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Anhang

Von der Induktiven Logik zur Logik der Wissenschaftlichen Systeme
  • Federigo Enriques
Part of the Wissenschaft und Hypothese book series (WH)

Zusammenfassung

Die Vorstellung von der logischen Ordnung einer wissen-schaftlichen Theorie, die sich im Gefolge der kritischen Mathmatik des 19. Jahrhunderts herausgebildet hat,kann in ihrer wahren Bedeutung nicht voll erfaßt werden, wenn man nicht zu gleicher Zeit die — in gewisser Weise entgegengesetzte — Ent-wicklung betrachtet, welche die sogenannte induktive Logik im gleichen Jahrhundert genommen hat, und die übrigens gleichfalls mit dem Fortschritt der im weitesten Sinne genommenen mathematischen Wissenschaften zusammenhängt.

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Referenzen

  1. 1).
    Isaaci Newtoni, Optices liber III, Patavii 1749, S. 165. Deutsche Übers, in „Ostwalds Klassiker“ Bd. 96 u. 97.Google Scholar
  2. 2).
    2. Aufl., Paris 1900.Google Scholar
  3. 3).
    a. a. O. S. 27.Google Scholar
  4. 1).
    Wenigstens in der oben erwähnten Untersuchung. Später — in einem anonymen Artikel in der„ Quarterly Review“ vom Juni 1841, der in seinen Essays wieder abgedruckt ist — kritisiert Herschel die Lehre von Whe-well und setzt rein empirische Ansichten im Sinne von Stuart Mill auseinander.Google Scholar
  5. 1).
    Ich habe besonders die französische Übersetzung von Peiße gesehen (Paris 1866), die nach der sechsten englischen Auflage von 1865 hergestellt ist. Eine deutsche Übersetzung ist als Bd. 2 und 3 der Gesammelten Werke von J. St. Mill 1872 und 1873 in Leipzig erschienen.Google Scholar
  6. 1).
    Was der Denkweise des Verfassers fehlt, um logisch mathematische Strenge zu erreichen, sieht man z.B. an seiner Analyse des Beweises des fünften Euklidischen Satzes (Gleichheit der Basiswinkel eines gleichschenkligen Dreiecks); Vgl. Buch II, Kap. IV, § 4.Google Scholar
  7. 2).
    „The Principles of Science, A Treatise on Logic and Scientific Method“ 1873. Der Verf. kritisiert in dem Vorwort (S. XXII der 2. Aufl.) die psychologische und philosophische Behandlung der Logik durch Mill. An diesem Beispiel kann man die Verschiedenheit der Auffassung der beiden Autoren exemplifizieren, indem man die Erklärung der logischen Prinzipien vom Widerspruch und vom ausgeschlossenen Dritten bei beiden einander gegenüberstellt: für Mill drücken sie einfach die psychologische Erfahrung aus, daß Glaube und Unglaube psychische Zustände sind, die sich einander ausschließen und daß man bei allen nicht sinnlosen Fragen stets entweder glauben oder nicht glauben muß (a. a. O. Buch II, Kap.VII, § 4.) Für Jevons dagegen sind die logischen Prinzipien Bedingungen, denen die Gegenstände unseres Schließens genügen müssen, wie wir schon § 30 hervorgehoben haben.Google Scholar
  8. 1).
    „Scritti“ S. 238. Vgl. von demselben Verf. „I1 metodo deduttivo come strumento di ricerca“ 1898 in „Scritti“ S. 118.Google Scholar
  9. 2).
    „Die Geschichte und die Wurzel des Satzes der Erhaltung der Arbeit“, Prag 1872, Caboe.Google Scholar
  10. 3).
    Vgl. „Die Mechanik in ihrer Entwicklung“ (1. Aufl., Leipzig 1883, Kap. IV, V.Google Scholar
  11. 4).
    „Populärwissenschaftliche Vorlesungen“ 3. Aufl., S. 277.Google Scholar
  12. 5).
    „Vierteljahrsschrift für Phil.“ XIX, 1895. Vgl. desselben Verfassers „Einführung in die Philosophie der reinen Erfahrung“, Leipzig 1900 (Darstellung der Philosophie von Avenarius).Google Scholar
  13. 6).
    3- Aufl. 1911.Google Scholar
  14. 7).
    „Scritti“ S. 463.Google Scholar
  15. 8).
    „Probleme der Wissenschaft“ 1906, Kap. III, B. 1) „Analyse der Empfindungen“ 1886, Kap. V.Google Scholar
  16. 2).
    Enriques, Probleme der Wissenschaft, Kap. II.Google Scholar
  17. 3).
    Deutsche Übers, mit Vorwort von Mach, 2. Aufl. 1911.Google Scholar
  18. 4).
    a. a. O. Kap. IX.Google Scholar
  19. 5).
