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Die gegenwärtige wirtschaftliche internationale Verflechtung Spaniens

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Part of the Die Industrielle Entwicklung book series (DIE)

Zusammenfassung

Erst im Jahre 1953 wurde mit der Unterzeichnung des Abkommens mit den USA der erste Schritt zu einer wirtschaftlichen und politischen Annäherung Spaniens an die westliche Welt und ihre internationalen Organisationen getan. Es hat noch eine Zeitlang gedauert, bis der Gedanke der Zusammenarbeit — sowohl seitens Spaniens als auch seitens der internationalen Organisationen — sich durchgesetzt hat. Damit aber wurde schließlich das jahrzehntelange Streben Spaniens nach Autarkie durchbrochen. Die spanische Regierung hat eine klare Stellung für eine Zusammenarbeit mit den internationalen Organisationen bezogen. Die erfolgreichen internationalen Integrationsbestrebungen einiger Länder West-Europas, die gleichzeitige Verschlechterung der inneren wirtschaftlichen Situation Spaniens nach 1956 und insbesondere Ende 1958 sowie die Entspannung der internationalen Beziehungen führten in Spanien zu einer Verstärkung des Gedankens der europäischen Zusammenarbeit. Die Schaffung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft förderte diese Annäherung und Anpassung an westeuropäische Verhältnisse und hat sowohl in offiziellen Kreisen als auch in der Öffentlichkeit1 große Aufmerksamkeit gefunden. Durch eine Reihe psychologischer Vorbereitungen sind in den letzten Jahren die Voraussetzungen geschaffen worden, die ein solcher Sprung von einer jahrzehntelangen Isolierung zu einer offenen Zusammenarbeit auf internationaler Ebene verlangt.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. u. a. Vorträge von Azaola, José Miguel de, España ante la Comunidad Económica Europea, gehalten am 14. und 15. Juni 1957 in der Industriekammer von Guipúzcoa, und Tres Estudios sobre el Mercado Común Europeo, gehalten am 19., 20. und 21. Februar 1958 an der Universität von Deusto (Bilbao).Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. dazu OEEC, „Spain 1959“, Paris 1960 und Anlage zum Unternehmerbrief des Deutschen Industrieinstituts Nr. 39 vom 29. September 1960: Ein Jahr Stabilisationsplan für Spaniens Wirtschaft — Erfahrungen mit dem Wechsel der Wirtschaftspolitik.Google Scholar
  3. 3.
    „A stabilisation plan has been introduced, which is intended (by means of the restriction of monetary demand, together with the liberalization of import controls) in the short run to restore internal and external economic balance, and in the longer run to induce the structural changes in the Spanish economy necessary for, and implied by, its closer integration to the western European and world economy“. (United Nations: Economic Bulletin for Europe, Vol. 11, Nr. 3, Genf 1959, S. 21.)Google Scholar
  4. 4.
    Erhard, Ludwig, Geleitwort, in Boletín de Estudios Económicos, Nr. 50, Vol. XV, Bilbao 1960.Google Scholar
  5. 5.
    Auch in der GATT-Sitzung zum Beginn des Jahres 1963 wurde das Problem noch nicht gelöst. Erst nach langwierigen Verhandlungen hat Spanien am 30. Juli 1963 das Protokoll zum Beitritt unterzeichnet. Am 30. August 1963 trat der Vertrag in Kraft. Vgl. Información Comercial Española, Boletín Semanal, Num. 852 und 853 vom 1. und 8. August 1963.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Oficina de Coordinaci6n y Programaci6n Económica: Contestaciones al cuestionario Económico del Gobierno, in: Documentación Económica, Nr. 5, Madrid 1959.Google Scholar
  7. 7.
    „Sindicato“ kann am ehesten mit „Gewerkschaft“ übersetzt werden. Es muß jedoch beachtet werden, daß es sich um einen offiziellen Zusammenschluß von Arbeitgebern und Arbeitnehmern handelt.Google Scholar
  8. 8.
