall, wenn für einen Vorschlag ausschließlich parteipolitische Gesichtspunkte maßgeblich sind“. Auch dabei handelt es sich um ein Kriterium, das empirisch nicht faßbar ist, so daß die Entscheidung über das Prüfungsrecht auch in diesem Fall nur durch einen wechselseitigen Antizipationsprozeß erfolgen kann.Google Scholar
  149. 141.
    So auch v. Mangoldt, H., „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 324, der den Umfang des Prüfungsrechts natürlich wesentlich weiter sieht. Anderer Ansicht ist Menzel, E., „Ermessensfreiheit...“, a.a.O., S. 586, der aus der Tatsache, daß die Richter gewählt werden, einen Analogieschluß zur Bestellung des Bundeskanzlers zieht.Google Scholar
  150. 142.
    Demgegenüber vertrat der damalige Justizminister Bucher die Ansicht, daß die Einschaltung der parlamentarischen Gremien das Prüfungsrecht des Bundespräsidenten noch weiter einengt, wobei aber übersehen wird, daß die Auswahlkriterien des Wahlausschusses und des Bundespräsidenten verschieden sind. S. d. das Interview mit Minister Bucher, in: Neue Rhein-Zeitung vom 23. 1. 1965.Google Scholar
  151. 143.
    S. d. z. B. „Lübkes Weg“, in: Badische Neueste Nachrichten vom 21. 1. 1965, wo eine Ansicht vertreten wird, die für die regionale Presse in dieser Frage kennzeichnend zu sein scheint.Google Scholar
  152. 144.
    Von der Boulevardpresse wurde eine solche Austragung des Streites sogar als „wahrscheinlich“ bezeichnet. S.d. „Verfassungsklage gegen Lübke“, in: Abendzeitung, München, 20. 1. 1965, was für die Bedeutung dieses Streites als Präzedenzfall nicht unwichtig ist.Google Scholar
  153. 145.
    Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 638/639.Google Scholar
  154. 146.
    In diesem Zusammenhang ist auf die abgestuften Einspruchsmöglichkeiten des Bundespräsidenten hinzuweisen, die darin bestehen, daß er Ernennung oder Begnadigung lange hinauszögert. Für die Realisierung dieser Möglichkeiten gilt das gleiche wie bei dem möglichen Vetorecht. Die Position des Bundespräsidenten ist jedoch »insofern stärker, als es für den Bundeskanzler in einer solchen Situation schwierig ist, den Bundespräsidenten anzugreifen. Im Normalfall hat jedoch der Bundespräsident Ernennung und Begnadigung unverzüglich zu vollziehen.Google Scholar
  155. 147.
    S. d. Eschenburg, Th., „Lübke fordert Listen“, in: Die Zeit vom 4. 2. 1966.Google Scholar
  156. 148.
    S. d. „Pfeil gegen Lübke“, in: Stuttgarter Zeitung vom 9. 3. 1966.Google Scholar
  157. 149.
    Thoma, R., „Handbuch des Deutschen Staatsrechts“, Bd. I, Tübingen 1930, S. 506. Das betont auch Sternberger, D., „Würde, Rat und Handlung“, a.a.O., „Der Bundespräsident trägt — nach den Vorschriften des GG — dazu bei, die Regierung möglich zu machen“.Google Scholar
  158. 150.
    Sternberger, D., „Würde, Rat und Handlung“, a.a.O.Google Scholar
  159. 151.
    Hermens, F. A., „Verfassungslehre“, a.a.O., S. 452.Google Scholar
  160. 152.
    Dieser Gedanke wurde schon am 12. 9. 1949 in einem Leitartikel der Allgemeinen Kölnischen Rundschau zur Wahl des ersten deutschen Bundespräsidenten betont, wo es hieß: „Die neue Verfassung sieht zwar auch die theoretische Möglichkeit vor, daß eine Regierung die Mehrheit im Parlament verliert, aber dann ist es Sache des Parlamentes, nicht des Präsidenten, die Dinge wieder ins rechte Lot zu bringen.“Google Scholar
  161. 153.
    So z. B. Millerand beim Sturz von Briand. S. d. S. 117.Google Scholar
  162. 154.
    S. d.S. 212.Google Scholar
  163. 155.
    Allemann, F. R., „Besuch beim deutschen Bundespräsidenten“, in: Die Weltwoche vom 24. 12. 1965, S. 9. Auf die Frage Allemanns: „Ist es richtig, daß Sie persönlich eine auf breiterer politischer Grundlage beruhende Bundesregierung — eine große Koalition oder eine Allparteienregierung — vorgezogen hätten?“ antwortete Lübke: „Ja, wenigstens für eine Legislaturperiode.“ Er begründete seine Ansicht dann mit einem Hinweis auf die anstehenden Probleme einer Finanzreform, der Notstandsgesetzgebung und der Vorbereitung eines Friedensvertrages, zu deren Lösung die Zustimmung der SPD nur bei einer Regierungsbeteüigung zu erwarten sei. Später bezeichnete der Bundespräsident auf dem Neujahrsempfang für die Bundesregierung, auf dem ihn Bundeskanzler Erhard wegen dieser Äußerung angriff, die Veröffentlichung als ein „Unglückserzeugnis“ und das Ganze als eine „Panne“, an der „nicht allein den Schweizer Journalisten die Schuld träfe“. Die Weltwoche erklärte daraufhin, daß das Gespräch am 9. 12. 1965 stattgefunden und vor der Veröffentlichung dem Bundespräsidialamt vorgelegen habe und von diesem freigegeben worden sei. Dieser Darstellung wurde vom Präsidialamt nicht widersprochen. S. d. „Ein Gespräch und seine Folgen“, in: Die Weltwoche vom 14. 1. 1966. Später bestätigte der Staatssekretär im Präsidialamt dem Schweizer Journalisten schriftlich, daß dieser sich völlig korrekt verhalten habe. Die Darstellung der Ereignisse auf dem Neujahrsempfang findet sich auch in entsprechenden deutschen Tageszeitungen, siehe dazu z. B. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. 1. 1966.Google Scholar
  164. 156.
