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Lebensphilosophie und Lebenspädagogik

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Zusammenfassung

Es wurde bereits angedeutet, daß wir hier ein Paar von Gegensätzen vor uns haben, die, wie sie ihre Einseitigkeiten und Übersteigerungen, aber auch ihr relatives Recht gerade aneinander und durcheinander recht enthüllen, nicht sowohl nach einem Ausgleich durch Mischung und Abschwächung verlangen, sondern in einer höheren Ebene des Gedankens so aufgehoben sein wollen, daß keines der in ihnen sich durchsetzenden Motive völlig untergeht, jedes sich als Moment innerhalb der neuen Gesamtauffassung behauptet. Es ist ein Beleg für die von uns behauptete Einheit des geistigen Auftriebs, wenn sowohl in der Philosophie als auch in der pädagogischen Ideenbewegung, mit und ohne direkt erstrebte oder gewußte gedankliche Abhängigkeit, die Tendenzen hervorgetreten sind, die zu einem solchen höheren Problemniveau empordrängen. Ja, man wird behaupten dürfen, daß gerade in den Strömungen, denen wir uns jetzt zuwenden, die Ursprünglichkeit auch der pädagogischen Motive bzw. der praktischen Gestaltungstriebe, die sich in ihnen zum Worte melden, mit einer Entschiedenheit hervortritt, die den Glauben an eine einseitige Abhängigkeit und logische Ableitbarkeit schlagend widerlegt. Wir treten ein in den Bereich einer Gedankenbewegung, von der man zweifeln kann, ob sie primär aus der Systemkraft des philosophischen Gedankens gezeugt oder nicht vielmehr gerade den aus- und übertheoretischen Impulsen des vollen Lebens entsprungen sei. Nicht umsonst legt sie sich den Namen einer „Philosophie des Lebens“ bei: mit ihm will sie nicht so sehr das Objekt wie vor allem den Ursprung dieser Weise des Philosophierens bezeichnen.

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Notes

Literatur

  1. H. Rickert, Die Philosophie des Lebens, Tübingen 1920.Google Scholar
  2. H. Schlemmer, Der Geist der Jugendbewegung, München 1923. E. Spranger, Psychologie des Jugendalters8, Leipzig 1927.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1927

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