Skip to main content

»Korrektur der Korrektur der Korrektur der Korrektur« – Zur Architextur der Absenz in Thomas Bernhards Korrektur

  • Chapter
  • First Online:
Entleerte Räume

Part of the book series: Kontemporär. Schriften zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ((KSDG,volume 9))

  • 245 Accesses

Zusammenfassung

Im Jahr 1975 erschien mit Korrektur Thomas Bernhards vierter Roman, der als Fortführung der Kompositionsprinzipien und Formelemente von Das Kalkwerk betrachtet werden kann. Im Zentrum von Korrektur stehen der Naturwissenschaftler Roithamer und dessen Hinterlassenschaften: die Architektur des Kegels, gedacht als Wohngebäude für seine Schwester, und ein Manuskript, das den Titel Über Altensam und alles, das mit Altensam zusammenhängt, unter besonderer Berücksichtigung des Kegels trägt. Indem der Kegel nicht nur als Produkt des Denkens von Roithamer kenntlich gemacht wird, sondern das Erzählen auch sich wiederholende Denkschleifen über den Textraum legt und diesen sprichwörtlich um sich selbst kreise(l)n lässt, erweist sich der Kegel als komplexe (Erzähl-)Figur, die durch ihre Topologie quer zu Vorstellungen von einem euklidischen Ordnungsraum steht. Zwar bleibt die Kegelarchitektur ihrer Funktion nach auf der Ebene der histoire insofern leer, als Roithamers Schwester den Kegel letztlich nicht bewohnt. Mit der Heuristik der Leere und dem in der Geometrie des architektonischen Bauwerks angelegten leeren Zentrum geht jedoch zugleich die Konstruktion einer Denkfigur einher, mit der in der vorliegenden Studie der Vorschlag verbunden ist, den Raumtext und den Textraum von Korrektur topologisch zu denken und den Kegel als Architextur zu lesen: nämlich erstens als geometrische Figur, die das Verhältnis von Innen und Außen verhandelt, um ein leeres Zentrum zu etablieren, zweitens als Kunstwerk mit (wirkungs-)ästhetischen Implikationen und schließlich drittens als ›entleerter Signifikant‹ im Verhältnis von Architektur und graphé.

This is a preview of subscription content, log in via an institution to check access.

Access this chapter

Subscribe and save

Springer+ Basic
EUR 32.99 /Month
  • Get 10 units per month
  • Download Article/Chapter or Ebook
  • 1 Unit = 1 Article or 1 Chapter
  • Cancel anytime
Subscribe now

Buy Now

Chapter
USD 29.95
Price excludes VAT (USA)
  • Available as PDF
  • Read on any device
  • Instant download
  • Own it forever
eBook
USD 69.99
Price excludes VAT (USA)
  • Available as EPUB and PDF
  • Read on any device
  • Instant download
  • Own it forever
Hardcover Book
USD 89.99
Price excludes VAT (USA)
  • Durable hardcover edition
  • Dispatched in 3 to 5 business days
  • Free shipping worldwide - see info

Tax calculation will be finalised at checkout

Purchases are for personal use only

Institutional subscriptions

Notes

  1. 1.

    Bernhard: Drei Tage, S. 100 (Hervorh. im Orig.). Vgl. weiterführend ebd.: »In meiner Arbeit, wenn sich irgendwo Anzeichen einer Geschichte bilden, oder wenn ich nur in der Ferne irgendwo hinter einem Prosahügel die Andeutung einer Geschichte auftauchen sehe, schieße ich sie ab.«

  2. 2.

    Damerau: Selbstbehauptungen und Grenzen, S. 189.

  3. 3.

    Durch die Gliederung in zwei Kapitel setzt sich der Roman Korrektur deutlich von den meist absatzlos gehaltenen Erzähltexten Thomas Bernhards ab. Eine Korrektur formal ähnliche Strukturierung findet sich in den Romanen Verstörung und Auslöschung (vgl. dazu auch Marquardt: Gegenrichtung, S. 41).

  4. 4.

    Oliver Jahraus hat die Textstruktur als »sekundäre[] Transposition« aufgefasst, bei der »die Rede anderer vom Erzählermedium einer erneuten Versprachlichung in Form einer Verschriftlichung unterzogen wird« (Jahraus: Das ›monomanische‹ Werk, S. 67).

  5. 5.

    In Anlehnung an Jahraus kann daher von einer doppelten Fokussierung gesprochen werden: Während der Erzähler die Figur Roithamer und dessen Nachlass fokussiert, rücken Altensam und das Projekt des Kegelbaus in den Schriften Roithamers in das Zentrum der Reflexion (vgl. ebd., S. 64 f.). Jahraus zufolge kommt Roithamer in diesem zweiten Romankapitel indirekt selbst zu Wort (vgl. ebd., S. 83).