    Diese Auffassung wird in der ganzen englischen Psychologie breit entwickelt (Bain, Lewes, Spencer usw.).Google Scholar
  20. 6).
    Vgl. „Die Mechanik“ Kap, IV, V; „Analyse der Empfindungen“ (4. Aufl. S. 249–55); „Prinzipien der Wärmelehre“ (2. Aufl. 1900, S. 177–80); „Erkenntnis und Irrtum“ (2. Aufl. S. 126–143). „Ökonomische Natur der physikalischen Forschung“ (Popularwiss. Vorlesungen, 3. Aufl. 1905, S. 277.Google Scholar
  21. 1).
    In Kap. I der „Probleme der Wissenschaft“ zeigt Enriques, wie das „Ding an sich“ neben dem„Absoluten“ Begriffe sind, die durch einen transzendenten Prozeß fehlerhaft definiert sind, weil dieser Prozeß unendlich viele Stufen des Wissens oder unendlich viel Denkakte verlangen würde.Google Scholar
  22. 2).
    Der Name Pickler ist erst in der zweiten Aufl. (1908) erwähnt.Google Scholar
  23. 3).
    Nur im Falle flüchtiger Eindrücke kann man von reinen Empfindungen sprechen; in jeder Empfindung ist stets eine aktive Reaktion des Empfindenden enthalten, eine willkürliche Kraft der Aufmerksamkeit, die sich in seinem Bewußtsein unlöslich mit dem „Empfinden“ verknüpft, und als „Erkennen“ bezeichnet wird.Google Scholar
  24. 1).
    i. Aufl., S. 214.Google Scholar
  25. 2).
    Vgl. sein posthumes Werk „Die Prinzipien der physikalischen Optik“, das mit einem aus 1913 stammenden Vorwort des Verf. 1921 in Leipzig erschien.Google Scholar
  26. 3).
    „On the Dynamical Evidence of the Molecular Constitution of Bodies“, 4. u. 11. März 1875.Google Scholar
  27. 4).
    „Electricité et optique“ 1901; „Wissenschaft und Hypothese“ 1900, Kap. XII. Deutsche Übersetzung, B. G. Teubner, Leipzig 1904.Google Scholar
  28. 1).
    „How to make our ideas clear“ (Popular Science Monthly, 1878).Google Scholar
  29. 2).
    Die vollständige Darstellung seines Denkens findet sich in den Bänden „Pragmatism“ (New York 1907), (Deutsche Übers. Leipzig 1908). „The Meaning of Truth“, London 1909; „A pluralistic Universe“, London 1909.Google Scholar
  30. 3).
    „Pragmatism“, S. 222.Google Scholar
  31. 4).
    Vgl. James, The Will to Believe and other Essays in Popular Philosophy, New York 1899.Google Scholar
  32. 5).
    Vgl. „Scienza e razionalismo“ 1912, Kap. 1. Die Analogien und die Verschiedenheiten meines Denkens und des Pragmatismus, die sich schon in den „Problemen der Wissenschaft“ zeigen, hat Josiah Royce scharf herausgearbeitet in dem Vorwort, das er zur englischen Übersetzung jenes Werkes geschrieben hat. Open Court 1914-Google Scholar
  33. 6).
    „Scienza e razionalismo“, Kap. VI.Google Scholar
  34. 1).
    „Wissenschaft und Hypothese“ S. 152.Google Scholar
  35. 1).
    Wenn aber der Hegelianer die Natur gemäß der poetischen Fiktion auffaßt, die daraus eine in der Vergangenheit vom Geiste vollendete Arbeit macht, die unserem Bewußtsein entschwunden ist, so muß er gerade anerkennen. daß diese Natur unserem Bewußtsein als etwas Gegebenes gegen-übertritt; so müßte die Erfahrung für ihn etwas ebenso wesentliches werden, wie das Studium der historischen Wirklichkeit.Google Scholar
  36. 2).
    „The Spirit of Modern Philosophy“, Boston und New York 1893.Google Scholar
  37. 3).
    „A Plualristic Universe“, a. a. O., S. 87.Google Scholar
  38. 4).
    Vgl. meine Arbeit über „La metafisica di Hegel“ in „Scienza e razionalismo“ III, 2.Google Scholar
  39. 5).
    Vgl. im allgemeinen „Wissenschaft der Logik“ in den Werken Bd. in, Berlin 1833 und insbesondere das Kap. 5. „Die Lehre vom Begriff“ Enzyklopädie 1. T. Logik (in den Werken Bd. 111, S. 320–21).Google Scholar
  40. 1).
    „Wissenschaft und Hypothese“ S. 51.Google Scholar
  41. 1).
    In der Tat wollte Newton (wie schon die alten demokritischen Hypothesen, die nachher von Lesage und von Fatio de Dullers wieder ausgegraben wurden) die Anziehung auf Stoß und Druck zurückführen. Vgl. „Optica“ Frage 313. a. a. O. S. 153.Google Scholar
  42. 2).
    Vgl. Enriques, La relativita del movimento nett antica Grecia, („Periodico di matematiche“, 1921).Google Scholar