    Früher als allgemein erwartet, wurde am 9. Februar 1962 das Schreiben der spanischen Regierung an den EWG-Ministerrat wegen der Aufnahme von Verhandlungen über eine baldige Assoziierung Spaniens und einen eventuellen späteren Beitritt eingereicht. In diesem Schreiben heißt es wörtlich: „Ich habe die Ehre, im Namen meiner Regierung um die Aufnahme von Verhandlungen zu bitten mit dem Ziel, die mögliche Bindung meines Landes mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in der Form zu prüfen, die für beide Seiten die günstigste ist ...“ „Die europäische Gesinnung Spaniens — im Laufe seiner Geschichte oft bestätigt — findet in diesem Moment, in dem der Weg in Richtung auf die Integration dem Ideal der europäischen Solidarität zur Realität verhilft, eine neue Gelegenheit, sich zu manifestieren.“ „Der geographische Zusammenhang meines Landes mit der Gemeinschaft und der Beitrag, den seine geographische Lage für den europäischen Zusammenhalt darstellt, bewegt meine Regierung, um eine Assoziierung nachzusuchen, die die Möglichkeit offenläßt, eines Tages zu einer Vollmitgliedschaft zu gelangen, nachdem die notwendigen Etappen überbrückt sind, um die spanische Volkswirtschaft mit den Bedingungen des Gemeinsamen Marktes in Einklang zu bringen. Da meine Regierung um die Aufgabe der Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bemüht ist, hat sie die Überzeugung, daß die Erfordernisse dieser Entwicklung durch die Gemeinschaft genügend berücksichtigt werden, so daß — wie es zu erwarten ist — die Bindung Spaniens an sie, statt ein Hindernis zu bilden, mehr ein Stimulans für die Erreichung der Ziele der Entwicklung ist. Der Erfolg des spanischen Stabilisierungsplans, der in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen erreicht worden ist, bedeutet eine ermutigende Erfahrung. Da außerdem die landwirtschaftlichen Ausfuhren in die Länder der Gemeinschaft einen entscheidenden Teil des spanischen Außenhandels bilden, dessen Erhaltung und Steigerung von höchster Bedeutung ist, um über die Zahlungsmittel zu verfügen, ohne die die oben genannte Entwicklung gestört würde, bezweifelt meine Regierung nicht, daß dieser Aspekt genügend berücksichtigt wird, in dem Vertrauen, daß beiderseits befriedigende Lösungen gefunden werden können. Ich halte es für wichtig, Ihnen zu erklären, daß meine Regierung der Ansicht ist, daß die Bindungen, die Spanien mit den amerikanischen Ländern hat, durch die Integration in die Gemeinschaft nicht beeinträchtigt werden sollen; die Bindungen können im Gegenteil eher ein positiver Beitrag sein, die vorhandenen Probleme zwischen ihnen und ihr zu lösen.“Google Scholar
  9. 9.
    „The trade of Western Europe is much larger in relation to its production of goods than that of North America; it is also much more diversified, both in terms of commodities and of geographical areas“ (S. 5). „The Six countries have, to a somewhat attenuated degree, the same general characteristics as those of Western Europe as a whole“ (S. 8). (GATT: The Impact of the European Economic Community, in particular the Common Market, upon World Trade, Genf 1957.)Google Scholar
  10. 10.
    United Nations, Yearbook of International Trade Statistics 1956, Vol. 1.Google Scholar
  11. 11.
    Erdmann, Paul, und Rogge, Peter, a. a. O., S. 141.Google Scholar
  12. 12.
