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Die Gesichter des Widerstands

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Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series (KSDL)

Zusammenfassung

Bereits 1961 plant Weiss ein Projekt unter dem Titel „Dinosaurus“; drei Jahre später notiert er dazu:

„Weißt du, warum die Dinosaurier ausgestorben sind? Die Meldungen des Schmerzes gelangten zu langsam vom Schwanz zum Gehirn, wenn hinten Tiere anbissen. Es kam zu spät zu Abwehrbewegungen. Und sie hatten schon wieder in sein Fleisch gebissen, ehe er es merkte.“(Na, 51 und 264)

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Anmerkungen

  1. 1.
    Breton, Die Manifeste, S. 12.Google Scholar
  2. 2.
    Der Erzähler äußert wiederholt Kritik an Rosners Verhältnis zur Musik: „In Wien war auch Mahler zu Hause gewesen, sein Empfinden und Denken war dort geformt worden, von der Unstetigkeit, dem Wandertrieb, der zerrißnen Tiefe und Geistigkeit seiner Widersacher, zu ihrem Vorsänger war er geworden, viele derer, die jenseits der Grenze standen, hatten ihm gelauscht, vielleicht zu Tränen gerührt, bis sie ihn, lebte er noch, aufs Pflaster gedrückt, ihm den Mund am Stein zerrieben hätten“ (II, 321), heißt es unvermittelt nach einer Beschreibung der Physiognomie Rosners. Dann folgt unmittelbar — im Kontrast zum Problemgehalt des Ausgeführten — die Fortsetzung des Rosner-Portraits: „Wenn nur ein Traum das Dasein ist, sang Rosner mit, und ein Johlen war dahinter zu vernehmen, warum dann Müh und Plag. In der Klause erbaute er sich seine Welt, es war notwendig, jetzt, da alles zu zerfallen schien, ein System zu errichten, an das man sich halten könne” (II, 321). Vgl. auch: „Oft ließ er bei der Arbeit den Radioapparat (…) gedämpft tönen. Halt, konnte er plötzlich rufen, wenn ein Musikstück ihm zusagte, den Kopf legte er zurück, wiegte ihn hin und her, diesmal zur Stimme Edvard Perssons aus Skâne, dessen volkstümliche Lieder er besonders liebte. Der schmalzige, dialektgefärbte Gesang bildete den Hintergrund zu meinem Bericht (…).“ (II, 208)Google Scholar
  3. 3.
    Auch Stahlmann zählt zu denen, über die das erzählende Ich resümiert: „Doch etwas Unheimliches würden sie behalten, vor einigen würde ich nie die Furcht loswerden, die sie in mir geweckt hatten, denn sie hätten mich an die Wand stellen können“ (III, 265). Diese Furcht ist z.B. durch Stahlmanns Erzählungen aus dem Spanischen Bürgerkrieg geweckt worden, die seine unmenschlichen Züge verraten: „Und plötzlich sah er sich an der Geröllhalde am Ebro, die Pistole hatte er einem Brigadisten an den Nacken gesetzt, und abgedrückt, vornüber war er gestürzt, von ihm allein zum Tod verurteilt, wegen Feigheit vorm Feind. Feigheit. Die Nerven hatten ihm versagt, geheult hatte er, nach Hause wollte er” (III, 157).Google Scholar
  4. 4.
    Weiss im Interview mit Kässens/Töteberg, in: Gerlach u. Richter (Hg), S. 246.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

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