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Zur Frage der Vereinheitlichung subjektiver Risikoschätzungen der Anteilseigner im Investitionskalkül

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Überblick

  • Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, welches Optimalitätskriterium den Investitionsentscheidungen unter Ungewißheit bei Unternehmen, die von einer Gesellschaft betrieben werden, zugrunde zu legen ist.

  • Der Ansatz eines objektivierenden Risikozuschlages auf den Kalkulationszinsfuß des Kapitalerwartungswertes ist nicht sinnvoll.

    Statt dessen soll gemäß der Theorie des Gewinnvorbehalts das Optimalitätskriterium der Maximierung des gewogenen Einzelgewinns bei Einhaltung einer Mindestgewinnbedingung Anwendung finden. Alsdann ist das Ergebnis durch Suche eines Kompromißweges oder in Anpassung an die Risikoeinschätzung des wichtigsten Anteilseigners zu modifizieren.

  • Die Bedeutung des Beitrages für den Praktiker liegt in einer Verbesserung des Optimierungskalküls bei Entscheidungen unter Ungewißheit.

  • Probleme der Theorie des entscheidungsbestimmten unternehmerischen Handelns dürfen nicht mit Hilfe der neoklassischen Investitionstheorie gelöst werden. Vielmehr gilt es in der betriebswirtschaftlichen Handlungstheorie, eigenständige Lösungen zu entwickeln.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Siehe u.a.: W. Sharpe, Capital Asset Prices: A Theory of Market Equilibrium under Conditions of Risk, in: Journal of Finance, Vol. 19 (1964), S. 425–442Google Scholar
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  26. Siehe hierzu neuerdings: M. Steiner und C. Bauer, Die fundamentale Analyse und Prognose des Marktrisikos deutscher Aktien, ZfbF 1992, S. 347 ff. Siehe hierzu auch D. Standop, Optimale Finanzierung, Berlin 1975, S. 175.Google Scholar
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    Bei zahlreichen Unternehmen gilt es z. B. in der Produktpolitik als eine Erfahrungstatsache, daß von 10 auf den Markt gebrachten Neuprodukten 8 Produkte Flops darstellen und nur 2 Produkte reüssieren.Google Scholar
  28. 7.
    Die Frage, wie ein marktwirtschaftliches System bei vollkommener polypolistischer Konkurrenz überhaupt fungieren und zum Gleichgewicht (Markträumungspreis) führen kann, hat die Ökonomen bekanntlich seit Adam Smith bewegt. Smith hat diese Frage in Anlehnung an Th. Bentham so beantwortet, daß hinter allem eine „unsichtbare Hand“ wirke. Aber diese metaphysisch-mysteriöse Lösung ist für einen an der Empirie orientierten Theoretiker unbefriedigend. Ein anderer Versuch besteht in der Unterstellung, daß als deus ex machina ein Generalauktionator zwischen Angebot und Nachfrage vermittle. Aber dieser Weg ist mit der Prämisse, daß die Wirtschaftssubjekte isoliert nach Gewinn streben und der Staat keinen direkten Einfluß auf das Marktgeschehen ausübt, nicht vereinbar. Nach Ansicht des Verfassers gibt es nur einen Weg, das Zustandekommen des allgemeinen Marktgleichgewichts bei vollkommener polypolistischer Konkurrenz auf sämtlichen Teilmärkten widerspruchsfrei zu erklären. Und zwar wird hier das Marktgleichgewicht u. a. durch die Annahme definiert, daß sämtliche Subjekte bei offenem Markt und vollkommener polypolistischer Konkurrenz zwangsläufig zum Gleichgewichtspreis kaufen und verkaufen müssen, wenn sie überleben, d. h. nicht aus dem Markt ausscheiden wollen.Google Scholar
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    H. Koch, Die Theorie des Gewinnvorbehalts als ungewißheitstheoretischer Ansatz, ZfbF 1978, S. 19 ff.; derselbe, Die Theorie des Gewinnvorbehalts und ihre Bedeutung, Die Betriebswirtschaft, 1980, S. 125 ff.; derselbe, Zur Theorie des Gewinnvorbehalts, ZIB 1987, S. 546 ff.Google Scholar
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    Siehe hierzu: H. Koch, Sicherungskosten-Begriff, Struktur und Ermittlung, ZfB 1991, S. 490 ff. Siehe hierzu H. Koch, Die Theorie des Gewinnvorbehalts und ihre Bedeutung, Die Betriebswirtschaft, 1980, S. 125 ff., insbes. S.130. Vgl. die umfangreiche Literatur zur Flexibilität, u. a.: H. Jacob, Unsicherheit und Flexibilität, in: ZfB 1974, S. 229, S. 401 und S. 505 ff.; derselbe, Flexibilität und ihre Bedeutung für die Betriebspolitik, in: Adam/Backhaus/Meffert/Wagner (Hrsg.), Integration und Flexibilität, Wiesbaden 1990, S. 15ff.; H. Meffert, Markt-Flexibilität als Erfolgsfaktor der Unternehmung, in: Thexis, Heft 4, 1985, S. 8 ff.Google Scholar
  31. 10.
    In der exakten Unternehmenstheorie ist unterstellt, daß unterschiedliche Entscheidungsalternativen verschieden hohe gewogene Einzelgewinnbeträge aufweisen. Ergibt sich jedoch im konkreten Fall einer Investitionsrechnung eine Patt-Situation der Art, daß mehrere Alternativen gleich hohe gewogene Einzelgewinne aufweisen und optimal sind, so ist nach dem Prinzip der lexikographischen Präferenzordnung ein weiteres, sekundäres Optimalitätskriterium heranzuziehen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  1. 1.MünsterDeutschland

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