    Für Spanien ergibt sich für das Jahr 1958 eine Importneigung (Anteil in v. H. der Einfuhr am Volkseinkommen) von 9,9%, während sie flür die Länder der Gemeinschaft zwischen 37,3% (Belgien und Luxemburg) und 14,3% (Frankreich) beträgt. Auch bei der Analyse der Exportkapazität (Anteil in v. H. der Ausfuhr am Volkseinkommen) der spanischen Volkswirtschaft ergibt sich ein ungünstigeres Bild als für die EWG-Länder: gegenüber 5,5% Exportkapazität in Spanien liegt sie bei den Ländern der Gemeinschaft zwischen 36,2 bo (Belgien-Luxemburg) und 11,9% (Frankreich) bzw. 12,9% (Italien). (Quelle: Internationaler Währungsfonds. Die Angaben für Frankreich und Italien beziehen sich auf das Jahr 1957.)Google Scholar
  13. 13.
    Die spanischen Einfuhren betrugen in den ersten 11 Monaten des Jahres 1962 1370,3 Mill. $ und die Ausfuhren 643,7 Mill. $. (Quelle: Boletín Mensual, Hrsg. Banco Exterior de España, Jg. XI., Madrid, März 1963.)Google Scholar
  14. 14.
    Perpiñá Grau stellte die Entwicklung des spanischen Exports von 1829 bis 1958 dar; es ergibt sich eine Wandlung von den billigen Exportgütern zu den teuren. Während im Jahre 1829 Getreide, Wolle, Seide, Wein und Erz 67% und Obst (trocken und frisch) etwa 7,9% des Gesamtexportwertes ausmachten, bestehen im Jahre 1958 27,2% des gesamten Wertes aus Obst und 7% aus Gemüse (1829 nicht erfaßt). Die anderen genannten Güter machten dagegen nur 21,3% aus, wobei nur Erz mit 9,9% fast die gleiche Stellung beibehalten hat. Perpifiáá Grau, Determinantes de la estructura del Comercio Exterior, in: Boletín de Estudios Econ6micos, Vol. XV, Nr. 50, Bilbao 1960.Google Scholar
  15. 15.
    Es ist hierbei zu bemerken, daß die beiden Wirtschaftseinheiten über einen hohen Grad an Selbstversorgung mit Agrargütern verfügen. Für die Sechs erreicht er 80–90%, für Spanien 95% (1958/59). (Die letzten Angaben wurden dem Bericht der OEEC, „Spain 1959„, Paris 1960, entnommen.)Google Scholar
  16. 16.
    Im Jahresdurchschnitt 1954–1956 betrugen sie 19,4 Mrd. und davon 62,4% (12,1 Mrd. $) aus Drittländern, 9,4% (1,8 Mrd. $) aus den Assoziierten Territorien und 28,2 (5,4 Mrd. $) aus den EWG-Ländern selbst (OEEC-Statistiken).Google Scholar
  17. 17.
    OEEC-Statistics: General Statistics. „Intra-Handel“ : Handel innerhalb der EWG-Länder. „Extra-Handel“ : Handel mit den Ländern, die außerhalb der EWG-Gebiete liegen; auch als „echter Außenhandel“, wenn man die EWG als Einheit betrachtet, bezeichnet.Google Scholar
  18. 18.
    Nach Standard International Trade Classification (SITC) Nr. Warengruppe: bei den Gruppen, 0, 1, 2, 3, 4 (Agrar- und Rohstoffe) spielen nur die 05401 (Kartoffeln) und 31101–31303 (Kohle und Schweröle) bei den Importen aus der EWG eine kleine Rolle. Die anderen Gruppen 5, 6, 7, 8 (Industrieerzeugnisse) machen rund ein Drittel der gesamten spanischen Importe aus.Google Scholar
  19. 19.
    Der Durchschnitt der Jahre 1954–1956 war 60% (10,8 Mrd. $), das bedeutete ungefähr ein Zehntel der gesamten Exporte der Welt und rund ein Achtel des gesamten Produktionswertes.Google Scholar
  20. 20.
    Erdmann, Paul, und Rogge, Peter, a. a. O., S. 143.Google Scholar
  21. 21.
    Erdmann, Paul, und Rogge, Peter, a. a. O., S. 143 ff.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1964

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