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Raumordnung

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Zusammenfassung

Das Jahr 1945 fand Deutschland in dem Zustand eines völligen raumpolitischen Chaos. Die drei westlichen Besatzungszonen, aus denen dann die Bundesrepublik Deutschland entstand, wiesen große Kriegszerstörungen auf, u. a. rund 2½ Millionen zerstörte Wohnungen, die städtische Bevölkerung war in weitem Umfang aufs Land evakuiert worden, und in die britische und amerikanische Besatzungszone wurden, da die französische Besatzungsmacht eine Aufnahme verweigerte, zunächst über 8 Millionen Heimatvertriebene hineingepreßt. Die sowjetische Besatzungszone mußte ebenfalls Heimatvertriebene aufnehmen, wurde einem fremden Wirtschaftssystem unterworfen und von den drei anderen Besatzungszonen nach und nach losgetrennt. Angesichts der Zerstörungen der Wohnungen in den Städten wurden die Millionen der Vertriebenen und Flüchtlinge auf das Land gelenkt, im Gebiet der späteren Bundesrepublik in die vorwiegend agrarischen Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern. In der Folgezeit kamen laufend Fluchtlinge aus der sowjetischen Besatzungszone hinzu, deren Zahl auch bald über 2 Millionen anstieg. Die Bevölkerungsdichte in der Bundesrepublik nahm außerordentlich zu und liegt heute mit rund 200 Menschen auf den Quadratkilometer in Europa an vierter Stelle nach den Niederlanden, Belgien und Großbritannien.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1960

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