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Sicherheits- und Gesundheitskultur I Handlungs- und Wertorientierungen im betrieblichen Alltag

  • Gabriele Elke
Chapter

Zusammenfassung

Die Sicherheits- und Gesundheitskultur eines Betriebes stellt den impliziten Handlungscode für den Umgang mit Risiken im Alltag dar. Insofern lassen die zuvor beschriebenen Ergebnisse bereits eine Vielzahl von Rückschlüssen auf die AGS-Kultur der Betriebe der Feldstudie zu. Die Abweichungen zwischen den offiziell eingeführten und in der Praxis eingesetzten Personalsystemen verweisen z. B. darauf, dass die dokumentierten Regeln nicht den Spielregeln des Alltags entsprechen. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben. Einerseits können die geltenden Regeln oder betrieblichen Strukturen mit dem Ziel gesetzt worden sein, neue AGS-Standards im Alltag zu implementieren, und es ist bisher nicht gelungen, diese Regeln unternehmensweit in das Alltagshandeln zu integrieren bzw. zur Norm werden zu lassen. Andererseits kann die explizite Festlegung oder Vereinbarung von Regeln und Strukturen das Ergebnis betrieblicher oder gesellschaftlicher Prozesse sein, in deren Rahmen sich diese Regeln als ein erfolgreiches und allgemein anerkanntes Vorgehen der Risikokontrolle herausgebildet haben. Ein Beispiel stellt das Arbeitsschutzgesetz oder die zugrundeliegende Europäische Gesetzgebung dar. Ihre Konzeption basiert auf einem internationalen Erfahrungsschatz und Aushandlungsprozess, wie Probleme des AGS langfristig erfolgreich angegangen werden können. Diese Erfahrungen, die auf staatlicher Ebene in Form von gesetzlichen Vorgaben gebündelt und somit als explizite verbindliche Regeln zusammengefasst wurden, sind von den Betrieben wiederum als Rahmenbedingungen für die Anpassung ihrer Strukturen und ihrer Kulturen mit dem Ziel oder der Vision von mehr Sicherheit und Gesundheit zu nutzen. Strukturen und Kulturen bedingen sich wechselseitig. Kultur findet ihren Ausdruck in Strukturen und ebenso kann die Entwicklung einer positiven AGS-Kultur durch Strukturen unterstützt oder gefördert werden.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

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  • Gabriele Elke

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