Advertisement

Soziale Arbeit: Politikfähigkeit durch Professionalität

Chapter
  • 533 Downloads

Zusammenfassung

Die Forderung nach einem politischen Mandat Sozialer Arbeit ist schnell erhoben. Weniger schnell ist jedoch ihre inhaltliche Bestimmung vorgenommen. Erst wenn man genauer untersucht, was mit einem politischen Mandat gemeint sein könnte, fallen Schwierigkeiten auf, die sich bei vordergründiger Betrachtung des Begriffes nicht absehen lassen. Deshalb ist es das Anliegen dieses Beitrags, auf solche Untiefen des Begriff ‚politische Mandat‘ aufmerksam zu machen. Dass es für die Soziale Arbeit jedoch Bezüge zur (Sozial-)Politik gibt, ist indes unbestreitbar. Aber führt nicht gerade dieses Eingeständnis eines politischen Bezugs zu einem internen Widerspruch, der darin besteht, einerseits ein politisches Mandat zu bestreiten, während andererseits ein politischer Bezug behauptet wird? Die Form des politischen Bezugs, wie er sich in der und für die Soziale Arbeit darstellt, soll anhand der Bestimmung des Staatsbürgerstatus, wie ihn Thomas S. Marshall entfaltet hat, dargestellt werden. Dabei zeigt sich sodann, dass Professionalität Sozialer Arbeit und ein politischer Bezug durchaus kompatibel sind, ohne dass man sich in die problematische Forderung nach einem politischen Mandat versteigen muss.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Abendroth, W., 1968 [ 1954 ]: Zum Begriff des Rechtsstaates. In: Forsthoff, E. (Hrsg.): Rechtsstaatlichkeit und Sozialstaatlichkeit. Aufsätze und Essays. Darmstadt, S. 114–144Google Scholar
  2. Baecker, D., 1998 [ 1994 ]: Soziale Hilfe als Funktionssystem der Gesellschaft. In: Merten, R. (Hrsg.): Sozialarbeit — Sozialpädagogik — Soziale Arbeit. Begriffsbestimmungen in einem unübersichtlichen Feld. Freiburg (Brsg.), S. 177–206Google Scholar
  3. Bäuerle, W., 1967: Sozialarbeit und Gesellschaft. Weinheim/Berlin BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung) (Hrsg.), 2001: Lebenslagen in Deutschland. Der erste Armuts-und Reichtumsbericht der Bundesregierung. 2 Bände. BonnGoogle Scholar
  4. Böckenförde, E. W., 1991 [ 1981 ]: Die sozialen Grundrechte im Verfassungsgefüge. In: Böckenförde, E. W.: Staat, Verfassung, Demokratie. Studien zur Verfassungstheorie und zum Verfassungsrecht. Frankfurt am Main, S. 146–158Google Scholar
  5. Böhnisch, L./Lösch, H., 21973: Das Handlungsverständnis des Sozialarbeiters und seine institutionellen Determination. In: Otto, H.-U./Schneider, S. (Hrsg.): Gesellschaftliche Perspektiven der Sozialarbeit. Zweiter Halbband. Neuwied/Berlin, S. 21–40Google Scholar
  6. Bourdieu, P., 1986: Delegation und politischer Fetischismus. In: Ästhetik und Kommunikation, 16. Jg., Heft 61 /62, S. 184–195Google Scholar
  7. Brumlik, M., 1992: Advokatorische Ethik. Zur Legitimation pädagogischer Eingriffe. BielefeldGoogle Scholar
  8. Dahrendorf, R., 21991: Betrachtungen über die Revolution in Europa in einem Brief, der an einen Herrn in Warschau gerichtet ist. StuttgartGoogle Scholar
  9. Dahrendorf, R., 1995: Über den Bürgerstatus. In: Brink, B. v. d./Reijen, W. v. (Hrsg.): Bürgergesellschaft, Recht und Demokratie. Frankfurt am Main, S. 29–43Google Scholar
  10. Forst, R., 1994: Kontexte der Gerechtigkeit. Politische Philosophie jenseits von Liberalismus und Kommunitarismus. Frankfurt am MainGoogle Scholar
  11. Giddens, A., 1992: Kritische Theorie der Spätmoderne. WienGoogle Scholar
  12. Habermas, J., 1990: Was Theorien leisten können — und was nicht. In: Habermas, J.: Vergangenheit als Zukunft. Zürich, S. 130–158Google Scholar
  13. Habermas, J., 1992: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats. Frankfurt am MainGoogle Scholar
  14. Hollstein, W./Meinhold, M. (Hrsg.), 1973: Sozialarbeit unter kapitalistischen Produktionsbedingungen. Frankfurt am MainGoogle Scholar
  15. Ipsen, H. P., 1968 [ 1950 ]: Über das Grundgesetz. In: In: Forsthoff, E. (Hrsg.): Rechts- staatlichkeit und Sozialstaatlichkeit. Aufsätze und Essays. Darmstadt, S. 16–41Google Scholar
  16. Kaufmann, F.-X., 1994: Staat und Wohlfahrtsproduktion. In: Derlien, H.-U./Scharpf, F. W. (Hrsg.): Systemrationalität und Partialinteresse. Festschrift für Renate Mayntz. Baden-Baden, S. 357–380Google Scholar
  17. Lockwood, D., 1987: Schichtung in der Staatsbürgergesellschaft. In: Giesen, B./Ha- ferkamp, H. (Hrsg.): Soziologie der sozialen Ungleichheit. Opladen, S. 31 — 48Google Scholar
