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Stadtentwicklung in Ostdeutschland seit der Wende aus soziologischer Sicht

  • Ulfert Herlyn

Zusammenfassung

Die revolutionären Umwälzungen in der ehemaligen DDR im Herbst 1989 sind zum nicht geringen Teil durch kommunale Mißstände in Gang gekommen. In der Tat befanden sich die Städte der DDR in einem desolaten Zustand: Die Infrastruktur war verschlissen, die Innenstädte bis auf einige inselartige Bauensembles von internationalem Rang verfallen und verödet, während die Bewohner zu großen Teilen in neuerstellten Plattenbausiedlungen an der Peripherie lebten. Die maroden „grauen“ Städte waren nicht nur für viele Bewohner ein Grund, der DDR nach der Wende den Rücken zu kehren, sondern sie waren auch ein schockierendes Erlebnis für Besucher aus Westdeutschland in den folgenden Jahren. Eigenschaften wie „langweilig“, „unsauber“, „häßlich“ und „laut“ erhielten eine relativ hohe Zustimmung in der Bevölkerung, als in den 80er Jahren in der DDR nach der Beschaffenheit des Wohnortes gefragt wurde (vgl. Grundmann 1982, S. 408f.).

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  • Ulfert Herlyn

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