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Notwendigkeit und Stellenwert einer Kritischen Politikdidaktik: ein Problemaufriß

  • Bernhard Claußen

Zusammenfassung

Politikdidaktik beschäftigt sich wissenschaftlich mit politischer Bildung. So trivial dieser schlichte Satz klingen mag, formuliert er doch den augenblicklich einzigen gemeinsamen Nenner, auf den sich die höchst unterschiedlichen Definitionsversuche, Aufgabenbestimmungen und Formen der Selbstverständnis-Artikulation von Politikdidaktik bringen lassen: „Die Diskussion über Didaktik und Methodik der politischen Bildung ist gegenwärtig so offen wie nie zuvor. Ursache dafür ist eine allgemeine Verunsicherung, die teils durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und durch wissenschaftstheoretische Auseinandersetzungen, teils durch innenpolitische Polarisierungen mit ihren ideologischen Begleiterscheinungen hervorgerufen wurde. (...) Diese Kontroversen haben einerseits wichtige Grundsatzfragen ... neu aufgeworfen, andererseits aber auch die didaktisch-methodische Problematik durch sachfremde ideologische Polarisierungen überlagert.“1 Daß Politikdidaktik selbst ein Politikum ersten Ranges darstellt, ist damit einmal mehr gewiß.

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Literatur

  1. 1.
    Giesecke (606/360); Abkürzungen im Original werden hier und unten ausgeschrieben. Siehe auch Mickel (675).Google Scholar
  2. 2.
    Giesecke (606/360).Google Scholar
  3. 3.
    Giesecke (606/360); Kursivdruck wurde nicht übernommen. Unterscheidende praktische Probleme bleiben unbenannt.Google Scholar
  4. 4.
    Giesecke (606/361). Eine Bezeichnung der Zwänge unterbleibt.Google Scholar
  5. 5.
    Ein typisches Beispiel liefern Hüser u.a. (647). Die dortige Addition der Darstellung unbegründet ausgewählter Politikdidaktiker sowie das personalistisch-deskriptive Verfahren hinterlassen den Eindruck, Politikdidaktik sei nur dem zufälligen Genius einzelner Wissenschaftler anheimgestellt und bloß individuell different. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Positionen werden nicht vergleichend im zeitlichen Längsschnitt sichtbar.Google Scholar
  6. 6.
    Eine chronologische Typologie [Erziehung zu (a) Gemeinschaft und Partnerschaft, (b) Erkenntnissen und Einsichten, (c) Aktivität und Beteiligung, (d) Kritikfähigkeit und (e) Konflikt und Konfliktverhalten] bieten Wallraven/Lippert (740). Vgl. die voraufgegangenen Hypothesen bei Wallraven/Dietrich (739). Die Möglichkeit von Resistenz einzelner Typen in der Gegenwart oder das Wissenschaftsverständnis von Politikdidaktik können daraus nicht abgeleitet werden.Google Scholar
  7. 7.
    Die nachstehenden Ausführungen folgen mit einigen Nuancen Holtmann (638/B 63ff). Vgl. ergänzend Wilbert (748/33 ff), der gleichfalls diesem Klassifikationsschema folgt, aber überwiegend politiktheoretisch anstatt -didaktisch argumentiert und zu partiell anderen Schlußfolgerungen kommt. Zu alternativen Klassifikationsschemata vgl. Gagel (596) und Kühr (663).Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. dazu ferner Wilbert (748/33 ff) und weiter unten.Google Scholar
  9. 9.
    Siehe auch die Verortung der bekanntesten Repräsentanten der neueren Politikdidaktik bei Holtmann (638/B 68).Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Habermas (623).Google Scholar
  11. 11.
