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Untergrund und Auswirkungen der Sprachlichen Einschätzung von Menschen und Sachen

  • Leo Weisgerber
Part of the Wissenschaftliche Abhandlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (WISSABHAGFO, volume 2)

Zusammenfassung

Die Einsicht, daß es tatsächlich sprachliche Verfahrensweisen gibt von bestimmter geistiger Struktur und feststellbaren Formen der Auswirkung auf Auffassung und Verhalten, hat als notwendige Konsequenz die Annahme, daß diese sprachlichen Verhältnisse nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Die sprachlichen Verfahrensweisen sind unlöslich verbunden mit den anderen gestaltenden Kräften des menschlichen Lebens. Hatte man bei einer äußerlichen Sprachauffassung diese im Grunde unverkennbare Verbindung üblicherweise in der Zuordnung des ‚sprachlichen Ausdrucks‘ zu andersartig begründeten Verhaltensweisen des Menschen gesehen, so wird diese Auffassung durch die Ergebnisse der inhaltbezogenen und energetischen Sprachbetrachtung unmöglich. Sprache ist nicht bloßer ‚Ausdruck‘ für anderwärts begründete geistige Leistungen, sondern Sprache ist mitgestaltende Kraft im Aufbau dieser Leistungen, in stetiger Wechselwirkung mit der Gesamtheit menschlicher Kräfte.

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Literatur

  1. 46.
    Vgl. L. Weisgerber, Die sprachlichen Zugriffe, Festschr. E. Otto, 1957, S. 295. Ders., Die Erforschung der Sprachzugriffe I (Wirk. Wort VII, 1956, S. 65 ff).Google Scholar
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    In etwas anderem Sinne findet sich verplanen = in einen Plan einordnen etwa in dem Bericht über die Verhandlungen des Bundestages zur Besoldungsreform: In letzter Zeit ist behauptet worden, man wolle die Gelehrten verplanen (= in ein Schema hineinpressen): Abg. Dr. Kleindinst in der Sitzung vom 28. 6. 1957.Google Scholar
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    Etwas zu kritisch gegen betreuen ist D. Sternberger, s. u. S. 108.Google Scholar
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    In dem Artikel Menschenbehandlung macht D. Sternberger (s. u. S. 108) mit Recht große Vorbehalte gegen das ”behandeln“ von Menschen insgesamt; das von ihm vorgezogene umgehen mit könnte allerdings instrumentalisierenden Neigungen Vorschub leisten.Google Scholar
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    Eine gute Illustration bieten die Hinweise, die der Präsident des Bonner Landgerichts H. Schorn auf Grund langer Erfahrungen über das wünschenswerte Verhalten zu dem An geklagten während der Gerichtsverhandlung gab (Berichte der Bonner Zeitungen am 15. 11. 1957). Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1958

Authors and Affiliations

  • Leo Weisgerber

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