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„Tönende Instrumentwerdung des Menschen“? Das Verhältnis von Körper und Technik beim virtuosen Klavierspiel Franz Liszts und sein Echo bei Heinrich Heine

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Heine-Jahrbuch 2022

Part of the book series: Heine-Jahrbuch ((HEIJA))

  • 311 Accesses

Zusammenfassung

Als „tönende Instrumentwerdung des Menschen“ (B V, 435) bezeichnet Heinrich Heine 1843 das Klavierspiel der Virtuosen in Paris und spielt auf eine Transformation im Verhältnis zwischen Mensch und Instrument an. Dem geht der Essay unter körpertechnischen, hirnphysiologischen, instrumentenbaulichen und musikästhetischen Gesichtspunkten am Beispiel Franz Liszts (1811–1886) nach. Sein von Heine verschiedentlich feuilletonistisch thematisiertes Spiel transportiert gesellschaftliche Intentionen. Liszt selbst weist dem Klavier 1837 das Primat unter den Instrumenten zu. Wachsenden Anforderungen an dessen Aneignungsfähigkeit begegnet er mit der Ausrichtung seiner Spieltechnik auf das Ziel vollständiger Unabhängigkeit durch ein systematisiertes Training von Hand und Fingern, auch aber des Gedächtnisses. Im Moment der Aufführung tritt der Mensch, obwohl Ausführender, hinter dem Instrument zurück. Zugleich gibt erst eine körpertechnisch gewonnene Unabhängigkeit als automatisierte Beherrschung des Instruments den Raum für den Menschen wieder frei, repräsentiert durch die individuelle Interpretation. Für Liszts Spiel kann das von Heine so genannte „Höchste“ in der Kunst als erfüllt gelten: „die selbstbewusste Freiheit des Geistes“ (B V, 438).

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Schmitz-Gundlach, E. (2023). „Tönende Instrumentwerdung des Menschen“? Das Verhältnis von Körper und Technik beim virtuosen Klavierspiel Franz Liszts und sein Echo bei Heinrich Heine. In: Brenner-Wilczek, S. (eds) Heine-Jahrbuch 2022. Heine-Jahrbuch. J.B. Metzler, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-66144-4_3

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  • DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-662-66144-4_3

  • Published:

  • Publisher Name: J.B. Metzler, Berlin, Heidelberg

  • Print ISBN: 978-3-662-66143-7

  • Online ISBN: 978-3-662-66144-4

  • eBook Packages: J.B. Metzler Humanities (German Language)

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