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Zusammenfassung

Die Arbeiter-Partei (AP) wurde im Herbst 1945 als lokale Partei in Offenbach gegründet. Die Gründer wollten in Hessen, später auch in allen vier Besatzungszonen, die Spaltung der Arbeiterklasse überwinden und eine „Sozialistische Einheitspartei“ schaffen. Noch im Jahre 1946 entstand die AP auch in mehreren anderen Städten und Gemeinden in Hessen. In fast allen AP-Ortsgruppen erfolgte die Gründung durch ehemalige Mitglieder linker Splittergruppen und -parteien aus der Zeit der Weimarer Republik, besonders der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) und der Kommunistischen Partei-Opposition (KPO). Die beabsichtigte Einheitspartei aber blieb Wunschdenken. Die ab 1946 im übrigen Hessen, ab 1947 in Württemberg-Baden und ab 1948 auch in Bremen entstehenden AP-Ortsgruppen spielten neben den großen Arbeiterparteien SPD und KPD keine Rolle. Auch der Versuch, wenigstens die verschiedenen AP-Gruppen in den einzelnen Ländern und die der AP programmatisch nahestehenden Parteien — wie die Sozialistische Union in Worms — zu vereinen, scheiterte im Frühjahr 1947, obgleich es teilweise zu einer sehr engen Zusammenarbeit kam. Der Höhepunkt der Entwicklung der AP war 1948 bereits überschritten, als die innerparteilichen Auseinandersetzungen um den Kurs der Partei (besonders in Hessen) und die finanziellen Schwierigkeiten der Partei nach der Währungsreform zu wachsenden Problemen führten. Außer in Offenbach und Umgebung und in kleinen Gemeinden in Württemberg-Baden konnte die AP auch in Wahlen keine Erfolge erzielen. Die ab 1950 wieder auf die Region Offenbach beschränkte AP sah kaum noch Möglichkeiten für politische Aktivitäten. Ihre letzten Mitglieder in Offenbach traten mit ihrem Vorsitzenden Heinrich Galm 1954 zur SPD über.

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Literatur

  1. 1.
    So nennt der gut informierte amerikanische Verfasser einer Geheimdienststudie über den Beginn der Parteiaktivitäten in Offenbach im Herbst 1945 die Arbeiter-Partei,,... the new third party of the Left, the Arbeiterpartei, is a local phenomenon...“ Vgl. Field Intelligence Study 38. The Beginning of Legal Party Activity in Offenbach. 5. November 1945, S. 2 (im folgenden: Study 38), in: PAZI6, Akte AP. In der Lokalgeschichte von Hermann Bösch,Politische Parteien und Gruppen in Offenbach am Main 1860–1960, o.O. (Offenbach) o.J. (1973) (Offenbacher Geschichtsblätter,Nr. 23), ist auch die Gründung der AP ausführlich dargestellt.Google Scholar
  2. 2.
    Für diesen Teil, besonders für den Nachweis der angeführten Daten, vgl. die Darstellung der historischen Tradition Offenbachs bei Bösch (Anm. 1), S. 8–23, und bei Bernd Klemm, Die Arbeiter-Partei (Sozialistische Einheitspartei) Hessen 1945–1954. Entstehungsbedingungen, Geschichte und Programmatik einer dritten deutschen Arbeiterpartei nach dem zweiten Weltkrieg, Hannover 1980, S. 13–17, 50f.Google Scholar
  3. 3.
    Zur Geschichte der politischen Parteien in Offenbach vgl. ebenfalls Bösch (Anm. 1), S. 24–48; Klemm (Anm. 2), S. 18–49. Zum Verhältnis der „Galmisten“ zu KPD und SAP und zu den Erfolgen ihrer Politik in Offenbach vgl. Karl Hermann Tjaden, Struktur und Funktion der KPD-Opposition (KPO), Meisenheim am Glan 1969, S. 113ff., 282ff.; Hanno Drechsler, Die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD), Meisenheim am Glan 1965, S. 190ff. Zu den Aktivitäten von Pless im Widerstand vgl. seine Angaben in einem Interview kurz vor seinem Tode, in: Philipp Pless, Der Wille zur Tat. Gewerkschaften als gesellschaftsverändernde Kraft. Reden und Aufsätze, Berlin 1972, S. 165–178.Google Scholar
  4. 4.