    S. d. z. B. „Koalition — wie groß?“, in: Die Zeit vom 7. 1. 1966; „Schluß mit dem Gerede“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. 1. 1966,und „Koalitionskurs“, in: Christ und Welt vom 8. 10. 1965.Google Scholar
  165. 157.
    Vgl. d. Eschenburg, Th., „Wer den Rubikon überschreitet“, in: Die Zeit vom 31. 12. 1965.Google Scholar
  166. 158.
    Sternberger, D., „Würde, Rat und Handlung“, a.a.O.Google Scholar
  167. 159.
    Vgl. d. „Der Heuß macht keine Verfassungskrise“, in: Südwest-Merkur, Stuttgart, 21. 1. 1966.Google Scholar
  168. 160.
    So Tschirn, F., „Das Staatsoberhaupt“, in: Politisch-soziale Korrespondenz vom 1. 3. 1966, S. 3 ff. Von diesem Artikel wird vermutet, er sei vom Präsidialamt lanciert worden. So heißt es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 3. 3. 1966: „Wieder Streit um die Rechte des Bundespräsidenten“, der Beitrag sei „offensichtlich inspiriert; im Präsidialamt wird das bestritten, von der Redaktion der Korrespondenz aber zugegeben“. Für die direkte oder indirekte Lancierung sprechen eine Reihe von Einzelheiten, u. a., daß sich das Präsidialamt nicht von dem Inhalt der Stellungnahme distanziert hat. Damit erscheint es berechtigt, wenn nicht die Formulierungen im einzelnen, so doch die Grundtendenz als in Übereinstimmung mit den Vorstellungen des Bundespräsidenten zu betrachten. Diese Interpretation wurde von Bundespräsident Lübke indirekt bestätigt, als er auf dem Neujahrsempfang am 9. 1. 1967 beklagte, das Grundgesetz habe den Bundespräsidenten sehr stiefmütterlich behandelt, was sich nach seiner Ansicht noch einmal bitter rächen werde, und die Regierungschefs der Bundesländer bat, einmal zu überlegen, wie man das ändern könne; der Bundespräsident brauche mehr politische Bewegungsfreiheit. S. d. „Lübke: Sehr stiefmütterlich behandelt“ und „Alte Wünsche“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. 1. 1967.Google Scholar
  169. 161.
    S. d. Tschirn, F., „Das Staatsoberhaupt“, a.a.O., S. 3.Google Scholar
  170. 162.
    Tschirn, F., „Das Staatsoberhaupt“, a.a.O., S. 5.Google Scholar
  171. 163.
    Nicht weniger bedenklich erscheint die Diffamierung öffentlicher Kritik schlechthin, die dieser Artikel enthält. Vgl. d. „Propagandist ohne Auftrag“, in: Die Zeit vom 11. 3. 1966.Google Scholar
  172. 164.
    Die in dieser Haltung deutlich werdende Empfindlichkeit gegenüber Kritik fand kurze Zeit später eine groteske Überspitzung, als das Bundespräsidialamt den Bundesfinanzminister bat, die Haushaltsansätze des Bundespräsidenten hinfort nicht mehr vor der Verabschiedung durch den Haushaltsausschuß zu veröffentlichen. Anlaß dazu waren eine Reihe kritischer Äußerungen über die Aufstockung dieser Mittel, die insbesondere für die Abwicklung der 1966 geplanten Staatsbesuche erforderlich geworden war. S. d. „Staatsgeheimnis“, in: Der Spiegel vom 28. 3. 1966.Google Scholar
  173. 165.
    „Koalition — wie groß?“, in: Die Zeit vom 7. 1. 1966.Google Scholar
  174. 166.
    Vgl. d. Gemmecke, V., und Kaltefleiter, W., „Die NPD und die Ursachen ihres Erfolges“, in: Jahrbuch für Verfassung und Verfassungswirklichkeit, Bd. II 1967, Teil I, S. 23 ff.,Google Scholar
  175. 166a.
    sowie Kaltefleiter, W., „Die große Koalition, verfassungspolitische Aufgaben und Probleme“, in: Beitrag zur Zeitschrift „Das Parlament“ vom 10. 5. 1967.Google Scholar
  176. 167.
    Jennings, I., „Cabinet Government“, a.a.O., S. 363.Google Scholar
  177. 168.
    So auch Meder, W., in: „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen I, 3 zu Art. 68.Google Scholar
  178. 169.
    Diese Bestimmung findet sich in ähnlicher Form in der Weimarer Republik und in vielen anderen Ländern. So hat z. B. Stresemann im November 1923 die unklare politisch-parlamentarische Situation durch einen Vertrauensantrag beendet.Google Scholar
  179. 170.