  6. 6.

    Ebd., S. 67.

  7. 7.

    Gößling: Thomas Bernhards frühe Prosakunst, S. 302.

  8. 8.

    Marquardt: Gegenrichtung, S. 45.

  9. 9.

    Johannes Frederik G. Podszun argumentiert in ähnlicher Weise, wenn er festhält, dass der Leser mit einem aus Roithamers Nachlass zusammengestellten Manuskript des Erzählers konfrontiert werde (vgl. Podszun: Untersuchungen zum Prosawerk Thomas Bernhards, S. 90).

  10. 10.

    Marquardt: Gegenrichtung, S. 47.

  11. 11.

    1975 erschien nicht nur Bernhards Roman Korrektur, sondern auch Die Ursache als die erste von insgesamt fünf autobiographischen Schriften: Die Ursache. Eine Andeutung (1975), Der Keller. Eine Entziehung (1976), Der Atem. Eine Entscheidung (1978), Die Kälte. Eine Isolation (1981) und Ein Kind (1982).

  12. 12.

    Bernhard: Auslöschung, S. 158.

  13. 13.

    Bernhard: Drei Tage, S. 97.

  14. 14.

    Vom ›Heimatkomplex‹ zeugt neben dem autobiographischen Werk in höchstem Maße Bernhards Opus magnum Auslöschung, das 1986 erschien. Muraus ›Herkunftskomplex‹ im Roman Auslöschung steht in Bezug zur österreichischen Geschichte. Das durch die nationalsozialistische Vergangenheit der Eltern belastete Schloss Wolfsegg wird zum Symbol der problematischen personalen Identität des Protagonisten Murau. Zugleich verweist Wolfsegg auf die von Murau als ambivalent wahrgenommene kulturelle Identität (vgl. Pape: »Das Haus, in dem ich hier wohne, ist eine Ruine«, S. 223). Durch die Abtretung des Schlosses an die Israelitische Kultusgemeinde in Wien – die Ironie ist offensichtlich – versucht sich Murau ›materiell‹ nicht nur von einer belastenden persönlichen Vergangenheit, sondern auch von diesem Teil der österreichischen Identität zu lösen. Zum Herkunfts- bzw. Heimatkomplex bei Bernhard vgl. insbesondere Mittermayer: »Aufzuwachen und ein Haus zu haben.«; sowie Langer: »Erbe, Erde, was war das immer?«.

  15. 15.

    Vgl. Marquardt: Gegenrichtung, S. 47.

  16. 16.

    Das Bild des Gefängnisses findet seine räumliche Konkretisierung im Erkerzimmer des Elternhauses. Roithamer schildert, dass er als Kind von der Mutter zur Strafe »in das der Sonne vollkommen ausgesetzte, sogenannte südöstliche Erkerzimmer eingesperrt« (Ko 210) worden sei, wenn er sich ihrem Willen widersetzte. Die Beschreibung des Erkerzimmers wird von Roithamers Erinnerung an das sinnliche Raumerleben gesteuert und erlangt dadurch eine besondere Intensität: »[…] die Fensterriegel sind schon jahrzehntelang eingerostet gewesen und es wäre gar nicht mehr möglich gewesen, die Fenster des Erkerzimmers aufzumachen, daß sie mich dahinein gesperrt hat, wo die Luft, die heiße Sonnenluft, längst erstickt gewesen war und Tausende und Hunderttausende Fliegenkadaver auf dem Boden und auf allen Möbelstücken herumgelegen sind […], in dieses Erkerzimmer mit seinem fürchterlichen Geruch […], daß sie mich da stundenlang hineingesperrt hat, bis ich an der Tür gebettelt habe, sie solle mich, weil ich sonst ersticken müsse, wieder herauslassen.« (Ko 211; Hervorh. im Orig.) Das Erkerzimmer trägt im Kontext des Erzählten nicht lediglich episodischen Charakter, sondern kann als räumliche Verdichtung der Isolation Roithamers in Altensam betrachtet werden.

  17. 17.

    Podszun: Untersuchungen zum Prosawerk Thomas Bernhards, S. 98.

  18. 18.

    Jahraus: Das ›monomanische‹ Werk, S. 256.

  19. 19.

    Vgl. Schmied/Schmied: Thomas Bernhards Österreich, S. 94–101.

  20. 20.

    Schmied/Schmied: Thomas Bernhard, S. 191.

  21. 21.

    Nienhaus: Architekturen und andere Räume, S. 102.

  22. 22.

    Pfabigan: Thomas Bernhard, S. 148.

  23. 23.

