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Gefühl aus der Sicht der Emotionsforschung

  • Henrike F. Alfes
Chapter
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Part of the Konzeption Empirische Literaturwissenschaft book series (KEL)

Zusammenfassung

Im folgenden wird versucht, einerseits notwendiges Grundlagen-Wissen zusammenzufassen, das innerhalb der Emotionsforschung mittlerweile als konsensfähig gilt, und andererseits eine Auswahl jener wissenschaftlichen Gefühls-Konzepte vorzustellen, die in kognitions-, sprach- und kommunikationsorientierten Zusammenhängen interdisziplinärer Emotionsstudien entwickelt wurden. Ein repräsentativer Querschnitt emotionstheoretischer Ansätze kann aufgrund der Vielzahl und Vielfalt der Konzeptionen nicht geleistet werden.29 Auswahl und Aufbau der ersten drei Teilkapitel (Kap. 4.2–4.4: Physiologie, Psychologie und Soziologie der Emotionen) orientieren sich an den voraussetzungstheoretisch eingeführten Beschreibungsebenen (cf. Kap. 2) der (neuro-)physiologischen, der (kognitions-)psychologischen und der soziologischen Verankerung literarischer Kommunikation. Im Anschluß daran werden einige der im Verlauf des historischen Diskurses über Ästhetik und Gefühl (cf. Kap. 3) entstandenen Fragestellungen aufgegriffen und aus dem Blickwinkel aktueller Emotionsforschung neu perspektiviert. Die Selektion der Themen orientiert sich dabei an der voraussetzungstheoretischen Adäquanz und der Produktivität für gegenwärtige literaturwissenschaftliche Problemstellungen; in diesem Sinne wird gesondert auf die Bereiche Emotion, Sprache (Gedächtnis, Kommunikation, Enkulturation) und Kreativität (Motivation, Intuition, Imagination) eingegangen (Kap. 4.5.1–4.5.5). Das Kapitel endet mit einem Resümee (Kap. 4.6).

