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Italienische Frührenaissance

  • Hans Kauffmann
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Zusammenfassung

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts hat Giorgio Vasari in seinen „Lebensbeschreibungen“ die italienischen Künstler seit dem 13. Jahrhundert mit bewunderungswürdiger Vollständigkeit bedacht. Aber zur selben Zeit strahlte die Hochrenaissance schon eine so dominierende Wertgeltung aus, daß die früheren Jahrhunderte mit Einschluß des 15. Jahrhunderts und seiner Meister in Schatten gerieten. Aus der Reihe der Architekten haben nur Filippo Brunelleschi als der Begründer neuerer Baukunst, Leone Battista Alberti als Wegebahner zum Klassischen, unter den Malern einzig und allein Andrea Mantegna fortdauernde Schätzung behalten, bis hin zu Goethe, dessen „Italienische Reise“ im übrigen für das 15. Jahrhundert wie für Giotto kein Wort enthält, erst mit zunehmenden Jahren hat Heinrich Meyer ihm diese Epoche nähergebracht, nun wieder an Hand von Vasari. Das um 1800 sich erneuernde Interesse am italienischen Quattrocento ist — wie allgemein bekannt — mit der Erweckung des nordischen Mittelalters und der Gotik zusammengegangen unter dem Vorantritt Englands, auch noch des Präraffaelitismus, und unter dem maßgeblichen Anteil von Nazarenertum und deutscher Romantik, beide, italienisches und nordisches 15. Jahrhundert, einander gleichgestellt, zwei Seiten eines und desselben Vorgangs, Neubewertung der „Primitiven“.

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    Zu Leonardos Gedanken an die „Illitterati“ — denen Äußerungen von F. Zuccari nach W. Körte, a. a. O. 38, an die Seite zu stellen sind — darf ich an das Prooemium von Ciceros Tusculanen erinnern, wie es interpretiert worden ist von R. Harder in der Festschrift für Otto Regenbogen, 104 ff.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1957

Authors and Affiliations

  • Hans Kauffmann
    • 1
  1. 1.Freie Universität BerlinDeutschland

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