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Polybios und Poseidonios

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Zusammenfassung

Seit J. G. Droysen pflegt man den großen historischen Prozeß, dessen Schöpfer und Opfer die Hellenen in der Periode von Alexander bis Augustus gewesen sind, Hellenismus zu nennen. Gegen den zusammenfassenden Namen ist nichts einzuwenden, sobald er nicht zu eng gefaßt wird. Es ist ja richtig, daß die beiden großen Versuche, die hellenische Nation zusammenzufassen, das attische Reich und der Hellenenbund Alexanders, den Kampf gegen die traditionelle orientalische Weltmacht zur Voraussetzung haben, und ebenso, daß die geistigen Bewegungen, welche das Hellenentum sukzessive umgestalten, in der Regel von Osten ausgehen und in der Auseinandersetzung der Hellenen mit dem Orient ihren Grund haben. Trotzdem wäre es falsch, unter Hellenismus nur die historischen Erscheinungen zu verstehen, welche die zunächst mächtig vordringende, dann allmählich ebbende Flut des hellenischen Lebens hervorbrachte, die sich durch und nach Alexander über den Orient ergoß. Das Antlitz von Hellas ist mit nichten nur nach Osten gewandt. Immer wieder sind die Griechen selbst durch den Lauf ihrer Geschichte daran erinnert, daß;sie zwischen zwei Meeren lagen, und daß es gefährlich war, die Position im Westen für gleichgültig zu halten. Die attische Politik des 5. Jahrhunderts hat das begriffen und, sobald ihr gegen Persien der Rücken gedeckt war, versucht, nach Italien und Sizilien hinüberzugreifen: im 4. Jahrhundert bewies umgekehrt das Fürstentum der Dionyse, wie stark ein kräftiger sikeliotischunteritalischer Staat auf die Verhältnisse des Mutterlandes drücken konnte. Freilich ist das Griechentum in dem erheblich später kolonisierten Westen nie zu einer so über-legenen Macht geworden wie an den Küsten Kleinasiens und des Pontos. Die Versuche, von Sizilien aus das Westgriechentum zusammenzufassen, wollen nie recht gelingen, bleiben stets kurzlebige Schöpfungen genialer Tyrannen, die mit überraschender Schnelligkeit wieder zerfallen. Wo die Staaten des Mutterlandes eingreifen, wie im 5. Jahrhundert Athen in Thurioi und Syrakus, im 4.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1919

Authors and Affiliations

  1. 1.FreiburgDeutschland

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