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Literatur

  1. 29.
    Entsprechende Überblicksdarstellungen finden sich u.a. in Clark/Fiske 1982; Euler/ Mandl 1983; Emde 1984; Eckensberger/Lantermann 1985; Ekman/Scherer 1984; Emde 1984, Mandl/Huber 1983; E. Roth 1991; Scherer/Ekman 1984; Schmidt-Atzert 1981; Ulich 1982; Ulich/Mayring 1992.Google Scholar
  2. 30.
    Daneben werden vergleichbare humanmedizinische Untersuchungen an Menschenhir¬nen durchgeführt; es handelt sich um Patientinnen, die durch Geburts-oder Unfallschä¬den entsprechende Beeinträchtigungen aufweisen bzw. denen kranke Teile des Gehirns entfernt werden müssen.Google Scholar
  3. 31.
    Cf. dazu und zur Frage der Lateralisierung (cf. nächste Kapitel) u.a.: Benowitz et al. 1984; Benson/Zaidel (Eds.) 1985; Bösel 1986; Cevey 1984; Davidson 1984; Gainotti, G./C. Caltagirone (Eds.) 1989; Heath 1986; Hollmann 1985; Larbig 1983; Levy 1976; Perecman (Ed.) 1983; Rosenbaum 1976; Ulich/Mayring 1992.Google Scholar
  4. 32.
    Überblicke über den aktuellen Forschungsstand finden sich u.a. in Klix/Hagendorf 1986; Schmidt 1991.Google Scholar
  5. 33.
    Cf. dazu die einschlägige Einschätzung Koestlers 1967, 1978.Google Scholar
  6. 34.
    Cf. dazu auch Ardila/Ostrosky-Solis 1984; Plutchik/Kellermann 1980.Google Scholar
  7. 35.
    Cf. dazu die ersten Darstellungen zu den “pleasure centres” (Olds/Milner).Google Scholar
  8. 36.
    Cf. dazu Anmerkung 31; außerdem: van der Geest 1981; Heeschen 1981; Jakobson 1981; Linke 1981; Reischies 1981; alle Aufsätze in: “Sprache und Gehirn” von Schnelle 1981.Google Scholar
  9. 37.
    Ausführlichere Darstellungen finden sich u.a. in Erdmann 1983; Schmidt-Atzert 1981; Voigt/Fehm 1983.Google Scholar
  10. 38.
    Cf. Erdmann 1983: 122; in diesem Zusammenhang zeigen sich auch Faktoren des von Thompson (1988) angesprochenen Moments der “biologischen Variabilität”.Google Scholar
  11. 39.
    Cf. dazu weiteres in Schmidt-Atzert 1981; Ulich/Mayring 1992.Google Scholar
  12. 40.
    Cf. hierzu Überblicke bei Eckensberger/Lantermann 1985; Izard 1986; E. Roth 1989; Scherer 1983; Ulich 1982.Google Scholar
  13. 41.
    Zur kognitivistischen Tradition: cf. u.a. Arnold 1960; Averill 1980; Lantermann 1983; Lazarus 1984; Mandler 1975; Pribram 1970; Weiner 1985; zur entwicklungspsychologi¬schen Tradition: cf. u.a. Bastick 1982; Bearison 1986; Emde 1984; Hollmann 1985; Izard 1986; Kuhl 1983h; E. Roth 1989; zur sozialpsychologischen Tradition: cf. u.a. Carver/Scheier 1982; Ciompi 1985, 1986; Huber/Mandl 1983; Izard et al. 19852; Piaget/ Inhelder 1981; Santostefano 1986.Google Scholar
  14. 42.
    Cf. “Organizational Approach” nach Campos/Barrett 19852; (nach u.a. Charlsworth 1962); dieser Ansatz gehört zu den interessantesten nicht-dualistischen Ansätzen, die zur Zeit diskutiert werden.Google Scholar
  15. 43.
    Alle Modellformen können im folgenden nicht ausreichend genau dargestellt werden; entsprechend ausführliche Erklärungen finden sich u.a. in Bredenkamp/Wippich 1977; Engelkamp 1984; Klix 1990; Neisser 1976; Tergan 1986. Vergessen werden sollten in diesem Zusammenhang auch nicht die Alternativvorschläge, die durch sog. “Marken¬Merkmal-Modelle” seit einiger Zeit bestehen; cf. dazu Herrmann 1985.Google Scholar
  16. 44.
    Die aufgeführten Erklärungen zum Schemabegriff stellen eine Beschreibungsmöglich¬keit dieses Konzepts dar, das mittlerweile vielfältigste Modellierungen erfahren hat; auch sind die Übergänge zum Frame-und Script-Modell teiweise fließend. Zum Schema-Begriff cf. u.a. Boesch 1984, Engelkamp 1984; Fiske 1982; Graesser 1981; Hoppe-Graff 1981; Rumelhart, 1977; Spiro 1982; zum Script-Begriff cf. u.a. Belezza/Google Scholar
  17. 45.
    Cf. dazu auch Bastick 1982; Bruner 1986; Ciompi 1985; Emde 1984; Kuhl 1983a,b; Scheier/Carver 1986.Google Scholar
  18. 46.
    Man denke hier auch an das klassische Konzept des “double-hind” als “Alternativ-So¬matisierung”.Google Scholar
  19. 47.
    Zu Versprachlichungstypologien gehören u.a. Analogien zu physiologischen Gefühls-Empfindungen (Hitze, Zittern, Erröten etc.); cf. dazu auch Kap. 4.5, 5 und 7.Google Scholar
  20. 48.
    Es gibt auch den umgekehrten Fall, daß Gefühle Gesprächsbeendigungen stark ver¬zögern oder gar unmöglich machen. Neben der schweren Trennung von geliebten Men¬schen gehören dazu u.a. “Dauertelefonate” (vorzugsweise im Teenager-Alter) oder Re¬deergüsse mit emotionaler Ventilfunktion (à la: “wes das Herz voll ist, geht der Mund über”).Google Scholar
  21. 49.
    Die Entscheidung, Gefühle als “lebende Systeme” (i.S. Millers 1978) zu begreifen, ist m.E. problematisch. Legt man eine Theorie lebender Systeme nach Maturana & Co. zu¬grunde, ist dieser Konzeptualisierung so nicht zuzustimmen; es fehlen verschiedene Qualitäten, die lebende Systeme kennzeichnen. Hier könnte daher eine ähnliche Kritik angeführt werden, wie die Hejls an Luhmann (cf. Kap. 2).Google Scholar
  22. 50.
    In diesem Zusammenhang wäre zumindest auch die Grundeinschätzung psychoanalyti¬scher Erinnerungs-Vorstellungen mitzuberücksichtigen.Google Scholar
  23. 51.
    Eine grundlegende Alternativ-Konzeption stellt das “Hörer-Sprecher-System” Herr¬manns (1985) dar, in dem Produktions-und Rezeptions-Anteile einer Person innerhalb eines umfassenden Modells konzipiert werden.Weitere Modelle zur Textproduktion fin¬den sich in Antos/Krings 1989; Beach/Bridwell 1989; Krings/Antos 1992; Mosenthal et al. 1983.Google Scholar
  24. 52.
    Cf. hierzu auch die Überlegungen von MeutschlViehoff (1985) zu spezifischen lite¬rarischen Elaborationskonzepten.Google Scholar
  25. 53.
    Cf. dazu u.a. Friedrich 1982; Mees 1988; Marx 1982; Neppl/Boll 1991; Schmidt-Atzert 1987.Google Scholar
  26. 54.
    Cf. dazu u.a. Bredenkamp/Wippich 1977; Hellmann 1985;Tergan 1989.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Henrike F. Alfes
    • 1
  1. 1.EssenDeutschland

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