    Siehe dazu Helbig (623) und Fischer (589). Die dort teilweise zusätzlich getroffene politisch-ideologische Klassifikation ist weniger ein Rückfall in außerwissenschaftliche Kategorien, sondern bildet lediglich deren Repräsentation innerhalb der drei Richtungen ab.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. die streckenweise unsachliche, effektheischende gegenseitige Beschimpfung von Vertretern beider Seiten: Hornung (644) geht soweit, anstatt auf die Frage nach der Notwendigkeit von Systemveränderungen sich einzulassen, das emanzipatorische Interesse in die Nähe der Begünstigung terroristischer Umtriebe zu rücken. Roloff (698) stellt sich seinerseits als Vertreter emanzipatorischer Politikdidaktik nicht kritischen Rückfragen, sondern vermutet in einer Problematisierung dialektisch-historischer Politikdidaktik a priori reaktionäre Gesinnung. Angesichts solcher und ähnlicher Scheinkontroversen kann es nicht wunder nehmen, daß die Seriosität der politikdidaktischen Diskussion bezweifelt wird. Vgl. dazu beispielsweise Kelber (653).Google Scholar
  13. 13.
    Tenorth (332/131).Google Scholar
  14. 14.
    Begründung und Konkretisierung erfolgen weiter unten.Google Scholar
  15. 15.
    Kuhn (44/288). Vgl. ergänzend Wulf (337/12) und Kuhn (45).Google Scholar
  16. 16.
    Zur Unterscheidung siehe gleichfalls weiter unten.Google Scholar
  17. 17.
    Zu solchen absurden Einschätzungen der Wirklichkeit vgl. Günther u.a. (616/13 ff).Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. Kühn (661/11ff, 29ff).Google Scholar
  19. 19.
    Belege zu den Anfängen, Entwicklungen und Diversifikationen Kritischer Theorie finden sich in großer Zahl bei Jay (190/63ff).Google Scholar
  20. 20.
    Hülst (37/511). - Der Verfasser möchte die hier vorgelegte Studie gem in diesem Sinne, also nicht als gelungene Abbildung oder allein zulässige Interpretation verstanden wissenGoogle Scholar
  21. 21.
    Horkheimer (32/145).Google Scholar
  22. 22.
    Das heißt aber auch, daß sie irrelevante Erkenntnisse ebenso zurückweisen muß wie inhumane Forschungspraxis, die zu relevanten Ergebnissen führt. Zum Relevanz-und Humanitätsbegriff siehe weiter unten.Google Scholar
  23. 23.
    Horkheimer (33/201).Google Scholar
  24. 24.
    Horkheimer (33/201).Google Scholar
  25. 25.
    Horkheimer (33/201).Google Scholar
  26. 26.
    Hoffmann (305/28).Google Scholar
  27. 27.
    Hoffmann (305/28).Google Scholar
  28. 28.
    Horkheimer (32/145).Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. beispielsweise Weniger (335/7ff).Google Scholar
  30. 30.
    Dazu: Brezinka (293/41ff, 189ff, 236ff).Google Scholar
  31. 31.
    Horkheimer (32/157).Google Scholar
  32. 32.
    Vgl. des weiteren Bubner (6) und Horkheimer/Adorno (181).Google Scholar
  33. 33.
    Hoffmann (305/32). Außerdem vgl. Horkheimer (180/164): „Das ist ein entscheidendes Moment in der Kritischen Theorie von damals und heute: wir waren uns klar, daß man… richtige Gesellschaft nicht im vorhinein bestimmen kann. Man konnte sagen, was an der gegenwärtigen Gesellschaft das Schlechte ist, aber man konnte nicht sagen, was das Gute sein wird, sondern nur daran arbeiten, daß das Schlechte schließlich verschwinden wird.“ Siehe zusätzlich auch Horkheimer (177, 178).Google Scholar
  34. 34.
    Auf die darin verborgene Gefahr von Selbsttäuschung, Fehlentwicklung oder gar Rückschrittlichkeit wird später eingegangen.Google Scholar
  35. 35.
    Beachtenswerte Überlegungen dazu bei Duhm (111). Vgl. außerdem Witschel (284), Fromm (129) und Funk (130).Google Scholar
  36. 36.
    Jay (190/76f). Gleichfalls Jay (190/79): „Tatsächlich wäre es falsch, ihre Mitglieder [die der Frankfurter Schule, B.C.] als… Atheisten zu betrachten.“ Zur negativen Dialektik vgl. zusätzlich Adorno (79).Google Scholar
  37. 37.
    Zahlreiche Belege aus den Primärquellen liefert dafür Jay (190/63ff). Vgl. ebenfalls die Visualisierung bzw. Mathematisierung der Differenzen bei Hoffmann (305/34). Zur jüngeren Abgrenzung vgl. schließlich Habermas (24); zur Unterschiedlichkeit des Theoriebegriffs Samoray (57).Google Scholar
  38. 38.
