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Die institutionelle Bewältigung der Massenarbeitslosigkeit in der Zwischenkriegszeit in Großbritannien und Deutschland

  • Elmar Rieger
Chapter

Zusammenfassung

In wahrscheinlich keinem anderen Bereich der sozialen Sicherung ist der Zusammenhang zwischen dem sozialen Problem und der institutionellen Verarbeitung dieses Problems direkter oder unmittelbarer einsichtig als im Fall der Arbeitslosigkeit. Krankheit, Gefährdungen der Erwerbsfähigkeit im Alter oder nach Unfällen und Verletzungen waren von Alters her typische Risiken des Arbeitslebens. Arbeitslosigkeit ist ein Problem, das eng mit dem industriellen Zeitalter verbunden und wie dieses eine historisch neue Erfahrung ist. 178 Gegen Krankheiten und ähnliche Probleme gab es mehr oder weniger institutionalisierte Vorkehrungen lange vor dem historischen Durchbruch des Wohlfahrtsstaates. Arbeitslosigkeit ist dagegen ein vergleichsweise neues, den Staat als organisierten und organisierenden Akteur unmittelbar herausforderndes Problem.

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Literatur

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    Vgl. dazu am Beispiel der Sozialarbeit: Christoph Sachße, Mütterlichkeit als Beruf. Sozialreform und Frauenbewegung 1871–1929, Frankfurt: Suhrkamp, 1986; Hans-Dieter Goeschel und Christoph Sachße, Theorie und Praxis in der Sozialarbeit. Ein Rückblick auf die Anfänge sozialer Berufsausbildung, in: Christoph Sachße und Florian Tennstedt (Hg.), Jahrbuch der Sozialarbeit 4 (1980), S. 422–443; allgemein zum Thema der Professionalisierung: Eliot Freidson, Professional Powers. A Study of the Institutionalization of Formal Knowledge, Chicago: University of Chicago Press, 1986.Google Scholar
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    Diesen Punkt betont Martin H. Geyer, Die Reichsknappschaft. Versicherungsreformen und Sozialpolitik im Bergbau, München: Beck, 1987, besonders S. 33f.Google Scholar
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    Im ersten Arbeitslosenversicherungsgesetz von 1911 wurde eine Reihe “moralischer” Verstöße aufgeführt, die zum Verlust der Leistungsberechtigung oder zu einer Aussetzung der Leistungen führten, wenn sie den Anlaß zur Arbeitslosigkeit gaben. Dazu gehörte u.a. Trunkenheit oder Rauchen am Arbeitsplatz, Unpünktlichkeit, Unordentlichkeit usw. Vgl. dazu Harris, Unemployment and Politics, S. 313f.Google Scholar
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  26. 202.
    Rose, The Crisis of Poor Relief, S.65.Google Scholar
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  28. 204.
    Vgl. P.A. Ryan, “Poplar” 1894–1930, in: Pat Thane (Hg.), The Origins of British Social Policy, S. 56–83.Google Scholar
  29. 205.
    Vgl. dazu Gareth Stedman Jones, Outcast London. A Study in the Relationship between Classes in Victorian Society, Harmondsworth: Penguin, 1984 (1. Auflage 1971).Google Scholar
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    Vgl. dazu Anthony I. Ogus, Landesbericht Deutschland, in: Peter A. Köhler und Hans F. Zacher (Hg.), Ein Jahrhundert Sozialversicherung in der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich und der Schweiz, Berlin: Dunker und Humblot, 1980, S.269–275, besonders S. 327–342.Google Scholar
  31. 207.
    Ogus, Landesbericht Großbritannien, S.370. Vgl. allgemein zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit und der Arbeitslosenversicherung Sean Glynn und John Oxborrow, Interwar Britain. A Social and Economic History, London: George Allen and Unwin, 1976, besonders S. 128–162 und 245–269.Google Scholar
  32. 208.
    Glynn und Oxbborrow, Interwar Britain, S. 251–253.Google Scholar
  33. 209.
