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Theoretische Voraussetzungen

  • Henrike F. Alfes
Chapter
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Part of the Konzeption Empirische Literaturwissenschaft book series (KEL)

Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden die der Arbeit zugrundeliegenden theoretischen Voran-nahmen dargelegt. In der Einleitung wurde bereits angedeutet, daß und inwiefern eine theoretische Vorentscheidung den Beschreibungsgegenstand konstituiert und perspektiviert. Im Rahmen der empirischen Theorie der Literatur (ETL) erscheint es sinnvoll und notwendig, die Untersuchung eines spezifischen Aspekts der Struktur, Funktion und Dynamik literarischer Handlungen durch Miteinbezug theoretischer Konzeptionen anderer Disziplinen zu unterstützen und zu erweitern. Das bedeutet für das vorliegende Thema, daß neben bzw. mit der Entscheidung für diese Literaturtheorie eine Auswahl zusätzlicher theoretischer Annahmen getroffen wird, mithilfe derer die soziologischen und psychophysiologischen Dimensionen des Emotionalen literarischer Handlungen beschrieben werden können.

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Literatur

  1. 1.
    Auf dekonstruktionistische Ansätze wird im folgenden, trotz ihrer dezidierten Berücksichtigung von Gefühls-Kategorien, nicht weiter eingegangen, da eine angemessene Diskussion den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Es sei daher an dieser Stelle nur angemerkt, daß durch die grundsätzlich divergenten metatheoretischen Vorentscheidungen, dekonstruktionistische Überlegungen mit dem hier vertretenen konstruktivistischen Ansatz kaum kompatibel erscheinen (cf. zu dieser Problematik auch Schmidt 1988 ).Google Scholar
  2. Zur gegenwärtigen Theoriendiskussion cf. auch Barck et al. 1990, Bogdal 1990, Fohr-mann/Müller (Hg. 1988), Henrich/Iser 19924.Google Scholar
  3. Neben dem später skizzierten konstruktivistischen Modell von Ciompi (1982, 1985) liegt mittlerweile ein Entwurf von Emrich (1992) vor. Da Emrich sich u.a. an Ansätzen aus der Tiefenpsychologie orientiert, die im Rahmen dieser Arbeit kritisiert werden, verweise ich an dieser Stelle lediglich auf seine grundsätzlichen Überlegungen zur emotionstheoretischen Berücksichtigung der physiologischen Dimension und der Beobachterperspektive (cf. Emrich 1991: 86–94). Maturana selbst hat sich ebenfalls an verschiedenen Stellen zum Gefühlsbereich geäußert; da er weniger systematische Beschreibungen als verweisende Kommentare intendiert, wird versucht, seinen Überlegungen in diesem Sinne Rechnung zu tragen; cf. dazu vor allem Maturana im Gespräch mit RiegasNetter 1990.Google Scholar
  4. 4.
    Zur Dualismusproblematik von Kognition/Emotion cf. Kap. 2.5 und 4.3; cf. dazu auch Alfes 1986, 1994a, Bearison/Zimiles (Eds.) 1986, Bruner 1986, Clark/Fiske 1982, Deese 1973, Sigel 1986, Steiner 1985, Tomkins 1984.Google Scholar
  5. 5.
    An dieser Stelle noch eine Vorbemerkung zur Verfahrensweise: Komprimierte Darstellungen komplexer theoretischer Argumentationen unterliegen immer der Gefahr der Verzerrung. Beschrieben wird die selektive Lesart einer Theorie. Notwendige Raffungen führen oft zu entweder verkürzenden, schnell trivial wirkenden Vereinfachungen oder zu verkomplizierenden, unverständlich erscheinenden “Terminologie-Ballungen”. Beides wird bei dem Versuch überblickshafter Beschreibungen dieser und folgender Theoriekomplexe nicht immer zu vermeiden sein. Da solche Probleme beinahe symptomatisch für einen theoretisch weit angelegten Arbeitstyp wie den vorliegenden sind, kann ich im Vorlauf nur um langen Atem und eine entsprechende Vor-Einstellung bei der Rezeption bitten.Google Scholar
  6. Cf. dazu u.a. v. Foerster 1984; Varela 1990.Google Scholar
  7. 7.
    Luhmanns Position ist mit dieser Minimal-Skizze keineswegs ausreichend dargestellt. Es sollte an dieser Stelle lediglich darauf hingewiesen werden, daß im folgenden nicht mit seinem Ansatz gearbeitet wird, da in bezug auf die genannten Faktoren im wesentlichen die Kritik P. Hejls (1987, 1990) geteilt wird (cf. die folgende Seite).Google Scholar
  8. 8.
    Cf. Finke 1982; Schmidt 1980, 1982; Sneed 1976.Google Scholar
  9. 9.
    Zu neueren Auffassungen von Kultur, Medien-und Literatursystem cf. Schmidt 1991a, 1992b; cf. auch Kap. 6.Google Scholar
  10. l0 Cf. Schmidt 1980; cf. auch Kap. 5.Google Scholar
  11. 11.
    Zu den Rollen “literarische Vermittlung” und “literarische Verarbeitung” cf. Schmidt 1980, 1982; zur Problematik auditiver und audiovisueller (literarischer) Kommunikation cf. Kap. 6.Google Scholar
  12. 12.
    TEXT“ und ”KOMMUNIKAT“ werden im folgenden in vereinfachter Schreibweise normal geschrieben; zu den Kommunikatebenen cf. Schmidt 1980: 55ff., 70–79; Schmidt/Viehoff 1985: 5–7; cf. auch Kap. 5.Google Scholar
  13. 13.
    Zwei empirische Projekte zur literarischen Produktionsrolle liegen bereits vor; cf. Rusch/Schmidt 1983; Schmidt/Zobel 1983.Google Scholar
  14. 14.
    Cf. dazu Ausführungen in Schmidt 1982: 107ff.Google Scholar
  15. 15.
    Cf. dazu Erläuterungen in Ulich/Mayring 1992: 131ff.Google Scholar
  16. 16.
    Cf. dazu ausführlicher Alfes 1986, 1994, Ciompi 1985, Emrich 1992.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Henrike F. Alfes
    • 1
  1. 1.EssenDeutschland

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