    Dazu aus pädagogischer Perspektive in jüngster Zeit Derbolav (353), (106).Google Scholar
  39. 39.
    Typisch dafür: Behrmann (760). Zur heuristischen Bedeutung des Systembegriffs vgl. Stammen (262). Zur Kritik an Behrmann (760) vgl. Holtmann (636). Sie verdeutlicht, daß Systemtheorie traditioneller Theorie zugerechnet werden muß.Google Scholar
  40. 40.
    Vgl. Jay (190/76).Google Scholar
  41. 41.
    Zur Einführung vgl. Claußen (765).Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. fernerhin Mollenhauer (395/27ff) und Görlitz (138/213ff).Google Scholar
  43. 43.
    Allgemeinere Überlegungen dazu bei Claußen (488/27ff).Google Scholar
  44. 44.
    Görlitz (138/224f).Google Scholar
  45. 45.
    Siehe auch Claußen (567).Google Scholar
  46. 46.
    Vgl. diesbezüglich die Beiträge zum Thema,Krise in der politischen Bildung’, in: Materialien zur Politischen Bildung 5 (1977), 2, S. 1–63.Google Scholar
  47. 47.
    Was für die Historizität des Verfassungsanspruchs gilt - vgl. dazu Roloff (697) und Stein (266) -, muß erst recht für diejenige der Verfassungsrealität gelten können. Rechtsprinzipien wie Tötungsverbote u.ä. können zwar in den Konsens eingehen, sind aber niemals der politische Konsens selbst. Eher sind sie Ausdruck eines,common sense’..Google Scholar
  48. 48.
    Siehe obendrein u.a. Hesselberger/Nörenberg (164) sowie Schmidt-Bleibtreu/Klein (250).Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. Anmerkung 47.Google Scholar
  50. 50.
    Zu weiterführenden Argumenten siehe besonders die Beiträge in Schiele/Schneider (702) und Claußen (568).Google Scholar
  51. 51.
    Als Vorläufer einer Analyse dieses Klimas vgl. Duve u.a. (112), (113). Den Nachweis des pseudo-konservativen Gehalts der Klima-Tendenz führen Amery (83) und Grebing (141). Als typisches, weitverbreitetes Exemplum eines ausschließlich Sinntradierung und Reproduktion vereinnehmenden didaktischen Konstrukts vgl. Günther u.a. (505).Google Scholar
  52. 52.
    Die andernorts referierten und interpretierten Belege sollen hier nicht erneut ausgebreitet werden. Vgl. dazu Claußen (764), (765), (766). Ergänzend siehe auch Görlitz (770) und Pawelka (777).Google Scholar
  53. 53.
    Steinkamp (449/57); Kursivdruck wurde nicht übernommen.Google Scholar
  54. 54.
    Schmiederer (707/5). Vergleichbares gilt für die nichtintentionale politische Sozialisation und ihre Träger.Google Scholar
  55. 55.
    Habermas (153/13).Google Scholar
  56. 56.
    Vgl. Habermas (153/15ff) und Jänicke (188).Google Scholar
  57. 57.
    Die marxistische Formel, nach der ein System unter bestimmten Bedingungen sein eigener Totengräber sei, findet hier eine erschreckende Bestätigung.Google Scholar
  58. 58.
    Vgl. etwa das Ausmaß und Verhältnis von Extremismus und Apathie einerseits und rationaler Aktivität andererseits. Dazu: Claußen (566).Google Scholar
  59. 59.
    Habermas (153/12); Kursivdruck wurde nicht übernommen.Google Scholar
  60. 60.
    Weitere Differenzierungen bei Lichbach (206) und Zimmermann (285). Außerdem siehe auch die im Literaturverzeichnis zusammengestellten Analysen des politisch-gesellschaftlichen Systems. Zum Niederschlag politischer Systemkrisen in der politischen Bildung: Schuon/Wiedner (718).Google Scholar
  61. 61.
    Vgl. Adam (538) und Lingelbach (670).Google Scholar
  62. 62.
