Von der „neuen Ära“ in Preußen bis zum Ende des deutschen Bundes. 1858–1866

  • Felix Salomon

Zusammenfassung

Die augenblicklichen gefährlichen Zustände Europas und Deutschlands und das Bedürfnis, politische Parteiforderungen der großen gemeinsamen Aufgabe der deutschen Einigung unterzuordnen, haben eine Reihe von Männern, welche teils der demokratischen, teils der konstitutionellen Partei angehören, aus verschiedenen deutschen Ländern zusammengeführt, um sich über die Herbeiführung einer einheitlichen deutschen Verfassung und die zur Erreichung eines solchen Zieles erforderliche gemeinschaftliche Tätigkeit zu verständigen. Dieselben haben im Anschluß an die Eisenacher Erklärung vom 17. und die Hannoversche Erklärung vom 19. Juli 18591) über folgende Punkte sich vereinigt:
  1. 1.

    Wir erblicken in der gegenwärtigen politischen Weltlage große Gefahren für die Unabhängigkeit unseres deutschen Vaterlandes, welche durch den zwischen Österreich und Frankreich abgeschlossenen Frieden eher vermehrt als vermindert worden sind.

     
  2. 2.

    Diese Gefahren haben ihren letzten Grund in der fehlerhaften Gesamtverfassung Deutschlands, und sie können nur durch eine schleunige Änderung dieser Verfassung beseitigt werden.

     

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Referenzen

  1. 1).
    Gedruckt: A. a. O. Anlage III.Google Scholar
  2. 1).
    1) Es folgt der Aufruf zur Bildung einer deutschen Nationalpartei. Vgl. Oncken, Bennigsen I, 336. Vgl. auch § 1 der Statuten des Nationalvereins, Oncken, Bennigsen I, 345.Google Scholar
  3. 1).
    Es sind im besonderen die Forderungen der Liberalen Schlesiens. Daneben treten die Verlangen der Liberalen Pommerns (Parisius S. 27). Sie lauten: 1. Freihandel und Gewerbefreiheit. 2. Unverkürzte Wirksamkeit der Gerichtshöfe. Einschränkung polizeilicher Überwachung. 4. Vollkommene religiöse Duldung. 5. Schutz gegen Übergriffe des geistlichen Amtes in die bürgerliche Gesetzgebung. 6. Verantwortlichkeit der Minister im Sinne der Verfassung.Google Scholar
  4. 1).
    Dieser Absatz ist wörtlich gleichlautend mit S. 98, Zeile 8 ff.Google Scholar
  5. 1).
    Die Schriften sind: „Die katholischen Interessen bei den Budgetverhandlungen in den preußischen Kammern des Janres 1852–1853. Verlag von Schöningh in Paderborn. 1853.“-„Die katholischen Interessen in den preußischen Kammern des Jahres 1853–1854. Verlag von Engels & Leusch in Düsseldorf. 1854.“ — „Die Lage der Katholiken in Preußen am Schlusse der 3. Legislaturperiode 1855.“ — „Parlamentarische Reden der Gebrüder Reichensperger. Als Material zu einer Charakteristik der großdeutschen und katholischen Fraktion 1848–1857. Verlag von Manz in Regensburg. 1858.“ — „Deutschlands nächste Aufgaben. Von August und Peter Reichensperger. 1860.“Google Scholar
  6. 1).
    Diese Staatsidee, welche den Staat eigentlich ganz aufhebt und ihn in die bloße bürgerliche Gesellschaft der egoistischen Interessen umwandelt, ist die Staatsidee des Liberalismus und von ihm historisch produziert worden. Sie bildet bei der Macht, die sie notwendig erlangt hat und die im direkten Verhältnis mit ihrer Oberflächlichkeit steht, die wahrhafte Gefahr geistiger und sittlicher Versumpfung, die wahrhafte Gefahr einer „modernen Barbarei“, welche heute besteht. In Deutschland kämpft ihr zum Glück mächtig entgegen die antike Bildung, welche nun einmal die unverlierbare Grundlage des deutschen Geistes geworden ist. Von ihr aus erzeugt sich die Ansicht, „der Begriff des Staates sei vielmehr notwendig dahin zu erweitern, bis wohin er meines Erachtens zu erweitern ist, daß der Staat die Einrichtung sei, in welcher die ganze Tugend der Menschheit sich verwirklichen solle“. (Worte August Boeckhs in seiner Universitätsfestrede vom 22. März 1862.) (Anmerkung Lassalles.)Google Scholar
  7. 1).
    Wie vorher in bezug auf das allgemeine, gleiche und direkle Wahlrecht, so entwickelt Lassalle hier in bezug auf den Staat Anschauungen, die vor der genaueren, auf die geschichtliche Erfahrung gestützten Kritik nicht standhalten. Die Sozialdemokratie steht denn auch heute beiden Institutionen wesentlich kühler gegenüber. Aber sie verkennt darum ebensowenig deren zeitweilige historische Berechtigung, wie das Verdienst Lassalles, von links her dem Geheul der Nichtsalsfreihandelsapostel gegenüber energisch darauf hingewiesen zu haben, daß die Staatsmaschinerie auch noch zu etwas besserem da ist, als das bürgerliche Eigentum zu schützen. (Anmerkung Bernsteins.)Google Scholar
  8. 1).
    Vgl. S. 98.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1924

Authors and Affiliations

  • Felix Salomon
    • 1
  1. 1.Universität LeipzigDeutschland

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