Advertisement

Der akute Verwirrtheitszustand des älteren Patienten – Delir und Demenz als Einsatzkategorie in der Präklinik

  • Oliver Kögler
  • Markus Gosch
Chapter

Zusammenfassung

Im Rahmen unserer notfallmedizinischen Tätigkeit haben wir es heute schon gehäuft mit älteren, geriatrischen Patienten zu tun. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Aufgrund der spezifischen medizinischen Besonderheiten dieser Patientengruppe ist es deshalb unbedingt notwendig, ein bedarfsgerechtes Vorgehen in der notfallmedizinischen Versorgung älterer Patienten zu erarbeiten. Jedoch wird gerade im Notarztdienst eine adäquate Diagnostik und Therapie des akuten Verwirrtheitszustandes heute noch eher stiefmütterlich behandelt. Oftmals wird gerade die Verwirrtheit des älteren Patienten auch einfach als normale Veränderung im Rahmen einer Demenz abgetan. Hinter der Einsatzmeldung „älterer Patient mit akutem Verwirrtheitszustand“, können sich verschiedene Szenarien und Auslöser verbergen. Ein Delir, eine demenzielle Erkrankung sowie psychotische Störungen müssen in unsere differenzialdiagnostischen Überlegungen mit einbezogen werden. Der akute Verwirrtheitszustand stellt deshalb immer ein Warnsignal dar und zeigt einen medizinischen Notfall an. Letztendlich handelt es sich bei der akuten Verwirrtheit um ein „Organversagen“, dem unter Umständen ein lebensbedrohliches Zustandsbild zugrunde liegen kann. Entscheidet man sich dafür, den Patienten mit einem Verwirrtheitszustand in ein Krankenhaus zu bringen, dann muss genau abgewogen werden, ob eine psychiatrische Klinik die richtige Adresse ist oder ob der Patient, nicht zuerst in einer internistischen Notaufnahme abgeklärt werden sollte.

Literatur

  1. Barr J, Fraser GL, Puntillo K et al (2013) Clinical practice guidelines for the management of pain, agitation and delirium in adult patients in the intensive care unit. Crit Care Med 41:263–306CrossRefPubMedGoogle Scholar
  2. Deuschel G, Maier W, Jessen F, Spottke A et al (2009) S3-Leitlinie „Demenzen“. http://www.dggpp.de/documents/s3-leitlinie-demenz-kf.pdf. Zugegriffen: 13. Febr. 2018
  3. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information DIMDI (2016) https://www.dimdi.de/static/de/index.html. Zugegriffen: 14. Mai 2018
  4. Haberstroh J, Müller T, Knebel M (2014) Menschen mit Demenz zu selbstbestimmten Entscheidungen über medizinische Maßnahmen befähigen: Das Projekt EmMa. BtPrax: Betreuungsrechtliche Praxis 14:195–197Google Scholar
  5. Heiß W (2013) Altersmedizin aktuell. Interdisziplinäre geriatrische Versorgung. Ecomed, MünchenGoogle Scholar
  6. Holt S, Schmiedl S, Thürmann PA (2011) PRISCUS-Liste potenziell inadäquater Medikation für ältere Menschen. http://medikamente-im-alter.de/priscus.html. Zugegriffen: 13. Febr. 2018
  7. Inouye SK, Dyck van CH, Alessi CA et al (1990) Clarifying confusion: the confusion assessment method. A new method for detection of delirium. Ann Int Med 113:941–948CrossRefPubMedGoogle Scholar
  8. Jentschke E, Thomas M, Babiak A et al (2017) SOP – Akuter Verwirrtheitszustand. AG Palliativmedizin der deutschen Comprehensive Cancer Center. Onkologe 23:213–217CrossRefGoogle Scholar
  9. Marson DC, McInturff B, Hawkins L, Bartolucci A, Harrell LE (1997) Consistency of physician judgments of capacity to consent in mild Alzheimer’s disease. J Am Geriatr Soc 45:453–457CrossRefPubMedGoogle Scholar
  10. Müller T, Haberstroh J, Knebel M et al (2017) Standardized assessmentof capacity to consent to treatment with acetylcholinesteraseinhibitors in people with dementia. Int Psychogeriatr 29:333–343CrossRefGoogle Scholar
  11. Peterson JF, Pun BT, Dittus RS (2006) Delirium and its motoric subtypes: a study of 614 critically ill patients. J Am Geriatr Soc 54:479–484CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für GeriatrieMedizinische Klinik 2NürnbergDeutschland

Personalised recommendations