    In der Regierungskrise von 1966 versuchten SPD und FDP durch einen entsprechenden Beschluß des Bundestages, für den sie eine Mehrheit hatten, Bundeskanzler Erhard zu zwingen, die Vertrauensfrage zu stellen. Sie demonstrierten damit, daß Erhard keine parlamentarische Mehrheit mehr besaß, was in der politischen Konsequenz einem — im Grundgesetz zwar formal nicht vorgesehenen — Mißtrauensvotum gleichkam. Diese Ereignisse demonstrieren erstens die mangelhafte Wirksamkeit des konstruktiven Mißtrauensvotums. SPD und FDP konnten zwar Erhard gemeinsam das Mißtrauen aussprechen, aber wegen der faktischen Spaltung der FDP (nicht alle 49 FDP-Abgeordnete waren bereit, einen SPD-Kanzler zu wählen) war ein „konstruktives“ Mißtrauen nicht möglich. Der Unterschied zu Ländern ohne konstruktives Mißtrauensvotum bestand darin, daß in Bonn ein Minderheitskabinett „amtierte“, während in den anderen Ländern die gestürzte Regierung „die Geschäfte weiterführte“. Die Ereignisse vom Herbst 1966 zeigen darüber hinaus, daß Art. 68 nur dann eine wirksame Waffe für den Bundeskanzler ist, wenn er sich einer breiten Zustimmung in der Wählerschaft sicher ist. Das aber war 1966 zweifelhaft, so daß Neuwahlen weder im Interesse Erhards, noch in dem der CDU/CSU lagen.Google Scholar
  180. 171.
    Es ist bezeichnend für die Arbeitsweise des Parlamentarischen Rates, daß man aus den Reichstagsauflösungen von 1930 und 1932 allein die Konsequenz zog, das Auflösungsrecht dürfe nicht uneingeschränkt zur Verfügung stehen, aber nicht erkannte, daß das Auflösungsrecht nur unter bestimmten Bedingungen wirkungsvoll ist, insbesondere daß es der Ergänzung durch ein mehrheitsbildendes Wahlrecht bedarf.Google Scholar
  181. 172.
    S. z. B. Hamann, A., „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 320 und S. 357.Google Scholar
  182. 173.
    So Meder, E., in: „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen II, 3 zu Art. 68.Google Scholar
  183. 174.
    Maunz-Dürig, „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen 5 zu Art. 68; ähnlich auch v. Mangoldt-Klein, „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 1310, die die abweichende Meinung Friesenhahns wegen der damit verbundenen „schmälernden Bewertung“ der „verfassungsrechtlichen Stellung des Bundespräsidenten“ zurückweisen. Dieses Argument wirft die Frage auf, woran die Interpretation von Verfassungsartikeln orientiert ist bzw. sein sollte. Geht es darum, ein Organ zu „schmälern“ oder „nicht zu schmälern“ oder um die Arbeitsfähigkeit des Systems?Google Scholar
  184. 175.
    Friedrich, C. J., „Verfassungsstaat der Neuzeit“, a.a.O., S. 436.Google Scholar
  185. 176.
    Bergsträsser, L., „Die Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland“, 1954, S. 25.Google Scholar
  186. 177.
    Friesenhahn, E., „Parlament und Regierung im modernen Staat“, Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer, Heft 15, Berlin 1958, S. 63 und 69.Google Scholar
  187. 178.
    Friesenhahn, E., „Parlament und Regierung im modernen Staat“, a.a.O., Aussprache S. 151.Google Scholar
  188. 179.
    Bei v. Mangoldt, H., „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 362, wird diese Möglichkeit explicite genannt, wenn auch mit dem Hinweis auf das Interesse der „Volksgesamtheit“ ergänzt, das der Bundespräsident bei seinen Entscheidungen zu berücksichtigen habe.Google Scholar
  189. 180.
    Scheuner, U., in einem Diskussionsbeitrag zu Friesenhahn, E., „Parlament und Regierung“, a.a.O., S. 125.Google Scholar
  190. 181.
    Meder, W., in: „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen II, 9, zu Art. 68 (Hervorhebung vom Verf.).Google Scholar
  191. 182.
    S. d. Erläuterungen II, 3, zu Art. 68; vgl. S. 244.Google Scholar
  192. 183.
    S. d. Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 644.Google Scholar
  193. 184.
    Hermens, F. A., „Verfassungslehre“, a.a.O., S. 190.Google Scholar
  194. 185.
    Diese Bemerkungen wurden vielfach als Kritik an der zurückhaltenden Amtsführung von Heuß empfunden, wozu entsprechende Kommentare in der Politisch-Sozialen Korrespondenz, daß Heuß das materielle Prüfungsrecht des Bundespräsidenten habe verkümmern lassen, ebenfalls beitrugen. Sie führten schließlich zu einer Auseinandersetzung zwischen Heuß und Adenauer, die aber — im Gegensatz zur Präsidialkrise von 1965 — nicht öffentlich, sondern in Form eines diskreten Briefwechsels geführt wurde. Vgl. d. „Keine Ellenbogenveranstaltung“, in: Südwest-Merkur, Stuttgart, vom 24. 4. 1959; „Verstimmung Heuß-Adenauer“, in: Die Welt vom 20. 4. 1959,und „Der Briefwechsel“, in: Das freie Wort vom 25. 4. 1959.Google Scholar
  195. 186.
    S. d. vor allem die ausländischen Pressestimmen, z. B. Nationalzeitung Basel vom 20. 4. 1959; Der Bund, Bern, vom 20. 4. 1959 und The New York Times vom 20. 4. 1959.Google Scholar
  196. 187.
    Das wird besonders deutlich in der Beschreibung des Präsidentenamtes, die Alexander, E., „Adenauer und das neue Deutschland“, Recklinghausen 1956, S. 24 gibt. „Im Bonner GG ist die verfassungsrechtliche Stellung des Bundespräsidenten wesentlich auf die Funktion der formalen Repräsentation eines Staatsoberhauptes beschränkt, zu der sich noch gewisse Vorschlags- und Ernennungsrechte, die Ausfertigung von Staatsverträgen u. ä. m. gesellea Das Amt des Bundespräsidenten verlangt demnach ein Dreifaches: „Unbedingte Passivität in Sachen der Außenpolitik (das wird an erster Stelle genannt!, der Verf.), weitgehende Passivität gegenüber der Exekutive in der Staatspolitik, absolute Neutralität in Sachen der Parteipolitik.“ Dieses Buch, das sich um eine unbedingte Rechtfertigung Adenauerscher Politik und Führungsmethoden bemüht, ist sicher nicht geeignet, die tatsächliche Situation, aber um so mehr Adenauers Einschätzung des Präsidentenamtes zu erläutern, solange er Kanzler war.Google Scholar
  197. 188.
