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Die Struktur des Auto Sacramental „Los Encantos de la Culpa“ von Calderón

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Part of the Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (AFLNW, volume 150)

Zusammenfassung

Der spanische Dramatiker Pedro Calderón de la Barca hat eine große Anzahl von Theaterstücken geschrieben. Unter ihnen nehmen die einaktigen Autos Sacramentales, meist kurz Autos genannt, welche dem Lob der Eucharistie dienen, insofern einen besonderen Platz ein, als sie sich vor allen anderen in verschiedensten Bereichen, Sprache, Fülle an neuen Einfällen und Einfügung überlieferter Ideen auszeichnen. Sie harren größtenteils sorgfältiger Analyse. Eines dieser Schauspiele, „Los Encantos de la Culpa“ *, möge den hier vorgetragenen Ausführungen die Basis für ein Eindringen in das Geheimnis der Kunst Calderóns bieten.

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Referenzen

  1. Der hier gedruckte Text gibt den am 15. März 1967 gehaltenen Vortrag im wesentlichen unverändert wieder. (Die deutschen Übersetzungen der spanischen Zitate wurden in möglichst wortgetreuem Sinne gegeben.) — Die Anmerkungen sind dem Material entnommen, das der Vortragende im Hinblick auf eine kritische und kommentierte Ausgabe des Auto Sacramental „Los Encantos de la Culpa“ (die sich auch und gerade bei diesem calderonianischen Schauspiel lohnen würde) gesammelt hat. Sowohl im Vortrag selbst wie in den nunmehr hinzugefügten Anmerkungen sollte die Fülle der sich dem Interpreten darbietenden Schwierigkeiten vor Augen geführt und das Bewußtsein dafür geschärft werden, daß manche Probleme noch einer befriedigenden Lösung harren. Schon an dieser Stelle sei auf die demnächst erscheinende Dissertation meines Schülers Bernhard Paetz aufmerksam gemacht, der „Die Deutungs- und Überlieferungsgeschichte des Mythos von Kirke und Odysseus und seine christlich vergeistigte Ausformung in der spanischen Literatur des Siglo de Oro“ analysiert.Google Scholar
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  9. 8.
    Vgl. z. B. S. 348.Google Scholar
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  15. 14.
    Vgl. besonders p. 40–41.Google Scholar
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  17. 16.
    Wortlaut und Versziffer zitiere ich jeweils nach der bequem zu benutzenden Ausgabe der Clásicos Castellanos 74 (Autos Sacramentales II, Madrid 1942, 2a. edición corregida). Ich war und bin mir der Tatsache bewußt, daß die einzelnen Drucke dieser Ausgabe (der erste erschien 1927) nicht immer in der Wiedergabe des Textes übereinstimmen. Ohne auf alle diese Differenzen achthaben zu können, prüfte ich dennoch — stichprobenartig — die Edition des Jahres 1927 und die des Jahres 1958 (Quarta edición). Die Gesamtheit der bei einem Calderóntext zu berücksichtigenden Fragen kann erst in umfassenden, kritischen und kommentierten Ausgaben betrachtet und gelöst werden. — Wie wichtig die Berücksichtigung der zugänglichen Manuskriptformen ist, mag der Hinweis auf Vers 41 zeigen. Das Manuskript 3793 bietet (statt des auch im Text der Clásicos Castellanos-Ausgabe abgedruckten und syntaktisch nicht leicht zu interpretierenden „dando“) die Form „dan“. Ein weiteres Beispiel bieten die Verse 222–224 Manuskript 14 727: „Aunque deseé / que halléis Penitencia ... “ (Clásicos Castellanos: „halles“). Da der Verstand seine Aussage mit der Form „hallaréis“ schließt, scheint „halléis“ passender als „halles“ zu sein — und in den Pluralformen zugleich die Mehrheit der Sinne besser zum Ausdruck zu kommen. Im Manuskript des 17. Jahrhunderts (14 772) sowie in 3793 liest man in Vers 337 „el mandato“ und „el ruego“, im Manuskript 16 282 „al mandato“ und „al ruego“. Auch für Vers 402 liegen Varianten vor („dichas“ heüß es in den Ausgaben von Pando y Mier — 1717 — und Valbuena Prat, „obras“ in den Manuskripten 14 772 und 16 282. Das Manuskript 3793 bietet eine Korrektur und ist schwer entzifferbar). Angesichts solcher Differenzen braucht ihre Bedeutung für die Interpretation des Textes nicht mehr akzentuiert zu werden.Google Scholar
  18. 16.
    a Vgl. MS. 16 282.Google Scholar
  19. 17.
    Es bliebe im einzelnen festzustellen, wann der Mensch „hombre“, wann „Ulises“ genannt wird (vgl. Vers 24, wo Entendimiento „el hombre“ sagt — ebenso Vers 253 —; Vers 290 sagt Entendimiento „Ulises“).Google Scholar
  20. 18.
  21. 19.
    Vgl. meine späteren Ausführungen!Google Scholar
  22. 20.
    Über die von Calderón (Vers 207 ff.) beachtete Reihenfolge und die von ihm in seinen Stücken zum Ausdruck gebrachten Gedanken zur Hierarchie der Sinne müßte in einer Sonderstudie (unter Berücksichtigung antiker — Plato! — und patristisch-scholastischer Quellen — Augustinus!, Thomas! —) gesprochen werden.Google Scholar
  23. 20.
    a Vgl. nunmehr die Aussage Kommerells! (Anm. 12).Google Scholar
  24. 21.
    Vgl. Valbuena Prat l. c. pág. LXIII.Google Scholar
  25. 22.
    Vgl. ibidem.Google Scholar
  26. 23.
    Ich benutzte meine Ausgabe Madrid 1673.Google Scholar
  27. 24.
    I (Salamanca 1620), II (ibid. 1623). Ich benutzte meine Ausgabe I, II, III (Barcelona 1702).Google Scholar
  28. 25.
    Vgl. seine Worte: „Per Vlyssem autem, qui nullo veneficio a pristina forma dimoueri potest, mentem anime ducem, intelligimus. (Andreae Alciati Emblemata . . . Patavij 1651). Meine spanische Ausgabe trägt den Titel „Declaración magistral sobre las emblemas de Andrés Alciato“, Valencia 1670.Google Scholar
  29. 26.
  30. 27.
  31. 28.
    Vgl. zu den lateinischen Termini H. Lausberg, Handbuch der literarischen Rhetorik (München 1960) § 1194, 3.Google Scholar
  32. 29.