    Von vielen Zeitgenossen wird in Erlebnisberichten auf dieses „Einheitsgefühl“ hingewiesen, zuletzt wieder bei Wolfgang Abendroth, Ein Leben in der Arbeiterbewegung. Gespräche, aufgezeichnet und hrsg. von B. Dietrich und J. Perels, Frankfurt a.M. 1976, S. 176. — Zu den verschiedenen Vorstellungen, die sich mit dem Begriff „Einheit” der Arbeiterklasse verbanden, vgl. Frank Moraw, Die Parole der „Einheit“ und die Sozialdemokratie, Bonn-Bad Godesberg 1973; für Offenbach vgl. Bösch (Anm. 1), S. 50.Google Scholar
  5. 5.
    Besonders die Zusammensetzung der Antifa-Ausschüsse, in denen, ebenso wie in der später gegründeten Arbeiter-Partei, Mitglieder dieser Gruppen überwogen, weist auf diese Tatsache hin. Vgl. dazu: Arbeiterinitiative 1945. Antifaschistische Ausschüsse und Reorganisation der Arbeiterbewegung in Deutschland, hrsg. von Lutz Niethammer, Ulrich Borsdorf, Peter Brandt, Wuppertal 1976, S. 67ff.; Peter Brandt, Antifaschismus und Arbeiterbewegung. AufbauAusprägung-Politik in Bremen — 1945/46, Hamburg 1976, S. 168.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. für die Ausgangsposition und für die Entwicklung der Arbeiter-Partei bis Anfang November 1945: Study 38 (Anm. 1).Google Scholar
  7. 7.
    Brief von Walter Dirks und Hermann Frühauf an Heinrich Galm vom 30.8.1945, zit. nach Klemm (Anm. 2), S. 55, 210.Google Scholar
  8. 8.
    Study 38 (Anm. 1), S. 7.Google Scholar
  9. 9.
    Zur Aufnahme von Kontakten untereinander vgl. allgemein: Albrecht Kaden, Einheit oder Freiheit. Die Wiedergründung der SPD nach 1945/46, Hannover 1964; für den Frankfurter Raum: Gerhard Fisch/Fritz Krause, SPD und KPD 1945/46. Einheitsbestrebungen der Arbeiterparteien. Dargestellt am Beispiel Südhessen, Frankfurt a.M. 1978, S. 47f.Google Scholar
  10. 10.
    Bösch (Anm. 1), S. 50.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. die als Flugblatt gedruckte Fassung des Zulassungsantrages, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  12. 12.
    So Galm im Jahre 1968: „Protokoll eines Gesprächs mit Heinrich Galm... am 2.9.1968“, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  13. 13.
    Galm ließ auch in öffentlichen Versammlungen keinen Zweifel daran, daß er mit SPD und KPD nichts im Sinne hatte. Vgl. den „Bericht über die dritte öffentliche Versammlung der Arbeiter-Partei Offenbach..., 3. Dezember 1945“, in: OMGUS 48 — 1/8 folder 2, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  14. 14.
    So zitiert ein Mitglied Galm in einem Brief. Vgl. Brief Heinrich Meyer an Heinrich Galm vom 25.5.1945, zit. nach: Klemm (Anm. 2), S. 211.Google Scholar
  15. 15.
    Brief Emil Winter an Heinrich Galm vom 15.10.1945, zit. nach: ebd., S. 211.Google Scholar
  16. 16.
    Stellungnahme von Philipp Pless: „An die Arbeiterpartei Offenbach zu Händen des Genossen Galm“, 19.11.1945, zit. nach: ebd., S. 64.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. Bösch (Anm. 1), S. 57.Google Scholar
  18. 18.
    „Galm’s Labor Party is an example of a party completely identified with the character and views of its leader“ in Study 38 (Anm. 1), S. 33.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Klemm (Anm. 2), S. 69ff.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. zur kommunalpolitischen Praxis die Flugblätter und Merkzettel der „Arbeiterpartei“ zu den Kommunalwahlen 1946, in PAZl6, Akte AP; s. auch Klemm (Anm. 2), S. 176ff.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. zum Wahlergebnis Bösch (Anm. 1), S. 60f.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. dazu: Protokoll eines Gesprächs...“ (Anm. 12), S. 3; Study 38 (Anm. 1), S. 2.Google Scholar
  23. 23.
    Merkblatt zur Kreistagswahl am 28.4.1946, zit. nach Klemm (Anm. 2), S. 72.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. zum Wahlergebnis Bösch (Anm. 1), S. 65; Klemm (Anm. 2), S. 84f.Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. Diskussionsprotokoll „Gedankenaustausch mit den Delegierten bei der Landeskonferenz vom 18.8.1946“, zit. nach Klemm (Anm. 2), S. 87f.Google Scholar
  26. 26.
    Philipp Pless, „Splitterpartei“, in: Politisches Rundschreiben, Nr. 4, Februar 1947, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. die Lizenzanträge, die Zulassungen und Zurückweisungen durch die amerikanische Militärregierung: OMGUS 48/1–8, folder 4 und 5, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. dazu auch für die Äußerung von Galm: Bösch (Anm. 1), S. 58.Google Scholar
  29. 29.
    Zur SDV vgl. Report Nr. 381 vom 17.12.1946, OMGUS 14–1/12, folder 1; Report vom 10.8.1946 und vom 25.9.1946, OMGUS 8–2/12, folder 4; AP-Nachrichten, Nr. 11, November 1947, alle in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. den Wortlaut des Aufrufs, in: Politisches Rundschreiben, Nr. 4, Februar 1947, S. 4, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  31. 31.
    Vgl. den Wortlaut des Aufrufs, in: Informationsblatt, Nr. 5, S. 1, März 1947, in: PAZI6, Akte APGoogle Scholar
  32. 33.
    Die Angaben über die Teilnehmer, den Verlauf und den Diskussionsbeitrag von Galm sind enthalten in: Brief Heinrich Galm an Joseph Lang vom 20.5.1947, zit. nach: Klemm (Anm. 2), S. 101 ff.Google Scholar
  33. 34.
    Vgl. die Lizenzanträge und die Zulassungen durch die amerikanische Militärregierung: OMGUS 48–1/8, folder 4 und 5; zu den verschiedenen Gruppen der AP Württemberg-Baden und zur politischen Herkunft der Gründer vgl. den Bericht „Arbeiter-Partei in Wuerttemberg-Baden“ vom 1.9.1948, den die amerikanische Militärregierung an ihre Kollegen in Bremen schickte: OMGUS 91–1/6, folder 22; zur Gründung weiterer Ortsgruppen vgl. Report vom 20.10.1947 und vom 12.2.1948: OMGUS 14–3/12, folder 6 und 15–2/12, folder 1; alle in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  34. 35.
    Alle Ausgaben dieses Mitteilungsblattes befinden sich in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  35. 36.
    Vgl. den ausführlichen Bericht darüber, in: Der Unabhängige, Nr. 4, 15.5.1948, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  36. 37.
    Vgl. Report vom 7.11.1948: OMGUS 14–1/12, folder 2, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  37. 38.
    „Die politischen Richtlinien der AP Württemberg-Baden“: OMGUS 91–1/6, folder 22, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  38. 39.
    In den AP-Nachrichten Nr. 11 vom 12.7.1948 wird die AP Württemberg-Baden nicht mehr — wie in den früheren Ausgaben üblich — aufgezählt. Auf der 4. Landeskonferenz der AP Hessen im Juli 1949 nimmt allerdings Willy Bernhardt als Vertreter der AP Württemberg-Baden teil. Zum Verlauf der 4. Landeskonferenz vgl. Land Conference of the AP, Report Nr. 146 vom 7. Juli 1949, OMGUS 48–1/8, folder 7, in: PAZI6, Akte AP. Zur AP Württemberg-Baden vgl. auch Klemm (Anm. 2), S. 138f.Google Scholar
  39. 40.
    Zur Lizenzierung der AP Bremen und zur Mitgliederzahl, zur Person des Gründers, zur Einschätzung durch die anderen Parteien und zu den Aktivitäten der Partei vgl. OMGUS 91/1/1, folder 22 und folder 35, in: PAZI6, Akte AP. Vgl. auch Klemm (Anm. 2), S. 136ff.; Brandt (Anm. 5).Google Scholar
  40. 41.
