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Die Rolle des Erkennens im Kunstschaffen

  • Richard Müller-Freienfels

Zusammenfassung

Besondere Probleme bietet das Eingreifen des Verstandes in den künstlerischen Schaffensprozeß. Darüber, daß im Inspirationszustand alles berechnende Denken, alle willkürlichen Urteilsakte ausgeschaltet sind, oder wenigstens vielfach scheinen, ist bereits gesprochen worden, und weit bis in Laienkreise hinein ist denn auch die Überzeugung verbreitet, der echte Künstler treffe mit schlafwandlerischer Sicherheit das Rechte, ohne jede urteilenden oder gedanklichen Hilfen; die Bezeichnung als „denkender“, oder „intellektueller“ Künstler ist beinahe ein Tadel geworden. Es hängt mit dieser Überzeugung, daß jedes echte Kunstwerk ein Instinktsprodukt sein müsse, zusammen, daß viele neuere Künstler auf allen Kunstgebieten bewußt alles Gedankliche in ihren Werken zu vermeiden streben, daß die Maler, besonders die Impressionisten, nur solche Gegenstände darstellen, die rein sinnhaft und ohne intellektuelles Wissen aufgefaßt werden können, daß viele Dichter, besonders die Naturalisten, es für eine Beleidigung halten, wenn man ihren Werken Gedankentiefe nachrühmen wollte.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1923

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  • Richard Müller-Freienfels

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