    Ich gebrauche diesen Terminus im Anschluß an das Werk von Roman Ingarden, „Das literarische Kunstwerk“ (Tübingen 31965), S. 403.Google Scholar
  33. 30.
    „Suena un clarín y descúbrese una nave y en ella EL HOMBRE, EL ENTENDIMIENTO, EL GUSTO, EL OLFATO, LA VISTA, EL OÍDO y dicen todos dentro de ella: ...“ Das Verb „descubrir“ nimmt im Wortschatz Calder6ns einen wichtigen Platz ein. Über das „entdecken“ vgl. Kommerell a.a.O. I, S. 56–63 („Das barocke Zeigen“). Schon hier sei die (noch zu beantwortende) Frage gestellt, ob man Entendimiento sozusagen als „Spielleiter“ des Stückes und als diejenige Person bezeichnen könne, welche besonders enge Verbindung zum Publikum herstellt.Google Scholar
  34. 31.
    „[Tocan] clarines y descúbrese otra vez la nave; llega al tablado y entran todos en ella.“ Das Schiff wird hier erneut sichtbar, nachdem die Bühnenanweisung bei Vers 88 gelautet hatte: „Desembarcan y escóndese la nave.“Google Scholar
  35. 32.
    Vgl. die bei Filippo Picinelli (geb. 1604) Mundus symbolicus I, II (4. Ausgabe, Köln) zitierten (hier nur als vorläufiges Dokumentationsmaterial gebrachten und nicht in allen Fällen — da sich dies als unmöglich erwies — auf ihre Echtheit geprüften) Belege! Ambrosius / lib. de Jaco. c. 8 (= I 8, 36) / : „Perfecti est enim vir i ... quasi providum gubernatorem navem in tempestate regere ...“ / Picinelli II, p. 143–144 /. Der die Schiffsmetaphern liebende Gregor von Nazianz schreibt (Orat. 27): „Quisquis navigat, naufragio propinquus est, eoque magis, quo audacius navigat: eodem modo quisque corpore convestitus / Picinelli II p. 154 /. Augustinus bemerkt (Epist. 3 ad Jul.): „Invidus vir, inquit similis est navi, qua iactatur fluctibus maris / Picinelli II. p. 149 /. Vgl. auch Augustinus Epist. 19: „Tu, turn tua navis in alto est, Hoc age, ne mutata retrorsum te ferat aura.“ / Picinelli II p. 143. Das italienische Original des Werkes „Mundus symbolicus“ erschien zu Mailand 1653. (Mondo simbolico). — Der Dictionnaire d’Archéologie Chrétienne et de Liturgie bietet (s. v. Navire) den Vergleich der christlichen Seele mit einem Schiff (vgl. tome XII, 1, 1010–1011): „L’intention de faire du navire un emblème de l’âme apparaît évidente sur un marbre du musée Kircher ... où, dans le vaisseau, sont figurés deux grands vases d’argile, représentation symbolique des corps de deux chrétiens enfermés dans / le même tombeau. Toutefois, l’intention est plus évidente encore sur deux inscriptions où le navire porte le monogramme du Christ“ (fig. 8791 — diese Abbildung befindet sich auf Spalte 1012 Zur Schiffssymbolik vergleiche man auch Joannis Pierii Valeriani, Bellunensis Hieryglyphica editio novissima Coloniae Agrippinae 1614, p. 568. (Auf diesen Autor bezieht sich auch — z. B. bei der etymologischen Herleitung des Namens Ulises — Sebastián de Covarrubias in seinem bekannten Wörterbuch.)Google Scholar
  36. 33.
    „En la anchurosa plaza / del mar del mundo, hoy, Hombre, te amenaza / gran tormenta.“ (Vgl. zu tormenta auch Vers 48!) Zur Parallelisierung von Welt und Meer denke man unter vielen anderen Texten an den Traktat über den Antichrist des Hippolytos von Rom, das 115. Emblema des Alciato und die Hinweise in Commentaria in Psalmorum Davidicorum Analysim Auctore Thoma Le Blanc ... Editio Hieronymo de An- drea Tomus IV. Neapoli 1859 (Commentaria in Psalmum LXVIII p. 165 ff.). Dort auch die Angabe von Textstellen, in denen vom Sturm auf dem Meer der Welt die Rede ist! Neben Calderóns Worte „el mar del mundo“ halte man noch den Satz „la humana vida / navega“ (Verse 29–30) und den Ausdruck „el mar de la vida“ (Verse 20, 765).Google Scholar
  37. 34.
    Vgl. Verse 25–30!Google Scholar
  38. 35.
    Man vergleiche die Erwähnung der „traductio“ (aguas für tribulaciones — Verse 25 bis 28 —)! Eine Erleichterung des Verständnisses wird durch den Text selbst ermöglicht.Google Scholar
  39. 36.
    Vgl. die Verse 45–48 und 176–179: „¿Ya te olvidas que después / en una tormenta viste / tus Sentidos padecer / con tantas tribulaciones?“ Auf die Bemerkung von Entendimiento, daß den Menschen ein großer Sturm bedrohe, antwortet Oído: „Yo he sido / de tus cinco sentidos el Oído;“ (Verse 3–4). Der Gebrauch des Pretérito perfecto compuesto bei Calderón wäre einer Untersuchung wert. Ist hier „he sido siempre“ gemeint oder etwa eine Hervorhebung des besonderen Rang beanspruchenden „auditus“ (vgl. seine Bewertung bei Thomas von Aquin!) eingeflochten? Vgl. aber auch die Tatsache, daß wenige Zeilen später der Gesichtssinn die gleiche Form gebraucht!Google Scholar
  40. 37.
    Vgl. die Verse 24, 56, 66. Bei Picinelli II p. 143 findet man eine Reihe von die oben gemachte Aussage beweisenden Belegen (Ovid, Plinius, Lactantius). Vgl. auch im Neuen Testament Markus VI, 47–51!Google Scholar
  41. 38.
    Vgl. die Verse 78 und 752.Google Scholar
  42. 39.
  43. 40.
    Vgl. Anm. 28 und Vers 1333!Google Scholar
  44. 41.
    Vgl. Dictionnaire d’Archéologie Chrétienne et de Liturgie s. v. Navire 1011: „Le navire figure donc la vie humaine et il est en même temps le symbole de l’Église qui transporte les fidèles qui se confient à elle jusqu’au port salutaire.“ Die Gemeinschaft der Gläubigen wird zwar hier wörtlich nicht erwähnt, doch darf man sie in dem die Gläubigen beherbergenden Schiff der Kirche symbolisiert sehen.Google Scholar
  45. 42.
