April 1932 – Dezember 1932

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Zusammenfassung

Die Figur Paul Dirac erschien auf der Theaterbühne zum ersten Mal in einer Spezialversion des Faust, sozusagen dem Hamlet der deutschen Literatur. Goethes Drama ist die literarische Antithese zu Agatha Christies einfach gestrickten Erzählungen, die Dirac abends verschlang. Er fand keinen Geschmack an monumentalen Theaterstücken, aber er wird diesen Faust genossen haben, eine vierzigminütige musikalische Parodie des Theaterstücks, das zur Unterhaltung von Physikern verfasst worden war.

Die Autoren, die Besetzung und die Zuhörer bestanden aus den Physikern, die im April 1932 an Bohrs Frühjahrstagung teilnahmen, und Dirac war dabei. In der geschützten Oase des Instituts hatte die Physik seit Jahren nicht so wunderbar aufregend ausgesehen, in schroffem Kontrast zu der schrecklichen Welt draußen. Chadwicks Entdeckung hatte das Interesse am Atomkern wiederbelebt, dessen detaillierte Struktur für die Theoretiker bis dahin ein Rätsel geblieben war. Sie hatten noch eine Fülle anderer Probleme zu lösen, darunter den Status der Quantenfeldtheorie und des vorhergesagten Anti‐Elektrons, des Monopols und der Neutrinos – alle höchst umstritten, noch keines davon entdeckt. Wie Bohr gerne betonte, gedeiht die Wissenschaft häufig am besten und zügigsten, wenn es Probleme und Widersprüche zu bewältigen gilt. Der Physiker John Wheeler in Princeton fasste später einmal die zentrale Idee des Instituts mit den Worten zusammen: „Kein Fortschritt ohne Paradoxa.“

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Authors and Affiliations

  1. 1.c/o Faber & Faber LtdLondonGroßbritannien

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