    Margarete Kohlenbach weist in ihrer umfassenden Studie zu Bernhards Korrektur auf das Spiel des Textes mit der Chiffre des Kegels hin: »Die emphatische Hervorhebung des Kegels macht ihn dem Leser zunächst rätselhaft. Denn wie immer bedeutungsschwanger vom Kegel auch gesprochen wird, nirgends ist seine Bedeutung beim Namen genannt. Wohl wird ihre Größe beschworen, qualitative Bestimmungen aber bleiben weitgehend aus.« (Kohlenbach: Das Ende der Vollkommenheit, S. 84)

  24. 24.

    Ebd., S. 143.

  25. 25.

    Ebd., S. 102.

  26. 26.

    Sorg: Thomas Bernhard, S. 103.

  27. 27.

    Pfabigan: Thomas Bernhard, S. 156.

  28. 28.

    Höller: Thomas Bernhard, S. 89.

  29. 29.

    Vgl. Zimmermann: Lesbare Häuser?, bes. S. 85–157. Zum Verhältnis von Bernhards Korrektur zur physiognomischen Architektur der Postmoderne vgl. auch Ders.: Boull(é)e schreiben; sowie Ders.: Aporetische Architekturen.

  30. 30.

    Roithamers Erforschung von »Erbänderungen« (Ko 293) kann auch metaphorisch als Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft gelesen werden (vgl. dazu auch weiterführend Pfabigan: Thomas Bernhard, S. 151).

  31. 31.

    Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S. 191.

  32. 32.

    Das Motiv der als bedrohlich wahrgenommenen Natur findet sich in Bernhards Gesamtwerk wiederholt. Zum Verhältnis von Mensch und Natur vgl. besonders Billenkamp: Thomas Bernhard, S. 268–276.

  33. 33.

    Wie die Mutter ist auch die Vaterfigur in Korrektur negativ konnotiert. Durch seine Herkunft und Verstandesqualität kann der Vater als Repräsentant eines »ursprünglichen, authentischen Altensams« (Pause: Die ironische Korrektur, S. 25) gelesen werden, der unter dem Einfluss der Mutter jedoch Altensam sowie »sich selbst aufgegeben« (Ko 228) hat. Der von Roithamer für Altensam diagnostizierte »Zerfallsprozeß« (Ko 231) reflektiert daher auch eine »Krise der Väter« (Pause: Die ironische Korrektur, S. 25). Der Einzug der Mutter in Altensam gilt Roithamer in Bezug auf seinen Vater als »das auch nach außenhin sichtbare Zeichen dieses Nachlassens und Aufgebens« (Ko 231). Die Ablösung der aristokratischen durch die kleinbürgerliche Herrschaft legt es nahe, Altensam auch als ein »bisweilen verzerrtes Spiegelbild der österreichischen Geschichte« (Helms-Derfert: Die Last der Geschichte, S. 126) zu lesen. Josef König hat in diesem Zusammenhang gezeigt, dass die Elterngeneration in Korrektur auf fiktionaler Ebene die historische Abfolge der sozialen Schichten in Österreich widerspiegelt: Stammt der Vater Roithamers noch aus dem Landadel, kommt seine erste Ehefrau aus dem Großbürgertum und seine zweite Ehefrau, Roithamers Mutter, schließlich aus kleinbürgerlichen Verhältnissen (vgl. König: »Nichts als ein Totenmaskenball«, S. 95–97).

  34. 34.

    Marquardt: Gegenrichtung, S. 107.

  35. 35.

    Vgl. dazu auch Podszun: Untersuchungen zum Prosawerk Thomas Bernhards, S. 105 f.

  36. 36.

    Pause: Die ironische Korrektur, S. 24.

  37. 37.

    Jahraus stellt heraus, dass sich die Geistigkeit des Geistesmenschen »nicht aus der Familie, sondern gegen die Familie« (Jahraus: Das ›monomanische‹ Werk, S. 131; Hervorh. im Orig.) entwickle.

  38. 38.

    Ebd., S. 78.

  39. 39.

    Vgl. Mauch: Thomas Bernhards Roman Korrektur, S. 95.

  40. 40.

    Nienhaus: Architekturen und andere Räume, S. 115.

  41. 41.

    Vgl. Meister: Ein Roman und sein Schauplatz, S. 37. Der geschlossene Raum in seiner Funktion als Rückzugsort vor einer als feindlich empfundenen Umwelt ist ein Topos, der sich in Bernhards Erzähltexten wiederholt findet. Neben dem Kalkwerk in Bernhards gleichnamigem Roman ist besonders der Turm in der Erzählung Amras hervorzuheben. Die Protagonisten verbarrikadieren sich in einem »gegen das Verbrechergesindel abgesicherten Turm« (Bernhard: Amras, S. 130).

  42. 42.

