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Theoretische Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes

  • Burkhard Touché
Part of the DUV Wirtschaftswissenschaft book series (DUVWW)

Zusammenfassung

Die Auflösung von Strukturen gesellschaftlicher Ordnungen in den Ländern Ost- und Mitteleuropas und in der Sowjetunion hat spätestens seit Ende der 80er Jahre in aller Schärfe die Frage nach einer theoretischen Begleitung und Unterstützung der sich vollziehenden Prozesse aufgeworfen. Schwierigkeiten einer solchen theoretischen Unterstützung resultieren dabei in erster Linie aus den komplexen Wechselwirkungen von Ursachen und Handlungsfolgen, die diesem Ordnungswandel zugrundeliegen. Die „universale Interdependenz aller sozialen Phänomene,“1) die die Komplexität der sozialen Beziehungen zwischen den Menschen untereinander und den von ihnen verursachten ProzeBverläufen „in ihrer Ganzheit kaum begreifbar und erklärbar“ macht, erfordert daher ein hohes Maß an Komplexitätsreduktion und Abstraktion. Durch die analytische Aufspaltung des gesellschaftlichen Systems in einzelne Teilsysteme bietet die moderne Systemtheorie2) die Möglichkeit, spezifische Entscheidungs- und Handlungssysteme voneinander abzugrenzen, um sie so einer gesonderten und von daher vereinfachten Analyse zu unterziehen.

