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Das regionale Beziehungsgeflecht als öffentlicher Handlungs- und Gestaltungsraum

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Part of the Schriften des Otto-Stammer-Zentrums im Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin book series (SOSZ, volume 88)

Zusammenfassung

Wesentliches Moment der Gestaltung der Region als Wirtschaftsraum ist das Geflecht der Beziehungen und das Zusammenwirken der darin involvierten Institutionen. Die Qualität ihrer jeweiligen Teilleistungen beeinflusst sowohl das Ganze als auch die jeweiligen Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der anderen Teilnehmer. Anknüpfend an die in Kapitel 1.2. vorgenommene grundlegende Dimensionierung der Region als Wirtschaftsraum und des dort skizzierten föderalen Systems öffentlicher Gestaltungs- und Unterstützungsleistungen müssen daher neben den bisher untersuchten Industrie- und Handelskammern auch die wesentlichen am Beziehungsgeflecht beteiligten öffentlichen Institutionen mit ihren jeweiligen regulativen Funktionen, Kompetenzen und Wirkungsanteilen in die Betrachtung einbezogen werden. Nur hierdurch kann das regionale Beziehungsnetz, in dem die IHKn agieren, als Ganzes beurteilt sowie der Anteil der Kammern an der Gestaltung und Regulierung der Wirtschaftsregion resp. ihr Stellenwert angemessen eingeschätzt werden. Anhand dieser Analyse sollen überdies die in Kapitel 2.2. dargestellten übergreifenden Ergebnisse inhaltlich genauer ausgefüllt werden, dass nämlich die IHKn in den neuen Bundesländern für eine angemessene Funktionserfüllung in weit höherem Maße auf eine intensive Verknüpfung und Vernetzung mit bestimmten anderen Akteuren angewiesen sind als in den alten Bundesländern373. Denn nur durch eine stark arbeitsteilige Kooperation können sie dem insgesamt höheren Aktivitätserfordernis genügen und die externen Netze für die eigene Leistungserfüllung nutzen sowie zur Legitimierung gegenüber der eigenen Klientel instrumentalisieren.

