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Die documenta: Ihre Ausstrahlung und regionalökonomischen Wirkungen

  • Gerd-Michael Hellstern
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Zusammenfassung

Das Unternehmen documenta dürfte das bekannteste kulturelle Ausstellungsereignis in der Nachkriegsgeschichte sein; mehr als die Hälfte aller Bundesbürger in Ost und West gaben in einer Repräsentativbefragung im Januar 1993 an, von der documenta bereits einmal gehört zu haben. Von der anfänglichen Intention, westdeutsche Defizite in Sachen moderner Kunst nach dem Krieg zu kompensieren, hat sie sich schon nach wenigen Jahren in eine Ausstellungsveranstaltung von internationaler Bedeutung gewandelt, zu einem — wenn auch nur temporären — Mekka zeitgenössischer Kunst, eher spöttisch — wegen ihres Rhythmus und Anspruchs — auch als Kunstolympiade bezeichnet und zunehmend heftiger Kritik wegen ihrer Ausstellungspolitik zwischen Kunst und Kommerz ausgesetzt. Abnutzungserscheinungen und Alterungsprozessen scheint die documenta jedoch nicht unterworfen zu sein: noch jede documenta hatte beachtliche Besucherzuwächse zu verzeichnen, auch die DOCUMENTA IX (d9) von 1992 hat die Besucherzahlen der Vorgängerveranstaltung um rund 30 % übertroffen. Seit der ersten documenta im Jahre 1955 scheint ihre Attraktivität für Künstler und Publikum ungebrochen und hat sie sich zu einem wesentlichen Bestandteil der modernen Kulturgeschichte der Bundesrepublik entwickelt, in dem sich die jeweiligen geistigen Strömungen und Trends fokussiert widerspiegeln (Schneckenburger 1985; Roters 1988).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

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  • Gerd-Michael Hellstern

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