    Begreift man das System als Ganzheit von Anspruch und Wirklichkeit, dann ist die Veränderung der Wirklichkeit Systemüberwindung, da sich in dialektischen Gebilden durch Veränderung eines Teils das Ganze ändert, indem es neue Qualitäten annimmt. Solange sich der Verfassungsanspruch bewährt und also nicht — oder nur auf legalem und/oder legitimem Wege partiell — modifiziert werden muß, ist deshalb langfristig systemüberwindende Systemveränderung nicht nur verfassungskonform, sondern — indem sie das ist — auch Ausgestaltung des Verfassungsauftrags. Vgl. dazu auch Vilmar (277).Google Scholar
  63. 63.
    Siehe dazu erneut auch Mollenhauer (385/27ff).Google Scholar
  64. 64.
    Hinweise zur Uneinheitlichkeit der Gegenstandsbestimmung finden sich, bis heute nicht widerlegt, bei Schierholz (703).Google Scholar
  65. 65.
    Fischer (494/59).Google Scholar
  66. 66.
    Dabei wurde in modifizierter Form das Verfahren von Jansen (649) verwendet. Zugleich handelt es sich um eine Sekundäranalyse der im Literaturverzeichnis benannten synoptischen Studien zur Politikdidaktik.Google Scholar
  67. 67.
    Am Beispiel der Schulbuch-Produktion ließe sich zeigen, daß wissenschaftliche Erkenntnisse unter transparenter und begründbarer Zielperspektive in attraktivem Gewande aufbereitet werden können und ideologischen Trends anzupassen sind. All dies geschieht aber, sofern der politische und didaktische Kontext überhaupt reflektiert wird, überwiegend ohne Rückgriff auf — ihrerseits nur bruchstückhaft vorhandene — Erkenntnisse über den kommunikativen Zusammenhang und den sozialisatorischen Aspekt politischen Lernens. Eigens dazu vgl. das deshalb unabdingbare und von Stein (721) konstruktiv vorgetragene Erfordernis einer mehrdimensionalen Schulbuchtheorie.Google Scholar
  68. 68.
    Beachte daneben die Zustandsbeschreibungen bei Schmiederer (530).Google Scholar
  69. 69.
    Hoffmann (305/27).Google Scholar
  70. 70.
    Fischer (494/56); Kursivdruck wurde nicht übernommen.Google Scholar
  71. 71.
    Christian (485/26). Zur Aktualisierung vgl. Christian (487).Google Scholar
  72. 72.
    Christian (485/26).Google Scholar
  73. 73.
    Christian (485/27).Google Scholar
  74. 74.
    Vgl. dafür die Belege bei Christian (485/35 ff).Google Scholar
  75. 75.
    Die immer noch parallel und manchmal synonym verwendeten Termini politische Bildung, Politikunterricht, politischer Unterricht, Sozialkunde, Gesellschaftslehre und sozialwissenschaftlicher Lernbereich sind ebenso wie die verschwommen benutzten Kategorien Bildung, Erziehung, Unterricht, Schulung, Lernen und Sozialisation nicht nur Ausdruck regionaler Besonderheiten im föderalistischen Kultussystem, sondern auch Anzeichen der Verunsicherung und/oder Schludrigkeit und/oder Beleg für Uberfrachtungen, Unterbewertungen und Mediatisierungen von Fächern, Lernfeldern und Curricula.Google Scholar
  76. 76.
    Vgl. gesondert weiter unten.Google Scholar
  77. 77.
    Die ein Paradigma gemeinschaftlich bildenden Elemente, wie sie oben benannt wurden, sind also nur punktuell repräsentiert und addieren sich wegen der Widersprüche auch nicht.Google Scholar
  78. 78.
    Die Personalunion von fachwissenschaftlichen und -didaktischen Lehrstühlen ist dafür ebenso Beleg wie Versuche einer Subordination der Pädagogik unter Soziologie oder Politikwissenschaft anstelle einer Koordination dieser allesamt, aber unter verschiedenen, legitimen Fragestellungen um gesellschaftliches Handeln bemühten Disziplinen. Beispiele für einen ausgewachsenen Politologismus zeigen Bußhoff (482/130ff) und Behrmann (477). Zur Kritik daran beachte Stein (720/70ff).Google Scholar
  79. 79.