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Literatur

  1. 373.
    Dies bedeutet nicht, dass die Beziehungsnetze in den alten Bundesländern weniger dicht wären, sondern sie sind dort längerfristig gewachsen und dienen eher der formellen und informellen Einflussnahme, weniger der unmittelbaren Nutzung für die eigene Leistungserfüllung.Google Scholar
  2. 374.
    Diese Ebene wurde von den IHKn zumeist wegen der Mitwirkung in Gremien als relevant eingestuft; sie stellt aber eher einen Einflussraum und eine Informationsquelle dar, als dass sie “handfeste” Ergebnisse bietet.Google Scholar
  3. 375.
    Daneben bestehen weitere Funktionen - vor allem im Bereich der informellen Einflussnahme -, die aber in den alten Bundesländern in analogem Maße vorfindlich sind.Google Scholar
  4. 376.
    Neben den IHKn spielen hier wie auch in anderen kommunalen Handlungsfeldern die Handwerkskammern eine wichtige Rolle als Repräsentanten der ebenfalls zur “Wirtschaft” gehörigen Handwerksbetriebe.Google Scholar
  5. 377.
    Weitere Aufgabengebiete können sein: die Betreuung der kommunalen Unternehmen (Stadtwerke) und die Ausgestaltung des ÖPNV, die Bearbeitung von Anträgen im Rahmen des Investitionsvorranggesetzes und die Betreibung der Rückübertragung kommunaler Liegenschaften von Seiten der THA/TLG.Google Scholar
  6. 378.
    Federführend ist hier immer das Planungsamt.Google Scholar
  7. 379.
    In der Regel in Gestalt der vorgenannten generellen raumordnerischen Prinzipien, gutenteils ergänzt um “räumlich-strukturelle” oder “sachlich-strukturelle” Förderschwerpunkte.Google Scholar
  8. 380.
    Für Ämter auf Landkreisebene gilt im Prinzip Analoges, allerdings sind hier wegen der geringeren direkten Gestaltungsmöglichkeiten keine so deutlichen Varianzen herausarbeitbar.Google Scholar
  9. höc.
    hstens beim Erwerb von Immobilien in der Innenstadt war Unterstützung erwünscht.Google Scholar
  10. Stel.
    leninhaber in den ersten vier Jahren.Google Scholar
  11. 381.
    Auch in befragten Kommunen wurde die Ausgrendung derartiger Gesellschaften wegen der größeren Flexibilität im Umgang mit Unternehmern bzw. Investoren erwogen, so z.B. in Leipzig.Google Scholar
  12. 382.
    Die Stadt Leipzig und ihr Umland wiesen vorher einen relativ dichten industriellen Besatz auf; vgl. Kapitel 2.1.1.Google Scholar
  13. 383.
    Ein wichtiger Grund hierfür sind - neben den preiswerteren Grundstücken und der Verfügbarkeit größerer Flächen - die günstigeren Wirtschaftsförderbedingungen.Google Scholar
  14. 384.
    Inzwischen ist man bereits dabei, die innerstädtischen altindustriellen Flächen bzw. Brachen aufzuarbeiten.Google Scholar
  15. 385.
    Anfangs hat es hierbei durchaus auch Aufgaben wahrgenommen, die normalerweise außerhalb seiner Kompetenz liegen.Google Scholar
  16. 386.
    Der Handel war aus Sicht der Wirtschaftsförderer in Leipzig in den ersten Jahren “ein Selbstläufer”Google Scholar
  17. 387.
    Bei direkten Außenwirtschafts-Aktivitäten wie Unternehmerreisen oder den Aufbau längerfristiger Kontakte nimmt die Stadt eher die Rolle eines Unterstutzers wahr, indem sie städtepartnerschaftliche Beziehungen o.a. mobilisiert.Google Scholar
  18. 388.
    Symptomatisch hierfttr erscheint der häufige Wechsel im Amt des Wirtschaftsdezernenten: sechsGoogle Scholar
  19. 389.
    Hinzu kommen hier noch zwei weitere Aufgabenfelder, die zugleich die insgesamt stärkere Orientierung der Wirtschaftsförderung auf Detail-Gestaltung indizieren: die Zuständigkeit für die städtischen Märkte sowie die Bewirtschaftung der städtischen Immobilien.Google Scholar
  20. 390.
    So z.B. Vermittlung bezüglich Mietminderung oder Ratenkauf von Grundstücken.Google Scholar
  21. 391.
    Dessau hat (nach eigener Einschätzung) als einziges ostdeutsches Oberzentrum bisher keine solche Einrichtung.Google Scholar
  22. 392.
    Hierbei wird - über die schon in Leipzig angesprochene grundlegende “Arbeitsteilung” hinaus - die mehrfache Komplementarität wirtschaftlicher Strukturen hervorgehoben, indem konstatiert wird, dass die Städte zwar far sich “als Oberzentren thematische Schwerpunkte erarbeiten” müssen, zugleich aber die “Kooperation mit dem Raum” nicht vernachlässigen dürfen, denn “neue Arbeitsplätze in Leipzig sind auch für Halle hilfreich”, da jede qualitativ anspruchsvolle Neuansiedlung Strukturen ergänzt oder erweitert und ihrererseits weitere Ansiedlungen ermöglicht.Google Scholar
  23. 393.
    So hat man in Frankfurt nach dem absehbaren Exitus für das Elektronikunternehmen SMI neben dem BIC ein “Förderwerk Microelektronik” gegründet und mit vielen Anstrengungen das Institut für Halbleiterphysik am Ort halten können; trotzdem sind viele der potenziellen innovativen Existenzgründer abgewandert.Google Scholar
  24. 394.
    So in Neubrandenburg die Umwandlung eines ehemaligen Industriegeländes zu einem Freizeit-und Sportgebiet oder in Frankfurt/0 die Infrastrukturentwicklung in einem bestehenden kleineren touristischen Gebiet.Google Scholar
  25. 395.
    “Manche rufen jede Woche an.”Google Scholar
  26. 396.
    “Wenn die Standortvorteile nicht in der Infra-oder Wirtschaftsstruktur liegen, muss man einen anderen Clou bieten.”Google Scholar
  27. 397.
    D.h.:wenn sie bestimmte Leistungen für ein Unternehmen erbringen, sind sie nicht verpflichtet, die analogen Leistungen (auf Nachfrage) für alle vergleichbaren Unternehmen zu wiederholen.Google Scholar
  28. 398.
    D.h. es werden Recherchen gemacht, um die Solidität eines “Investors” abzuklären, da man sich in früheren Jahren mit einer großen Anzahl unseriöser Interessenten auseinanderzusetzen hatte.Google Scholar
  29. 399.
    Investoren werden nach dem Motto beworben, “ihr braucht Euch um nichts zu kümmern, wir bereiten alles für Euch vor”. “Wir nehmen Euch alles ab, sogar die Qualifizierung im und für das Unternehmen organisieren wir.”Google Scholar
  30. 400.
    “Alle Kräfte, die über Geld verfügen und in diesem Bereich wirksam sind.”Google Scholar
  31. 401.
    Wobei die Begründung recht unterschiedlich ist. Lautet das eine Urteil: “Das sind Behörden”, so wird in der anderen Sicht eher eine geschwächte Position dieser Art Wirtschaftsorganisation unterstellt, da ihre Reichweite und Einflussnahmemöglichkeiten im Zuge wachsenden Gewichts anderer “pressure groups” immer geringer werden.Google Scholar
  32. 402.
    Dass hinter dem Nichtwissen allerdings keineswegs Blockadetendenzen stehen müssen, zeigt der Kommentar eines Wirtschaftsförderers, man bekomme von den IHK-Dienstleistungen zwar wenig mit, höre aber auch von Unternehmerseite keine Klagen. Nach einer Beratung in der Kammer kamen die Unternehmer allenfalls dann zum Amt, wenn es um die Antragstellung und Stellungnahmen für Fördermittel gehe.Google Scholar
  33. 403.
    Bei der Existenzgründungs-und Fördermittelberatung “informiert die Kammer ausreichend und aktuell über die Programme, begleitet die Unternehmen auch”.Google Scholar
  34. 404.
    So z.B. eine informationelle Unterstützung, “wo denn aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung Existenzgründungen noch sinnvoll sind”.Google Scholar
  35. 405.
    Ein analoger Hinweis kommt aus einer der kleineren Kommunen. deren Wirtschaftsförderung festgestellt hat. dass sich gerade kleine Unternehmen von der I IWK “individuell besser betreut” fühlen.Google Scholar
  36. 406.
    Beim FNP kam “eine ganze Reihe von grundsätzlichen und auch einzelnen Stellungnahmen”.Google Scholar
  37. 407.
    “Hier ist ein eindeutiger klarer Einfluss erkennbar.”Google Scholar
  38. 408.
    “Wenn es um strukturelle, konzeptionelle Vorstellungen geht, kommt wenig von der IHK.”Google Scholar
  39. 409.
    Von Letzteren wurden deshalb über den eigenen Bereich hinaus keine Wertungen vorgenommen.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

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