    Vgl. dazu die Plakate der Sozialistischen Union und der Frei-Sozialen Union in: PAZ16, Akte AP, den Bericht über den Verlauf der 4. Landeskonferenz vom 2./3.7.1949 (Anm. 39), der angibt, daß Penk (Sozialistische Union) zum Vorsitzenden der Versammlung gewählt wurde und daß mehrere Sprecher aus Worms das Wort ergriffen. Ober die Zusammenarbeit der AP Hessen mit der Sozialistischen Union berichtet Galm am 9.4.1949 in einer Stellungnahme für die amerikanische Militärregierung (OMGUS 48–1/8, folder 7, im PAZI6, Akte AP). Über das Verhältnis der Sozialistischen Union gegenüber der UAPD vgl. die Freie Tribüne, Organ der UAPD, 2. Jg., Nr. 15 vom 14.4.1951, S. 2. Penk wurde 1953 auf dem Bundesparteitag der Frei-Sozialen Union in den Parteivorstand gewählt und war dort für Kommunalpolitik zuständig. Vgl. auch Klemm (Anm. 2), S. 133ff.; Peter Kulemann, Die Linke in Westdeutschland nach 1945. Die erste Nachkriegszeit, zwischen sozialdemokratischen Integration und dem Stalinismus der KPD — das Scheitern der „titoistischen“ Unabhängigen Arbeiterpartei UAP 1950, Hannover 1978.Google Scholar
  41. 42.
    Heinrich Galm geb. 1895, Ausbildung und Tätigkeit als Sattler in Offenbach; 1914 Vorsit,g g g Offenbach; zender der Arbeiterjugend in Offenbach, 1917 Mitglied der USPD; 1920 als Gewerkschafts- sekretär Obertritt zur KPD, 1922 Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Offenbach; 1922–33Google Scholar
  42. 43.
    Philipp Pless, geb. 1906, Ausbildung und Tätigkeit als Dreher in Hanau; 1919 Mitglied der Freien Sozialistischen Jugend Deutschland, danach des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands, 1922 Mitglied der hessischen Bezirksleitung des KJVD, 1922 Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes (DMV); 1927/28 Studium an der Akademie der Arbeit in Frankfurt a.M.; 1927 Mitglied der KPD, 1928 Ausschluß aus der KPD wegen Kritik an der RGO-Politik, Mitglied der Bezirksleitung Hessen der KPO; 1933/34 Mitherausgeber der illegalen Monatszeitschrift „Die Einheit“, zweimalige Verhaftung, 1934 Emigration ins Saargebiet, 1935 nach Frankreich. 1939–45 Internierung, im August 1945 Rückkehr nach Frankfurt, Tätigkeit als Journalist; 1946 Sekretär der Arbeiter-Partei und Vorsitzender der AP-Ortsgruppe Frankfurt a.M., 1949 aus der AP ausgeschieden; 1952 Redakteur bei der DGB-Zeitung „Welt der Arbeit” und Leiter des Pressereferats beim DGB-Landesbezirk Hessen, 1952 Mitglied der SPD, 1958 Mitglied des hessischen Landtags, 1964 Vorstandsmitglied, 1967–72 Vorsitzender des DGB-Landesbezirks Hessen und Mitglied des DGB-Bundesvorstandes; gest. 1973.Google Scholar
  43. 44.
    Zum Programm und zu den ideologischen Differenzen vgl. Study 38 (Anm. 1), S. 9ff., Philipp Pless, Die nationale Frage, in: Arbeiter-Partei, Rundschreiben, Nr. 2, Oktober 1946; Heinrich Galm, Probleme des Sozialismus in unserer Zeit, in: AP-Nachrichten, Nr. 11, November 1947; Fragen zum Programm, in: ebd., Erklärung der Landeskonferenz der AP zur Frage der Erneuerung der sozialistischen Bewegung (Oktober 1947); Brief Heinrich Galms vom 10.9.1949, alles in: PAZI6, Akte AP. Der Gründungsantrag der AP Offenbach vorn 1.9.1945 enthält auch fünf programmatische „Grundsätze“, die den Programmaussagen aller anderen Parteien entsprechen, die von der amerikanischen Militärregierung lizenziert werden wollten. Vgl. zum Wortlaut: Anm. 11. Diese „Grundsätze” aus dem Jahre 1945 sind neben den „Politischen Richtlinien der AP Württemberg-Baden“ (Anm. 38) die einzigen „Programme” der AP.Google Scholar
  44. 45.
    Zur Wirtschaftstheorie Gesells vgl. Silvio Gesell, Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld, Leipzig 31919; ders., Die Ausbeutung, ihre Ursachen und ihre Bekämpfung, o.O. 31932. (Diese Broschüre ist unverändert als Sonderdruck der Freisozialen Union im Jahre 1962 wiederaufgelegt worden.) Frühe Kritik an Gesell: Conrad Schmidt, Geld und „Schwundgeld“ — Zauberei. Silvio Gesells Erlösungsbotschaft, Berlin 1924.Google Scholar
  45. 46.
