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Aus dem ersten Buch der „Summa contra gentiles“

  • Alfons Kurfeß
Part of the Philosophische Quellenhefte book series (PQ, volume 9)

Zusammenfassung

„Die Wahrheit wird betrachten mein Gaumen, und meine Lippen werden verabscheuen das Gottlose“ (Proverb.1 8,7). Der Brauch der Masse, dem man nach der Meinung des „Philosophen“2 bei der Benennung der Dinge folgen soll, hat es gemeiniglich mit sich gebracht, die „Weise“ zu nennen, die die Dinge richtig ordnen und gut leiten. Darum sieht der „Philosoph“3 die Aufgabe des Weisen in der Tätigkeit des Ordnens. Bei allem aber, was man zu einem Ziele hinleiten und ordnen soll, muß man die Regel für die Ordnung und Leitung eben aus dem Ziel entnehmen. Denn dann wird jegliches Ding am besten eingerichtet, wenn es entsprechend seinem Ziele zugeordnet wird. Denn das Ziel ist das „Gut“ jedes Dinges. Darum ist bei den Künsten eine gleichsam die Leiterin und Führerin der anderen, weil sie deren Ziel bestimmt. So beherrscht und ordnet z. B. die Heilkunst die Kunst der Salbenbereitung, weil eben die Gesundheit, mit der sich die Heilkunst befaßt, das Ziel aller Salben ist, die die Salbenkunst bereitet. Ganz ähnlich ist es mit der Steuermannskunst gegenüber der Schiffsbaukunst und mit der Kriegs-kunst hinsichtlich der Reiter- oder sonstigen Kriegsausrüstung. Die Künste nun, die die anderen beherrschen, nennt man architektonische oder führende Künste. Darum beanspruchen auch die Meister in diesen Künsten, die sogenannten Architekten, mit Recht den Namen „Weise“.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1928

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  • Alfons Kurfeß

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