    So hieß es in: „Der Kanzler als Präsident“, in: Mannheimer Morgen vom 9. 4. 1959, „es soll sich ja niemand täuschen, der da zweifelt, ob der starrsinnige alte Mann auf diesem Posten wohl mehr darstellen könnte als eine eherne Gallionsfigur“.Google Scholar
  198. 189.
    „Die Drähte der Villa Hammerschmidt“, in: Die Welt vom 9. 4. 1959.Google Scholar
  199. 190.
    „Der Bundespräsident Adenauer und seine Machtquellen“, in: Stuttgarter Nachrichten vom 9. 4. 1959.Google Scholar
  200. 191.
    Adenauer, K., „Erinnerungen 1955–1959“, a.a.O., S. 498 und 509.Google Scholar
  201. 192.
    S. d. „Der heimliche Kanzlersturz“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28. 4. 1959 und den darauf Bezug nehmenden Leserbrief von Theodor Eschenburg „Der verfrühte Kanzlersturz“ vom 1.5. 1959.Google Scholar
  202. 193.
    In diesem Fall wäre sein Einfluß auf seine persönliche Überzeugungskraft reduziert worden, da, wenn das auch Art. 55 nicht zwingend vorschreibt, es im wesentlichen unbestritten ist, daß der Präsident sämtliche Parteiämter niederlegen muß. S. d. Luchsinger, F., „Berichte über Bonn, Deutsche Politik 1955–1965“, Zürich 1966, S. 133.Google Scholar
  203. 194.
    An der Möglichkeit, seinen Nachfolger zu bestimmen, entzündete sich auch die Streitfrage, wann der zum Bundespräsidenten Gewählte als Bundeskanzler zurücktreten müsse (s. d. Klein, F., „Grundgesetz und unmittelbarer Wechsel von Mitgliedern der Bundesregierung zum Bundespräsidenten“, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 6, 1959). Die Anhänger Adenauers vertraten die Ansicht, er könne bis zu dem Tage des Amtsantritts als Präsident Kanzler bleiben. Dem stand die Forderung gegenüber, der gewählte Präsident müsse sich unmittelbar nach der Wahl aus den politischen Auseinandersetzungen zurückziehen. Unabhängig von der Frage, ob die Inkompatibilitätsforderung des Art. 55 einen solchen sofortigen Rücktritt impliziert oder nicht, erscheint dieser Rücktritt notwendig, damit der designierte Bundespräsident nicht noch vor seinem Amtsantritt Gegenstand heftiger politischer Auseinandersetzungen wird, wie das für einen amtierenden Bundeskanzler unvermeidbar ist. In diesem Fall hätte Adenauer aber als Präsident gar nicht mehr die Möglichkeit gehabt, seinen Nachfolger vorzuschlagen, weil das bereits von seinem Vorgänger als Bundespräsident, also von Heuß, hätte geschehen müssen. S. d. die Bemerkungen von Theodor Eschenburg auf einer Landespressekonferenz vom 23. 4. 1959 in Stuttgart, zitiert nach Mannheimer Morgen vom 24. 4. 1959. Die Regel des sofortigen Ausscheidens aus dem bisherigen politischen Amt wurde dann von Lübke und Heinemann befolgt. Heinemann trat als Minister zurück, Lübke ging in Urlaub, was den gleichen Effekt hatte.Google Scholar
  204. 195.
    Hennis, W., „Maßstäbe für den Bundespräsidenten?“, a.a.O.Google Scholar
  205. 196.
    News Chronicle vom 11. 4. 1959; vgl. auch Allemann, F. R., „Zwischen Stabilität und Krise“, a.a.O., S. 59.Google Scholar
  206. 197.
    So Bergsträsser, L., „Vor einer Verfassungswandlung“, in: Vorwärts vom 8. 5. 1959.Google Scholar
  207. 198.
    S. d. die Bonner Diskussion über die Befugnisse des Bundespräsidenten in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. 4. 1959, sowie „Der Kanzler bleibt“, in: Deutsche Zeitung und Wirtschaftszeitung vom 6. 6. 1959. Vgl. auch den Beitrag: „Kontinuität auf Jahre hinaus“, in: Frankfurter Presse vom 9. 4. 1959.Google Scholar
  208. 199.
    von Mangoldt, H., „Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 317.Google Scholar
  209. 200.
    Nawiasky, H., „Grundgedanken zum Bonner Grundgesetz...“, a.a.O., S. 107. Den gleichen Standpunkt, jedoch ohne ihn zu begründen, vertritt Süsterhenn, A., „Das Amt des Bundespräsidenten“, in: Rheinischer Merkur vom 24. 4. 1959.Google Scholar
  210. 201.
    Vgl. d. auch schon von Mohl, R., „Die Verantwortlichkeit der Minister in Einherrschaften mit Volksvertretern, rechtlich, politisch und geschichtlich entwickelt“, Tübingen 1837.Google Scholar
  211. 202.
    So Meder, W., in: „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen II, 2, zu Art. 58.Google Scholar
  212. 203.
    Für die Ursachen dieser Situation siehe S. 153 ff.Google Scholar
  213. 204.