  18. Luhmann, N., 21973: Formen des Helfens im Wandel gesellschaftlicher Bedingungen. In: Otto, H.-U./Schneider, S. (Hrsg.): Gesellschaftliche Perspektiven der Sozialarbeit. Erster Halbband. Neuwied/Berlin, S. 21–43Google Scholar
  19. Luhmann, N., 1981: Politische Theorie im Wohlfahrtsstaat. München/WienGoogle Scholar
  20. Marshall, T. H., 1992 [19501: Staatsbürgerrechte und soziale Klassen. In: Marshall, T. H.: Bürgerrechte und soziale Klassen. Zur Soziologie des Wohlfahrtsstaates. Frankfurt am Main/New York, S. 33–94Google Scholar
  21. Merchel, J., 2000: Parteilichkeit: ein problematisches Prinzip für professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit. In: Hartwig, L./Merchel, J. (Hrsg.): Parteilichkeit in der Sozialen Arbeit. Münster u.a., S. 49–68Google Scholar
  22. Merten, R., 1997: Autonomie der Sozialen Arbeit. Zur Funktionsbestimmung als Disziplin und Profession. Weinheim/MünchenGoogle Scholar
  23. Müller, S., 1978: Sozialarbeiterisches Alltagshandeln zwischen Hilfe und Kontrolle — Aspekte einer gesellschaftlichen Funktionsbestimmung der Sozialarbeit/Sozialpädagogik. In: Neue Praxis, B. Jg., S. 342–348Google Scholar
  24. Müller, W./Neusüß, C., 1972: Die Sozialstaatsillusion und der Widerspruch von Lohnarbeit und Kapital. In: Probleme des Klassenkampfs, Sonderheft 1, S. 7–70Google Scholar
  25. Olk, T., 1986: Abschied vom Experten. Sozialarbeit auf dem Weg zu einer alternativen Professionalität. Weinheim/MünchenGoogle Scholar
  26. Parsons, T., 1972: Das System moderner Gesellschaften. MünchenGoogle Scholar
  27. Peyser, D., 1934: Hilfe als soziologisches Phänomen. WürzburgGoogle Scholar
  28. Popper, K. R., 1976: Freiheit vor Gleichheit. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.1976, Nr. 291, Beilage „Bilder und Zeiten“, S. 1Google Scholar
  29. Prange, K., 1996: Alte Schwierigkeiten — neue Konfusionen. Bemerkungen zu dem Hamburger-Memorandum der universitären Sozialpädagogik. In: Erziehungswissenschaft, 7. Jg., Heft 14, S. 63–75Google Scholar
  30. Rawls, J., 1988: Eine Theorie der Gerechtigkeit. Frankfurt am MainGoogle Scholar
  31. Rödel, U./Frankenberg, G./Dubiel, H., 1989: Die demokratische Frage. Frankfurt am MainGoogle Scholar
  32. Scherr, A., 2000: Soziale Arbeit hat Zukunft — eine ambivalente Botschaft. Die neue Gesellschaft. In: Pfaffenberger, H./Scherr, A./Sorg, R. (Hrsg.): Von der Wissenschaft des Sozialwesens. Standort und Entwicklungschancen der Sozialpädagogik/Sozialarbeitswissenschaft. Rostock, S. 176–191Google Scholar
  33. Schütze, F., 1996: Organisationszwänge und hoheitsstaatliche Rahmenbedingungen im Sozialwesen. Ihre Auswirkungen auf die Paradoxien des professionellen Handelns. In: Combe, A./Helsper, W. (Hrsg.): Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zum Typus pädagogischen Handelns. Frankfurt am Main, S. 183–275Google Scholar
  34. Sloterdijk, P., 1983: Kritik der zynischen Vernunft. Frankfurt am MainGoogle Scholar
  35. Taylor, C., 1993: Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung. Mit Kommentaren von Amy Gutman (Hrsg.), Steven C. Rockefeller, Michael Walzer, Susan Wolf. Mit einem Beitrag von Jürgen Habermas. Frankfurt am MainGoogle Scholar
  36. Taylor, C., 1994: Die Unvollkommenheit der Moderne. In: Honneth, A., (Hrsg.): Pathologien des Sozialen. Die Aufgaben der Sozialphilosophie. Frankfurt am Main, S. 73–106Google Scholar
  37. Vogel, M. R., 1966: Sozialpädagogik und Sozialarbeit in der heutigen Gesellschaft. In: Mollenhauer, K. (Hrsg.): Zur Bestimmung von Sozialpädagogik und Sozialarbeit in der Gegenwart. Weinheim, S. 67–85Google Scholar
  38. Walzer, M., 1992: Sphären der Gerechtigkeit. Ein Plädoyer für Pluralität und Gleichheit. Frankfurt am Main/New YorkGoogle Scholar
  39. Wannagat, G., 1987: Sozialethische Aspekte des Sozialrechts. In: Brandt, W./Gollwitzer, H./Henschel, J. F. (Hrsg.): Ein Richter, ein Bürger, ein Christ. Festschrift für Helmut Simon. Baden-Baden, S. 773–790Google Scholar
  40. Weber, M., 81980 [’1922]: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. TübingenGoogle Scholar
  41. Weber, M., 91988 [’1920]: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. In: Weber, M.: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie I. Tübingen, S. 17206Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations