Gemeinwohl als Altlast und Ressource. Das Beispiel der Deutschen Telekom AG

  • Doris Blutner
  • Hanns-Georg Brose
  • Ursula Holtgrewe
Part of the Interdisziplinäre Organisations- und Verwaltungsforschung book series (IOUV, volume 1)

Zusammenfassung

Diese Überlegungen sind einzuordnen als ein Beitrag zur Debatte über die Bedeutung von nichtökonomischen Motiven wirtschaftlichen Handelns bzw. über die Einbettung von Organisationen des Wirtschaftssystems in soziale Beziehungen (Polanyi 1978, Granovetter 1985). Gemeinwohlbezüge gehören zu den nichtökonomischen Motiven, in die wirtschaftliches Handeln eingebettet ist. Sie begrenzen den Untemehmenszweck, Profit für die Eigentümer zu erzielen, durch externe Regelungsziele. Das betrifft zunächst nicht nur öffentliche oder gemeinwirtschaftiche Unternehmen. Auch den Privatunternehmen sind Gemeinwohlbezüge besonders deutlich in rechtlichen Vorschriften vorgegeben: Art. 14 GG zur Sozialpflichtigkeit des Eigentums, Arbeitsschutz, Umweltschutz, Publizitätspflichten oder Mitbestimmung. Bei staatlichen Unternehmen bzw. im öffentlichen Dienst ist die Orientierung auf das Gemeinwohl teilweise ausdrücklicher Betriebszweck.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Doris Blutner
  • Hanns-Georg Brose
  • Ursula Holtgrewe

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