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Mani und sein Religionssystem

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Part of the Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (VG, volume 281)

Zusammenfassung

Der syrische Religionsstifter Mani war nicht der Ansicht, daß der Mensch die Krone der Schöpfung sei. Er hat vielmehr gelehrt, daß es der Gegner Gottes war, der Prinz der Finsternis, der den Menschen geschaffen habe. Im ständigen Kampf zwischen Gott und dem Bösen, einem Kampf, den man sich wie ein Brettspiel denken darf, sei die Erzeugung Adams und Evas ein besonders listiger und erfolgreicher Zug des Bösen gewesen; denn auf diese Weise sei es dem Prinzen der Finsternis gelungen, ein Abbild Gottes zu schaffen, welches doch weitgehend in seiner Macht blieb, ein Lebewesen, in welchem die göttlichen Teile in den Fesseln des Körpers versklavt waren und dem Bösen dienstbar bleiben mußten. Es sei Gott schwer gefallen, eine erfolgreiche Gegenmaßnahme zu ergreifen; er habe seinen eigenen Sohn, Jesus, aussenden müssen, um den göttlichen Teil in Adam zur Erkenntnis seiner selbst zu erwecken. So babe Jesus sich in die Schlange verwandelt und Adam ermahnt, die Frucht vom Baum der Erkenntnis — der Gnosis — zu essen. Als Adam diese Frucht gekostet hatte, erkannte er, wie das Göttliche in ihm Gefangener des Prinzen der Finsternis war, und Jesus zeigte ihm den schweren Weg, der zur Befreiung des Göttlichen aus der Sklaverei führt.

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Referenzen

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    Fihrist S. 85 Flügel; Abul Faradsch bei Kessler, Mani 355; Abd-al-Jabbar bei Monnet, Rev.hist.rel. 92, 183 (1973) 4 (er sei Metropolit der Christen des Irak im Perserreich gewesen).Google Scholar
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    Zu diesem Thema s. jetzt Samuel N. C. Lieu, Manichaeism in the Later Roman Empire and Medieval China, Manchester 1985, 178–264.Google Scholar
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    Eine schematische Darstellung der wichtigsten Episoden dieses Mythos findet sich auf dem ausklappbaren Blatt am Ende dieses Heftes.Google Scholar
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    Die Namen der fünf schlechten Eigenschaften stehen nur in den koptischen und chinesischen Texten.Google Scholar
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    Die guten Elemente (Luft, Feuer, Wind, Wasser und Licht) entstehen erst später, als der Urmensch sie „ruft“. Dies ist wohl ein Indiz dafür, daß Mani hier ein persisches (zurvanitisches) Schema, in welchem die guten und schlimmen Elemente auf einer Ebene standen, seinem System angepaßt hat.Google Scholar
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    Kephalaia p. 77, 22–79, 12 und 30, 12–34, 12; vgl. H.-Ch. Puech, Sur le manichéisme (1979) 103–151.Google Scholar
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    Sermon vom Licht-Nûs (früher Traktat Chavannes-Pelliot genannt, s. unten S. 28 Anm. 17) in der Revue asiatique 1911, 546; Kapitel 138 der Kephalaia, übersetzt von (C. Schmidt-)H. Polotsky, Sitzungsberichte der preuß. Akad. der Wiss. phil.-hist. Klasse 1933, 70/1. Der koptische Text ist verlorengegangen, es existiert nur noch die deutsche Übersetzung.Google Scholar
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    Die Sonne ist das Schiff des Feuers, der Mond das Schiff des Wassers: Augustin, De natura boni 44 p. 883, 17 Zycha = Euodius von Uzalis, De fide contra Manichaeos 16 p. 957, 15 Zycha (navis vitalium aquarum); Kephalaia p. 20, 16 und 18; 47, 4.Google Scholar
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    Vgl. unten den Exkurs I.Google Scholar
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    Vgl. unten S. 40/41 Anm. 10 und S. 45 Anm. 34.Google Scholar
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    Vgl. den Exkurs II über die Psalmen der Wanderer im koptisch-manichäischen Psalmbuch und Augustins canticum amatorium. Google Scholar
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    Acta Archelai 16, 7 (p. 27, 3–5 Beeson).Google Scholar
  16. 17.
    Schema der guten und schlimmen Eigenschaften und ihres Sitzes im Körper Nach dem Buch »Der Sermon vom welches bei den Manichäern weit verbreitet war. Es wurde früher als „Traktat Chavannes-Pelliot“ zitiert; den korrekten Titel hat W. Sundermann ermittelt. Es ist in mehreren Sprachen erhalten: (a) Fast vollständig auf chinesisch, s. Chavannes-Pelliot, Journal asiatique 1911, 499–590 (Übersetzung und Kommentar; der chinesische Text folgt danach). Die oben herangezogenen Stellen auf S. 528–530 und 537. — (b) In parthischer Sprache gibt es 36 Fragmente, die zu 22 verschiedenen Handschriften gehören. Vgl. Sundermann, Mittelpersische und parthische kosmogonische und Parabeltexte der Manichäer, Berliner Turfantexte IV (1973) S. 54–57 Nr. 5–6; Altorientalische Forschungen 10 (1983) 231–242; M. Boyce, A Catalogue of the Iranian Manuscripts in Manichean Script in the German Turfan Collection (Berlin 1960) S. 148 Nr. 15 »Versions of the Traité“. — (c) Ein sogdisches Fragment, erwähnt von M. Boyce, A Catalogue S. 61 (M 904). — (d) In türkischer Übersetzung, in vier verschiedenen Handschriften; s. die deutsche Übersetzung von H.-J. Klimkeit und H. Schmidt-Glintzer, Zentralasiatische Studien 17 (Wiesbaden 1984) 82–117. — Die weite Verbreitung des Textes legt die Vermutung nahe, daß dies ein authentisches Werk von Mani selbst ist, vielleicht die „Pragmateia“; W. Sundermann hat an das 16. Kapitel des »Buches der Mysterien“ gedacht (Altorientalische Forschungen 10, 1983, 242).Google Scholar
  17. 18.
    Augustin, De genesi adversus Manichaeos II 39 (Migne, Patrol. Lat. 34, 217); De haeresibus 46, 15 (Corpus Christianorum Lat. 46, 318); Titus von Bostra III 7 (p. 69, 14).Google Scholar
  18. 19.
    Vgl. unten den Exkurs I.Google Scholar
  19. 21.
    Acta Archelai 13 (p. 21, 9 Beeson); Psalmbuch p. 11, 9; Kephalaia p. 54, 15; 55, 21; 56, 28 usw.Google Scholar
  20. 22.
    Wir besitzen die Schilderung des Weltendes, welche Mani im Shabuhragan gegeben hat: MacKenzie, University of London, Bulletin of the School of Oriental and African Studies 42 (1979) 500–534 und 43 (1980) 288–310.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH Opladen 1986

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