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Trinkwasser

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Faktencheck Nachhaltigkeit
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Zusammenfassung

„Die globale Trinkwasserkrise gefährdet auch unseren Wohlstand“, titelte Die Welt im August 2019. „3,6 Mrd. Menschen von Wasserknappheit betroffen“ schrieb Die Zeit im März 2018. „Der Welt steht eine historische Trinkwasserknappheit bevor“, stand vor ein paar Jahren im Stern zu lesen. Oder gar: „Der Planet verdurstet“, so formulierte es 2016 der bekannte Wissenschaftler Harald Lesch. Die Sorge um Wasserknappheit ist dabei schon viel älter: „Der nächste Krieg im Nahen Osten wird ums Wasser geführt“, prophezeite zum Beispiel 1985 der damalige UN-Generalsekretär Boutros Ghali.

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Notes

  1. 1.

    Welt vom 21.8.2019, ZEIT vom 19.3.2018, Stern vom 20.3.2015.

  2. 2.

    Überschrift eines Kapitels in Lesch (2016).

  3. 3.

    Gemeint ist hier die feste Erdoberfläche ohne Eis, also ca. 130 Mio. km2.

  4. 4.

    Diese Kritik soll die herausragenden Verdienste von Prof. Harald Lesch für die Wissenschaft und vor allem für die oft kluge und originelle Vermittlung naturwissenschaftlichen Wissens an die breite Öffentlichkeit in keiner Weise schmälern. Aber mit seinem Buch „Die Menschheit schafft sich ab“ ist er in diesem Punkt und an mehreren anderen Stellen über das Ziel hinausgeschossen – die betreffenden Schlussfolgerungen halten einer objektiven Betrachtung nicht stand.

  5. 5.

    Hier wurden in den letzten 30 Jahren deutliche Fortschritte erzielt: Sowohl die Zahl der Menschen ohne Zugang zu einer Basis-Wasseraufbereitung konnte halbiert werden (auf jetzt ca. 600 Mio.) als auch die auf unsauberem Trinkwasser beruhenden Todesfälle.

  6. 6.

    Die folgenden Daten stammen aus der Datenbank AQUASTAT der FAO und dem World Atlas of Desertification (EU 2018).

  7. 7.

    In der künftigen Energiewelt, die vor allem auf PV- und Windenergie beruht (vgl. Kap. 9), müssen sie jedoch unterdurchschnittlich viel für die Energieversorgung bezahlen: Diese Länder sind ausnahmslos mit viel Sonne und meist auch mit viel Wind gesegnet.

  8. 8.

    Ein gutes Beispiel dafür ist Israel, vgl. Global Voices (2016).

  9. 9.

    Die wohl größten Schwierigkeiten gibt es aktuell in Turkmenistan und Usbekistan: Der bereits zu Sowjetzeiten etablierte Baumwollanbau war nur mit massiver künstlicher Bewässerung aus den anliegenden Flüssen möglich. Diese – letztlich auf eine politische Fehlentscheidung zurückzuführende – (Über-)Nutzung hat insbesondere zur weitgehenden Austrocknung des Aralsees geführt, mit verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung.

  10. 10.

    Vgl. World Atlas of Desertification (EU 2018), Kapitel „Water Stress and Urbanisation“.

  11. 11.

    Hoekstra und Mekonnen (2012).

  12. 12.

    Wir betrachten hier nur den Wasserverbrauch im bisher diskutierten Sinn, d. h. die Entnahme von Wasser aus Grundwasser, Flüssen und Seen. In der UN-Studie wird zudem auch die Nutzung sog. „grünen Wassers“ – d. h. der natürlichen Regenfälle – für die Produktion von Agrarprodukten erhoben. Da dies aber kein Eingriff des Menschen in den Wasserkreislauf darstellt und daher auf die Trinkwassersituation in den Ländern keinen Einfluss hat, ist dieser Teil der virtuellen Wasserbilanz für den hier diskutierten Vorwurf ohne Belang.

  13. 13.

    Die weltweiten Handelsbeziehungen bzgl. Agrarprodukten sind in der Datenbank FAOSTAT (Trade) dokumentiert.

  14. 14.

    Das schließt natürlich Ausnahmen nicht aus; in einzelnen Fällen können Importe auch aus Regionen mit (saisonalen) Wasserknappheiten stammen. Insbesondere ist hier Baumwolle aus Turkmenistan und Usbekistan zu nennen, vgl. Fußnote 9.

  15. 15.

    The UN Water Development Report (UN 2019). Selbst wenn man den jetzigen Pro-Kopf-Verbrauch des Westens von 600–700 m3 zugrunde legt, würde der weltweite Wasserverbrauch auf max. (700 m3 × 11 Mrd. Menschen ≈) 8000 km3 oder (nur) 20 % der erneuerbaren Ressourcen steigen.

  16. 16.

    Die wichtigste Methode, um nach außerirdischem Leben zu forschen, besteht darin, auf erdähnlichen Planeten außerhalb des Sonnensystems nach Wasser zu suchen.

  17. 17.

    In puncto Wasserqualität sieht das Bild etwas anders aus. Das Hauptproblem in dieser Hinsicht sind die erheblichen Mengen an (überschüssigen) Düngemitteln, die über die Wasserkreisläufe in die Seen und Meere gelangen; vgl. dazu Kap. 15.

  18. 18.

    Dasselbe gilt im Prinzip ja für die Temperatur: Der Mensch kann in zahlreichen Regionen der Erde nur überleben, weil er Heizungstechniken nutzt, um die für ihn (in erster Linie im Winter) nicht ausreichende Umgebungstemperatur auszugleichen.

  19. 19.

    …und es ist leicht auszurechnen, dass dies viel aufwendiger und teurer werden wird als jetzt die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels zu ergreifen. Warum findet eine so einfache Wahrheit nur so schwer den Weg in politisches Handeln?.

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Unnerstall, T. (2021). Trinkwasser. In: Faktencheck Nachhaltigkeit. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-62601-6_8

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