    In den 30er Jahren konnten die Altersrenten der im Haus wohnenden Eltern eines Antragstellers als Einkommen von Zahlungen des Arbeitsamtes abgezogen werden. Vgl. dazu Ogus, Landesbericht Großbritannien, S. 346; Fulbrook, Administrative Justice, S. 168. Für eine plastische Schilderung der Konsequenzen dieser Regelung, vor allem das “Aufbrechen” der Arbeiterhaushalte durch den Auszug alter Menschen in Billigunterkünfte vgl. George Orwell, Der Weg nach Wiegan Pier, Zürich: Diogenes, 1982 (engl. 1937).Google Scholar
  34. 210.
    Diese Methode wurde auch in der Untersuchung von Hermmann Albeck verwendet: Organisationsformen der Selbstverwaltung und Sozialausgaben, in: Helmut Winterstein (Hg.), Selbstverwaltung als ordnungspolitisches Problem des Sozialstaats II, Berlin: Dunker und Humblot (Schriften des Vereins für Socialpolitik, N.F. Bd. 133/11), 1984, S. 9–35.Google Scholar
  35. 211.
    Über die Einzelheiten dieser Entwicklung informieren ausführlich Wilhelm Adamy und Johannes Steffen, “Arbeitsmarktpolitik” in der Depression, SanierungsStrategien in der Arbeitslosenversicherung 1927–1933, in: Mitteilungen zur Arbeitsmarkt-und Berufsforschung 1982, Heft 2, S. 276–291; und Heidrun Homburg, Vom Arbeitslosen zum Zwangsarbeiter. Arbeitslosenpolitik und Fraktionierung der Arbeiterschaft in Deutschland 1930–1933 am Beispiel der Wohlfahrtserwerbslosen und der kommunalen Wohlfahrtshilfe, in: Archiv für Sozialgeschichte 25 (1985), S. 251–298.Google Scholar
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  37. 213.
    Das geschah durch den Erlaß über den Personenkreis und die Dauer der Fürsorge vom 13. August 1928.Google Scholar
  38. 214.
    Zu den Einzelheiten dieser Politik vgl. Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, S. 418f.Google Scholar
  39. 215.
    Vgl. dazu Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, S. 435f.Google Scholar
  40. 216.
    Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, S. 432.Google Scholar
  41. 217.
    Zu den Rahmenbedingungen der Wirtschaftspolitik vgl. Charles W. Kindelberger, Die Weltwirtschaftskrise, München: Deutscher Taschenbuch Verlag (Geschichte der Weltwirtschaft im 20. Jahrhundert, Band 4), 1973, besonders S. 179–186.Google Scholar
  42. 218.
    Hier zit. nach Walter Bogs, Die Sozialversicherung der Weimarer Demokratie, München: J. Schweitzer Verlag (Vierteljahresschrift für Sozialrecht, Beiheft 2), 1981, S. 106f.Google Scholar
  43. 219.
    Zit. nach Apelt, Geschichte der Weimarer Verfassung, S. 350.Google Scholar
  44. 220.
    Vgl. dazu Franz L. Neumann, Die soziale Bedeutung der Grundrechte in der Weimarer Verfassung, in: ders., Wirtschaft, Staat, Demokratie. Aufsätze 1930–1954, herausgegeben von Alfons Söllner, Frankfurt: Suhrkamp, 1978, S. 57–75, besonders S. 68–74.Google Scholar
  45. 221.
    Zu den organisatorischen Einzelheiten der Arbeitslosenversicherung vgl. Walter Dünnbier, Die Organisation der Arbeitslosenversicherung in Deutschland, Diss. Universität Köln, 1934; zur Organisationsform der Selbstverwaltung in der Sozialpolitik: Friedrich E. Schnapp, Die Selbstverwaltung in der Sozialversicherung, in: Albert von Mutius (Hg.), Selbstverwaltung im Staat der Industriegesellschaft. Festgabe zum 70. Geburtstag von Georg Christoph von Unruh, Heidelberg, R. von Decker’s Verlag, G. Schenk, 1983, S.881–899; Heinz Lampert, Soziale Selbstverwaltung als ordnungspolitisches Prinzip staatlicher Sozialpolitik, in: Helmut Winterstein (Hg.), Selbstverwaltung als ordnungspolitisches Problem des Sozialstaats, Band II S. 37–62; Erich Standfest u.a., Sozialpoltik und Selbstverwaltung. Zur Demokratisierung des Sozialstaates, Köln: Bund, 1978, besonders S. 19–46.Google Scholar