    Christian (485/28).Google Scholar
  80. 80.
    Einer der bekanntesten Repräsentanten dieser Richtung mit nahezu ungebrochener Theorieleistung ist Sutor (534). Vgl. außerdem Hornung (517).Google Scholar
  81. 81.
    Das läßt sich, wenn auch nicht programmatisch-systematisch ausgewiesen, erkennen bei Assel (541), (542).Google Scholar
  82. 82.
    So etwa Behrmann (477).Google Scholar
  83. 83.
    Dazu vgl. Fischer (489). Außerdem siehe George (498). Vgl. als Kontrast die rigide empirisch-analytisch determinierten Programmschriften von Rössner (523), (524).Google Scholar
  84. 84.
    Als profilierteste Vertreter vgl. Giesecke (502), Hilligen (510) und v. Staehr (532).Google Scholar
  85. 85.
    Als Apologeten dieser Richtung verdienen besondere Würdigung: Holtmann (513), (514); Roloff (525), (526); Schmiederer (528). Deutliche Übergänge zur herkömmlich marxistischen Variante dialektisch-historischer Theorie markieren bei gleichzeitigem Verhaftet-sein in einigen Grundprinzipien Kritischer Theorie mehrere Beiträge zu Preuß-Lausitz u.a. (521).Google Scholar
  86. 86.
    Giesecke (502/119ff). Zur Kritik an der Entäußerlichung vgl. die Rezension zu einer älteren Auflage von Holzmann (635). Zur Relativierung dieser überzogenen Kritik vgl. Claußen (563). Auf der Ebene eines argumentativ nicht durchgehaltenen Bekenntnisses zur Kritischen Theorie verbleibt Belgrad (479).Google Scholar
  87. 87.
    Hilligen (510/88ff, 172ff).Google Scholar
  88. 88.
    v. Staehr (532/111ff).Google Scholar
  89. 89.
    Roloff (525), (526); Schmiederer (528); Hohmann (513), (514).Google Scholar
  90. 90.
    Verdienstvoll hier insbesondere Holzmann (513), (514).Google Scholar
  91. 91.
    Zu den sorgfältigsten Arbeiten zählen Heinisch (507); Christian (484) - die Neuauflage ist partiell weniger dogmatisch: Christian (486) -; Dießenbacher (580); Simon (531). Das Attribut,puristisch-orthodox’ soll nicht als Verdikt verstanden werden, sondern Geradlinigkeit und Stringenz der Argumentation beschreiben. Von den vulgären oder gar terroristischen Spielarten marxistisch sich nennender Theorie, für die allein die dem Marxismus unterstellte Gefahr der Unmenschlichkeit und Perversion in der Praxis zutreffen dürfte, sind die hier benannten Autoren schon allein wegen ihrer letztlich humanistischen Ideale (!), Diskussionsbereitschaft und -fähigkeit sowie wegen ihres intellektuellen Niveaus unterscheidbar.Google Scholar
  92. 92.
    Weiter vgl. exemplarisch Fischer (491). Dort wird zwar an der traditionell-empirischen Prüfung festgehalten; ein dem Anspruch Kritischer Theorie adäquater Emanzipationsbegriff wird aber gleichfalls adaptiert.Google Scholar
  93. 93.
    Hoffmann (633/23).Google Scholar
  94. 94.
    Vgl. daneben zur weiteren Begründung und Einschätzung von Chancen Claußen (294).Google Scholar
  95. 95.
    Christian (485/26f).Google Scholar
  96. 96.
    Christian (485/28).Google Scholar
  97. 97.
    Siehe die Vorworte bei Jay (190/1ff).Google Scholar
  98. 98.
    Vgl. Croner (103) und Neumann (227).Google Scholar
  99. 99.
    Daß man sich darin mit den bürokratisch-sozialistischen Staaten teilt, mindert nicht das Dilemma. Vgl. Habermas (151).Google Scholar
  100. 100.
    Dazu Adorno u.a. (2) und Hübner (35).Google Scholar
  101. 101.
    Bei Hohmann (638/B65 ff) findet sich eine zutreffende, faire und trotz der Kürze nicht simplifizierende Übersicht über die,unterscheidende Konkurrenz’ und das inhaltliche Maß gegenseitiger Anerkennung der Paradigmen.Google Scholar
  102. 102.