    Vgl. dazu auch Roithamers Kommentar bezüglich der Mutter: »[…] ihr Haß war mit der Zeit […] so weit gegangen, daß sie schon nicht mehr nur das von mir beschriebene, sondern schon jegliches Papier hassen mußte […], Bleistifte, Federn erregten einen unvorstellbaren Haß in ihr, ganz zu schweigen von Büchern, gehefteten Druckschriften, Zeitschriften also, selbst Zeitungen haßte sie […].« (Ko 262)

  43. 43.

    Nienhaus: Architekturen und andere Räume, S. 110.

  44. 44.

    Vgl. Meister: Ein Roman und sein Schauplatz, S. 38.

  45. 45.

    Ebd.

  46. 46.

    Die Höller’sche Dachkammer nimmt nicht nur in Korrektur, sondern auch in Bernhards Gesamtwerk eine besondere Stellung ein: In der Höller’schen Dachkammer findet Roithamer den idealen Raum, den Bernhards Figuren des ›Geistesmenschen‹ zumeist vergeblich suchen (vgl. dazu auch Schmied/Schmied: Thomas Bernhards Österreich, S. 18).

  47. 47.

    Auch Erika und Wieland Schmied verweisen, argumentativ nuanciert, darauf, dass der Höller’schen Dachkammer als idealem Raum für die Planung des Kegels eine spezifische Zeitlichkeit eingeschrieben sei (vgl. ebd.).

  48. 48.

    Vgl. ebd.

  49. 49.

    Vgl. Kohlenbach: Das Ende der Vollkommenheit, S. 11.

  50. 50.

    Das Erzählen selbst ist als produktives Wechselspiel von Raumwahrnehmung und Erinnern angelegt, indem die Höller’sche Dachkammer und ihre Einrichtung die Erinnerung des Erzählers an den Verstorbenen steuern. Einzelne Gegenstände werden vom Erzähler zum Anlass genommen, um sich an Roithamer zu erinnern. Als Beispiel kann die »gelbe Papierrose«, die der Erzähler in einer »Kommode« (Ko 61) des Zimmers entdeckt, herangezogen werden. Ihr Anblick löst im Erzähler die Erinnerung an ein mit Roithamer gemeinsam besuchtes Musikfest in der Ortschaft Stocket, dem Herkunftsort des Erzählers, aus (vgl. Nienhaus: Architekturen und andere Räume, S. 130–134). In diesem Kontext expliziert der Erzähler Roithamers Verhältnis zu Altensam und den umliegenden Dörfern. Die Raumwahrnehmung wird in die Perspektive des Erzählers verlegt. Die Höller’sche Dachkammer ermöglicht dem Erzähler somit die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Identität.

  51. 51.

    Gößling: Thomas Bernhards frühe Prosakunst, S. 302.

  52. 52.

    Vgl. Jahraus: Das ›monomanische‹ Werk, S. 83.

  53. 53.

    Vgl. Kohlenbach: Das Ende der Vollkommenheit, S. 10.

  54. 54.

    Vgl. ebd., S. 11.

  55. 55.

    Nienhaus: Architekturen und andere Räume, S. 110.

  56. 56.

    Der Begriff der ›Schwelle‹ lässt sich im Rekurs auf Otto Friedrich Bollnow präzisieren. Demnach markiere sie die »Grenze zwischen dem Drinnen und dem Draußen«, bei deren Übertritt der Eintretende Zugang zum »Lebensbereich des andern Menschen« erhalte (Bollnow: Mensch und Raum, S. 157 f.).

  57. 57.

    Pause: Die ironische Korrektur, S. 63.

  58. 58.

    Vgl. ebd. Andreas Gößling hat in Bezug auf den Ich-Erzähler der Korrektur von einem »Erwachen des konstitutiven Subjekts« gesprochen und argumentiert im Sinne einer »tendenziell[en]« Befreiung des Erzählers von Roithamer  (Gößling: Thomas Bernhards frühe Prosakunst, S. 290). Diese Ansicht wird in der vorliegenden Studie jedoch nicht geteilt. Vielmehr handelt es sich bei der »therapeutische[n] Beschäftigung« (Ko 12) des Erzählers mit Roithamers Nachlass nur um den »Versuch analytischer Distanzierung« (Pause: Die ironische Korrektur, S. 61), den Johannes Pause besonders im zweiten Romankapitel insofern gescheitert sieht, als »der dargestellte Reflexionsvorgang von einem dem Denken Roithamers verfallenen Vermittler nachvollzogen und nacherlebt wird« (ebd., S. 62).

  59. 59.