  46. 42.
    a Vgl. seinen Sermo 47 („Christus est navis, in qua ascendunt omnium credentium animae, quae ut tota firmitas in fluctibus habeatur, de ligno fabricatur, et de ferro infigitur, hoc est Christus in cruce. Sed quod dicit navem sine vestigio, ideo quia Verbum Dei vehemens per aurem penetravit ad viscera collecto homine suo inter homines nascitur, Maria virgo generat. Transit navis per mare, et nulla in undis vestigia: venit Christus de coelo; aure concipitur, utero tempore certo portatur.“) (P L 17, 700).Google Scholar
  47. 43.
    Vgl. Dictionnaire d’Archéologie Chrétienne et de Liturgie (s. v. Navire), wo ein Schiff auf dem Rücken eines Fisches (der ein Delphin sein könnte, aber nicht als solcher beschrieben wird) sich in Abb. 8793 (Spalte 1013) befindet. Die Erklärung lautet in Spalte 1012: „. L’Église est représentée sous le symbole d’un navire porté sur le dos d’un poisson, lequel n’est autre que Notre Seigneur Jésus-Christ ...“Google Scholar
  48. 44.
  49. 45.
    Vgl. Anm. 41.Google Scholar
  50. 46.
    Die Bühnenanweisung ist nach Vers 88 eingefügt.Google Scholar
  51. 47.
    Vers 89 und ff. In dieser Rede wird vom „mundo pequeño“ der „república del Hombre“ gesprochen, von „generoso Entendimiento“ als „piloto de este bajel“, womit — jedenfalls in diesem Kontext noch — in erster Linie „humano bajel“ (Vers 88), „humana nave“ (Vers 79) gemeint ist.Google Scholar
  52. 48.
    Gegen die Verknüpfung von „mar“ und „monstruo“ (Vers 95–96) im Sinne von „mar monstruoso“, für „bajel“ als „monstruo“ sprechen die Verse 81–82.Google Scholar
  53. 49.
    Verse 117–119.Google Scholar
  54. 50.
    Auch eine Untersuchung des Vorkommens und besonders der Wertung von Berg und Gebirge (etwa als Symbol des Bösen) in diesem Auto (wie in anderen Calderóntexten) würde sich lohnen. Vgl. schon vor dem oben zitierten Vers 118 Vers 84. In den Versen 301–302 wird der Bereich der Circe „los países del monte“ genannt. In Vers 667 heißt sie „Circe de estas montarias“. (Vgl. dazu: „La Ulyxea de Homero, traduzida de Griego en lengua Castellana, por el Secretario Gonçlo Pérez Anuers 1556 177 v!) (Die Erinnerung an Homers Ilias 6, 345 sei nur beiläufig evoziert). Die Verse 113–116 der hier in Rede stehenden Ansprache sind nicht leicht verständlich. Die Übersetzung muß sich nach der jeweiligen Handschrift richten. In den Versen 115–116 verzeichnet das Manuskript 16 282 jedesmal das Pronomen le, während die Manuskripte 3 793 und 14 772 nur die Form la kennen.Google Scholar
  55. 51.
    Vgl. schon die Verse 61–62: „Que el Cielo a humildes voces siempre abierto / al náufrago piloto es feliz puerto.“Google Scholar
  56. 52.
    Es ist reizvoll zu beobachten, welchen Wechsels der Argumentation sich der Dramatiker Calderón bedient, bevor die durch die Sinne vollzogene Erkundung erwähnt wird (Vers 202 und ff.). Die Sinne bringen ihre Wünsche zum Ausdruck (120 und ff.). Der Verstand wendet sich gegen sie, der Mensch widerspricht dem Verstand, dieser dem Menschen. Der Geschmack tritt für den Menschen ein. — Es ist unmöglich (und würde zur Aufgabe einer kommentierten Edition gehören), auch nur die wichtigsten der in diesem Zu- sammenhang schwierig zu verstehenden Textstellen hier zu erläutern oder wenigstens auf alle hinzuweisen. Wenn der Geruchssinn (Vers 126) von „tanta altivez“ spricht, so kann man sich fragen, ob er sich auf den Tastsinn bezieht, der vor ihm sprach oder aber die Gesamtheit der Sinne meint, ihre „altivez“. (Übrigens fehlt „a“ — a tanta altivez — in zwei der für diese Studie benutzten Manuskripte! Ohne „a“ ergäbe die in Rede stehende Passage insofern eine andere — dritte — Bedeutung als „tanta altivez“ und „la gran India de Sabá“ gleichgesetzt wären.) Abgesehen von den zahlreichen ihrer sprachlichen Fassung wegen schwer verständlichen Stellen sind natürlich diejenigen immer wieder zu erwähnen, die dem Hörer und Leser im Hinblick auf das Bildungsgut, das sie bei ihm voraussetzen, rechtzeitig erfolgende Reaktion abnötigen. Wenn die Gestalt „Tacto“ sich nach „Tiro“ sehnt (Vers 122), so soll der dieses Wort hörende Zuschauer antiker Tradition (vgl. Tibullus, Plinius, ja Isidorus Hispalensis!) erneut eingedenk werden. Zum Ausdruck „India de Sabá.“ (Vers 127) vgl. Dictionarium Historicum, Geographicum, Poeticum ... Per Nicolaum LLoydium. Editio Novissima Genevae 1693 pag. 863 Spalte 1–2 (Saba, Indiae pop. vulgo putantur apud Dionysium, cuius verba sunt Id est, horum autem (fluminum) medii habitant Saba ... Quippe in India Sabas nemo alius nominavit.) Bei den Worten von Olfato „suavísimas aromas“ (Vers 129) erinnerte sich der Kenner des Alten Testaments der Jeremias-Stelle 6, 20: „Ut quid mihi thus de Saba affertis ...“ Die Worte „India Oriental“ (Vers 131) gebraucht M. de Faria e Sousa, Asia Portuguesa (Biblioteca Histórica, Série Ultramarina / Porto 1945 /) I, pag. 100. — Vertrautheit mit dem Alten Testament (vgl. 2. Mos. 16,3) setzten auch die Wünsche von Gusto (vgl. die Verse 141–148) voraus, die ein noch heute geflügeltes Wort paraphrasieren. — Will Entendimiento (d. h. Calderón!) mit der Erwähnung der „cortes populosas“ (Vers 157) auf die Höfe des Barockzeitalters anspielen? Man ist versucht, in viele calderonianische Verse antikes oder christliches Bildungsgut hineinzulegen. Vielleicht überschreitet es die Grenze des Erlaubten (und auch des zur Interpretation Erforderlichen), wenn der Hinweis des Menschen auf die Mühen, denen seine Sinne ausgesetzt sind (Verse 168–169), als eine Repristination der Klage Jobs (3,3): „Pereat dies in qua natus sum ... “ angesehen werden sollte.Google Scholar
  57. 53.