    Vgl. den Beschluß zur Änderung des Organisationsstatuts auf der 3. Landeskonferenz vom 4./5.10.1947: OMGUS 48–1/8, folder 1, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  46. 47.
    Erklärung der Landeskonferenz (Anm. 44).Google Scholar
  47. 48.
    Zum Verlauf der 3. Landeskonferenz, zu den Programmvorschlägen, den verabschiedeten Resolutionen und Wahlvorschlägen vgl. den Brief (mit Anlagen) von Philipp Pless vom 26.3.1947 an die amerikanische Militärregierung: OMGUS 48–1/6, folder 1, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  48. 51.
    Zu Pless: Angesichts der Orientierung von Pless an den programmatischen Positionen der KPO (vgl. Klemm [Anm. 2], S. 90ff.) überrascht es nicht, daß Pless noch im Jahre 1949 an Diskussionen früherer KPO-Mitglieder, vom amerikanischen Geheimdienst „Brandler Group“ genannt, über die Neugründung einer linken Partei teilnahm. Bezeichnend ist, daß offenbar auch Brandler selbst mit dem Gedanken einer Sammlung von Ausgeschlossenen sowie allen linken Parteien spielte. In dem Bericht eines deutschen Informanten, der an einem Treffen der „Brandler-Gruppe” im Oktober/November 1949 in Frankfurt teilnahm, heißt es: „In the course of the meeting it was mentioned that Heinrich Brandler had not yet made any announcement regarding the founding of a party: for the time being he is merely seeking out the dissident members of all political parties, both in Berlin and in the Westem Zones“. Vgl. Intelligence Report Nr. R—P23–49 vom 4.11.1949. State Department 86200/11–2849, in: PAZI6, Akte AP. Zu Galm: Bösch (Anm. 1), S. 77.Google Scholar
  49. 52.
    Zu den Wahlergebnissen vgl. Die Wahlen zu den Gemeindevertretungen und Kreistagen in Hessen am 25. April 1948, Hessisches Statistisches Landesamt o.O. Juli 1948 (darin auch die Zahlen für 1946); Die Kommunalwahlen in Hessen, Ergebnisse der Gemeindewahlen vom 4.5.1952, Statistisches Landesamt Hessen, o.0. (Wiesbaden) September 1952; vgl. auch Bösch (Anm. 1), S. 60ff. (für Offenbach); Der Unabhängige, Nr. 7 vom 15.5.1948 (für Hessen), in: PAZI6, Akte AP. Zur Kandidatur Galms bei der Bundestagswahl 1949 vgl.: Wahlberechtigte und Wahlvorschläge zum 1. Bundestag in Hessen am 14. August 1949, hrsg. vom Statistischen Landesamt am 11.8.1949.Google Scholar
  50. 53.
    Vgl. Der Unabhängige, Nr. 2 vom 15.4.1948; AP-Nachrichten Nr. 1 und Nr. 8, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  51. 54.
    Vgl. Freie Tribüne, Organ der UAPD, Nr. 15 vom 14.4.1946, in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  52. 55.
    Zu den Mandaten vgl. Bösch (Anm. 1), S. 60ff.; AP-Nachrichten, Nr. 1, Januar 1948; Der Unabhängige, Nr. 2 vom 15.4.1948, alle in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  53. 56.
    Das Statut der AP war allen Lizenzanträgen beigefügt: vgl. die Anträge der AP Bremen, Württemberg-Baden und Hessen. Die Darstellung der organisatorischen Entwicklung folgt den Berichten in den AP-Publikationen und den Reports an die amerikanische Militärregierungen, alle im PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  54. 57.
    Die Angaben über die Landeskonferenzen sind aus den AP-Publikationen, die Mitgliederzahlen aus den Reports an die amerikanische Militärregierung zusammengestellt, alle in: PAZI6, Akte AP.Google Scholar
  55. 58.
    Vgl. Study 38 (Anm. 1), S. 9; Bösch (Anm. 1), S. 48ff.Google Scholar
  56. 59.
    Vgl. dazu: Study 38 (Anm. 1), S. 5; Report vom 4.2.1948: OMGUS 11–2/8, folder 7, beide in: PAZI6, Akte AP; Bösch (Anm. 1), S. 60ff.; Klemm (Anm. 2), S. 82, 126.Google Scholar
  57. 61.