    Erinnert sei hier nachdrücklich an zwei in erster Auflage schon vor längerem erschienene Studien: Schmiederer (507), (506). Erwähnenswert ist auch Dichanz (579).Google Scholar
  103. 103.
    So Kroner (660/820. Ähnlich: Hornung (643).Google Scholar
  104. 104.
    Kroner (660/83).Google Scholar
  105. 105.
    Wesentlich aggressiver, gar postrevolutionäre Zeiten beklagend und alles andere als versöhnlich: Günther u.a. (616). Eine verhaltenere Polemik findet sich bei Gutjahr-Löser/ Knütter (618).Google Scholar
  106. 106.
    Richter (694); Sperrsatz des Originals hier kursiv. Ergänzend siehe Janssen (189).Google Scholar
  107. 107.
    Richter (694); Hervorhebung von B.C. Aus der Dialektik, daß Repression Widerstand produziert, wird dann eine,Dialektik`, nach der neben Emanzipation Anpassung sein soll. Vgl. dazu Hornung (642/39ff). Mit dem Emanzipationsbegriff und seiner curricularen Wende wird ähnlich umgesprungen wie mit der Kategorie der Kritik. Vgl. dazu die Kontroverse: Boventer (553), Castner/Castner (539), Boventer (534). Obendrein: Spaemann (260/142ff) und Claußen (570). Mit dem,Identifikationsangebot` ist die ausdrücklich affirmative Didaktik von Günther u.a. (505) gemeint.Google Scholar
  108. 108.
    Schöpferische Ausnahme sind Fischer (587) und Holzmann (636). Gesondert vgl. die verkappte Schmähschrift von Willeke (754). Auf anderem Niveau: Fischer (492).Google Scholar
  109. 109.
    Zurückhaltung und Differenzierung praktiziert Assel (542).Google Scholar
  110. 110.
    Assel (541). Auch der seinerzeitige Begründer der,Partnerschaftslehre’ versuchte inzwischen eine die mittlerweile erfolgte Kritik unberücksichtigt lassende Wiederbelebung: Wilhelm (751), (752).Google Scholar
  111. 111.
    Grosser (503). Die Distanz des Verfassers zu systemkritischen Didaktik-Modellen ist verbrieft: Grosser (615).Google Scholar
  112. 112.
    Grosser (503/58ff) und Hättich (506).Google Scholar
  113. 113.
    Schmitt u.a. (709) sowie Bolewski u.a. (480).Google Scholar
  114. 114.
    Behrmann (477/219f).Google Scholar
  115. 115.
    Siehe außer Günther u.a. (505/5, 76ff) auch Utz u.a. (537).Google Scholar
  116. 116.
    Richter (694).Google Scholar
  117. 117.
    Vgl. die Beiträge von und zu Stein (722), (724).Google Scholar
  118. 118.
    Vgl. Gagel/Schörken (597), Gemein/Kienel (600), Rath (689) und Vogel (735).Google Scholar
  119. 119.
    Als,Musterbeispiel` dafür: Wirtschaftsrat (755).Google Scholar
  120. 120.
    Indem dadurch konstruktive Opposition durch emotionsgeladenes Neinsagen ersetzt wird, sind die Opponenten einer falsch verstandenen Negation, die sie eigentlich der Kritischen Theorie nachsagen, näher als ihnen lieb ist.Google Scholar
  121. 121.
    Als Beleg mögen Kampagnen der Boulevardpresse hier genügen, da das Problem hinlänglich hautnah ist.Google Scholar
  122. 122.
    Die Tageszeitungen des Springer-Konzerns beispielsweise haben sich seit langem die Denkweise von Günther u.a. (616) zu eigen gemacht. Die Verteidigung der Kritischen Theorie vor dem polemischen Marxismusvorwurf soll im übrigen nicht nahelegen, Diffamierung und Verbot marxistischer Gedankenkonzepte und Organisationen seien die bessere Alternative zur geistigen Auseinandersetzung. In West-und Südeuropa gibt es Beispiele für in dieser Hinsicht streitbare Toleranz.Google Scholar
  123. 123.
    Siehe Jay (190/63ff); Belege sind dort benannt.Google Scholar
  124. 124.