    Zudem erscheint dem Erzähler die Atmosphäre in Höllers Haus »fortwährend furchterregend« (Ko 168). Liest man die Höller’sche Dachkammer als räumliche Verdichtung einer Doktrin, nach der der Eintretende das Denken Roithamers annehmen muss, damit er nicht »im Augenblick verrückt oder tot« (Ko 21 f.) ist, gewinnt die Episode, in welcher der Erzähler dem Freund Höller aus der Dachkammer herab beim Präparieren eines Vogels zusieht, an Bedeutung. Der Erzähler vermutet Höller in seiner »Werkstatt« (Ko 168), aus der er zu ihm in die Dachkammer heraufschaut (vgl. Ko 169). Dieser erscheint jedoch im gleichen Moment »in der Tür« (ebd.) der Dachkammer. Die gestörte Wahrnehmung des Erzählers kann im Kontext der Denkvorgaben der Dachkammer als ein Anzeichen von Verrücktheit des sich gegen die Doktrin Wehrenden gelesen werden.

  60. 60.

    Höller: Thomas Bernhard, S. 89.

  61. 61.

    Auch Bernhard selbst hatte eine Leidenschaft für das Bauen. Er schrieb seinen Roman Korrektur in einer Zeit, in der er sich selbst dem Bauen und dem Restaurieren alter Häuser intensiv widmete. In den 1970er Jahren erwarb er zusätzlich zum Vierkanthof in Obernathal ein Bauerngehöft bei Gmunden, ein Haus in der Gemeinde Ottnang sowie mehrere Grundstücke (vgl. dazu Schmied/Schmied: Thomas Bernhard, S. 98 f.). Hans Höller stellt heraus, dass es Bernhard »[w]ie bei allem in seinem Leben und Schreiben« auch bei seiner Bautätigkeit und dem »Hin und Her zwischen den Baustellen […] um die Ausbalancierung seiner unruhigen Existenz« gegangen sei (Höller: Thomas Bernhard, S. 88).

  62. 62.

    Nienhaus: Architekturen und andere Räume, S. 119.

  63. 63.

    Berressem: Ökologik|Ökosophie, S. 7. Hanjo Berressem geht in seinem Aufsatz im Rekurs auf Gilles Deleuze und Félix Guattari der Vorstellung von städtischen Ereignissen nach und stellt im Rahmen dieser Ausführungen einige Überlegungen zum (Nicht-)Geschichtlichen der Natur an.

  64. 64.

    Ebd., S. 9.

  65. 65.

    Ebd.

  66. 66.

    Im Bereich der Geometrie stößt man im Kontext der geometrischen Figur des Kegels auf fünf mögliche Kegelschnitte: Kreis, Ellipse, Gerade, Parabel und Hyperbel. Kegelschnitte »entstehen, wenn man den Kegel unter verschiedenen Einfallswinkeln mit einer Ebene schneidet« (Maor: Dem Unendlichen auf der Spur, S. 93).

  67. 67.

    Zur Metaphorik des Wassers bzw. des Flusses als beständiger Gefahr, die das Gleichgewicht der Figuren zu (zer-)stören droht, vgl. besonders Zimmermann: Lesbare Häuser?, S. 67–70.

  68. 68.

    Mittermayer: Ich werden, S. 233.

  69. 69.

    Vogl: Medien-Werden, S. 116.

  70. 70.

    Gernot Weiß bekräftigt die von Roithamer suggerierte Einzigartigkeit seines architektonischen Projekts mit dem Verweis auf die »Architekturgeschichte«, die »keinen für Wohnzwecke entworfenen Kegel« kenne (Weiß: Auslöschung der Philosophie, S. 80; Hervorh. im Orig.). Allerdings gibt es in der Revolutionsarchitektur und ihrem französischen Vertreter Étienne-Louis Boullée den Entwurf eines Kenotaphs in der Form eines Kegels (vgl. ebd.). Auf diesen Verweis, der in der Bernhard-Forschung immer wieder aufgegriffen wird, wird an späterer Stelle im vorliegenden Kapitel zurückzukommen sein.

  71. 71.

    Mittermayer: Thomas Bernhard, S. 76.

  72. 72.

    Zwar führt der Erzähltext dies nicht explizit aus, jedoch lässt der Standort in der Mitte des Waldes vermuten, dass eine Lichtung geschlagen werden musste (vgl. Grieshop: Rhetorik des Augenblicks, S. 43).

  73. 73.

    Die Ausblicke verstehen sich daher auch als ›Schwellenräume‹ (vgl. Nienhaus: Architekturen und andere Räume, S. 115).

  74. 74.

