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Cicero

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Zusammenfassung

Die menschliche Persönlichkeit antiker Literaturgrößen ist in der Regel nur so weit kenntlich, als sie sich in ihren Werken aus- oder in die Erinnerung anderer eingeprägt hat. Wie diese Werke gereift, welch innere Kämpfe in ihnen oft mehr begraben und beigelegt als in die Erscheinung getreten sind, das bleibt stets ein Problem, dessen Lösung nur teilweise möglich ist. Wo gar, wie bei Plato, eine reiche, sehr mannigfaltige Schriftstellerei vorliegt, die der äußeren Datierung ermangelt und doch die komplizierte Entwicklung eines langen und reichen Menschenlebens voraussetzt, da verwickeln sich die Fragen nach der Abfassungszeit, nach Anlaß und Zweck der schriftstellerischen Leistungen in verhängnisvoller Weise mit der Analyse des Individuums. Mit einem Manne des Altertums steht es anders, der darum auch in der Geschichte der Antike immer einen besonderen Platz einnehmen wird, mit Cicero. Seine literarische Tätigkeit, besonders seine Reden, enthalten eine gewaltige Fülle von Selbsterzählungen und Selbstbekenntnissen, die biographische Überlieferung über ihn ist reich und verhältnismäßig rein, und beides zusammen macht die Kunde von ihm erheblich vollständiger als von den meisten Schriftstellern der Griechen oder Römer. Einziger Art aber ist seine Korrespondenz, und innerhalb dieser wiederum sein Briefwechsel mit seinem Jugendfreunde, dem feingebildeten und geschmeidigen Finanzmann und Buchhändler T. Pomponius Atticus. Seine übrigen Briefe zeigen ihn so, wie er sich in der Öffentlichkeit geben wollte; die vertraulichen Schreiben an Atticus, vorn kleinsten Billett bis zur langen Herzensergießung, decken das innere Leben, die Gedanken und Pläne, die Hoffnungen und Schmerzen dieser leicht erregbaren Menschenseele mit einer Offenheit und Klarheit auf, die allein genügen würden, Cicero die Unsterblichkeit zu sichern. Nicht als ob er den Stil dieser Briefe geschaffen hätte.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1919

Authors and Affiliations

  1. 1.FreiburgDeutschland

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