    „. ¿Ya olvidas / aquel pasado vaivén / de la fortuna en quien viste / la Troya del mundo arder, / de adonde te saqué yo? / ¿Ya te olvidas que después / en una tormenta viste / tus Sentidos padecer / con tantas tribulaciones?“ (Es sind die Verse 171 bis 179; vgl. auch Vers 595!).Google Scholar
  58. 54.
    Vgl. Anm. 50.Google Scholar
  59. 55.
    l. c. 175.Google Scholar
  60. 55.
    a Man vergleiche die bei Antonio Ricciardi (in seinen Commentaria Symbolica ... In quibus explicantur arcana pene infinita ad mysticam naturalem et occultam rerum significationem attinentia ... Venedig 1591) erwähnten Deutungen (254 r).Google Scholar
  61. 56.
  62. 57.
    Man erinnere sich an die Verse: „¿Ya no te acuerdas de que / el Cielo te libró de ellas / sc. tribulaciones?“ (Verse 180–181). Die auf die Worte des Verstandes folgenden des Geschmackssinns zeigen deutlich, welche Ansprüche Calderón an sein Publikum stellte. Zu Beginn seiner Rede (Vers 182: „No tienes que responder;“) wendet sich Gusto nicht an denjenigen, der unmittelbar vorher sprach (den Verstand), sondern an den Menschen, richtet sich aber dann („prudentísima vejez“. — Vers 184 —), ohne daß dies dem heutigen Leser durch eine Anweisung bekanntgegeben wird (also wohl mit einer Geste), an den Verstand — in einer ironisierenden, versachlichenden („vejez“!), und (für ihn, den Gracioso!) auffallend gepflegten Sprache. (Es würde in diesem Zusammenhang und an dieser Stelle zu weit führen, den in der Literatur des Siglo de Oro zentral stehenden Terminus „condición“ in den — schon etymologisch gesehen — so manche begriffliche Elemente einfließen, zu analysieren.) Einem Wechsel des „Adressaten“ begegnen wir auch in einer späteren Aussage des Menschen. Mit den (vielleicht wiederum leicht ironisch gemeinten) Worten: „Sí, Entendimiento; y tu aviso / ha llegado a muy buen tiempo.“ (Verse 625–626) wendet sich der Mensch an den Verstand und fährt dann (ohne daß dies besonders zum Ausdruck gebracht wird), seine Worte an Culpa richtend, fort: „Estoy cobarde, estoy mudo / tanto al cortés cumplimiento / que debo a vuestra beldad / y a vuestra hermosura debo, / que aunque retórico fui, / al miraros enmudezco: /“. (Vgl. zum „rhetorischen“ Odysseus Ilias III, 222–224) — Wenige Zeilen später liest man in der Ausgabe von Valbuena Prat die Worte der Culpa: „¡Mortales furias! ¿Qué es esto; / saber hoy que mis encantos / desvanezca?“ (Verse 646–648.) Bei Pando (also in der Ausgabe des Jahres 1717) spricht Culpa die Worte „¡Mortales furias!“, dann Hombre die Worte „¿Qué es esto?“ und dann wiederum Culpa „Saber hoy que desvanezcas / mis encantos.“ (Auf den Sinn dieser Worte muß in einer ausführlich kommentierenden Ausgabe eingegangen werden.)Google Scholar
  63. 58.
    Verse 480–481.Google Scholar
  64. 59.
    Auf Culpa macht Entendimiento schon in Vers 224 aufmerksam!Google Scholar
  65. 60.
    Verse 578–580. Vgl. zu puerto die Verse 61–62!Google Scholar
  66. 61.
    An einer Stelle (vgl. Vers 591 und die folgenden) erinnert die hier in Rede stehende Begrüßungsansprache der Schuld an die Übersetzung des Gonçalo Pérez (vgl. 185 r: „Tú deues cierto ser aquel Ulyxes / Tan sabio en todas cosas y discreto“). Calderón gibt wiederum seiner etymologisierenden Neigung nach, indem er Culpa sagen läßt: „... el valiente Ulises, / — que quiere decir en griego / „hombre ingenioso“ (que al fin / no hay sin cautelas ingenio) —“. (Man vergleiche die Verse 31–34!). Im Manuskript des 17. Jahrhunderts wird übrigens die durch vorsichtiges „al fin“ eingeleitete Aussage in der Form „non hay cautela sin ingenio“ wiedergegeben.Google Scholar
  67. 62.
    Verse 595–598.Google Scholar
  68. 63.
    Verse 605–612.Google Scholar
  69. 64.
    Verse 613–616.Google Scholar
  70. 65.
    Dieses dem dritten Buch der Disputationes Camaldulenses des Cristoforo Landino entnommene Zitat findet sich bei Antonio Ricciardi l. c. Dag. 8 v.Google Scholar
  71. 66.
  72. 67.
    Verse 729–730.Google Scholar
  73. 68.
    „Opus est ergo, ut in navi simus, hoc est ut in ligno portemur, ut mare hoc transire valeamus. Hoc autem lignum, quo infirmitas nostra portatur crux est domini . . .“ (Sermo 75 II, 2/PL 38, 475/).Google Scholar
  74. 69.
  75. 70.
    Vers 1292.Google Scholar
  76. 71.
    Vgl. z. B. Apuleius „undae argenteae“ (met. 4, 6).Google Scholar
  77. 71.
    a Vers 1299.Google Scholar
  78. 72.
    Verse 1301–1304.Google Scholar
  79. 73.
    Die drei Manuskripte (und Valbuena Prat) bieten die Form Trinacria. Auch Georges führt die griechische Form mit r auf.Google Scholar
  80. 74.
    –75 Vgl. Vers 1333.Google Scholar
  81. 76.
    Vgl. Jean Daniélou. Les symboles chrétiens primitifs (Paris 1961), p. 74. (Die für uns in Frage kommenden Ausführungen sind überschrieben „Le Navire de l’Eglise“).Google Scholar
  82. 77.
    H. Rahner, Antenna crucis III, „Das Schiff aus Holz“. In: Zeitschrift für Katholische Theologie (1942), S. 197–227.Google Scholar
  83. 78.
    Vgl. Anm. 76.Google Scholar
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    Vgl. Daniélou l. c. p. 67.Google Scholar
  85. 80.
    Vgl. Daniélou l. c. p. 74.Google Scholar
  86. 81.