  46. 222.
    Bogs, Die Sozialversicherung in der Weimarer Demokratie, S. 117.Google Scholar
  47. 223.
    Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, S. 450; zum Schlichtungswesen vgl. Volker Hentschel, Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1880–1980, Frankfurt: Suhrkamp, 1983, besonders S. 71–78.Google Scholar
  48. 224.
    Vgl. dazu Bogs, Die Sozialversicherung der Weimarer Demokratie, S. 112.Google Scholar
  49. 225.
    Nur vor dem Hintergrund der institutionellen Struktur der Arbeitslosenversicherung ist die Zuspitzung der Krise des Kabinetts Müller in eine Auseinandersetzung um ein halbes Prozent Beitragserhöung oder Leistungskürzungen verständlich. Vgl. dazu Ilse Maurer, Reichsfinanzen und große Koalition. Zur Geschichte des Reichskabinetts Müller (1928–1930), Bern usw.: Peter Lang, 1973; Heinrich August Winkler, Der Schein der Normalität. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1924 bis 1930, Berlin und Bonn: 1985, besonders Abschnitt 8 des 3. Kapitels: “Klassenkampf im Kabinett: Das Ende der Großen Koalition”, S. 736–823; Bernd Weisbrod, The Crisis of German Unemployment Insurance in 1928/1929 and its Political Repercussions, in: Wolfgang J. Mommsen (Hg.), The Emergence of the Welfare State in Britain and Germany, 1850–1950, London: Croom Helm, 1981, S. 188–204.Google Scholar
  50. 226.
    Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, S.424f; Winkler, Der Schein der Normalität, S. 591–594.Google Scholar
  51. 227.
    Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, S. 436ff.; Heinrich August Winkler, Der Weg in die Katastrophe. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1930 bis 1933, Berlin, Bonn: Dietz, 1987, S. 314f.Google Scholar
  52. 228.
    Vgl. dazu Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, S. 449.Google Scholar
  53. 229.
    Preller, Sozialpolitk in der Weimarer Republik, S. 449f.Google Scholar
  54. 230.
    Das geschah durch die Notverordnung vom Juni 1931. Vgl. dazu Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, S. 443.Google Scholar
  55. 231.
    Bogs, Die Sozialversicherung der Weimarer Demokratie, S. 112.Google Scholar
  56. 232.
    Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, S. 341.Google Scholar
  57. 233.
    Vgl. dazu die Problemskizze von Michael Geyer, Nation, Klasse und Macht. Zur Organisation von Herrschaft in der Weimarer Republik, in: Archiv für Sozialgeschichte 26 (1986), S. 27–48, besonders S. 28.Google Scholar
  58. 234.
    Allerdings waren die institutionellen Strukturen der Arbeitslosenversicherung auch nach der Machtübernahme durch die NSDAP noch in einem Maße eigenständig, die die neuen Machthaber nach alternativen Kanälen einer massenwirksamen Sozialpolitik suchen ließ. Eine wichtige Rolle kam dabei dem Winterhilfswerk des Deutschen Volkes zu. Mit dieser Einrichtung war das neue Regime in der Lage, auf der einen Seite eine Sozialpolitik zu demonstrieren, die sich von der bekämpften Sozialpolitk des Weimarer Wohlfahrtsstaates abhob, und auf der anderen Seite die Weimarer Institutionen auf einer Entwickungsstufe zu lassen, auf die sie in den Jahren der Weltwirtschaftskrise zurückgeschnitten wurden. Vgl. dazu Florian Tennstedt, Wohltat und Interesse. Das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes: die Weimarer Vorgeschichte und ihre Instrumentalisierung durch das NS - Regime, in: Geschichte und Gesellschaft 13 (1987), S. 157–180.Google Scholar