    Das Verhältnis von Bauen und Wohnen lässt sich durch den Seitenblick auf die Phänomenologie schärfen. Den Gedanken, dass das Bauen existenziell sei, führt besonders Martin Heidegger in seinem Vortrag Bauen Wohnen Denken (1951) aus. Gemäß einer phänomenologischen Perspektive begreift Heidegger Raum und Räumlichkeit in ihrem Verhältnis zum Menschen »als das wesentlich gedachte Wohnen« (Heidegger: Bauen Wohnen Denken, S. 160). Ausgehend von der Etymologie des Wortes ›bauen‹ leitet Heidegger eine Homologie zwischen dem Bauen, dem Wohnen und dem Sein her. Die etymologische Betrachtung des Wortes ›bauen‹ muss an dieser Stelle nicht im Einzelnen wiedergegeben, sondern kann auf den Kernaspekt beschränkt werden: In seinem Vortrag stellt Heidegger heraus, dass ›buan‹, das althochdeutsche Wort für ›bauen‹, ›wohnen‹ bedeutet und etymologisch zugleich dem Wort ›bin‹ – etwa in der Wendung ›ich bin‹ – entspricht. Die Verbindung von Bauen und Sein leitet Heidegger etymologisch wie folgt her: »Wo das Wort bauen noch ursprünglich spricht, sagt es zugleich, wie weit das Wesen des Wohnens reicht. Bauen, buan, bhu, beo ist nämlich unser Wort ›bin‹ in den Wendungen: ich bin, du bist, die Imperativform bis, sei.« (Ebd., S. 149; Hervorh. im Orig.) Demnach, so resümiert Heidegger, sei »die Weise, nach der wir Menschen auf der Erde sind, […] das Buan, das Wohnen« (ebd.; Hervorh. im Orig.). Das Denken ist ebenso wie das Bauen unmittelbar an das Wohnen gebunden. Bauen und Denken bilden nach Heidegger eine auf das Wohnen bezogene Einheit (vgl. ebd., S. 163).

  75. 75.

    Jurgensen: Thomas Bernhard, S. 26.

  76. 76.

    Eine solche Operationskette ließe sich auch variieren beispielsweise in der folgenden Denkschleife: Der Kegel ist das Wesen ist die Natur ist die Idee.

  77. 77.

    Vgl. dazu auch: »Ich nähere mich Altensam an, aber ich nähere mich nicht Altensam an, um es aufzuklären, um es mir zu erklären, nähere ich mich Altensam an, meinem Altensam, dem, das ich sehe.« (Ko 285; Hervorh. im Orig.)

  78. 78.

    Mauch: Thomas Bernhards Roman Korrektur, S. 100.

  79. 79.

    König analysiert den Kegel »als umfassende Utopiechiffre« und stellt in diesem Zusammenhang heraus, dass, »nachdem Altensam die österreichische Tradition repräsentiert, also der Kegel auch die Züge einer Sozialutopie enthalten muß« (König: »Nichts als ein Totenmaskenball«, S. 131). Vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen der Mutter und dem Vater, den Roithamer in Bezug auf die Geistigkeit des Vaters und die Ungeistigkeit der Mutter verhandelt, sieht König im Kegel »die Möglichkeit zur Hoffnung, eine Sozialutopie zu verwirklichen, in der die Polarität von gesellschaftlichen Gruppierungen aufgehoben wird« (ebd.). Mit anderen Worten: Der Kegel sei »Ausdruck des noch nicht aufgegebenen Anspruchs auf allgemeine Versöhnung« (ebd.). Vor diesem Hintergrund liest sich der Kegel weniger als ein konkreter utopischer Entwurf, denn vielmehr als eine Negation einer bestehenden Ordnung, die abstrakte Züge einer Utopie annimmt. Diese wiederum impliziert die Isolation des Einzelnen, schließlich ist der Kegel ausschließlich für die Schwester konzipiert.

  80. 80.

    Vgl. dazu auch den Kommentar der Figur Saurau in Bernhards Verstörung, der auch das Verhältnis von Denken und Architektur für Korrektur umreißen könnte: »Das Denken wird immer als ein kürzer oder länger bewohnbares Gebäude dargestellt, jedermann spricht vom Denkgebäude […].« (Bernhard: Verstörung, S. 186; Hervorh. im Orig.)

  81. 81.

    Ebd., S. 187.

  82. 82.

    Vgl. Zimmermann: Lesbare Häuser?, bes. S. 85–157.

  83. 83.

    Deleuze: Woran erkennt man den Strukturalismus?, S. 274 (Hervorh. im Orig.). Zum Begriff des ›reinen Spatiums‹ vgl. auch Abschn. 3.1 in der vorliegenden Studie.

  84. 84.

    Tschumi: Die Aktivierung des Raumes, S. 71.

  85. 85.

    Der »Quellwasseranschluß im Meditationsraum« (Ko 194) wird vor allem als ironischer Reflex auf den reißenden Fluss, die Aurach, an deren Engstelle das Haus Höllers situiert ist, lesbar.

  86. 86.

    Kohlenbach: Das Ende der Vollkommenheit, S. 101.

  87. 87.