    Vgl. „In navibus autem (ut saepe diximus) Ecclesias significat, quae ligno crucis mundi istius tempestates enavigant.“ (M. Aurelii Cassiodori expositio in psalterium, CVI, 23/PL 70, 772 /).Google Scholar
  87. 82.
    „Si autem naves spiritaliter ecclesias possunt significare, quae in salo istius mundi versantur et fluctibus tentationum adque persecutionum tempestatibus quassantur, non incongrue statio vel portus navium, fidei firmitas potest accipi, ubi tranquillitatem quietis sanctorum animae invenire desiderant.“ (De universo XXI, XVI: De Navalibus /PL 111, 372/).Google Scholar
  88. 83.
    Aus den Textstellen, die man hier zitieren könnte, sei nur eine einzige ausgewählt. Es heißt in der Enarratio zu Psalm LXIV, 9: „Mare enim in figura dicitur saeculum hoc . .“ (PL 36, 780).Google Scholar
  89. 84.
  90. 85.
    Vers 32. Vgl. auch die Worte in Vers 36: „de Ulises siga en mi la alegoría“.Google Scholar
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  92. 87.
    X, 330 („πολύτροπος“). Zum „Ulysses dolosus“ bei Dares Phrygius vgl. Dictys Cretensis, De Bello Troiano et Dares Phrygius, De Excidio Troiae. Lutetiae Parisiorum 1680 p. 157 Zeile 26. Wenn es in den Versen 668–669 von Circe heißt: „ — que quiere decir en griego / maleficiosa hechicera —“, so tauchen die homerischen Verse (Odyssee X, 227–289) vor dem geistigen Auge des Hörers bzw. Lesers auf.Google Scholar
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    Vgl. Declaración de los siete Psalmos penitenciales por el P. M. F. Pedro de Vega . . . (Salamanca 1606) p. 4: „Y así dijeron con propiedad los Doctores, que la penitencia mira a dos blancos: a los males pasados, llorándolos, y a los venideros, proponiendo nunca más cometerlos.“ (Am Rande stehen die Worte „Paenitentia est Janua Coeli“.)Google Scholar
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    Vgl. 1. Mos. 9, 12–17!Google Scholar
  98. 93.
    Verse 1191–1198. Auch nach Aussage eines Philologen mit Spanisch als Muttersprache ist es unklar, ob „sustituyendo“ sich auf „carro triunfal“ oder „Yo“ bezieht. Das älteste Manuskript zeigt „nectar“. Vgl. Vers 613: „brindadle con este nácar“ und Vers 633–634: „el néctar / con que me brindáis acepto;“! Über die Semantik der Farbbezeichnungen bei Calderón, in die auch die Farben des Regenbogens einzubeziehen sind, wird zur Zeit eine Hamburger Dissertation angefertigt.Google Scholar
  99. 94.
  100. 95.
    Vgl. Verse 1215–1216: „pues el manjar solamente / que es eterno es el del Alma.“Google Scholar
  101. 96.
    In Vers 935 wird also auf Vers 1191 hingewiesen.Google Scholar
  102. 97.
    Sie tritt erst mit Vers 567 auf!Google Scholar
  103. 98.
    Vers 757 und ff.Google Scholar
  104. 99.
  105. l00 Vorher sprach er zu seinem Verstand: „ . . . tu consejo / arrastrarme no podrá; / moverme sí, ya lo has hecho.“ (Verse 748–750). Hier sieht sich der Interpret einer der zahlreichen, zureichend nur philosophisch erklärbaren Textstellen gegenüber. Ist es möglich „mover“ auf die „scientia ut dirigens“ (thomistisch gesprochen) zu beziehen? Vgl. H. Meyer, Thomas von Aquin, 21961, S. 251: „Die praktische Vernunft bewegt den Willen, sofern sie das Ziel in Gedanken vorausnimmt, die Objekte vorstellungsmäßig darbietet.“Google Scholar
  106. 101.
    Vers 754. Vgl. 1001!Google Scholar
  107. 102.
  108. 103.
    Verse 757–758: „Ahora podré hablarle, pues / apartó su Entendimiento.“Google Scholar
  109. 104.
    Er geht bis etwa Vers 789.Google Scholar
  110. 105.
    Vers 760–761.Google Scholar
  111. 106.
    In Vers 764 heißt es „ese inconstante leño“.Google Scholar
  112. 107.
    Vgl. Anm. 106! Eine Analyse des Gebrauchs der Demonstrativpronomina bei Calderón soll so bald wie möglich in Angriff genommen werden.Google Scholar
  113. 108.
    Verse 772–776: „y pues te miras exento / de la magia de mi encanto, / en fe de este ramo bello. / aue te dió la Iris. no quieras / volverte al afán tan presto:“.Google Scholar
  114. 109.
  115. 110.
  116. 111.
    Verse 779–780.Google Scholar
  117. 112.
    Verse 789 und ff.Google Scholar
  118. 113.
  119. 114.
    Vgl. Matthäus 4, 1.Google Scholar
  120. 114.
    a Verse 779–780.Google Scholar
  121. 115.
    Vers 790. Eine Dissertation über Calderóns Terminologie im Bereich des Wunders ist in Bearbeitung.Google Scholar
  122. 116.
  123. 117.
  124. 118.
    Vgl. II, 17.Google Scholar
  125. 119.
    Conc. Trid. IX 1106 (de variis censuris ac libris, vel suspectis vel perniciosis.)Google Scholar
  126. 119.
    a Vgl. das Reallexikon für Antike und Christentum Bd. 5 (s. v. Engel IV; B IX, Sp. 195).Google Scholar
  127. 120.
    Apologeticum 35, 12. Vgl. 22, 9.Google Scholar
  128. 121.
    Vgl. Vers 803 und den Terminus „umbra mortis“ im Liber Psalmorum!Google Scholar
  129. 122.
  130. 123.
    Verse 809–810.Google Scholar
  131. 124.
    Verse 823–828.Google Scholar
  132. 125.
    Verse 829–836. Schon an dieser Stelle ist der Übergang zum „lyrisch“ geformten Teil der Verführungsrede spürbar. Vgl. zur Interpretation von Vogelflug und Vogelstimmen auch Francisco de Torreblanca Villalpando, Iuris spiritualis Practicabilium libri XV. Ex lege Domini, sive revelatis a Deo, per Sacram Scripturam, vel in communi Ecclesiae, vel in particulari hominum (Córdoba 1635) p. 107 v. und Martín del Río, Disquisitionum Magicarum Libri VI (Coloniae 1679) IV, II, VII, II, pag. 590. (Dieses Werk, das schon 1599 zu erscheinen begann, stand mir nur in der Ausgabe des Vieira-Instituts in Lissabon zur Verfügung.)Google Scholar
  133. 126.
