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Aus der Bergischen Sagentruhe

  • Fritz Hinrichs
  • Alfred Brenne
Chapter
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Zusammenfassung

Es war Notzeit im bergischen Land. Die Ernte war in diesem Jahre schlecht geraten, und es fehlte überall am täglichen Brot. Der König der Zwerge wanderte unerkannt über das Land der Berge. Guten Menschen half er, schlechte bestrafte er. Unterwegs begegnete ihm eine arme Frau, die würzige Walderdbeeren für ihre hungernden Kinder gepflückt hatte. Sie bot dem müden Wandersmann freundlich eine Erquickung aus ihrem Körbchen an. Der Zwerg war gerührt über die herzliche Gabe und labte sich an den leckeren Früchten. Dann sprach er: „Liebe Frau, du hast dir trotz deiner Not und Sorge ein mitleidiges Herz bewahrt. Dafür will ich dich belohnen. Du hast einen Wunsch frei, bedenke ihn wohl.“ Einen Augenblick dachte die Frau daran, sich Gold und Silber zu wünschen. Dann hatte alle Not ein Ende. Sie besann sich aber eines anderen und bat den Zwergenkönig: „Halte deine segnende Hand über meine notleidende Heimat und schenke deine Freundschaft auch meinen Kindern und Kindeskindern.“ Erfreut gewährte er ihr die Bitte und befahl: „Grabe an dieser Stelle ein wenig im Boden, und du wirst bald erfahren, daß es euer aller Glück bedeutet.“ Kaum hatte sie begonnen, da sprudelte ein wasserreicher Quell hervor und hüpfte munter zu Tal. „Diese Quelle“, so sagte der Zwerg zum Abschied, „wird bald ein kräftiger Fluß werden und alle Menschen deiner Heimat segnen. Euren Fleiß und eure Arbeit wird euch der Fluß stets reichlich lohnen.“ Nach diesen Worten war der Zwerg verschwunden.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen 1950

Authors and Affiliations

  • Fritz Hinrichs
  • Alfred Brenne

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