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Einleitung

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Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series (KSDL)

Zusammenfassung

Wer die künstlerische Entwicklung des Malers, Filmemachers, Dramatikers und Schriftstellers Peter Weiss beschreiben will, wird rasch erkennen, warum seine ästhetische Praxis in solchem Maße mit dem Surrealismus korrespondieren konnte. Schon der flüchtige Blick auf das frühe bildkünstlerische Schaffen findet Anhaltspunkte dafür, warum sich Weiss der Pariser Avantgarde eng verbunden gefühlt haben muß, als er sich ihr später bewußt zuwandte. So kann man vielen Jugend-Bildern bereits den Protest gegen jene technokratische Rationalität entnehmen, die im Brennpunkt der surrealistischen Kritik stand. Auch die Betonung des Phantastischen oder die mitunter erkennbare Vermischung von Traum und Realität deuten auf typische surrealistische Kunstmittel. Mit seinen späteren Collagen knüpft er schließlich unübersehbar an die Arbeiten von Max Ernst an.

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Literatur

  1. 1.
    Weiss, Rede in englischer Sprache gehalten an der Princeton University USA am 25. April 1966 unter dem Titel: I come out of My Hiding Place, in: Canaris (Hg), Über Peter Weiss, Frankfurt a.M. 1981, S. 9.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Bürger, Prosa der Moderne, Frankfurt a.M. 1988, S. 244: „Radikale Vernunftkritik, Hoffnung auf die Entdeckung eines neuen spontanen Erfahrungsmodus und auf eine nicht mehr von den Gesetzen der Logik beherrschte Sprache - diese Denkmotive teilt Artaud mit den Surrealisten und ebenfalls den Gestus des Bruchs mit der Mitwelt. (…) Andere Begriffe jedoch - Kindheit, Traum, Imagination -, die bei den Surrealisten eine große utopische Kraft besitzen, fehlen bei Artaud entweder ganz, oder sie sind ins Negative gewendet. So vergleicht er seine Träume mit einer Art Ekelwasser voll blutiger Steine (…). Bedenkt man, welch große Hoffnungen Breton lange auf eine Erneuerung des alltäglichen Lebens durch den Traum gesetzt hat, so läßt sich die Distanz ermessen, die Artaud von den Surrealisten trennt.“Google Scholar
  3. 3.
    Bohrer, Die gefährdete Phantasie, oder Surrealismus und Terror, München 1970.Google Scholar
  4. 4.
    Ebd., S. 40.Google Scholar
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  6. 6.
    Ebd., S. 87.Google Scholar
  7. 7.
    Ebd., S. 86.Google Scholar
  8. 8.
    Ebd., S. 87.Google Scholar
  9. 9.
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  12. 12.
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  13. 13.
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  14. 14.
    Ebd., S. 86.Google Scholar
  15. 15.
    Ebd., S. 14f.Google Scholar
  16. 16.
    Ebd., S. 23.Google Scholar
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  21. 21.
    Ebd., S. 61.Google Scholar
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    Söllner, Peter Weiss und die Deutschen. Die Entstehung einer politischen Ästhetik wider die Verdrängung, Opladen 1988.Google Scholar
  23. 23.
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    Ebd., S. 51.Google Scholar
  25. 25.
    Ebd., S. 50.Google Scholar
  26. 26.
    Ebd., S. 54.Google Scholar
  27. 27.
    Ebd., S. 71.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. den Aufsatz von Söliner, Kritik totalitärer Herrschaft. Rationalität und Irrationalität in Peter Weiss’ Ästhetik des Widerstands, in: Ch. Bürger (Hg), Zerstörung, Rettung des Mythos durch Licht, Frankfurt a.M. 1986, in dem der Autor von einer „radikal negativen Utopie“ des Peter Weiss spricht, „nicht zuletzt dadurch, daß er die Irrationalität des künstlerischen Ausdrucks und die Rationalität der wissenschaftlichen und politischen Weltaneignung in einem spannungsreichen Ergänzungsverhältnis bestehen” lasse, S. 197. Hier werden die Begriffe von Rationalität und Irrationalität auf problematische Weise vereindeutigt und so um die wichtige Ambivalenz, die ihnen Weiss zumißt, reduziert.Google Scholar