    P. 208 ff. (De Necromantia).Google Scholar
  134. 127.
  135. 128.
    Vgl. z. B. 1 Sam. 28 ff. („mulier pythonem habens in Endor“).Google Scholar
  136. 129.
    De anima 57 (vgl besonders 8–9).Google Scholar
  137. 130.
    Vgl. Martín del Río l. c. Libri IV C II Quest. VII Sect. I p. 582–584. In Vers 817 des calderonianischen Textes muß es statt „Quiromancía“ „Piromancía“ heißen. (Vgl. die Verse 818–820 und Francisco de Torreblanca Villalpando p. 220 — Lib. VIII, Cap. IV De Pyromantia). Bei Calderón liest man auch: „La piromancía / / me escribe en papeles de humo / varias cifras con centellas.“ (Zitiert nach I. Schulte, Buch- und Schriftwesen in Calderóns weltlichem Theater, Dissertation Bonn 1938. S. 45).Google Scholar
  138. 131.
    Barcelona 1696. Nur diese Ausgabe stand mir zur Verfügung.Google Scholar
  139. 132.
    Iulii Caesaris Bulengeri Opusculorum systema, duobus tomis digestum (Lyon 1621) Cap. XXIV, p. 215 (De Botanomantia). Vgl. auch Antonio Ricciardi l. c. s. v. flos 1–18; Martín del Río, l. c. IV, III, II, p. 615; Picinelli l. c. I, Lib. XI, p. 643 ff.; Emanuele Tesauro, Il Cannocchiale Aristotelico o sia Idea delle Argutezze Heroiche Vulgarmente chiamate Imprese (Torino 1654) p. 108 (Blumen werden hier als „Figure eleganti, & vivaci Argutie dell’ingegnosa Natura“ bezeichnet.) Man vgl. schließlich noch den Tratado das significações das plantas, flores e frutos que se referem na sagrada escritura, tiradas de divinas e humanas letras, com suas breves considerações pelo padre Fr. Isidoro de Barreyra, Lisboa 1698.Google Scholar
  140. 133.
    Verse 805–810. In den Manuskripten 14 772 und 3793 liest man „sola“, im Manuskript 16 282 „solo“.Google Scholar
  141. 134.
    Vgl. Anm. 130.Google Scholar
  142. 135.
    Vgl. Dante, Paradiso II, 64.Google Scholar
  143. 136.
    –138 12, 4.Google Scholar
  144. 139.
    Vgl. PL 49, 735 (Collatio VIII, 8).Google Scholar
  145. 140.
    Vgl. Vers 806 (mis pensamientos) und Vers 819 (aparté).Google Scholar
  146. 141.
  147. 142.
    Vgl. z. B. die Verse 809–810, 815, 823.Google Scholar
  148. 143.
    Vgl. Z. B. 1307–1310.Google Scholar
  149. 144.
    Vers 837 ff. Auch hier drängen sich Reminiszenzen an biblische Texte auf. Wenn in Vers 839 von „suaves cantos de las aves“ die Rede ist, so kommt dem Leser des Alten Testamentes das Buch der Weisheit 17, 17 (avium sonus suavis) in den Sinn.Google Scholar
  150. 145.
    Verse 859–866.Google Scholar
  151. 146.
  152. 147.
    Verse 1215–1216.Google Scholar
  153. 148.
  154. 149.
  155. 150.
  156. 151.
    Mit den Worten „. . . el Tacto, atento / a tu descanso, en mullidas / flores tendrá blando lecho.“ (Verse 850–852) konnte Culpa dem kenntnisreichen Hörer Canticum Canticorum 1, 15 (lectulus noster floridus) ins Gedächtnis rufen.Google Scholar
  157. 152.
  158. 153.
  159. 154.
    Vgl. die Verse 855–858.Google Scholar
  160. 155.
    Vgl. Summa theologica II, 2 q. 84 (superbia, avaritia, luxuria, invidia, gula, ira, acedia).Google Scholar
  161. 156.
    Die Bühnenanweisung lautet: „El Hombre va dejando caer algunas flores del ramillete mientras oye a la Culpa.“Google Scholar
  162. 157.
    Verse 867–870.Google Scholar
  163. 158.
    Verse 859–864.Google Scholar
  164. 159.
    Es wäre freilich auch denkbar — Calderón läßt denjenigen, der ihn interpretiert, in seiner Gedankenarbeit nicht zur Ruhe kommen —, daß die Vermittlung (oder die Andeutung) der Erkenntnis beabsichtigt sei, es liege eine Umkehrung dessen vor, was Wahrheit (veritas) in sich begreife.Google Scholar
  165. 160.
    Die der Circe, der Schuld, dem Bösen zugeordnete Landschaft — das darf nicht unbeachtet bleiben — wechselt in Calderóns hier analysiertem Auto häufig. Man denke daran, daß von „jardines bellos“ (Vers 846) die Rede ist, von „desiertos“ (Vers 666) — gewiß erinnerte sich der Dichter hier an biblisches „desertum“! —, von „montañas“ (vgl. Anm. 50!).Google Scholar
  166. 161.
    Verse 953–956.Google Scholar
  167. 162.
    Vgl. E. M. Wilson, The four elements in the imagery of Calderón (Modern Language Review 31/1936 / p. 34–47).Google Scholar
  168. 163.
    Verse 953–956. Vgl. Agustín Moreto y Cabaña, El Licenciado Vidriera I, 11 (hier lautet die zweite Zeile: „Cuando las flores madrugan“). J. Wille spricht in ihrer Dissertation „Calderóns Spiel der Erlösung. Eine spanische Bilderbibel des 17. Jahrhunderts“ (München 1932) von einem „bekannten volkstümlichen Reim“ und fügt hinzu: „Calderón hat diese letra auch in anderen seiner Dramen, in autos und comedias, verwendet.“ (S. 176).Google Scholar
  169. 164.
    Vers 962; vgl. 1012.Google Scholar
  170. 165.
  171. 166.
    Vers 965 ff.Google Scholar
  172. 167.
  173. 168.
    Vgl. die Worte der Fénix zu Don Fernando (Segunda Jornada)!Google Scholar
  174. 169.
  175. 170.