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Literatur

  1. 1).
    Vgl. hierzu und zu den folgenden Ausführungen Thieme (1984), S.5 und Gutmann (1981), S.29ff.Google Scholar
  2. 2).
    Zur Systemtheorie in den Wirtschaftswissenschaften vgl. ebd., Thieme (1984) oder Neuberger/Duffy (1976).Google Scholar
  3. 3).
    Thieme (1984), S.6.Google Scholar
  4. 4).
    Verfassung (1977), Art. 29.Google Scholar
  5. 5).
    Segbers (1989), S.186–189; Höhmann (1989a), S.7; Wettig (1989), S.205ff; Will (1989), S.278ff.Google Scholar
  6. 6).
    Segbers (1989), S.183; Meier (1989), S.183ff.Google Scholar
  7. 7).
    Vgl. hierzu Conert (1990), S.223ff; Segbers (1989), S.178–183; Höhmann (1989b), S.123ff; Zu weiteren Einzelheiten sei auf die jeweiligen Abschnitte der Kapitel II und III verwiesen.Google Scholar
  8. 8).
    Gutmann (1981), S.30.Google Scholar
  9. 9).
    Vgl. zu den Störungen des sozio-kulturellen Systems Knabe (1990); Ahlberg (1990a), S.115ff; Segbers (1989); S.183–186; Höhmann (1989a), S.8; Wiles (1981), S.6; Mommsen (1989), S.10–19.Google Scholar
  10. 10).
    Winigradow (1988), S.355ff.Google Scholar
  11. 11).
    Gutmann/Klein (1984), S.97.Google Scholar
  12. 12).
    Simon (1989a), S.22.Google Scholar
  13. 13).
    Zum politischen Subsystem vgl. Simon (1990); Segbers (1989), S.178 und S.189; Vgl. insbesondere aber Kap. III, Abschnitt 2.Google Scholar
  14. 14).
    Gutmann/Klein (1984), S.107.Google Scholar
  15. 15).
    Einen Überblick zu den verschiedenen Ansätzen gibt Thieme (1984), S.7–10.Google Scholar
  16. 16).
    Cassel (1984), S.9.Google Scholar
  17. 17).
    Thieme (1984), S.11; Vgl. auch den graphisch dargestellten Zusammenhang von Wirtschaftssystem, -ordnung und -verfassung; Ebd., S.12.Google Scholar
  18. 18).
    Cassel (1984), S.11.Google Scholar
  19. 19).
    Vgl. zu den Begriffen “normativer” und “positiver” Theorie der Ordnungspolitik Cassel (1988), S.323f.Google Scholar
  20. 20).
    Vgl. hierzu Streit (1983), 5.180–184.Google Scholar
  21. 21).
    Pütz (1960), S.9–21.Google Scholar
  22. 22).
    Schachtschabel (1967); Cassel (1984); Gutmann/Klein (1984).Google Scholar
  23. 23).
    Pütz (1960), S 16ff.Google Scholar
  24. 24).
    Schachtschabel .S.11. S.13;Google Scholar
  25. 25).
    Pütz (1960), S. 11Google Scholar
  26. 26).
    Cassel (1984), Pütz (1960), S.12;Google Scholar
  27. 27).
    Schachtschabel S.115ff und Cassel.11. (1967), Schachtschabel (1967), S.18ff; Vgl. auch Streit (1988), S.48f. (1967), S.29ff; Vgl. auch Streit (1983), (1984), S.13.Google Scholar
  28. 28).
    ) Ebd., S.14; Vgl. hierzu auch ausführlich Leipold (1989a), S.1–24.Google Scholar
  29. 29).
    Pütz (1960), S.14.Google Scholar
  30. 30).
    Neuhauser (1960), S.30 und S.33.Google Scholar
  31. 31).
    Ebd., S.30Google Scholar
  32. 32).
    Eine wirtschaftspolitische Konzeption kann nach PUTZ dann als “rational”gelten, “wenn sie hinsichtlich ihrer Bestimmung der Ziele, Grundsätze und Methoden den Erkenntnissen der sinn-und kausalgesetzlichen Zusammenhänge des Wirtschaftslebens genügt.” Pütz (1960), S.15; Als “pseudorational” bezeichnet STREIT beispielsweise an Utopien orientierte Programme, wenn die Utopie keine hinreichenden Angaben darüber enthält, inwieweit grundlegende gesellschaftliche Veränderungen zugunsten des angestrebten Ideals durchgeführt werden müssen (oder können). Streit (1983), S.179f.Google Scholar
  33. 33).
    Neuhauser (1960), S.33; Vgl. zum Zusammenhang von Ordnungsstruktur und einem Grundkonsens in der Gesellschaft Gutmann (1989a), S.351.Google Scholar
  34. 34).
    Schachtschabel (1967), S.39.Google Scholar
  35. 35).
    EUCKEN schrieb schon 1952, daß eine Zentralverwaltungswirtschaft zwar durch Zwang eine “äußere Stabilität” auch für längere Zeit aufrechterhalten kann, selbst wenn durch das fehlende Gleichgewicht im Wirtschaftsprozeß “Millionen (…) verhungern”. “Innere Stabilität” kann es nach seiner Auffassung jedoch nur in der Wirtschaftsform der “Eigenwirtschaft” oder bei vollständiger Konkurrenz geben. Eucken (1975), S.198.Google Scholar
  36. 36).
    Raupach (1966), S.8.Google Scholar
  37. 37).
    Vgl. hierzu Pütz (1960), S.15f; Neuhauser (1960), S.30ff; Vgl. zum Begriff der Rationalität auch Streit (1983), S.151f.Google Scholar
  38. 38).