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    Werner Conze, Die Krise des Parteienstaates in Deutschland 1929/30, in: Historische Zeitschrift 178 (1954), S. 47–76, besonders S. 57, und allgemein zur Struktur und internen Dynamik des politischen Systems der Weimarer Republik: M. Rainer Lepsius, From Fragmented Party Democracy to Government by Emergency Decree and National Socialist Takeover, in: Juan Linz und Alfred Stepan (Hg.), The Breakdown of Democratic Regimes, Baltimore: Johns Hopkins University Press, 1978, S. 34–79.Google Scholar
  60. 236.
    Vgl. dazu Lowe, Adjusting to Democracy, S. 132–190.Google Scholar
  61. 237.
    Allgemein zur politischen Entwicklung: A.J.P. Taylor, English History 1914–1945, Harmondsworth: Penguin, 1982, besonders S. 368–373.Google Scholar
  62. 238.
    Vgl. dazu John Stevenson, The Making of Unemployment Policy, 1931–1935, in: Michael Bentley und John Stevenson (Hg.), High and Low Politics in Modern Britain, Oxford: Clarendon Press, 1983, S. 182–213.Google Scholar
  63. 239.
    Vgl. dazu P.A. Ryan, “Poplar” 1894–1930, besonders S. 78.Google Scholar
  64. 240.
    Vgl. zu den Einzelheiten dieser Politik die Arbeiten von Frederik Miller, The Unemployment Policy of the National Government, 1931–1936, in: Historical Journal 19 (1976), S. 457-f476; ders., National Assistance or Unemployment Assistance? The British Cabinet and Relief Policy, 1932–33, in: Journal of Contemporary History 9 (1974), S. 163–184; und ders., The British Unemployment Assistance Crisis of 1935, in: Journal of Contemporary History 14 (1979), S. 329–352.Google Scholar
  65. 241.
    John Stevenson, British Society 1914–45, Harmondsworth: Penguin, 1984, S. 282. Eine Diskussion der hohen Unterstützungssätze der Arbeitslosenversicherung als eine wichtige Ursache der Arbeitslosigkeit wurde durch einen Artikel von Daniel K. Bejamin und Levis A. Kochin ausgelöst: Searching for an Explanation of Unemployment in Interwar Britain, in: Journal of Political Economy 87 (1979), S. 441–478.Google Scholar
  66. 242.
    Vgl. dazu und zum folgenden Fulbrook, Administrative Justice and the Unemployed, S. 159–170.Google Scholar
  67. 243.
    William Beveridge war der erste Vorsitzende des Komitees; vgl. zu seiner Einschätzung der Bedeutung des Komitees seine Biographic: Power and Influence, London: Hodder and Stoughton, 1953, S. 224–227; zu Beveridge vgl. auch Jose Harris, William Beveridge. A Biography, Oxford: Clarendon Press, 1977.Google Scholar
  68. 244.
    Zur gesamtgesellschaftlichen, politischen Dominanz fianzpolitischer Institutionen vgl. Roger Middleton, The Treasury in the 1930s: Political and Administrative Constraints to Acceptance of the “New” Economics, in: Oxford Economic Papers 34 (1982), S. 48–77; ders., The Constant Unemployment Budget Balance and British Budgetary Policy, 1929–34, in: Economic History Review 34 (1982), S. 266–286.Google Scholar
  69. 245.
    Zur institutionellen Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg vgl. die informative Skizze von Michael S. Lund, The Politics of a National Minimum Income: The Poor Law Coalition in Postwar Britain, in: Douglas E. Ashford und E.W. Kelley (Hg.), Nationalizing Social Security in Europe and America, Greenwich, Con. und London: JAI-Press (Monographs in Organizational Behavior and Industrial Relations), 1986, S. 25–58.Google Scholar
  70. 246.
    Zum “National Unemployed Workers’ Movement” und zu den Hungermärschen vgl. John Stevenson, The Politics of Violence, in: Gillian Peele und Chris Cook (Hg.), The Politics of Reappraisal 1918–1939, London: Macmillan, 1975, S. 146–165; zur Wahrnehmung der Sozialpolitik “von unten”: Nigel Gray, The Worst of Times. An Oral History of the Great Depression in Britain, London: Wildwood House, 1985, besonders S. 199–201.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

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  • Elmar Rieger

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