    Vers 1001. Da in den unmittelbar vorhergehenden Versen die Textform (wie sie etwa bei Pando oder bei Valbuena Prat geboten wird) unverständlich erscheint (Valbuena Prat: „y así, cuanto entre esta suma / Deidad las flores y fuentes / de la tierra como industria / pájaros forman de rosas / por igualar su hermosura“) sei hier bemerkt, daß in zwei Manuskripten (3793, 14 772) „cuando“ (nicht „cuanto“) und in allen drei Manuskripten „con“ (nicht „como“) zu finden ist. Setzt man „cuando“ und „con“ ein, so ergibt sich ein durchaus annehmbarer Sinn.Google Scholar
  176. 171.
    Verse 105–106.Google Scholar
  177. 172.
    Verse 1007–1010.Google Scholar
  178. 173.
    Vers 1011.Google Scholar
  179. 174.
    Verse 1018–1019.Google Scholar
  180. 175.
    Vers 1018.Google Scholar
  181. 176.
    Vers 1031.Google Scholar
  182. 177.
    Vers 1034.Google Scholar
  183. 178.
    Verse 1035–1044.Google Scholar
  184. 179.
    Verse 1041–1043.Google Scholar
  185. 180.
    Ich denke z. B. an die Verse 1020–1028 (Manuskript 3793 enthält z. B. — dies sei erwähnt, um wiederum die Schwierigkeit, die schon die spanischen Worte als solche darbieten, zu zeigen — die Folge „suplicada(s) las Purpureas / horas“ statt, wie die anderen Manuskripte und dann etwa die Ausgabe von Valbuena Prat „salpicades las purpureas / hojas“).Google Scholar
  186. 181.
    Genesis III, 6.Google Scholar
  187. 182.
    Verse 923–952.Google Scholar
  188. 183.
    Verse 1047–1072.Google Scholar
  189. 184.
    Vers 1010 und Vers 1046.Google Scholar
  190. 185.
    Rom. 8, 22.Google Scholar
  191. 186.
    Die Verse 34–36 lauten: „... y así, quien ya quisiere / corra las líneas de la suerte mía; / de Ulises siga en mí la alegoría; /.“Google Scholar
  192. 187.
    Verse 182 und ff.Google Scholar
  193. 188.
    Verse 225–233. Wenn Tacto (Vers 229) sagt: „Yo, si hay lecho en que descanses“, so ergibt sich das klare Verständnis der Worte im Sinne von „yo toparé ... “ aus der Situation.Google Scholar
  194. 189.
    In Vers 245 nennt der Verstand die Zypresse „árbol de la muerte“, in 246 wird „sueño“ als „sombra“ des Todes bezeichnet. Dieser Vergleich geht auf Ovid zurück (Amores 2, 9, 41) jener (z. B. im Wörterbuch von Covarrubias erwähnt) ist Teil einer Vergleichsreihe; denn die Zypresse (die Calderón z. B. ebenfalls in La Hija del Aire erwähnt) bedeutet auch Bußk (vgl. Andrés Ferrer de Valdecebro 1.c. p. 268) und Dauerhaftigkeit (Picinelli 1. c. / Lib. IX, Cap. XII, 157 / p. 560–561). Über die alte mit der Zypresse verknüpfte Gedankentradition berichtet Isidor von Sevilla in seinen Etymologiae XVII, 7, 34.Google Scholar
  195. 190.
  196. 191.
    Die philologisch-philosophische Interpretation des zweiten Teils der Rede des Verstandes (die er, bevor er den Sinnen folgt, hält / Verse 253–270 /) kann hier nicht erfolgen. Sie muß einer kritischen und kommentierten Ausgabe vorbehalten bleiben. Ein solcher Kommentar müßte die Termini „discurrir“, „percibir“, „entender“ in ihrer Bedeutung, die durch sie bezeichneten Akte in ihrer Reihenfolge erläutern. „Entendimiento“ kann ohne „sentidos“ keine „actos de razón“ vollbringen (man vergleiche intellectus als origo rationis!). (In Vers 317 bezeichnet „entendimiento“ „el uso de la razón“ als seine Domäne!) Man sieht, wie Calderón seine Kenntnis der Psychologie in das Drama einbaut.Google Scholar
  197. 192.
  198. 193.
    Vers 326. Auf die Vielfalt der Bedeutungen des Wortes „natural“ — und damit auf seinen Sinn in diesem Zusammenhang — soll ebenfalls in einer kommentierten Ausgabe eingegangen werden.Google Scholar
  199. 194.
    ¿Qué es lo que mis Ojos ven / sin vista? (Verse 274–275).Google Scholar
  200. 195.
    Odyssee X, 214.Google Scholar
  201. 196.
    Von den in Gestalt wilder Tiere dem Menschen erscheinenden Sinnen heißt es in den Versen 285–287: „por señas dicen que huya, / que los quiero conocer / parece . . .“. Man sieht sich an dieser Textstelle wie an so vielen anderen vor Fragen gestellt. Ist mit den Worten „quiero conocer“ wirklich ein Wollen oder (man vgl. ältere spanische Sprachpraxis!) ein schon vorhandenes, sprachlich ausgedehnter formuliertes „Erkennen“ gemeint? Handelt es sich bei „parece“ um einen das zuschauende Publikum anvisierenden Ausdrud0Google Scholar
  202. 197.
    Vgl. die Verse 293–294: „... brutos tus Sentidos, / y entorpecidos se ven“ und zugleich die Verse 297–298: „mas los del Alma / fuerza es que velando estén.“ Man ist geneigt, „los / sc. sentidos / del Alma“ zu ergänzen und „sentidos“ im Sinne von „facultates“ oder „potentiae“ zu interpretieren.Google Scholar
  203. 198.
    Er erzählt (Vers 315 und ff.), wie er Circe „de paso“ den Weg der Begleiter des Ulises zu ihrem Palast beschreibt. So// man „de paso“ wirklich nur als „beiläufig“ oder als Anschlußpartikel (wie sonst wohl bei Calderón anzutreffen) fassen? Auch hier liegt eine der zahllosen Detailfragen vor, die der Text dem Interpreten zu lösen aufgibt. Circe bezeichnet sich in ihrer Antwort (so berichtet Entendimiento weiter) als „de estos campos la Diana“ (Vers 322). Durch die Einflechtung dieses antiken Namens konnte Calderón im Zuschauer eine Fülle von Bedeutungen wachrufen, hatte Diana doch (neben vielen anderen Funktionen, die uns die Geschichte der Mythologie überliefert und die hier aufzuzählen wiederum zu weit führen würde) als Luna die Funktion einer Zaubergöttin, dann diejenige einer Göttin der Flur usw. (Vgl. zu dieser wie zu jener Funktion unseren Text!).Google Scholar
  204. 199.
