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Wie steht es um den unternehmerischen Klimaschutz? Eine Zustandsbeschreibung mit Handlungsempfehlungen

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Part of the Management-Reihe Corporate Social Responsibility book series (MRCOSORE)

Zusammenfassung

Klimaschutz ist bei einem Großteil der börsennotierten Unternehmen der DACH-Region in der Chefetage angekommen – eine Entwicklung, die sich in entsprechenden Governance- und Anreizsystemen widerspiegelt. Dabei sehen sich viele Unternehmen klimabedingten Risiken gegenüber; eine noch größere Anzahl sieht aber ebenso Geschäftschancen erwachsen. Absolute Emissionsreduktionsziele zu setzen, stellt für einen großen Teil der Unternehmen jedoch weiterhin eine Herausforderung dar. Dies zeigt die Unternehmensabfrage 2018 zum Thema Klimawandel von CDP (ehem. Carbon Disclosure Project). Die Berichterstattung zu diesen Themenfeldern ist ein unterlässliches Vehikel, um Marktakteuren, insbesondere der Finanzwelt, die notwendige Transparenz zu geben, um mit ihren Handlungsentscheidungen progressive Akteure zu belohnen und somit zusätzliche Anreize für Nachzügler zu schaffen. Die nichtfinanziellen Berichtspflichten von Unternehmen wurden dementsprechend auf europäischer Ebene erstmalig durch die EU-Richtlinie über die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen verankert und werden voraussichtlich in absehbarer Zukunft ausgeweitet. Um diese zunehmenden regulatorischen Anforderungen und die steigenden Ansprüche von Investoren und weiteren Stakeholdern hinsichtlich eines effektiven Klimamanagements auch zukünftig zu erfüllen, sollten sich börsennotierte Unternehmen insbesondere drei Handlungsfeldern mit erhöhter Aufmerksamkeit zuwenden: Der Durchdringung der Lieferkette, dem Setzen ambitionierter Klimaziele mit der Science-Based-Targets(SBT)-Methodik sowie der Analyse von Transitionseffekten auf das eigene Unternehmen mithilfe von Klimaszenarien.

Der vorliegende Text wurde in seiner Grundfassung bereits im Frühjahr 2019 verfasst. Bezüge und Referenzen entstammen diesem Zeitraum und sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ggfs. nicht mehr vollends aktuell.

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Notes

  1. 1.

    Hinweis 1: Sämtliche quantitative Analysen der Unternehmenslandschaft in diesem Kapitel sind, wenn nicht anderweitig gekennzeichnet, den Antworten der Unternehmen zur CDP-Investoranfrage zum Thema Klima aus dem Jahr 2018 entnommen. An der Anfrage haben im Jahr 2018 weltweit über 2400 größtenteils börsennotierte Unternehmen teilgenommen, die in Summe über 50 % des globalen Börsenwerts repräsentieren; sie ist damit die weltweit größte Anfrage ihrer Art. Die Ergebnisse im europäischen und DACH-Raum, auf die sich der Autor bezieht, können dem im Februar 2019 veröffentlichten CDP-Analysebericht entnommen werden (CDP 2019).

  2. 2.

    Hinweis 2: Beim Vergleich mit der europäischen Ebene ist zu beachten, dass der Status vieler osteuropäischer Länder aufgrund bisher ausgebliebener Berichterstattung der Unternehmen und daraus resultierender mangelhafter Datengrundlage nicht ausreichend in die Durchschnittsanalyse mit einbezogen wurde. Für eine Übersicht der in den Durchschnitt einfließenden Anzahl berichtender Unternehmen siehe CDP (2019, S. 8 f.).

  3. 3.

    Im Jahr 2018 hat CDP in seiner Abfrage Risikotypen erstmalig gemäß der TCFD-Nomenklatur in physische Risiken und Transitionsrisiken, also Geschäftsrisiken, die dem Unternehmen aus dem Wandel zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft entstehen könnten, unterteilt.

  4. 4.

    Ein Effekt, der bereits seit dem 19. Jahrhundert auch als Jevons Paradox bekannt ist, benannt nach dem britischen Ökonom William Stanley Jevons (Jevons 1865).

  5. 5.

    Durch die Science-Based-Targets-Methodik wurde erstmalig eine Möglichkeit für Unternehmen kreiert, für sich selbst abzuleiten, welche Reduktion sie über die nächsten Jahre hinweg erreichen müssen, um den ihnen zustehenden Anteil des für eine maximale Erderwärmung von 1,5 bzw. deutlich unter 2 °C maximal verbleibenden globalen CO2-Budgets nicht zu überschreiten. Definition eines SBT laut Science Based Targets Initiative: „Von Unternehmen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen festgelegte Ziele gelten als ‚wissenschaftsbasiert‘ (‚science based‘), wenn sie dem entsprechen, was die aktuelle Klimaforschung als notwendig erachtet, um die Ziele des Paris Agreement einzuhalten – die globale Erderwärmung im Vergleich zu vorindustriellen Temperaturen deutlich unter 2 °C zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, sie auf 1.5 °C zu beschränken. (Science Based Targets 2019).

  6. 6.

    Für eine detailliertere Analyse pro Sektor s. CDP (2017).

  7. 7.

    Beispielhaft sei hier das Unternehmen thyssenkrupp genannt, das als einen seiner Hauptstellhebel die effizientere Nutzung der von ihm produzierten Zementwerke durch die Zementhersteller identifiziert hat (thyssenkrupp AG 2019).

  8. 8.

    Am 20.02.2019 verkündete die SBTi, ihre Bewertungsmethodik unter Berücksichtigung des 1,5-Grad-Ziels zu aktualisieren; zum Verfassungszeitpunkt dieses Beitrags befand sich weitere Hilfestellung hierzu gerade in Arbeit; s. https://sciencebasedtargets.org/2019/02/20/science-based-targets-initiative-announces-major-updates-following-ipcc-special-report-on-1-5c/.

  9. 9.

    Siehe https://sciencebasedtargets.org/transport-2/.

  10. 10.

    Siehe https://sciencebasedtargets.org/oil-and-gas/.

  11. 11.

    Siehe https://sciencebasedtargets.org/financial-institutions/.

Literatur

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Lammers, D. (2020). Wie steht es um den unternehmerischen Klimaschutz? Eine Zustandsbeschreibung mit Handlungsempfehlungen. In: Sihn-Weber, A., Fischler, F. (eds) CSR und Klimawandel. Management-Reihe Corporate Social Responsibility. Springer Gabler, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-59748-4_14

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  • DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-662-59748-4_14

  • Published:

  • Publisher Name: Springer Gabler, Berlin, Heidelberg

  • Print ISBN: 978-3-662-59747-7

  • Online ISBN: 978-3-662-59748-4

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