    ) Vgl. Cassel, (1984), S.11–13; Schachtschabel (1967), S.18–23.Google Scholar
  39. 39).
    “Die grundlegende Behauptung (des Individualismus, B.T.) ist, (…) daB es keinen anderen Weg zum Verständnis der sozialen Erscheinungen gibt, als über das Verständnis des Handelns des Einzelnen, das sich nach den Nebenmenschen richtet und von deren zu erwartendem Verhalten bestimmt wird.” Von Hayek (1952), S.15.Google Scholar
  40. 40).
    Vgl. hierzu von Hayek (1969), S.261.Google Scholar
  41. 41).
    Von Hayek (1952) S.25;Google Scholar
  42. 42).
    Ebd., 5.107–110.Google Scholar
  43. 43).
    Ebd., S.11lf; Zu rung des verstreuten den Schwierigkeiten der Zentralisie¬Wissens vgl. auch ebd., S.192–267.Google Scholar
  44. 44).
    Ebd., 5.115.Google Scholar
  45. 45).
    Hensel (1975), S. 239.Google Scholar
  46. 46).
    Eucken (1975), S 70.Google Scholar
  47. 47).
    Kromphardt (1987 Thieme (1984), S.37f; Eucken (1975), S.270ff; Schüller/Barthel (1990), S.69.Google Scholar
  48. 48).
    Eschenberg (1978), S.11; Leipold (1983), S.83–86; Tietzel (1986), S.118ff.Google Scholar
  49. 49).
    Vgl. hierzu ausführlich Leipold (1983), S.43–87; Eine stärker rechtlich-institutionelle Analyse der Bedeutung des Privateigentums für das individuelle Verhalten beschreibt der Property-Rights Ansatz. Schüller (1983), 5.145–153; Für NORTH reicht diese Erklärung menschlichen Verhaltens nicht aus. Seiner Ansicht nach kann nur unter Hinzunahme einer “Weltanschauung” “irrationales” Verhalten hinreichend erklärt werden. North (1988), S.12.Google Scholar
  50. 50).
    Gutmann (1981), S.58.Google Scholar
  51. 51).
    ) Vgl. von Hayek (1969), S.249ff; Windsperger (1986), 5.125–140.Google Scholar
  52. 52).
    Streit (1983), S.112ff; Zur Theorie der repräsentativen Demokratie und zur Theorie der öffentlichen Güter vgl. Musgrave (1987a), S.60–103 und S. 148–169; Zur ökonomischen Theorie der Politik vgl. Downs (1968) oder Kirsch (1974).Google Scholar
  53. 53).
    Vgl. hierzu Streit (1983), 5.180–184 und OBERENDERS Analyse zum Einfluß der ordnungspolitischen Prinzipien EUCKENS auf die deutsche Wirtschaftspolitik nach 1945. Oberender (1989), S.321–350.Google Scholar
  54. 54).
    Die staatspolitischen Empfehlungen EUCKENS zielen auf die Auflösung wirtschaftlicher Macht durch den Staat und die gleichzeitige Beschränkung staatlicher Macht auf die Ordnung, nicht jedoch auf die Lenkung des wirtschaftlichen Geschehens ab. Zu den konstituierenden Prinzipien für den Aufbau einer Wettbewerbsordnung zählt die Errichtung eines freien Preissystems, einer privatwirtschaftlichen Eigentumsordnung und eines Wettbewerbssystems, wofür Vertrags-freiheit und das Rechtsinstitut der Haftung unerläßlich sind. Die Schaffung einer stabilen Währungsordnung und die Konstanz der Wirtschaftspolitik runden diesen Katalog ab. An regulierenden Prinzipien sind insbesondere Maßnahmen der Verteilungs-oder Antimonopolpolitik des Staates zu nennen. Eucken (1975), S.254ff; Vgl. auch Gutmann (1991), S.38–43.Google Scholar
  55. 55).
    Streit (1983), 5.118.Google Scholar
  56. 56).
    Ebd., S.116.Google Scholar
  57. 57).
    ) Ebd., S.117; Vgl. hierzu auch Gutmann/Klein (1984), 5.108.Google Scholar
  58. 58).
    Kloten (1989), S.99.Google Scholar
  59. 59).
    Vgl. zur “Dynamisierung der Ordnungstheorie” Leipold (1989b), S.13–29, hier: S.16ff.Google Scholar
  60. 60).
    Vgl. zu diesen Überlegungen Gutmann (1991), S.30f.Google Scholar
  61. 61).
    Streit (1983), 5.173.Google Scholar
  62. 62).
    Kloten (1989), 5.110; Schlecht (1989), S. 303–320.Google Scholar
  63. 63).
    Streit (1983), S.125.Google Scholar
  64. 64).
    Vgl. hierzu ebd., S.182ff.Google Scholar
  65. 65).
    Herrmann-Pillath (1990), S.2.Google Scholar
  66. 66).
    Als “technisch” in diesem Sinne sind etwa erforderliche Ausbildungs-oder Umschulungszeiten, Umstellungsfristen der Produktion oder unvermeidliche “time lags” wirtschaftspolitischer Maßnahmen anzusehen.Google Scholar
  67. 67).
    Auf “Paradoxien”, die im Verlauf der beobachtbaren Transformationsprozesse auftauchen (z.B. die wechselseitige Bedingtheit von Preisliberalisierung und Privatisierung) weist GUTMANN hin; Gutmann (1991), S.43f hin.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Burkhard Touché

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