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Zusammenfassung

Ein Gedankengang, der sich auf die Überzeugung gründet, jedes inhaltlich konkretisierte Bildungsideal wachse mit einer prälogischen Notwendigkeit aus den Tiefen des Lebens hervor, wird zwar in einer Wesensverwandtschaft zwischen philosophisch ausgebauter Weltanschauung und pädagogischer Idee eine wertvolle Stütze für seine Auffassung finden, wird aber deshalb nicht der weitergreifenden Frage ausweichen dürfen, ob nicht über die Grenzen der reinen Ideenbewegung hinaus, ob nicht in dem Ganzen des dem betreffenden Lebenskreis beschiedenen äußeren und inneren Schicksals die Züge aufzuweisen seien, die das in ihm sich formende Bildungsideal als die seiner Lage angemessene Deutung und Zielweisung legitimieren. Hüten wir uns, diese Fragestellung so mißzuverstehen, wie es einer von uns bekämpften Anschauungsweise naheliegen würde. Nicht darnach wird bloß gefragt, ob es als „Ausdruck“ dem Gesamtzustand angemessen sei, aus dem es entspringt. Es wird, sofern die von uns gestellte Frage bejaht werden kann, auch als solcher seine Beglaubigung empfangen. Aber wir wissen ja, daß jede etwa zuzuerkennende Ausdruckswahrheit sich gründet auf eine Qualität des Gebildes, kraft deren es eben mehr ist als bloßer Ausdruck, kraft deren es an sachlichen Notwendigkeiten sich bewährt. In diesem tieferen Sinne also dürfen, ja müssen wir zum Abschluß fragen, ob und wie das hier in seiner Struktur entwickelte Bildungsideal sich der deutschen Lebens- und Seelenlage dieses historischen Momentes vermähle.

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Notes

Literatur

  1. H. Nohl, Zur deutschen Bildung I, Göttingen 1926.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1927

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