    Lau: Die Form der Paradoxie, S. 170.

  88. 88.

    Zum Leerraum bzw. zur Vorstellung des empty space im Rekurs auf George Spencer-Browns Formenkalkül vgl. ebd., S. 184: »Der empty space ist nicht als ›Ding‹ oder ›Zustand‹ zu verstehen. Er ist das Unterschiedslose und deshalb das Eigenschaftslose. Er ist das Unsagbare.« (Hervorh. im Orig.)

  89. 89.

    Pause: Die ironische Korrektur, S. 99. Pause bindet die Herleitung des leeren Zentrums in Korrektur vornehmlich an Ludwig Wittgenstein: »Während Sauraus Probleme aus einem Solipsismus entstehen, in dem er sich selbst als Monade ohne Peripherie konzipiert, wird an Roithamer die wittgensteinianische Einsicht vorgeführt, dass es keine Monade gibt, dass der Mensch vielmehr nichts anderes ist als seine Peripherie, versehen allein mit einem ›leeren‹, weil rein geometrischen Zentrum.« (Ebd.) Dem Hinweis auf Wittgenstein wird im Rahmen der vorliegenden Studie nicht weiter nachgegangen. Vgl. weiterführend ebd., S. 82–101; sowie Zimmermann: Lesbare Häuser?, S. 171–195.

  90. 90.

    Die Schwester ist als »Gegenfigur der Mutter« (Mittermayer: Ich werden, S. 236) konzipiert. Sie wird von Roithamer als eine Person »voller Anmut« (Ko 271) idealisiert und repräsentiert jenen Teil von Altensam, der Roithamer zeitlebens nicht »abgewiesen und abgelehnt und vor den Kopf gestoßen hat« (K 173). Die Beziehung Roithamers zur Schwester beschreibt der Erzähler wie folgt: »An ihr hing Roithamer mit der ganzen Liebe, die einem Menschen wie er möglich ist und als den Höhepunkt dieser Liebe hatte er den Bau des Kegels für sie ins Auge gefaßt und in Angriff genommen und verwirklicht und vollendet.« (Ko 31)

  91. 91.

    Höller: Thomas Bernhard, S. 89 f.

  92. 92.

    Eine solche Unklarheit räumt auch Elias Zimmermann in seiner Studie Lesbare Häuser? ein (vgl. Zimmermann: Lesbare Häuser?, S. 123 [FN 272]). Unabhängig von einer solchen Unklarheit ist der Bezug auf den deutsch-amerikanischen Architekten Ludwig Mies van der Rohe im Kontext der Architektur als kultureller Konstruktion im Verhältnis zur Natur aussagekräftig, da dieser sich dem Minimalismus und – wie etwa am Barcelona-Pavillon ersichtlich – der Strenge der geometrischen Form der Architekturmoderne verschrieb.

  93. 93.

    Zum architekturgeschichtlichen Verweis auf die Revolutionsarchitektur in Bernhards Korrektur vgl. auch Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S. 186; Weiß: Auslöschung der Philosophie, S. 82; sowie Kohlenbach: Das Ende der Vollkommenheit, S. 107.

  94. 94.

    Vgl. dazu Boullée: Architektur, S. 131–138.

  95. 95.

    Ebd., S. 131.

  96. 96.

    Ebd., S. 133.

  97. 97.

    Ebd.

  98. 98.

    Ebd., S. 131.

  99. 99.

    Ebd., S. 124.

  100. 100.

    Zu den Entwürfen der Kenotaphe vgl. ebd., S. 124–130.

  101. 101.

    Ebd., S. 44.

  102. 102.

    Ebd.

  103. 103.

    Ebd., S. 60.

  104. 104.

    Vgl. Billenkamp: Thomas Bernhard, S. 279.

  105. 105.

    Vgl. ebd., S. 279.

  106. 106.

    Vgl. Thill: Die Kunst, die Komik und das Erzählen im Werk Thomas Bernhards, S. 190.

  107. 107.

    Billenkamp: Thomas Bernhard, S. 280.

  108. 108.

    Vogl: Was ist ein Ereignis?, S. 72.

  109. 109.

    Obermayer: Der Locus terribilis in Thomas Bernhards Prosa, S. 215.

  110. 110.

    Bernhard/Unseld: Der Briefwechsel [Brief Nr. 287], S. 423.

  111. 111.

    Ebd., S. 422 f.

  112. 112.

    Ebd., S. 422 (Hervorh. im Orig.).

  113. 113.

    Ebd., S. 423.

  114. 114.

    Ebd. [Brief Nr. 288], S. 424.

  115. 115.

    Ebd.

  116. 116.

    Ebd. [Brief Nr. 287], S. 423.

  117. 117.

    Tabah: Wandern und Unterwandern phallogozentrischer Festschreibungen, S. 217.

