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ETHOS: T wie „technical“

  • Klaus Quibeldey-Cirkel
Chapter

Zusammenfassung

Analog zur Didaktik der „Strukturierten Programmierung“ geht auch die objektorientierte den Weg vom Besonderen zum Allgemeinen: Wir lernen immer erst zu programmieren, dann zu entwerfen, zum Schluß vielleicht auch zu analysieren — sei es prozedural oder objektorientiert. In dieser Reihenfolge wurden die Methoden ersonnen, die Werkzeuge entwickelt. Die technische Evolution war bislang auch Leitlinie der Ausbildung, didaktisch zweifelhaft, wie sich heute zeigt: Implementierungsnahe Ingenieurleistungen werden mit zunehmender Rechnerunterstützung und systematischen Vorgehensmodellen zu Dienstleistungen herabgestuft. Sie sind delegierbar, zunehmend automatisierbar geworden. Was not tut, ist eine methodisch-technische Unterstützung der problemnahen Entwurfsphasen, die zugleich die Kontinuität zur Problemlösung, zum Softwareprodukt wahrt. 1

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Referenzen

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    Die Fußnote 9 auf Seite 52 führt dieses Beispiel noch weiter aus.Google Scholar
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    In objektorientierten Sprachen lassen sich Objekte nur erzeugen und manipulieren, wenn zuvor ihre Klassen vereinbart wurden (Ausnahmen lernen wir in Abschnitt 4.1.2 kennen). Eine Klasse ist, wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden, die „Extension“ eines Begriffs.Google Scholar
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    Klassische Termini der Logik: Intension meint den Inhalt, Extension den Wahrheitswert einer Aussage.Google Scholar
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    Das Thema „Typen, Datenabstraktion und Polymorphie“ wird von Luca Cardelli und Peter Wegner in [Cardelli & Wegner, 1985] erschöpfend behandelt.Google Scholar
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    Zum Begriff der mengentheoretischen Abbildung siehe [Bronstein, 1981] 13 Wir werden „Elaboration“ direkt aus dem Englischen übernehmen, wohlwissend, daß sich hier ein weiterer Anglizismus einschleicht. Elaboration steht für „Ausarbeitung durch Differenzierung“ .Google Scholar
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    Die Analysemethoden befreien sich erst seit den 90er Jahren von ihrer historisch bedingten Sprachabhängigkeit, während die Designmethoden bis heute ihre sprachliche Herkunft nicht leugnen können. Die Booch-Methode zum Beispiel zeigt ihre Ada-Herkunft besonders deutlich in der Modulhierarchie, die auf das Ada-Engagement von Booch zurückgeht: Ada-Packages standen hier Pate [Booch, 1983].Google Scholar
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    Wir werden den Anglizismus Domäne als Terminus technicus behandeln und nicht ins Deutsche übertragen. „Bereich“ oder ähnliche übertragungen sagen noch weniger aus als ihr englisches Vorbild. Man assoziiere Domäne stets mit der Analyse von Weltausschnitten.Google Scholar
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    Die Darstellung versteht sich als Selbstanwendung objektorientierter Konzepte: Die tieferstehenden Begriffe erben die Eigenschaften der höherstehenden und spezialisieren diese um weitere Eigenschaften.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Klaus Quibeldey-Cirkel
    • 1
  1. 1.Universität-GH SiegenDeutschland

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