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Die experimentelle Herausforderung

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Part of the Psycholinguistische Studien book series (PLS)

Zusammenfassung

Im Sinne des in Kapitel 1 vertretenen methodologischen Ansatzes zielt jegliche Modellbildung auf den modellierten Prozeß. Dieser soll mit Hilfe des Modells besser verstanden werden, was etwa dann zum Tragen kommt, wenn über das Modell Vorhersagen zum modellierten Prozeß entwickelt werden können. Grundlegend für jede Modellierung ist dabei, daß das entwickelte Modell diejenigen empirischen Daten, die für den zu modellierenden Prozeß vorliegen, nachbildet bzw. erklärt.

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Literatur

  1. 1.
    In einer seiner Arbeiten zur Produktion von Nominalphrasen deutet Schriefers eine Vorstellung an, nach der syntaktische Prozesse, die etwa die Kongruenz von Adjektiven und dem Nomen in einer Nominalphrase gewährleisten, einem semantisch orientierten Auswahlprozeß zeitlich nachfolgen: On the basis of the preverbal conceptual input […], the speaker first selects the noun lemma and the adjective lemma from the mental lexicon. […] From these lemmas, activation is assumed to spread to nodes specifying the lemmas’ syntactic properties and to the next layer of the network specifying their phonological form […].“ (Schriefers 1993, S. 841)Google Scholar
  2. 6.
    Die semantischen Störwörter in Levelt et al. (1991a) wurden dadurch ermittelt, daß in einem Vorexperiment Versuchspersonen danach befragt wurden, was sie mit dem jeweiligen Produktionsziel spontan assoziieren würden. Das Wort mit den meisten Nennungen in diesem Assoziationsexperiment wurde dann als semantisches Störwort verwendet (vgl. Levelt et al. 199la, S. 127). Bei Anmerkungen zu den Anderungen bei den gewählten semantischen Störwörtern zwischen den Versuchen aus Schriefers et al. (1990) und denen aus Levelt et al. (1991a) ist zu berücksichtigen, daß die Experimente zu Levelt et al. (1991a) vor den Experimenten zu Schriefers et al. (1990) gemacht wurden. Die Autoren wollten durch die Anderungen, die also eigentlich in den Experimenten von Schriefers et al. (1990) vorgenommen wurden, eine Vereinheitlichung der semantischen Störwörter (nur Ko-Hyponyme statt verschiedenster semantischer Relationen) erreichen (Antje Meyer, persönliches Gespräch).Google Scholar
  3. 7.
    Levelt und seine Ko-Autoren beziehen sich in ihrer Diskussion zu konnektionistischen Modellen deshalb in erster Linie auf die Modellvariante, die von Gary Dell entwickelt wurde, weil diese von den bekanntesten — die Autoren zählen hierzu die Modellvarianten von Dell, von MacKay und von Stemberger (s. Levelt et al. 1991a, S. 124) — am explizitesten ist (ebd., S. 139). Da Dells Modellvariante ohne die Komponente der lateralen Inhibition aufgebaut ist, kann der Erklärungsansatz für die hier diskutierten experimentellen Ergebnisse, den ich im folgenden entwickeln werde, in wesentlichen Punkten nicht auf Dells Modellvariante übertragen werden. Dells Ansatz, die experimentellen Ergebnisse aus Levelt et al. (1991a) zu erklären, findet sich in Dell Si O’Seaghdha (1991). Dells Erklärungsansatz wird seinerseits in Levelt et al. (1991b) kritisiert und zurückgewiesen. logischer Ähnlichkeit im Fall der geringen zeitlichen Differenz zu erklären. Levelt und seine Ko-Autoren haben, um diesen Fall erfolgreich abhandeln zu können, ein sogenanntes „statistisches Modell“ entwickelt (Levelt et al. 1991a, S. 136ff.). Für dieses statistische Modell wird angenommen, daß der Prozeß der lexikalischen Entscheidung (wenigstens) zwei Prozeßphasen durchläuft (ebd., S. 136). Diese Prozeßphasen ergeben sich analog zu den Phasen im Produktionsprozeß. In einer ersten — phonologischen — Phase wird aufgrund des akustischen Reizes, also über das Lexem, ein Lexikonelement selegiert. In einer zweiten — semantischen — Phase wird die Bedeutung des Elements erschlossen und die lexikalische Entscheidung vollzogen. Im Modell folgen diese Phasen aufeinander ab, ohne daß eine zeitliche Uberlappung gegeben ist: „In the model, the assumption is that these two phases are successive. This assumption may be stronger than necessary because work by Zwitserlood (1989) and others has shown that in word recognition, phonological and semantic activation overlap in time. The simplification is, however, innocent, because succession is the limiting case of overlap. If the data can be fitted in the limiting case, they can certainly be fitted in the general case (which has an additional overlap parameter).”Google Scholar
  4. 13.
    Auf dieser Reduktion fußt die Erklärung von Dell & O’Seadhgha (1991) für das Fehlen einer Auswirkung mittelbarer Ähnlichkeit in den Experimenten aus Levelt et al. (1991a).Google Scholar
  5. 15.
    Ein Beispiel dafür findet sich auf Seite 83, wo ausgeführt wird, daß ein konnektionistisches Modell in einer Variante zu den Experimenten aus Levelt et al. (1991a) immer noch einen verzögernden Effekt der phonologischen Ahnlichkeit auch bei geringen SOAs vorhersagt, wohingegen das in Levelt et al. (1991a) gegebene statistische Modell in diesem Fall die phonologische Ahnlichkeit als irrelevant einschätzen würde.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

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