    Hennis, W., „Maßstäbe für den Bundespräsidenten?“, a.a.O.; ähnlich auch Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 637.Google Scholar
  214. 205.
    S. d. „Welche Befugnisse hat der Bundespräsident?“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. 4. 1959.Google Scholar
  215. 206.
    Maunz-Dürig, „Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen zu Art. 59, I, 3 und 5.Google Scholar
  216. 207.
    Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Kommentar von Maunz-Dürig, der sich mit aller Deutlichkeit gegen die expansive Interpretation des Art. 59 ausspricht, im Gegensatz zu den Bemerkungen von Hermann v. Mangoldt und Hans Nawiasky nach der Präsidialkrise von 1959 geschrieben worden ist.Google Scholar
  217. 208.
    Maunz-Dürig, „Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen zu Art. 59, 1 und 6 (Hervorhebungen im Original).Google Scholar
  218. 209.
    Maunz-Dürig, „Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen zu Art. 59, I, 6.Google Scholar
  219. 210.
    So schon Walther, C, „Das Staatsoberhaupt in Republiken“, Breslau 1907, S. 192, eingehend auch Treviranus, A. D., „Außenpolitik im demokratischen Rechtsstaat“, Tübingen 1966, S. 34 ff.Google Scholar
  220. 211.
    So auch Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 635, der von List, F., „Das Völkerrecht“, Berlin 1907, S. 113 zitiert, wo es heißt, „die Handlung des Staatsoberhauptes berechtigt und verpflichtet innerhalb der durch die Verfassung gezogenen Schranken völkerrechtlich den Staat“.Google Scholar
  221. 212.
    Kimminich, O., „Das Staatsoberhaupt...“, a.a.O., S. 69.Google Scholar
  222. 213.
    S. d. „Bonner Diskussion um die Nachfolge Heuß“, in: Neue Zürcher Zeitung vom 16.4.1959.Google Scholar
  223. 214.
    v. Mangoldt-Klein, „Das Bonner Grundgesetz“, 2. Aufl., S. 1133.Google Scholar
  224. 215.
    Die Bedeutung des v. Mangoldtschen Kommentars ist in den ersten Jahren offensichtlich überbewertet worden. Er hatte den Vorteil, bereits 1953 geschrieben zu sein, ging aber von insgesamt problematischen Vorstellungen über die parlamentarische Regierungsweise aus. Das wird besonders deutlich in einem Aufsatz v. Mangoldts aus dem Jahre 1950 „Das Verhältnis von Staatschef und Regierung“, in: Beiträge zum Öffentlichen Recht, Hrsg. F. Wolff, Berlin-Tübingen 1950, S. 63 f., wo Mangoldt aus Art. 61, d. h. der Möglichkeit einer Anklage des Bundespräsidenten vor dem Bundesverfassungsgericht wegen vorsätzlicher Verletzung des Grundgesetzes schließt, dieser sei „verantwortlich“ (S. 63) — der Unterschied zwischen politischer und juristischer Verantwortlichkeit wird nicht gesehen -; davon ausgehend wird dem Bundespräsidenten ein Veto in der Personalpolitik (S. 65) und eine Ermessensfreiheit bei der Auflösung des Bundestages und der Erklärung des Gesetzgebungsnotstandes (S. 65) zugesprochen. Aus dieser expansiven Interpretation wird dann gefolgert, der Bundespräsident sei also Hüter und Wahrer der Verfassung (S. 67). Gerade bei dieser komprimierten Darstellung wird der wertnormative Charakter in v. Mangoldts Argumentation deutlich.Google Scholar
  225. 216.
    Kniesch, J., „Die Stellung des Bundespräsidenten nach dem GG in der Staatspraxis“, in: Neue Juristische Wochenschrift, Heft 30, 1960, S. 1326.Google Scholar
  226. 217.
    Bemerkenswert ist auch die Vorstellung von J. Kniesch über den Zeitraum, der für die Verkündigung des Verteidigungsfalles zur Verfügung steht; seine Vorstellungen scheinen der Situation beim Ausbruch des ersten Weltkrieges entlehnt zu sein.Google Scholar
  227. 218.
    So Theodor Eschenburg auf der Landespressekonferenz in Stuttgart am 24. 4. 1959, zit. nach Süddeutsche Zeitung vom 25./26. 4. 1959.Google Scholar
  228. 219.
    Nawiasky, FL, „Die Rechte des Bundespräsidenten“, a.a.O.Google Scholar
  229. 220.
    Dieser Zusammenhang wurde in der gesamten öffentlichen Diskussion übersehen, als man im Januar 1967 Lübke angriff, weil er die Verleihung eines französischen Ordens an Frau Professor Fachender nicht genehmigt habe. Die Weigerung bedurfte der Gegenzeichnung; somit war allein die Bundesregierung, insbesondere Außenminister Brandt, verantwortlich, ganz gleich, auf wessen Initiative dieser Beschluß zurückgegangen ist.Google Scholar
  230. 221.
    Das betonen Leibholz, G., „Verfassungsgerichtsbarkeit im Rechtsstaat“, in: Zeitschrift für Politik, N. F., 3. Jg., 1956, Heft 1, S. 8, und Arndt, C, „Das Prüfungsrecht des Bundespräsidenten“, in: „Die Öffentliche Verwaltung“, Heft 23/24, April 1958.Google Scholar
  231. 222.
    So auch die Argumentation von Hamann, A., „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 359.Google Scholar
  232. 223.
    So Menzel, E., in: „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen II, 3, zu Art. 61.Google Scholar
  233. 224.
    Für einige Einzelheiten siehe S. 259 f.Google Scholar
  234. 225.
    So Geiger, W., „Kommentar zum Bundesverfassungsgerichtsgesetz vom 12. 3. 1951“, Berlin-Frankfurt 1952, S. 176.Google Scholar
  235. 226.