    Zur marxistischen Kritik speziell an mehreren Arbeiten von Habermas, auf den sich die bisher vorliegenden Konzeptionsentwürfe zu einer Kritischen Politikdidaktik öfter und deutlicher beziehen als auf die Begründer der Kritischen Theorie, denen Habermas aber im Kern verbunden bleibt, vgl. Tuschling (273). Zur generellen Kritik des etablierten Marxismus an der Kritischen Theorie siehe Tuschling (273/468). Siehe außerdem Knötzsch (195).Google Scholar
  125. 125.
    Die CDU beruft sich auf abendländische Traditionen ja ebenso wie sie in älteren Parteiprogrammen Kapitalismus-Kritik betreibt.Google Scholar
  126. 126.
    Vgl. Birkemeier (93), Gripp (148), Castner (102).Google Scholar
  127. 127.
    Vgl. Clevinghaus (577). Den Ansatz der von Kritischer Theorie belebten Curriculumkonstruktion, wie sie in Richtlinien und Lehrplänen einiger Bundesländer sich niedergeschlagen hat, dokumentieren mehrere Texte der bekanntesten Vertreter dieses Ansatzes in Schörken (711).Google Scholar
  128. 128.
    Dazu beispielsweise Reuter (693). — Da die Schulbuchzulassung u.a. Richtliniengemäßheit voraussetzt, dürften wirksame Schulbücher auch kaum Ausfluß ausschließlich an Kritischer Theorie ausgerichteter Programme sein.Google Scholar
  129. 129.
    Holtmann (638/B65). Vgl. Holtmann (638/B65): „Im 19. Jahrhundert, als das Parteienspektrum in Deutschland… entstand, waren Theorie-und Handlungsprofile noch ziemlich eindeutig.“Google Scholar
  130. 130.
    Es bestätigte sich dann die als Trend vermutbare,Allparteienkoalition`. Vgl. auch Fetscher/Richter (120).Google Scholar
  131. 131.
    Ein Teil der für die Bundesrepublik Deutschland konstatierten Parteiverdrossenheit der Staatsbürger — für die von manchen Politikern diejenigen verantwortlich gemacht werden, die sie bloß registrieren — dürfte seine Ursache in eben der Einmütigkeit angesichts latenter, Stellungnahme provozierender Konflikte haben. Unglaubwürdigkeit und Problemausblendung sind aber Krisensymptome.Google Scholar
  132. 132.
    Siehe auch die Beiträge in: Demokratische Erziehung 4 (1978), 243 ff.Google Scholar
  133. 133.
    Siehe beispielsweise Hornung (644). Die Zusammenarbeit einiger anderer Vertreter normativ-ontologischer Politikdidaktik mit parteinahen Stiftungen u.ä. ist den jeweiligen Publikationen in der Regel ohne weiteres zu entnehmen. Mindestens ebenso bedenklich ist es allerdings, wenn ein amtierender Bundeskanzler angesichts unausgefochtener Paradigmen das empirisch-analytische Wissenschaftsverständnis als Basis sozialdemokratischer Politik ausgibt und dies von Wissenschaftlern unbeantwortet bleibt.Google Scholar
  134. 134.
    Grosser u.a. (504).Google Scholar
  135. 135.
    Vgl. die Analysen von Lingelbach (671), Osdorf (682), Bodensieck (550) und Wiebus (750).Google Scholar
  136. 136.
    Zudem: Priester (688).Google Scholar
  137. 137.
    Vorwort zu Grosser u.a. (504/3).Google Scholar
  138. 138.
    Siehe auch das Obersetzer-Vorwort in Jay (190/5ff). Zu indirekten und direkten Momenten des Verdikts: Ridder (241). Zum weiteren Kontext: Grebing (140) sowie Grimm/ Siebels (147).Google Scholar
  139. 139.
    Schweppenhäuser (257/387).Google Scholar
  140. 140.
    Lempert (202/226); Kursivdruck wurde nicht übernommen.Google Scholar
  141. 141.
    Vgl. die Zusammenfassungen bei Jay (190/80ff); weiter unten erfolgen weitere Präzisierungen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1981

Authors and Affiliations

  • Bernhard Claußen
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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