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Höherentwicklung und Krise

  • Marc Cezanne
Chapter
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Part of the Forschungsberichte aus der Grazer Management Werkstatt book series (FBGMW)

Zusammenfassung

Im vorangegangenen vierten Kapitel wurde die Entwicklung des Konsumentenverhaltens in einen direkten Zusammenhang mit der Entwicklung von Unternehmungen gebracht. Auf Basis der Erkenntnisse zur Komplexität wurden Unternehmungen als Beobachtersysteme gekennzeichnet. Gleichzeitig sind Unternehmungen immer auch Handlungssysteme. Die Handlungen in solchen Systemen können nach Habermas über die beiden Mechanismen der Handlungsorientierung und der Handlungsfolgen koordiniert werden. Diese Differenzierung entspringt der von Habermas rekonstruierten Entkoppelung von System und Lebenswelt. Die folgenden Ausführungen konzentrierten sich auf den lebensweltlichen Koordinationsmechanismus der Handlungsorientierung. In diesem Kontext wurden Sinnmodelle als synergetische Ordner identifiziert, die die Handlungen der Mitglieder von Unternehmen koordinieren und ihnen somit Orientierung geben. Das synergetische Modell der Höherentwicklung von Organisationen ermöglicht die komplementäre Sichtweise von Unternehmungen als Beobachter- und Handlungssysteme. Gleichzeitig erlaubt diese Darstellung, die Entwicklungen in den originären Lebenswelten — hier: die Entwicklung des Konsumentenverhaltens — und die Entwicklungen von Unternehmungen in derivativen Lebenswelten in einen engen Zusammenhang zu bringen. Auf der Basis dieser Ausführungen ist es nun möglich, Krisen im Kontext der Entwicklung von Unternehmungen darzustellen. Dies sind lebensweltliche Krisen der Handlungsorientierung. Parallel sind systemische Krisen im Kontext des Koordinationsmechanismus der Handlungsfolgen zu betrachten. Die Parallelität von systemischen und lebensweltlichen Krisenphänomenen resultiert aus der Entkoppelung von System und Lebenswelt. Habermas bezeichnet erstere als Steuerungskrisen und letztere als Identitätskrisen.1 Er weist auch darauf hin, daß diese Krisenphänomene unterschiedliche Erscheinungsformen haben, gleichzeitig aber komplementär zu betrachten sind. Handlungskoordination findet sowohl über den Mechanismus der Handlungsfolgen als auch über den Mechanismus der Handlungsorientierung statt. Somit wird sich dieses Kapitel auch mit den systemischen Krisenphänomenen befassen.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Marc Cezanne

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