    Das hat zu der Kritik geführt, daß der Impuls zur Prüfung letztlich von außen komme (so Friesenhahn, E., „Zum Prüfungsrecht des Bundespräsidenten“, in: Die moderne Demokratie, Bd. II, a.a.O., S. 690/91), was teilweise zutrifft, aber kaum problematisch ist: eine Art des Minderheitenschutzes, durch die eine Prüfung der Gesetze vor ihrer Verkündung erreicht werden kann.Google Scholar
  236. 227.
    Das bedeutet zunächst, daß das Prüfungsrecht des Bundespräsidenten nur eine Art „aufschiebendes Veto“ ist, über dessen Bedeutung allerdings nicht, wie bei solchen Kompetenzen in anderen Verfassungen üblich, das Parlament» sondern das Bundesverfassungsgericht entscheidet. Zu einem tatsächlichen Veto wird die Entscheidung des Bundespräsidenten nur, wenn dagegen nicht Klage vor dem Bundesverfassungsgericht erhoben wird. S. d. Hall, K. H., „Überlegungen zur Prüfungskompetenz“, in: Juristenzeitung, Nr. 10, 1965, S. 307.Google Scholar
  237. 228.
    Eschenburg, Th., „Staat und Gesellschaft...“, a.a.O., S. 647. Vgl. d. auch „Die Kompetenzen des Bundespräsidenten“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. 4. 1959.Google Scholar
  238. 229.
    So Heuß, Th., „Hugo Preuß“, in Profile, Nachzeichnungen aus der Geschichte, Tübingen 1964, S. 260.Google Scholar
  239. 230.
    Vgl. Heuß, Th., „Soldatentum in unserer Zeit“, in: Die großen Reden; Der Staatsmann, a.a.O., S 283Google Scholar
  240. 231.
    Am 3. 12. 1952.Google Scholar
  241. 232.
    Adenauer, K., „Erinnerungen 1953–1955“, Stuttgart 1966, S. 179/180.Google Scholar
  242. 233.
    Für eine Chronologie der Ereignisse s. „Eine Gefahr für den Staat“, in: Stuttgarter Nachrichten vom 11. 12. 1952.Google Scholar
  243. 234.
    Vgl. d. Bott, H., „Theodor Heuß in seiner Zeit“, Frankfurt-Zürich 1966, S. 79.Google Scholar
  244. 235.
    So „Was bleibt dann noch übrig?“ in: Süddeutsche Zeitung vom 11. 12. 1952, und „Zug um Zug“, in: Frankfurter Presse vom 11.12. 1952.Google Scholar
  245. 236.
    So „Minen am Grundpfeiler“, in: Frankfurter Rundschau vom 11. 12. 1952.Google Scholar
  246. 237.
    S. d. „Mißbrauchte Spielregeln“, in: Stuttgarter Nachrichten vom 11. 12. 1952,und „‘Überraschung ohne Ende“, in: Deutsche Zeitung und Wirtschaftszeitung vom 12. 12. 1952.Google Scholar
  247. 238.
    So fragte z. B. die Hannoversche Presse vom 11. 12. 1952, ob „Der Bundespräsident in der bisher entscheidenden Stunde seiner Amtszeit es nicht an Mut und Verantwortung hat fehlen lassen“, anschließend wurde ein Vergleich mit der Situation von 1933 gezogen!Google Scholar
  248. 239.
    Dieser Ansicht widersprechen Konrad Adenauer und Reinhold Maier. (Maier spielte als Bundesratspräsident und Regierungschef einer FDP/SPD-Koalition in Baden-Württemberg eine entscheidende Rolle im Wehrstreit.) S. d. Adenauer, K., „Erinnerungen 1952–1955“, a.a.O., S. 183/184, und Maier, R., „Erinnerungen 1948–1953“, a.a.O., S. 463 ff.Google Scholar
  249. 240.
    So der Titel eines Artikels in den Stuttgarter Nachrichten vom 11. 12. 1952; ähnlich „Abgewendet“ in: Rheinische Zeitung, Koblenz, vom 11.12. 1952, und „Die Entscheidung des Bundespräsidenten“, in: Die Welt vom 11. 12. 1952.Google Scholar
  250. 241.
    So Theodor Heuß in seiner Rundfunkansprache am 10. 12. 1952, zit. nach: Die Neue Zeitung vom 11. 12. 1952.Google Scholar
  251. 242.
    Vgl. d. „Die Besänftigte Krise“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12. 12. 1952,und den Kommentar der Schweizer National Zeitung vom 13. 12. 1952. Für eine Zusammenstellung der verschiedenen Pressemeinungen im Wehrstreit, s. Zeitschriftenspiegel des Informationsdienstes des Bundespresseamtes vom 20. 12. 1952; sowie „Entschluß von Heuß hart umstritten“, in: Neue Zeitung vom 12. 12. 1952. Kritisch äußert sich auch Grosser, A., „Die Bonner Demokratie“, Düsseldorf 1960, S. 81, der in dem Verzicht von Heuß auf das Gutachten „Das Ende der konkreten Tätigkeiten des Bundespräsidenten als politischer Vermittler“ sieht, dabei aber übersieht, daß mit der Anfertigung des Gutachtens keine Vermittlungsfunktion verbunden war. Im Gegensatz zu Grosser stellt der Verfassungsrechtler Ulrich Scheuner fest: „Daß sich Heuß damals der Staatsnotwendigkeit nicht verschloß, gerichtliche Festlegung in dieser schwerwiegenden Frage zu vermeiden, wird man rückschauend heute nur dankbar empfinden können“. (Das Amt des Bundespräsidenten, a.a.O., S. 43/44).Google Scholar
  252. 243.