  29. 29.
    Söllner, Peter Weiss und die Deutschen, S. 219.Google Scholar
  30. 30.
    Ebd., S. 227.Google Scholar
  31. 31.
    Vgl. das Referat von Nährlich-Slatewa auf dem Peter-Weiss-Kongreß 1988 in Hamburg, dokumentiert in: DEUTSCHE VOLKSZEITUNG/DIE TAT, Nr. 48 vom 2.12.1988, unter dem Titel: Entgrenzung der Sinnlichkeit. Visionäres bei Rimbaud und Peter Weiss.Google Scholar
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    Vgl. Bürger, Prosa der Moderne, S. 170.Google Scholar
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    Vgl. Nährlich-Slatewa, die hier vor allem auf die Erfahrungen der Mutter anspielt.Google Scholar
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    Vgl. Claas, Ein Freund nicht, doch ein Lehrer. Brecht in der Ästhetik des Widerstands, in: Götze u. Scherpe (Hg), Die „Ästhetik des Widerstands“ lesen. Über Peter Weiss, Berlin 1981.Google Scholar
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  39. 39.
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  40. 40.
    Horn, Diskurs über die lang andauernde unästhetische Praxis der Kultur und Kulturwissenschaften in der Metropole und den Kulturkolonien und über die Notwendigkeit einer neuen ästhetischen Praxis anhand des Romans „Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss, in: ACTA GERMANICA Bd. 16, 1983.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. ebd., S. 219.Google Scholar
  42. 42.
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    Vgl. die unter diesem Titel erschienene Arbeit von Böhme u. Böhme, Das Andere der Vernunft. Zur Entwicklung von Rationalitätsstrukturen am Beispiel Kants, Frankfurt a.M. 1985. Hier wird der Prozeß der „Austreibung der Phantasie aus der Philosophie“ (S. 231) untersucht, die im 17. Jahrhundert - mit Kant endgültig - als Erkenntnisvermögen disqualifiziert worden sei. Die Argumentation der Autoren zielt in dieselbe Richtung wie die von Weiss - sie wollen „den Weg zu (…) einem Selbstverständnis der Vernunft (bahnen), die weiß, daß sie nicht das Ganze ist” und plädieren für eine „Entwicklung neuer, angstfreier Umgangsformen mit der Natur, dem Leib, der Phantasie“ (S. 24) - wenn man so will, der philosophische Diskurs zu Weiss’ Roman.Google Scholar
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    Vgl. Lenk, Die unbewußte Gesellschaft, München 1983, S. 18f. und S. 21.Google Scholar
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  47. 47.
    Ebd., S. 67.Google Scholar
  48. 48.
    Ebd., S. 64.Google Scholar
  49. 49.
    Ebd., S. 65.Google Scholar
  50. 50.
    Vgl. ebd., S. 62.Google Scholar
  51. 51.
    Ebd., S. 66f.Google Scholar
  52. 52.
    Rector, Örtlichkeit und Phantasie. Zur inneren Konstruktion der „Ästhetik des Widerstands,“ in: Stephan (Hg), Die Ästhetik des Widerstands, Frankfurt a.M. 1983, S. 107.Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. ebd., S. 112.Google Scholar
  54. 54.
  55. 55.
    Dies im Widerspruch zu den Schlußfolgerungen Rectors, der einen Klassizismus-Verdacht gegen Weiss’ ästhetische Orientierung äußert und ihn mit Lessings Poetik in Zusammenhang bringt, vgl. ebd., S. 130.Google Scholar
  56. 56.
    So beschreibt Rector die Gespaltenheit des erzählenden Ichs, vgl. ebd., S. 104f.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

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