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Drogen, deren wirksame Hauptbestandteile Glykoside sind

  • Robert Jaretzky

Zusammenfassung

Glykoside sind organische, meist nur aus C, H und O bestehende, gelegentlich aber auch N oder S enthaltende, feste, nicht flüchtige, optisch aktive, kristallisierte oder amorphe Verbindungen, die unter dem Einfluß verdünnter Säuren mehr oder weniger leicht, bisweilen auch durch Alkalien, in einigen Fällen auch schon beim Kochen mit Wasser unter Wasseraufnahme (Hydrolyse) in Zucker und einen oder mehrere andersartige Stoffe zerfallen. Von praktischer Bedeutung ist die Aufspaltung der Glykoside durch spezifische Pflanzenenzyme; beim Trocknen der Droge tritt einmal der Moment ein, wo der sich allmählich steigernde Wasserverlust zum Tode der Zellen führt, die Enzyme aber immer noch hinreichend Wasser zur Verfügung haben, um wirken zu können, und da dieser Enzymwirkung durch lebendes Protoplasma kein Einhalt mehr geboten werden kann, werden die Glykoside mehr oder weniger weitgehend gespalten. Langsames und unsachgemäßes Trocknen führt daher vielfach zu einem Wirkungsschwund bei Glykosiddrogen. Die gleichen Enzyme mögen in der lebenden Pflanze unter den anders gestalteten Verhältnissen die Synthese der Glykoside aus den Komponenten unter Wasserabgabe bewirken. Jedenfalls ist es gelungen, Glykoside mit Hilfe von Emulsin im Reagensglas aus den Komponenten zu synthetisieren (s. S. 400).

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1949

Authors and Affiliations

  • Robert Jaretzky
    • 1
  1. 1.Pharmakognostischen Institu’sTechnischen Hochschule in BraunschweigDeutschland

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