    Calderóns Lasterkatalog (und seine Terminologie) verdiente eine Sonderstudie, die antike, patristisch-scholastische und spanische Gedankengänge umfassen müßte (darunter auch solche, die sich auf das Zeitkolorit beziehen könnten — vgl. die Verse 367–370). Das von mir zusammengetragene Material wird an anderer Stelle ausgewertet werden. In den auf diesen Teil des calderonianischen Werkes bezüglichen Ausführungen müßte natürlich auch die Szene interpretiert werden, welche die Rückverwandlung der Tiere in Sinneskräfte zum Gegenstand hat (Vers 689 und ff.). Hier wäre z. B. auf die Genesis der Charakterisierung des Löwen als eines Tieres mit schlechtem Mundgeruch (vgl. Plinius, Chrysostomos, Beda) hinzuweisen.Google Scholar
  205. 200.
  206. 201.
    Vgl. die Verse 387–390, 1217, 1229.Google Scholar
  207. 202.
    Verse 471–473.Google Scholar
  208. 203.
    Verse 502–503.Google Scholar
  209. 204.
    Vgl. die Bühnenanweisung nach Vers 1060: „Sale la mesa por debajo del tablado con muchas viandas ...“Google Scholar
  210. 205.
    Vgl. z. B. die nach der Anweisung „Tocan chirimías y cantan“ folgende „Darbietung“ der „Música“ selbst: „Ya que el hombre confiesa su culpa, / ... / ... / ... /. (Verse 467–470).Google Scholar
  211. 206.
    Jack Sage, Calder6n y la música teatral (Bulletin Hispanique LVIII, 1956, p. 275 bis 300).Google Scholar
  212. 207.
    Der augustinische Gedanke, daß die wahre Musik (im Gegensatz zur falschen) Stimme Gottes für den Menschen sei, spiegelt sich wohl in der Antwort des Verstandes auf die Frage des Menschen: „Mas, ¿qué música sonora / es la que oímos los dos?“ Der Verstand antwortet: „Auxilio es que te da Dios.“Google Scholar
  213. 208.
    Wenn Culpa (nach der „Äußerung“ — es sei absichtlich dieses neutrale Wort gewählt — von Música: „En hora dichosa venga [So muß es statt „vengo“ — wie dies Wort in der Ausgabe Clásicos Castellanos lautet — heißen!] / a estos jardines amenos / el peregrino del mar, / donde halle seguro puerto. 1“ — Verse 563–566) ausruft: „En hora dichosa venga, / digan los dulces acentos / una y mil veces, sin que / nada les usurpe el eco, / bandolero de los aires, / que se queda con los medios. I“, so handelt es sich wohl um gesungene Worte der im Auto auftretenden Musiker. Nachdem der Mensch durch die lange Verführungsrede der Schuld zu Fall gebracht worden ist, sagt diese: „Vencí. La Música vuelva / a repetir sus acentos;“ (Verse 889–890). Solche Aufforderung bedeutet, daß die Worte „En hora dichosa venga ...“ erneut erklingen sollen. Auch hier stellt sich die Frage (die man natürlich zunächst in gleicher Weise, wie soeben geschehen, beantworten könnte), wer mit Música gemeint sei. Ist es ein (kleiner) Chor? Ist es ein Chor auf der Bühne? Besteht er etwa, was hier nicht wahrscheinlich ist, aus einer Gruppe der mitspielenden Personen? (Vgl. auch die in „Eco y Narciso“ singenden Schauspieler!) — Im Hinblick auf eine wirklich zutreffende (und bislang selbst mit Hilfe Spanisch als Muttersprache sprechender Leser nicht erzielte) Interpretation der Worte „Sin que medios“ sei hier (abgesehen von Ovids Metamorphosen 3, 361) wenigstens auf den Text eines 1644 gestorbenen Autors aufmerksam gemacht. Es handelt sich um „Homo Indivisus Et Integer Figuratus Et Symbolicus ...“ opera et studio Octavii Scarlatini Tomus Secundus Nunc primum ex Italico Idiomate Latinitati datus a Matthia Honcamp-Augustae Videlicorum et Dilingae Anno 1695 p. 133 — b: „Echo descripturn ab Augustino Mascardo. An unquam alienae vocis aemulum Echo audistis? jam enim certus sum, nunquam illud a vobis visum. Quid rei est: Respondet Ausonius: Quod filia linguae sit, et aeris, mater vani indicii, quae vocem habet sine intellectu, habitans in auribus hominum, et quae in transitu stans ultima ratiocinantis verba furatur: quae alterius sermoni male accepto, male intellectu illudit: Haec vocum interturbatrix est, quae multa promittit, nil observans.“ (Unterstreichung durch Verfasser dieser Studie!)Google Scholar
  214. 209.
    Die diesbezüglichen Textstellen müßßten in einer kommentierenden Ausgabe im Hinblick auf die über den Rückfall aufgestellten Lehren (vgl. z. B. den Hirten des Hermas, Augustinus usw.) erläutert werden.Google Scholar
  215. 209.
    a Im Ms. 3793 wird unser Stück „Auto sacramental“ genannt; im Ms. 14 772 „Auto sacramental alegórico“; im Ms. 16 282 „Auto sacramental historial alegórico“.Google Scholar
  216. 210.
    Verse 1317–1320: „Circe, poco tus Encantos / han podido, pues me saca / (¡ay de mí!) la Iris Divina / coronado de esperanzas.“ Auf die Bedeutung dieses „ay de mí“ weist auch mit Recht der Spanier Valbuena Prat nachdrücklich in einer Anmerkung hin.Google Scholar
  217. 211.
    Daß freilich die Parallelisierung calderonianischer Aussagen mit Textstellen, die dem theologisch-philosophisch gebildeten und philologisch geschulten Interpreten bekannt sind, Gefahren in sich birgt und nur mit großer Zurückhaltung gebilligt werden sollte, liegt auf der Hand. Der Kenner der Psalmen — ein Beispiel sei noch genannt! — erinnert sich möglicherweise bei den an die Schuld gerichteten Worten des Menschen („a darte la muerte vengo / y a rescatar mis sentidos / de la prisión de tus hierros.“ — Verse 670–672) an 106, 14: „Et eduxit eos de tenebris et umbra mortis et vincula eorum disrupit.“ Doch führt eine solche Nebeneinanderstellung in einem wohl kaum mehr annehmbaren Maße in den Bereich des Hypothetischen hinein.Google Scholar
  218. 212.
    Vgl. die oben gegebene Interpretation und auch z. B. die Verse 213–216!Google Scholar
  219. 213.
    Vgl. die Verse 447–458.Google Scholar
  220. 214.
    A.a.O., S. 258.Google Scholar

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