    1963 hat Anders, G., „Zum Prüfungsrecht des Bundespräsidenten“, in: Die Öffentliche Verwaltung, September 1963, Heft 17/18, S. 659, vorgeschlagen, dem Bundespräsidenten die Möglichkeit zu geben, für ein bestimmtes Gesetz ein vorbeugendes Normenkontrollverfahren beim Bundesverfassungsgericht zu beantragen. Diese Regelung wäre natürlich impraktikabel, weil sie den Bundespräsidenten permanent dem Druck der Opposition aussetzen würde, ein solches Verfahren zu beantragen, um auf diese Weise den Gesetzgebungsprozeß zu behindern, und ihn, wenn er ein solches Verfahren einleitet, entsprechenden Vorwürfen der Regierung aussetzen würde. Die Folge wäre, daß das Staatsoberhaupt in die parteipolitischen Gegensätze gezerrt würde.Google Scholar
  253. 244.
    Vgl. d. „Preußischer Kulturbesitz Sache des Bundes“, in: Stuttgarter Zeitung vom 15. 7. 1959.Google Scholar
  254. 245.
    Für einige Einzelheiten siehe „Ausfertigen von Gesetzen durch den Bundespräsidenten“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. 2. 1961, und „Halt im Kanzleramt“, in: Der Spiegel vom 15.7.1961; eine etwas andere Darstellung der Einzelheiten gibt Anders, C., „Zum Prüfungsrecht des Bundespräsidenten“, a.a.O., S. 653.Google Scholar
  255. 246.
    Bis 31. 5. 1969 waren allein 71 solcher Urteile ergangen.Google Scholar
  256. 247.
    Dafür müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein. S. d. S. 57 ff. und 263 ff.Google Scholar
  257. 248.
    Diese Möglichkeit mag im Normalfall als theoretisch und wirklichkeitsfremd erscheinen, reicht aber aus, um das Prüfungsrecht zu begründen. Anderer Ansicht ist Friesenhahn, E., „Zum Prüfungsrecht“, a.a.O., S. 679 ff.Google Scholar
  258. 249.
    Vgl. d. Kimminich, O., „Das Staatsoberhaupt...“, a.a.O., S. 85: „Ob der Bundespräsident dadurch zum Mithüter der Verfassung wird, kann dahingestellt bleiben, solange klar ist, daß er jedenfalls nicht Hüter im Sinne Carl Schmitts ist.“Google Scholar
  259. 250.
    So Theodor Heuß in seiner Rundfunkansprache am 10. 12. 1952. Ähnlich auch Kimminich, O., „Das Staatsoberhaupt...“, a.a.O., S. 76, und Leibholz, G., „Strukturprobleme der modernen Demokratie“, Karlsruhe 1958, S. 173.Google Scholar
  260. 251.
    Vgl. „Hat der Bundespräsident das Recht...?“, in: Bonner Rundschau vom 2. 4. 1953.Google Scholar
  261. 252.
    Das betonen Kimminich, O., „Das Staatsoberhaupt...“, a.a.O., S. 85, und Laufer, H., „Wann darf der Bundespräsident unterzeichnen?“, in: Süddeutsche Zeitung vom 23. 8. 1963.Google Scholar
  262. 253.
    Rapp, A., „Bonn auf der Waage“, Bonn 1959, S. 33/34.Google Scholar
  263. 254.
    Das Ausscheiden von Staatssekretär v. Herwarth aus dem Bundespräsidialamt 1961 ist teilweise auf diese Konflikte zurückzuführen. Herwarth hatte sich dem Bemühen Lübkes widersetzt.Google Scholar
  264. 255.
    Ulrich Scheuner („Das Amt des Bundespräsidenten“, a.a.O., S. 38/39) weist nach, wie sehr sich der Unterschied zwischen dem Amt des Bundespräsidenten und dem des Reichspräsidenten auch in der Organisation und personellen Ausgestaltung dieser beiden Ämter und im Vergleich zu denen des Reichs- und Bundeskanzlers widerspiegelt.Google Scholar
  265. 256.
    S. d. die Aufstellung über den Etat des Bundespräsidenten.Google Scholar
  266. 257.
    Vgl. d. auch S. 60.Google Scholar
  267. 258.
    Vgl. d. auch Allemann, F. R., „Zwischen Stabilität und Krise“, a.a.O., S. 46.Google Scholar
  268. 259.
    S. d. S. 232.Google Scholar
  269. 260.
    v. Mangoldt, H., „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 314.Google Scholar
  270. 261.
    Hamann, A., „Das Grundgesetz“, a.a.O., S. 305.Google Scholar
  271. 262.
    „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen 3, Art. 58/11. Ähnlich äußern sich auch Maunz-Dürig, „Grundgesetz“, a.a.O., Erläuterungen zu Art. 58, Abs. 1, wo es heißt: „Er (der Bundespräsident — d. Verf.) kann gegenüber der Bundesregierung keinen differenzierten politischen Willen haben, er darf sich nie aktiv in Gegensatz zur Politik der Bundesregierung setzen.“ Und in den Erläuterungen zu Abs. 2 heißt es dann, „auch Kundgebungen an die Öffentlichkeit, Aufrufe an die Bevölkerung, Schreiben an Einzelpersönlichkeiten fallen unter den Begriff. Auch Akte, die nicht urkundlich festgehalten sind, können darunter fallen, z. B. Reden, Briefe, Äußerungen im Gespräch; die Gegenzeichnung wird hier in der Form der Billigung vorgenommen. Die Billigung wird zweckmäßigerweise vorher eingeholt, kann aber auch nachträglich erteilt werden“.Google Scholar
  272. 263.
    v. Mangoldt-Klein, „Das Bonner Grundgesetz“, a.a.O., S. 1112.Google Scholar
  273. 264.