    Zu den Nachkriegsvorstellungen der linken Splitterparteien aus der Zeit der Weimarer Republik, die vor allem die Konzeption einer sozialistischen Einheitspartei vertraten, vgl. Drechsler (Anm. 3); Tjaden (Anm. 3); Olaf Ihlau, Die roten Kämpfer, Meisenheim am Glan 1969. Die Vorstellungen der KPO nach dem Zweiten Weltkrieg sind jetzt ausführlich dargestellt worden von Klaus Wittemann, Kommunistische Politik in Westdeutschland nach 1945. Der Ansatz der Gruppe „Arbeiterpolitik“, Hannover 1977. Die von uns geteilte These von der „eigenständigen Strömung” das Linkssozialismus wurden formuliert von Rüdiger Griepenburg, Volksfront und deutsche Sozialdemokratie. Zur Auswirkung der Volksfronttaktik im sozialistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Marburg o.J. (1971). — Peter Brandt ([Anm. 51, S. 10, 168) betont, dall das Scheitern dieser „eigenständigen Strömung“ nach 1945 „bereits sichtbar [war] im Fehlschlag der von den überlebenden Kadern ausgehenden eigenständigen Ansätze, neue einheitliche Organisationsformen und massenmobilisierende, situationsangemessene Handlungsinitiativen zu entwickeln”. In „Arbeiterinitiative“ (Anm. 5), wird die „Arbeiter-Partei” zu Unrecht nicht in diese Tradition einbezogen. — Auf Probleme der Untersuchungen über das Scheitern des Linkssozialismus weist Helga Grebing in ihrer Rezension von Brandts Buch über Bremen hin. Die Bewertung als „eigenständige Strömung“ beruht nach Meinung Grebings „auf einer etwas überzogenen Interpretation der Überlieferung”. Vgl. Helga Grebing, Antifaschismus und Arbeiterbewegung, in: IWK, 4 (1978), S. 484. Mit der Geschichte der „Sammlungsversuche“ beschäftigt sich ausführlicher am Beispiel der 1950 gegründeten UAPD: Peter Kulemann (Anm. 41).Google Scholar
  58. 62.
    Zum „Spielraum“ vgl. die Beiträge von Hermann Graml und Christoph Weisz in dem Sammelband: Westdeutschlands Wege zur Bundesrepublik 1945–1949. Beiträge von Mitarbeitern des Instituts für Zeitgeschichte, München 1976. — Die folgenden Untersuchungen — Eberhard Schmidt, Die verhinderte Neuordnung 1945–1952, Frankfurt a.M. 1972; Ute Schmidt/Tilman Fichter,Der erzwungene Kapitalismus. Klassenkämpfe in den Westzonen 1945–1948, Berlin 1971; Ernst Ulrich Huster u.a. Determinanten der westdeutschen Restauration 1945–1949, Frankfurt a.M. 1972 — haben erstmals genauer den „Spielraum” auch für die Arbeiterbewegung herausgearbeitet und damit überhaupt erst den Blick auf Neuansätze und Alternativen ermöglicht.Google Scholar
  59. 65.
    Ergibt sich angesichts dieser kritischen Einschätzung der, wie Helga Grebing meint, „hohe Realitätsgrad der Perspektive der Stockholmer SAP-Gruppe...: keine separate dritte Partei für den Dritten Weg, keine auch die Kommunisten umfassende Einheitspartei, sondern zähneknirschend Arbeit in der alten,SP`, die von der Mehrheit der deutschen Arbeiterschaft immer noch oder schon wieder als ihre Partei betrachtet wurde?“ Ja und nein: Die Ausgangssituation bei Kriegsende und die quantitative Schwäche lassen diese Einschätzung verständlich erscheinen, die Erfahrungen, die die SAP-Mitglieder in der SPD machen mußten und die sie zur Aufgabe ihrer sozialistischen Ansprüche oder zur Resignation zwangen, wecken Zweifel. Andererseits beweisen die Wiederbelebung traditioneller Organisationsvorstellungen, die von der realen Arbeiterbewegung abgehobene Sammlung von „Eliten” und die dogmatisch-sektiererische Erstarrung in der „Arbeiter-Partei“ nur, daß eine linkssozialistische Alternative auf diesem Wege keine Chance hatte; sie beweisen hingegen nicht, daß sie überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Vgl. Grebing (Anm. 61), S. 484.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1986

Authors and Affiliations

  • Siegfried Heimann

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