  43. 3).
    Wir erinnern auch an die Untersuchung von Enriques in den „Problemen der Wissenschaft“ Kap. V, wo er die Statik und Dynamik der beginnenden Bewegung in einem beliebigen Bezugssystem begründete. Wir fügen hinzu, daß diese Konstruktion natürlich verallgemeinert werden kann, indem sie so zu dem vollständigen System der relativistischen Mechanik führt (ohne Hinzunahme des Elektromagetismus). Hier führt man an Stelle der Trägheitsgesetze das Postulat von Einstein ein, wonach die Gesetze der Dynamik kovarianten Charakter hinsichtlich der verschiedenen möglichen Bezugsysteme haben müssen (Bemerkung von Levi-Civita).Google Scholar
  44. 4).
    Nachdem Stallo(a.a.O. Kap. V) daran erinnert hat, daß Newton selbst die Gravitation dadurch erklären wollte, daß er sie auf Druck und Stoß zurückführte, legt er dar, wie Huygens dessenungeachtet es für absurd hielt, das Prinzip der Attraktion anzunehmen, und wie Leibniz sagte, daß es an eine unkörperliche, unerklärliche Macht appelliere. Auch Johann Bernoulli nannte es vor der Pariser Akademie eine Voraussetzung, die umwälzend war für Geister, welche gewohnt waren in der Physik nur unbestreitbare und evidente Prinzipien anzuerkennen. Endlich stellt Stallo melancholisch fest, daß nicht einmal heute sich die Physiker, wie Stuart Mill wollte, an die Tatsache dieser Fernwirkung gewöhnt haben. Sie sind keineswegs von dem Gedanken losgekommen, die Kräfte auf Wirkungen zurückzuführen, die sich durch Berührung übertragen.Google Scholar
  45. 1).
    „I1 particolarismo e la classificazione delle scienza“ in „Scienza e razionalismo“, Kap. V.Google Scholar
  46. 2).
    Die weitere Entwicklung der idealistischen Philosophien zeugt meiner Meinung nach nur vom Erfordernis der Einheit, ohne es zu erfüllen; denn es kann keine einheitliche Philosophie des Denkens diejenige sein, welche willkürlich die Felder ihrer Tätigkeit voneinander trennt und es mit bequemen Vorwänden ablehnt, von den Fortschritten der Wissenschaft Kenntnis zu nehmen,Google Scholar
  47. 1).
    „Scienza e razionalismo“ II, 3.Google Scholar
  48. 2).
    Ich führe ein einziges Beispiel an. Kant meint, daß das Prinzip der Erhaltung der Substanz bei den chemischen Reaktionen ein Urteil a priori sei; die Chemiker hingegen sind einig in der Annahme, daß dies Prinzip auf dem Experiment von Lavoisier beruht. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Wahrheit auf Seiten der Chemiker ist, und daß die Versuche von Landolt und von Heydweiler zu einer genauen Bestätigung des Prinzips nichts weniger als sinnlos sind. Denn die Vernunft kann uns nur dazu veranlassen, in den chemischen Umwandlungen etwas konstantes zu suchen, aber sie kann uns nicht sagen, daß dies „Etwas“ sich gerade in bestimmten Maßen, z. B. des Gewichtes, zeigt. Es ist bemerkenswert, daß nach der neueren Atomtheorie (Rutherford, Bohr) das Gewicht der Verbindung nicht mehr genau gleich der Summe der Gewichte der Bestandteile sein würde, speziell nicht bei den Umwandlungen der Atome: trotzdem würde sich in diesen wieder etwas Konstantes finden, nämlich die Zahl der Elektronen oder die richtig bestimmte Energie.Google Scholar
  49. 3).
    Ausgabe von Green und Grose, London 1894. Vgl. insbesondere „Treatise“ Bd. I, S. 463/64. „Essays“ Bd. II, S. 63.Google Scholar
  50. 4).
    „On the Notion of Cause“ („Scientia“ 1913). Vgl. G. Scorza, „Periodico di Matematiche“, Januar 1921.Google Scholar
  51. 5).
    Man denke an die Rolle, die in der Lehre Einsteins die Gleichheit der trägen und der schweren Masse spielt.Google Scholar
  52. 6).
    Es ist gut, das gewissen Vertretern des Idealismus zu sagen: gerade hierin und nicht im Idealismus liegt die philosophische Bedeutung der Einsteinschen Theorie.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1927

Authors and Affiliations

  • Federigo Enriques

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