    Adenauer, K., „Erinnerungen 1955–1959“, a.a.O., S. 505.Google Scholar
  274. 265.
    Adenauer, K., „Erinnerungen 1955–1959“, a.a.O., S. 507.Google Scholar
  275. 266.
    Eine gewisse Ausnahme stellten einige Bemerkungen von Heuß in seiner Ansprache Silvester 1958 dar, wie Adenauer betont hat („Erinnerungen 1955–1959“, a.a.O., S. 506).Google Scholar
  276. 267.
    Wenn Lübke gelegentlich von diesem Prinzip der vorbereiteten Reden abwich und frei sprach, führte das zu verschärfter Kritik.Google Scholar
  277. 268.
    Zit. nach „Bonner Kommentar“, a.a.O., Erläuterungen zu Art. 58, 6.Google Scholar
  278. 269.
    Kniesch, J., „Die Stellung des Bundespräsidenten...“, a.a.O., S. 1325.Google Scholar
  279. 270.
    Obwohl dieses eigentlich banale Prinzip zu den selbstverständlichen Strukturmerkmalen demokratischer (nicht nur parlamentarischer) Regierungsweise gehört, kann nicht übersehen werden, daß die meisten politischen Detailfragen inhaltlich nie Gegenstand des Wahlentscheids sind und daß sich aus der Vielzahl der Staatsaufgaben ein weiter legitimer Ermessensspielraum der Regierung und der sie stützenden Parlamentsmehrheit ergibt. Daraus folgt z. B. u. a. die neoliberale Position, die Staatstätigkeit zu begrenzen, weil eine zentralplan- oder wohlfahrtsstaatliche Wirtschaftsordnung „die parlamentarische Demokratie... überlastet“. So Willge-rodt, H., „Warum Staatsplanung?“ a.a.O., S. 157. Vgl, d. auch Hayek, F. A., „Entstehung und Verfall des Rechtsstaates“, a.a.O., S. 53 ff.Google Scholar
  280. 271.
    Maunz-Dürig, „Grundgesetz“, a.a.O., Erläuterungen zu Art. 58, Abs. 2.Google Scholar
  281. 272.
    Für eine Übersicht s. „Manche Leute werden vielleicht irritiert sein“ in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12. 3. 1969.Google Scholar
  282. 273.
    Zum Wortlaut s. „Mir kommt es auf das Gewand des Staates an“ in: Stuttgarter Zeitung vom 8. 3. 1969.Google Scholar
  283. 274.
    An einer anderen Stelle formuliert Heinemann, daß eine wesentliche Position bei all unseren staatlichen Organe erstmalig auf die bisherige Opposition übergegangen sei. (Hervorhebung vom Verf.) Diese Formulierung erscheint interessant für das Selbstverständnis Heinemanns und wohl eines wesentlichen Teils der SPD. Auch nach 2 1/2Jahren großer Koalition und der Wahl eines sozialdemokratischen Bundespräsidenten fühlte man sich noch immer nicht als Koalitionspartner, sondern als „bisherige Opposition“.Google Scholar
  284. 275.
    Das betont Sternberger, D., „Wozu wir einen Bundespräsidenten brauchen“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. 3. 1969.Google Scholar
  285. 276.
    S. d. „The Observer“ vom 5. Juli 1959.Google Scholar
  286. 277.
    Wildenmann, R, „Macht und Konsens“, a.a.O., S. 77. Ähnlich auch „President Heuss’ example -guardian of German democracy“, in: Manchester Guardian vom 1. 7. 1959, oder Sternberger, D., „Würde, Rat und Handlung“, a.a.O.Google Scholar
  287. 278.
    Eschenburg, Th., „Der Bundespräsident, noch einmal Heuß“, in Die Zeit vom 12. 9. 1958.Google Scholar
  288. 279.
    Allemann, F. R., „Zwischen Stabilität und Krise“, a.a.O., S. 48.Google Scholar
  289. 280.
    Vgl. d. Kaltefleiter, W., „Die große Koalition“, a.a.O., S. 9–12, und derselbe, „Die Bundesrepublik als Kanzlerdemokratie“, a.a.O.Google Scholar
  290. 281.
    S. d. „Lübkes Gratwanderung“, in: Süddeutsche Zeitung vom 26. 1. 1966; und „Der politische Präsident“, in: General-Anzeiger vom 14. 3. 1960; sowie „Der politische Bundespräsident“, in: Die Welt vom 3. 9. 1960.Google Scholar
  291. 282.
    Zwar hat es Heuß 1958 in seinen „Bemerkungen zur Bundespräsidentenfrage“ (vorhanden im Theodor-Heuß-Archiv) abgelehnt, einen Stil geprägt zu haben, aber in Übereinstimmung mit dem größten Teil der Literatur weist Ulrich Scheuner („Das Amt des Bundespräsidenten“, a.a.O., S. 51) diese Bemerkung als ein „momentanes understatement“ zurück, wenngleich nicht übersehen werden kann, daß die Stilbildung wohl ihren Niederschlag in den Beurteilungen der öffentlichen Meinung — im weitesten Sinne des Wortes -, kaum aber in der Amtsführung seines Nachfolgers gefunden hat.Google Scholar
  292. 283.
    S. d. die Rede vor der Bundesversammlung am 12. September 1949, wieder abgedruckt in: „Die großen Reden“, Der Staatsmann, Tübingen 1965, S. 89.Google Scholar
  293. 284.
    Bagehot, W., „The English Constitution“, a.a.O., S. 67.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1970

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