  118. 118.

    Rike Felka analysiert den Kegel in Bernhards Korrektur als eine »Wiederholungsfigur«, die auf die Sprache des Erzähltextes zurückverweise. Demnach übt »sich Bernhards poetische Sprache in einer Wiederholung, die mit einer Verschiebung einhergeht, welche die Funktion einer Sprachneuerung« habe (Felka: Das räumliche Gedächtnis, S. 12). Nach Felka ist der Kegel daher »die Figur, die nicht nur als Bild, sondern als Dynamik annäherungsweise jedem einzelnen Satz in ›Korrektur‹ zugrunde liegt« (ebd., S. 12 f.).

  119. 119.

    Dies zeigt sich etwa in den Figuren der Ellipse und Hyperbel, die Bernhards Roman als rhetorische Figuren durchwirken und ihrer Geometrie nach zu den Kegelschnitten gehören.

  120. 120.

    Bernhard/Unseld: Der Briefwechsel [Brief Nr. 287], S. 423.

  121. 121.

    Im Unterschied zur Lesart des Kegels als einer absoluten Metapher, wie sie Zimmermann vorgelegt hat (vgl. Zimmermann: Lesbare Häuser?, S. 196–199), lege ich mit dem Begriff des ›entleerten Signifikanten‹ den Fokus auf die Bewegung, die Bedeutung des Signifikanten ›Kegel‹ dadurch zu entleeren, dass dieser für polyseme Bedeutungen geöffnet wird. Dies hängt erstens damit zusammen, dass Raumtextur, d. h. das geometrische Zentrum des Kegels, und Textraum in Bernhards Korrektur gefaltet werden. Zweitens knüpft der Begriff partiell an die Vorstellung des ›leeren Signifikanten‹ nach Ernesto Laclau an. Laclau bettet den ›leeren Signifikanten‹ in seine Überlegungen zur Politik ein und betrachtet ihn im Kontext der Bedeutungsproduktionen im Politischen. Er sei »genau genommen ein Signifikant ohne Signifikat« (Laclau: Emanzipation und Differenz, S. 65), den er im Weiteren wie folgt bestimmt: »Ein leerer Signifikant kann konsequenterweise nur dann auftauchen, wenn eine strukturelle Unmöglichkeit der Signifikation als solcher besteht und diese Unmöglichkeit sich selbst ausschließlich bezeichnen kann als Unterbrechung (Subversion, Verzerrung etc.) der Struktur des Zeichens. Das bedeutet, daß die Grenzen der Signifikation sich selbst nur als Unmöglichkeit der Verwirklichung dessen enthüllen können, was innerhalb dieser Grenzen liegt. Könnten die Grenzen in direkter Weise bezeichnet werden, dann würden sie der Signifikation angehören und wären – ergo – überhaupt keine Grenzen.« (Ebd., S. 66; Hervorh. im Orig.) Der ›entleerte Signifikant‹ impliziert demgegenüber keine »strukturelle Unmöglichkeit der Signifikation«, sondern die Öffnung der Figur zugunsten polysemer Bedeutungsebenen im Zuge eines selbstreflexiven Textverfahrens, auf das der Signifikant deutet.

  122. 122.

    Vogl: Was ist ein Ereignis?, S. 72.

  123. 123.

    Deleuze: Die Falte, S. 126.

  124. 124.

    Blumenberg: Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans, S. 53 (Hervorh. im Orig.).

  125. 125.

    Ebd., S. 53 (Hervorh. im Orig.).

  126. 126.

    Ebd.

  127. 127.

    Ebd. (Hervorh. im Orig.)

  128. 128.

    Bernhard: Drei Tage, S. 100 (Hervorh. im Orig.).

Author information

Authors and Affiliations

Authors

Corresponding author

Correspondence to Kathrin Schuchmann .

Rights and permissions

Reprints and permissions

Copyright information

© 2022 Der/die Autor(en), exklusiv lizenziert durch Springer-Verlag GmbH, DE, ein Teil von Springer Nature

About this chapter

Check for updates. Verify currency and authenticity via CrossMark

Cite this chapter

Schuchmann, K. (2022). »Korrektur der Korrektur der Korrektur der Korrektur« – Zur Architextur der Absenz in Thomas Bernhards Korrektur. In: Entleerte Räume. Kontemporär. Schriften zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, vol 9. J.B. Metzler, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-64025-8_9

Download citation

  • DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-662-64025-8_9

  • Published:

  • Publisher Name: J.B. Metzler, Berlin, Heidelberg

  • Print ISBN: 978-3-662-64024-1

  • Online ISBN: 978-3-662-64025-8

  • eBook Packages: J.B. Metzler Humanities (German Language)

Publish with us

Policies and ethics